Vorbereitung auf eine obere Endoskopie
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine obere Endoskopie, auch Magenspiegelung (Ösophagogastroduodenoskopie, ÖGD) genannt, ist eine Untersuchung, bei der ein Arzt mit einem dünnen, biegsamen Schlauch (Endoskop) die Speiseröhre, den Magen und den Zwölffingerdarm von innen betrachtet. Sie hilft, die Ursache von Beschwerden wie Sodbrennen, Schmerzen im Oberbauch oder Übelkeit zu finden.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung dauert etwa 10 bis 20 Minuten.
- Sie wird meist in einer Arztpraxis oder Klinik durchgeführt.
- Sie bekommen ein Beruhigungsmittel oder eine Kurznarkose, damit Sie nichts spüren.
- Vor der Untersuchung müssen Sie mindestens 6 bis 8 Stunden nüchtern sein (nichts essen oder trinken).
Ja, die obere Endoskopie ist ein sehr häufiges und sicheres Verfahren. In Deutschland werden jedes Jahr viele Tausend solcher Untersuchungen durchgeführt.
Die Untersuchung wird bei Erwachsenen jeden Alters durchgeführt, wenn bestimmte Magen-Darm-Beschwerden abgeklärt werden müssen. Auch bei Kindern kann sie in speziellen Zentren durchgeführt werden.
Symptome
- Starke Blutung (Erbrechen von hellrotem Blut oder großer Mengen Kaffeesatz-ähnlichen Materials)
- Schwarzer, teerartiger Stuhlgang (Meläna)
- Starke, plötzliche Schmerzen im Bauch
- Kreislaufprobleme (Schwäche, Schwindel, Ohnmacht)
- ⚠Anhaltende Schluckbeschwerden, die das Trinken unmöglich machen
- ⚠Wiederholtes Erbrechen über mehrere Stunden
- ⚠Blut im Stuhl (hellrot oder dunkel)
Häufige Symptome
- Anhaltendes Sodbrennen oder saures Aufstoßen
- Schmerzen oder Druckgefühl im Oberbauch
- Übelkeit oder Erbrechen ohne erkennbare Ursache
- Blut im Erbrochenen oder schwarzer Stuhl
- Schluckbeschwerden oder das Gefühl, dass etwas im Hals stecken bleibt
- Unerklärlicher Gewichtsverlust
Symptome bei Kindern
- Wiederholtes Erbrechen
- Schmerzen beim Essen
- Schluckstörungen
- Wachstumsstörungen oder Gewichtsverlust
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Blutarmut (Anämie) unklarer Ursache
- Verschlimmerung von bekanntem Sodbrennen
- Schmerzen im Oberbauch, die auf Medikamente nicht ansprechen
Ursachen
Hauptursachen
- Untersuchung der Ursache von Magen-Darm-Beschwerden
- Abklärung von Blutarmut (Anämie)
- Kontrolle von bekannten Veränderungen (z. B. Geschwüren oder Polypen)
- Gewebeprobe (Biopsie) bei Verdacht auf eine Entzündung oder Zöliakie
- Behandlung bestimmter Erkrankungen (z. B. Blutstillung oder Entfernung von Polypen)
Risikofaktoren
- Alter über 50 Jahre
- Rauchen
- Starker Alkoholkonsum
- Einnahme von Schmerzmitteln wie Aspirin oder Ibuprofen über einen langen Zeitraum
- Infektion mit Helicobacter pylori (Bakterium im Magen)
- Chronische Sodbrennen-Erkrankung (Refluxkrankheit)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn eines der oben genannten Notfall-Symptome auftritt (schwarzer Stuhl, Blut erbrechen, starke Schmerzen)
- Wenn Sie plötzlich nicht mehr schlucken können
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie über Wochen Magenbeschwerden haben, die von selbst nicht besser werden
- Wenn Ihr Arzt eine Untersuchung empfiehlt, z. B. bei anhaltendem Sodbrennen oder Blutarmut
- Wenn Sie eine Kontrolluntersuchung nach einer Behandlung benötigen
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch die obere Endoskopie selbst. Der Arzt führt das Endoskop durch den Mund in die Speiseröhre, den Magen und den Zwölffingerdarm. Dabei kann er die Schleimhaut direkt sehen und wenn nötig kleine Gewebeproben (Biopsien) entnehmen. Die Untersuchung wird in der Regel mit einer örtlichen Betäubung des Rachens und/oder einer leichten Beruhigung (Sedierung) durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung durch den Arzt
- Bluttest (z. B. auf Blutarmut oder Antikörper gegen Helicobacter pylori)
- Stuhluntersuchung auf verstecktes Blut (Hämoccult-Test)
- Atemtest auf Helicobacter pylori
- Die Endoskopie selbst ist der wichtigste Test
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor der Untersuchung müssen Sie nüchtern bleiben – das heißt, Sie dürfen ab etwa Mitternacht oder mindestens 6 bis 8 Stunden vor dem Termin nichts mehr essen oder trinken. Bei dem Termin legen Sie sich auf die linke Seite. Sie bekommen entweder ein Beruhigungsmittel oder eine Kurznarkose, sodass Sie die Untersuchung nicht bewusst erleben. Der Atem wird nicht beeinträchtigt, da das Endoskop die Luftröhre nicht blockiert. Nach der Untersuchung werden Sie noch eine Stunde überwacht. Sie dürfen danach nicht selbst Auto fahren, sondern müssen abgeholt werden. Am nächsten Tag können Sie wieder normal essen und Ihren Alltag aufnehmen. Es kann zu leichten Halsschmerzen oder Blähungen kommen, das legt sich schnell.
Behandlung
Die Vorbereitung zur oberen Endoskopie selbst ist kein Behandlungsschritt, sondern eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Untersuchung. Die Behandlung richtet sich nach dem, was bei der Endoskopie gefunden wird – zum Beispiel entzündungshemmende Maßnahmen, Antibiotika gegen Helicobacter pylori (nur nach ärztlicher Verordnung) oder eine Ernährungsumstellung. In manchen Fällen kann der Arzt während der Endoskopie direkt eingreifen, zum Beispiel um Blutungen zu stillen oder Polypen zu entfernen.
Selbsthilfe zu Hause
- Nüchtern bleiben gemäß den Anweisungen Ihres Arztes (kein Essen, Trinken, Rauchen)
- Tragen Sie bequeme Kleidung
- Lassen Sie sich von einer Begleitperson abholen (nach der Sedierung nicht selbst fahren)
- Fragen Sie vorher, ob Sie Ihre üblichen Medikamente weiter einnehmen dürfen (insbesondere Blutverdünner oder Diabetes-Medikamente)
Medizinische Behandlungen
Je nach Befund kann Ihr Arzt verschiedene Behandlungen vorschlagen. Bei einer Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis) können säurehemmende Medikamente verordnet werden. Bei einer Helicobacter-pylori-Infektion ist eine Kombination von Antibiotika und Säureblockern üblich – die genaue Verordnung erfolgt individuell durch Ihren Arzt. Bei Geschwüren (Ulzera) kann der Arzt während der Endoskopie die Blutung stillen oder das Geschwür behandeln. Bei Polypen oder verdächtigen Gewebeveränderungen werden sie entfernt und untersucht.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur sehr selten notwendig. Sie kann erforderlich sein, wenn während der Endoskopie ein Tumor entdeckt wird, der sich durch die Spiegelung nicht entfernen lässt, oder bei schweren Komplikationen wie einer Perforation (Riss in der Magen- oder Darmwand).
Leben mit der Erkrankung
Nach einer oberen Endoskopie können Sie sofort zu Ihrem normalen Leben zurückkehren. Nehmen Sie am Tag der Untersuchung aber noch keinen Sport oder anstrengende Tätigkeiten auf und fahren Sie nicht selbst Auto. Leichte Halsschmerzen oder Blähungen sind normal und klingen innerhalb weniger Stunden ab.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie direkt nach der Untersuchung heiße Speisen und Getränke (Rachen kann noch betäubt sein)
- Essen Sie leicht verdauliche Kost am Abend (z. B. Brühe, Zwieback, Kartoffeln)
- Keine schweren Mahlzeiten am Untersuchungstag
- Falls Sie Blutverdünner einnehmen und auf Anweisung Ihres Arztes pausiert haben, setzen Sie diese nur nach ärztlicher Absprache wieder ein
Ernährung und Bewegung
Am Tag nach der Untersuchung können Sie sich normal ernähren und auch wieder leichte Bewegung machen. Vermeiden Sie jedoch schweres Heben und intensiven Sport für 24 Stunden, wenn Sie eine Sedierung erhalten haben.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Viele Menschen haben Aufregung oder Angst vor einer Magenspiegelung. Das ist völlig normal. Die Sedierung sorgt dafür, dass Sie von der Untersuchung nichts mitbekommen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Ängste, er kann Ihnen die genauen Abläufe erklären und Sie beruhigen. Nach der Untersuchung fühlen sich die meisten sehr erleichtert.
Vorbeugung
Eine Magenspiegelung selbst kann man nicht verhindern, da sie ja bei Beschwerden oder Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll ist. Aber Sie können das Risiko für Erkrankungen, die eine Magenspiegelung nötig machen, verringern: Gesunde Ernährung, Nichtrauchen, weniger Alkohol, Vermeidung von langfristiger Einnahme reizender Schmerzmittel.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland wird die obere Endoskopie auch als Vorsorgeuntersuchung bei bestimmten Risikogruppen eingesetzt, z. B. bei Menschen mit chronischer Refluxkrankheit oder bei denen, die einen Helicobacter-pylori-Infektion hatten. Die gesetzliche Vorsorge ab 50 Jahren umfasst meist Darmspiegelungen, nicht automatisch eine Magenspiegelung – sprechen Sie Ihren Arzt darauf an.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn Beschwerden ignoriert werden, kann sich eine zugrundeliegende Erkrankung wie ein Geschwür oder eine Entzündung verschlimmern
- Unerkannte Blutungen können zu starker Blutarmut führen
- In seltenen Fällen kann sich ein Tumor unbehandelt ausbreiten
Langzeitprognose
Die obere Endoskopie ist eine sehr sichere Untersuchung mit sehr geringem Komplikationsrisiko (z. B. eine leichte Blutung an der Biopsiestelle oder eine vorübergehende Schluckstörung). Meist verläuft sie ohne Probleme. Nach der Untersuchung können die meisten Menschen ihren Alltag sofort wieder aufnehmen. Die Ergebnisse helfen, die richtige Therapie einzuleiten, sodass die Beschwerden meist gut behandelt werden können.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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