Komplette Lungenfunktionsprüfung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine vollständige Lungenfunktionsprüfung (auch Lungenfunktionstest genannt) ist eine Reihe von Atemtests, die messen, wie gut Ihre Lungen arbeiten. Dabei werden verschiedene Werte erfasst, zum Beispiel wie viel Luft Sie ein- und ausatmen können, wie schnell die Luft strömt und wie gut Sauerstoff von der Lunge ins Blut gelangt.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert meist 30 bis 60 Minuten.
- Sie kann helfen, Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD früh zu erkennen.
- Die Ergebnisse werden mit Normwerten verglichen, die an Alter, Größe und Geschlecht angepasst sind.
- Vor dem Test sollten Sie nicht rauchen, schwer essen oder enge Kleidung tragen.
Ja, Lungenfunktionstests gehören zu den häufigsten diagnostischen Verfahren bei Atembeschwerden. Sie werden in Praxen und Krankenhäusern routinemäßig durchgeführt.
Menschen jeden Alters können eine solche Untersuchung benötigen – von Kindern mit wiederkehrendem Husten bis zu älteren Erwachsenen mit Atemnot. Besonders häufig wird sie bei Rauchern, Asthmatikern oder Personen mit Berufsbelastung (z. B. in der Landwirtschaft) eingesetzt.
Symptome
- Plötzliche, starke Atemnot
- Blaue Lippen, Zunge oder Fingernägel
- Bewusstlosigkeit oder Verwirrtheit
- Schnappatmung oder Atemstillstand
- ⚠Verschlechterung einer bekannten Lungenerkrankung trotz Medikamenten
- ⚠Starke Brustschmerzen beim Atmen
- ⚠Fieber über 39 °C in Kombination mit Atemnot
Häufige Symptome
- Anhaltender Husten
- Kurzatmigkeit bei Belastung oder in Ruhe
- Engegefühl in der Brust
- Pfeifende Atemgeräusche
Symptome bei Kindern
- Häufige Atemwegsinfekte
- Auffälliges Husten nach dem Spielen oder Lachen
- Schnelle Atmung oder Einziehungen der Haut zwischen den Rippen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nachlassende Belastbarkeit ohne ersichtlichen Grund
- Verstärkte Atemnot bei Alltagstätigkeiten wie Treppensteigen
- Blaufärbung der Lippen oder Fingerspitzen (deutliches Zeichen für Sauerstoffmangel)
Ursachen
Hauptursachen
- Eine Lungenfunktionsprüfung wird durchgeführt, um die Ursache von Atembeschwerden zu klären – nicht, weil eine Erkrankung vorliegt.
- Mögliche Grunderkrankungen, die getestet werden, sind Asthma, COPD, Lungenfibrose oder Lungenentzündung.
Risikofaktoren
- Rauchen oder Passivrauchen
- Beruflicher Staub- oder Chemikalienkontakt
- Allergien oder familiäre Vorbelastung für Asthma
- Vorerkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Lungenentzündung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei akuter Atemnot oder Husten mit blutigem Auswurf
- Wenn die Beschwerden plötzlich schlimmer werden
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie regelmäßig husten, kurzatmig sind oder Atemgeräusche haben
- Vor einer geplanten Operation (zur Risikoabschätzung)
- Als Teil einer Vorsorgeuntersuchung bei Rauchern oder bestimmten Berufen
Diagnose
Die vollständige Lungenfunktionsprüfung wird von einem Lungenarzt (Pneumologen) oder in einer spezialisierten Praxis durchgeführt. Sie umfasst in der Regel drei Teile: Spirometrie (Messung der Atemströme), Bodyplethysmographie (Messung des Lungenvolumens) und Diffusionskapazität (wie gut Sauerstoff ins Blut gelangt).
Mögliche Untersuchungen
- Spirometrie: Sie atmen kräftig in ein Gerät, das den Luftstrom misst.
- Bodyplethysmographie: Sie sitzen in einer geschlossenen Kabine und atmen durch ein Mundstück. So wird das Lungenvolumen bestimmt.
- Diffusionsmessung: Sie atmen eine kleine Menge eines Testgases ein, um zu prüfen, wie gut der Sauerstoff übertreten kann.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Test ist schmerzfrei und dauert etwa 30 bis 60 Minuten. Sie sollten am Tag des Tests nicht rauchen, 2 Stunden vorher nichts essen und enge Kleidung vermeiden. Manche Medikamente (wie bestimmte Asthmasprays) müssen Sie nach Anweisung des Arztes vorher absetzen. Nach dem Test können Sie sofort wieder nach Hause gehen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung, die der Test aufdeckt. Oft reichen Medikamente (etwa atemerweiternde Sprays oder entzündungshemmende Mittel), Atemübungen oder eine Änderung des Lebensstils.
Selbsthilfe zu Hause
- Rauchen aufgeben – das hilft den Lungen am meisten.
- Regelmäßige Bewegung, die die Atemmuskulatur stärkt.
- Erlernen von Atemtechniken (z. B. Lippenbremse) zur Erleichterung der Atmung.
Medizinische Behandlungen
Je nach Befund können Ärzte inhalative Medikamente wie Bronchodilatatoren oder Kortisonpräparate verschreiben. In schweren Fällen kommt eine Sauerstofftherapie oder eine Lungenrehabilitation infrage. Auch eine Impfung (z. B. gegen Grippe oder Pneumokokken) kann empfohlen werden, um Infektionen vorzubeugen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nur bei sehr fortgeschrittenen Lungenerkrankungen, die auf keine andere Behandlung ansprechen, kann eine Lungentransplantation erwogen werden – das ist jedoch selten.
Leben mit der Erkrankung
Wenn bei Ihnen eine Lungenerkrankung festgestellt wurde, können Sie mit einer angepassten Behandlung meist ein gutes Leben führen. Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig, vermeiden Sie Rauch und Luftschadstoffe, und bleiben Sie in Bewegung.
Tipps für den Alltag
- Rauchen Sie nicht – auch nicht in der Wohnung.
- Reduzieren Sie Stress durch Entspannungsübungen.
- Halten Sie Ihr Zuhause gut belüftet und frei von Schimmel oder Staub.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt die Immunabwehr. Leichte Bewegung wie Spazierengehen, Yoga oder Schwimmen hilft, die Atemmuskulatur zu stärken. Besprechen Sie ein Bewegungsprogramm mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Lungenprobleme können Ängste auslösen. Viele Patienten fühlen sich unsicher oder haben Angst vor Atemnot. Das ist normal. Suchen Sie sich Unterstützung – ein Gespräch mit einem Psychologen oder einer Selbsthilfegruppe kann sehr helfen.
Vorbeugung
Viele Lungenerkrankungen lassen sich durch einen gesunden Lebensstil vermeiden oder hinauszögern. Nichtrauchen, Bewegung und der Schutz vor Luftverschmutzung sind die wichtigsten Maßnahmen.
Impfungen
Lassen Sie sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen – das schützt vor schweren Atemwegsinfektionen.
Früherkennungsprogramme
Menschen über 40 mit Rauchergeschichte oder beruflicher Staubbelastung können eine Lungenfunktionsprüfung als Vorsorgeuntersuchung nutzen. Fragen Sie Ihren Hausarzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreiten einer Lungenerkrankung mit dauerhafter Atemnot
- Höheres Risiko für Lungeninfektionen (z. B. Lungenentzündung)
- Herz-Kreislauf-Probleme durch anhaltenden Sauerstoffmangel
Langzeitprognose
Die Aussichten sind heute sehr gut. Mit frühzeitiger Diagnose und moderner Behandlung können die meisten Menschen mit Atemwegserkrankungen ihr Leben weitgehend normal führen. Bei konsequenter Therapie bleiben die Lungenfunktion und die Lebensqualität lange erhalten.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Lungenstiftung e.V. · Deutschland
- Patientenleitlinie der AWMF zur COPD und Asthma · Deutschland
Hilfetelefone
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Guidance may differ by country or region. Confirm local recommendations with a qualified healthcare provider.