Gesichtsfeldtest
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Gesichtsfelduntersuchung (auch Perimetrie genannt) misst, wie weit Sie sehen können, ohne Ihre Augen zu bewegen. Sie zeigt, wo Ihr Gesichtsfeld – also der Bereich, den Sie gleichzeitig überblicken – eingeschränkt ist.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung hilft, Augenkrankheiten wie Glaukom (grüner Star) früh zu erkennen.
- Sie ist schmerzfrei und dauert meist 15 bis 30 Minuten.
- Während des Tests müssen Sie ruhig sitzen und auf einen Punkt schauen.
Die Gesichtsfelduntersuchung ist ein häufiger Test in der Augenheilkunde und wird bei vielen Menschen mit erhöhtem Risiko für Augenerkrankungen eingesetzt.
Sie wird bei Menschen jeden Alters durchgeführt, besonders aber bei älteren Erwachsenen, Menschen mit erhöhtem Augeninnendruck, Diabetes oder einer familiären Vorbelastung für Glaukom.
Symptome
- Plötzlicher kompletter Sehverlust auf einem oder beiden Augen
- Plötzlicher Gesichtsfeldausfall (wie ein Vorhang vor dem Auge)
- ⚠Neu auftretende blinde Flecken oder Schatten im Sichtfeld
- ⚠Rasche Verschlechterung des Gesichtsfeldes innerhalb weniger Tage
Häufige Symptome
- Plötzliche oder allmähliche blinde Flecken im Sichtfeld
- Eingeschränktes Seitenblickfeld (Tunnelblick)
- Schwierigkeiten beim Lesen oder Autofahren
Symptome bei Kindern
- Kinder bemerken oft nicht selbst, dass ihr Gesichtsfeld eingeschränkt ist. Eltern können beobachten, dass das Kind ständig den Kopf dreht oder oft an Dinge stößt.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Häufiges Stolpern oder Anstoßen an Gegenstände auf einer Seite
- Übersehen von Personen oder Hindernissen im seitlichen Blickfeld
Ursachen
Hauptursachen
- Augenerkrankungen wie Grüner Star (Glaukom)
- Netzhautablösung oder Netzhautschäden
- Erkrankungen des Gehirns wie Schlaganfall oder Hirntumor
Risikofaktoren
- Hohes Lebensalter
- Familienangehörige mit Glaukom
- Erhöhter Augeninnendruck
- Diabetes mellitus
- Kurzsichtigkeit
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen blinden Flecken oder Schatten im Sichtfeld
- Wenn Sie plötzlich Schleier oder einen Vorhang vor Ihren Augen sehen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihr Arzt eine regelmäßige Gesichtsfelduntersuchung empfohlen hat (z.B. bei Glaukom-Risiko)
- Jährliche Kontrollen bei bestehenden Augenerkrankungen wie Grünem Star
Diagnose
Die Untersuchung wird von einem Augenarzt oder speziell geschultem Personal mit einem Gerät namens Perimeter durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Standard-Perimetrie (automatische oder manuelle Methode)
- Konfrontations-Gesichtsfeldtest (einfacher Test beim Arzt)
- Kampimetrie (spezieller Test für das Zentrum des Gesichtsfeldes)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie sitzen vor einem schalenförmigen Gerät, legen Ihr Kinn auf eine Stütze und schauen auf einen Fixierpunkt. Immer wieder erscheinen Lichtblitze am Rand – dann drücken Sie einen Knopf. Wichtig ist, dass Sie still sitzen und sich konzentrieren. Die Untersuchung dauert etwa 15 bis 30 Minuten und ist völlig schmerzfrei.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache des Gesichtsfeldausfalls – nicht nach der Untersuchung selbst. Ihr Arzt wird mit Ihnen die für Sie passende Therapie besprechen.
Selbsthilfe zu Hause
- Vor der Untersuchung: ausgeruht sein und keine anstrengenden Augenarbeiten kurz davor erledigen.
- Nach der Untersuchung: Sie können sofort wieder Ihren normalen Alltag aufnehmen.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache kommen Augentropfen zur Senkung des Augeninnendrucks, Medikamente zur Behandlung von Entzündungen oder Durchblutungsstörungen infrage. Auch Laserverfahren können eingesetzt werden. Ihr Arzt wird Ihnen die genauen Behandlungsmöglichkeiten erklären.
Wann kommt eine Operation infrage?
In manchen Fällen – zum Beispiel bei Netzhautablösung oder fortgeschrittenem Glaukom – kann eine Operation nötig sein, um das Sehvermögen zu erhalten. Ihr Arzt wird dies mit Ihnen im Detail besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Wenn bestimmte Bereiche Ihres Gesichtsfeldes eingeschränkt sind, kann das den Alltag beeinflussen. Seien Sie besonders vorsichtig im Straßenverkehr und beim Autofahren. Ihr Arzt kann Ihnen Tipps geben, wie Sie sicherer zurechtkommen.
Tipps für den Alltag
- Lassen Sie Ihre Augen regelmäßig untersuchen, vor allem wenn Sie risikoreich sind.
- Schützen Sie Ihre Augen vor zu starker Sonneneinstrahlung (UV-Schutzbrille).
- Vermeiden Sie Rauchen, da es die Durchblutung der Augen schädigen kann.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren (z.B. aus Fisch) kann die Augengesundheit unterstützen. Regelmäßige Bewegung hilft, den Augeninnendruck zu senken und die Durchblutung zu verbessern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine eingeschränkte Sicht kann Angst machen oder den Alltag erschweren. Es ist völlig normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Ihrer Familie oder einer Beratungsstelle über Ihre Gefühle. Viele Menschen lernen gut, mit solchen Einschränkungen zu leben.
Vorbeugung
Nicht alle Ursachen für Gesichtsfeldausfälle sind vermeidbar. Aber regelmäßige Augenuntersuchungen und ein gesunder Lebensstil können helfen, viele Erkrankungen früh zu erkennen und zu behandeln.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt werden insbesondere ab dem 40. Lebensjahr oder bei Risikofaktoren (z.B. familiäre Belastung mit Glaukom) empfohlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unentdeckte Gesichtsfeldausfälle können zu Unfällen im Haushalt und im Straßenverkehr führen.
- Fortschreitende Augenerkrankungen wie Glaukom können ohne Behandlung zur Erblindung führen.
Langzeitprognose
Mit frühzeitiger Erkennung und gezielter Behandlung können viele Ursachen für Gesichtsfeldausfälle gut behandelt oder gestoppt werden. Ihr Arzt wird mit Ihnen einen individuellen Plan erstellen, um Ihr Sehvermögen so lange wie möglich zu erhalten.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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