Riechtest
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Riechtest (auch Geruchstest oder Riechidentifikationstest) ist eine Untersuchung, mit der Ärzte prüfen, wie gut jemand riechen kann. Dabei werden verschiedene Alltagsgerüche wie Kaffee, Zitrone oder Vanille vorgelegt, und die Person muss diese erkennen. Der Test hilft, Störungen des Riechvermögens (Riechstörungen) zu erkennen.
Wichtige Fakten
- Der Test dauert in der Regel 10 bis 20 Minuten.
- Es gibt verschiedene Varianten, zum Beispiel mit Riechstiften oder Riechkarten.
- Er kann sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern durchgeführt werden.
Riechtests werden häufig eingesetzt, vor allem in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) und in der Neurologie. Viele Menschen mit Riechstörungen bekommen diesen Test angeboten.
Der Test kann bei allen Altersgruppen durchgeführt werden, die bewusst atmen und Gerüche erkennen können. Besonders wichtig ist er für Menschen, die plötzlich oder allmählich schlechter riechen, sowie für Untersuchungen bei Verdacht auf Erkrankungen wie Parkinson oder COVID-19.
Symptome
- Plötzlicher kompletter Geruchsverlust nach einem Schlaganfall
- Geruchsverlust zusammen mit Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen
- Geruchsverlust nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma
- ⚠Plötzlicher Geruchsverlust ohne erkennbare Ursache (z. B. ohne verstopfte Nase)
- ⚠Geruchsverlust nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf
Häufige Symptome
- Der Test selbst verursacht keine Beschwerden – er ist schmerzfrei und ungefährlich.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern wird der Test spielerisch gestaltet, zum Beispiel mit kindgerechten Gerüchen wie Erdbeere oder Schokolade. Die Kinder sollen sagen, was sie riechen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen kann die Fähigkeit, Gerüche zu erkennen, natürlicherweise nachlassen. Der Test hilft zu unterscheiden, ob dies altersbedingt ist oder auf eine behandlungsbedürftige Erkrankung hinweist.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Vorstellung zum Riechtest erfolgt meist aufgrund eines Verdachts auf eine Riechstörung. Ursachen dafür können unter anderem sein: Infektionen (z. B. COVID-19, grippaler Infekt), Verletzungen des Schädels, Nasennebenhöhlenerkrankungen, neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer, oder altersbedingter Verlust des Riechvermögens.
Risikofaktoren
- Rauchen
- Chronische Nasennebenhöhlenentzündungen
- Kopfverletzungen
- Alter über 65 Jahre
- Bestimmte Medikamente (ohne Nennung von Namen)
- Erbliche Veranlagung für Nasenpolypen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzlicher Geruchsverlust zusammen mit anderen schweren Symptomen (z. B. Atemnot, Lähmungen)
- Geruchsverlust nach einem Unfall mit Kopfverletzung
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie merken, dass Sie weniger gut riechen als früher – egal, ob plötzlich oder allmählich.
- Wenn Sie Ihren Arzt über Ihren Geruchssinn befragen möchten, zum Beispiel im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung.
Diagnose
Der Riechidentifikationstest wird von einem HNO-Arzt oder Neurologen durchgeführt. Er ist Teil einer umfassenden Untersuchung des Riechvermögens. Dabei wird nicht nur geprüft, ob Sie einen Geruch wahrnehmen, sondern auch, ob Sie ihn richtig benennen können.
Mögliche Untersuchungen
- Riechidentifikationstest mit vorgegebenen Gerüchen (z. B. 'Sniffin’ Sticks' – das sind Stifte, die mit verschiedenen Gerüchen gefüllt sind)
- Riechschwellentest: Bestimmung, wie stark ein Geruch sein muss, damit Sie ihn wahrnehmen
- Riechdiskriminationstest: Unterscheiden verschiedener Gerüche
- Optional: Nasenendoskopie (Spiegelung der Nase)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Test findet in einem ruhigen Raum statt. Sie bekommen meist 8 bis 12 oder mehr Geruchsproben vorgelegt. Sie müssen entscheiden, ob Sie etwas riechen, und den Geruch aus einer Liste von 4 möglichen Antworten auswählen (z. B. 'Erdbeere', 'Apfel', 'Zitrone', 'Banane'). Der Test dauert etwa 15 Minuten und ist völlig schmerzfrei. Nach der Auswertung bespricht der Arzt mit Ihnen die Ergebnisse.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Riechstörung. Der Riechtest selbst ist nur ein Untersuchungsverfahren – er heilt nichts, liefert aber wichtige Hinweise für die weitere Therapie.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei Erkältungen abschwellende Nasensprays nur kurzfristig anwenden (nach Absprache mit dem Arzt)
- Riechtraining: Tägliches bewusstes Riechen an vertrauten Gerüchen kann die Regeneration fördern (z. B. Kaffee, Zitrone, Rosen, Gewürznelken)
- Vermeiden von Rauch und starken Reizstoffen
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache kommen entzündungshemmende Nasensprays, Antibiotika bei bakteriellen Infektionen oder operative Eingriffe an der Nase (z. B. bei Nasenpolypen) in Frage. Bei neurologischen Erkrankungen steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. Ihr Arzt wird mit Ihnen gemeinsam die beste Therapie besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn eine Riechstörung durch Nasenpolypen, starke Verkrümmung der Nasenscheidewand oder andere anatomische Probleme verursacht wird, kann eine Operation notwendig sein. Die Entscheidung trifft der HNO-Arzt nach eingehender Untersuchung.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie unter einer Riechstörung leiden, kann das den Alltag erschweren – zum Beispiel beim Erkennen von verdorbenem Essen, bei der Körperhygiene oder beim Genuss von Speisen. Viele Menschen gewöhnen sich jedoch gut daran und entwickeln einen sicheren Umgang.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie besonders auf Haltbarkeitsdaten von Lebensmitteln.
- Installieren Sie Rauchmelder in der Wohnung – sie warnen bei Brandgefahr.
- Nutzen Sie beim Kochen einen Timer, um angebranntes Essen zu vermeiden.
- Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus (z. B. in Selbsthilfegruppen).
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit vielen frischen Lebensmitteln kann helfen, die allgemeine Gesundheit zu unterstützen. Bewegung an der frischen Luft fördert die Durchblutung der Nasenschleimhaut. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Riechtraining für Sie sinnvoll ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Riechstörung kann belastend sein – sie beeinträchtigt die Lebensqualität, den Genuss von Essen und kann sogar zu sozialem Rückzug führen. Auch das Sicherheitsgefühl leidet. Es ist wichtig, diese Gefühle ernst zu nehmen. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit oder Depression suchen Sie professionelle Hilfe.
Vorbeugung
Einige Ursachen für Riechstörungen lassen sich nicht verhindern (z. B. altersbedingter Verlust). Andere können Sie durch gesunde Lebensweise vermeiden: Schützen Sie Ihren Kopf bei Unfällen (Helm beim Radfahren), behandeln Sie Nasennebenhöhlenentzündungen frühzeitig und rauchen Sie nicht.
Impfungen
Gegen manche Infektionen, die Riechstörungen auslösen können (z. B. Grippe, COVID-19), gibt es Impfungen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt zu den empfohlenen Impfungen beraten.
Früherkennungsprogramme
Für Riechstörungen gibt es kein allgemeines Screening. Wenn Sie aber merken, dass Ihr Geruchssinn nachlässt, sollten Sie dies ärztlich abklären lassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unerkannte Riechstörung kann zu verminderter Lebensqualität führen (weniger Genuss beim Essen, Gefahr von verdorbenen Speisen)
- Bei manchen Grunderkrankungen (z. B. Parkinson) kann ein unbehandelter Geruchsverlust ein frühes Anzeichen sein – eine frühzeitige Diagnose ermöglicht bessere Behandlungschancen
Langzeitprognose
Die Aussichten hängen von der Ursache ab. Viele Riechstörungen bessern sich von selbst oder durch Behandlung. Bei viralen Infektionen wie COVID-19 erholt sich der Geruchssinn bei den meisten Menschen innerhalb von Wochen bis Monaten. Auch mit einem dauerhaft eingeschränkten Geruchssinn können Sie gut leben – unterstützt durch Anpassungen im Alltag und gegebenenfalls Riechtraining. Ihr Arzt wird Sie dabei begleiten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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