Akne und Ernährung: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Akne ist eine Hauterkrankung, bei der die Haarfollikel (die kleinen Taschen in der Haut, aus denen Haare wachsen) durch Talg und abgestorbene Hautzellen verstopfen. Dadurch entstehen Mitesser, Pickel oder entzündete Knoten. Die Ernährung kann die Haut beeinflussen, ist aber nur ein Teil des Gesamtbildes.
Wichtige Fakten
- Akne entsteht vor allem durch Hormone, Talgproduktion, Bakterien und verstopfte Poren.
- Nicht jede Akne ist durch Ernährung verursacht oder heilbar.
- Lebensmittel mit hohem Zuckeranteil oder viel Milch können bei manchen Menschen Pickel begünstigen.
- Eine ausgewogene Ernährung kann die Haut unterstützen, ersetzt aber keine ärztliche Behandlung.
- Bei schwerer Akne oder Narbenbildung sollten Sie eine Hautärztin oder einen Hautarzt aufsuchen.
Ja, Akne ist eine der häufigsten Hauterkrankungen weltweit. In Deutschland sind besonders Jugendliche betroffen, aber auch viele Erwachsene haben damit zu tun.
Akne tritt am häufigsten in der Pubertät auf, kann aber in jedem Alter entstehen. Auch Erwachsene, besonders Frauen in der Zeit um die Menstruation oder in den Wechseljahren, können Akne bekommen. Manche Menschen haben eine erbliche Veranlagung.
Symptome
- Sehr starke Schwellung im Gesicht oder Hals mit Atemnot
- Hohes Fieber zusammen mit schmerzhafter, sich schnell ausbreitender Rötung der Haut
- Plötzliche, heftige Schmerzen oder Blasenbildung in einem großen Hautbereich
- ⚠Sehr schmerzhafte, tiefe Knoten, die nicht abheilen
- ⚠Anzeichen einer schweren Infektion, wie starke Rötung, Wärme oder Eiterfluss
- ⚠Akne, die das Sehen, Essen oder Schlucken beeinträchtigt
Häufige Symptome
- Mitesser (offene und geschlossene Komedonen)
- Rote Pickel (Papeln)
- Eiterpickel (Pusteln)
- Schmerzhafte Knoten unter der Haut
- Fettige Haut, besonders im Gesicht, auf dem Rücken oder der Brust
Symptome bei Kindern
- Bei Babys kann es zu sogenannter Babyakne kommen, die meist harmlos ist und von selbst verschwindet.
- Bei älteren Kindern vor der Pubertät sind Pickel seltener, aber möglich.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei Erwachsenen tritt Akne oft im unteren Gesichtsbereich, am Kinn oder am Hals auf.
- Die Haut kann trotz Pickeln eher trocken oder empfindlich sein.
- Auch Medikamente oder Stress können bei Erwachsenen Hautreaktionen auslösen.
Ursachen
Hauptursachen
- Übermäßige Talgproduktion der Haut
- Verhornungsstörung der Haarfollikel (abgestorbene Hautzellen verstopfen die Poren)
- Bakterien auf der Haut (Cutibacterium acnes)
- Hormonelle Veränderungen, zum Beispiel in der Pubertät
- Entzündungsreaktionen des Körpers auf verstopfte Poren
Risikofaktoren
- Erbliche Veranlagung
- Hormonschwankungen (Pubertät, Menstruation, Schwangerschaft)
- Stress
- Rauchen
- Manche Medikamente oder Kosmetika
- Ernährungsgewohnheiten: besonders Lebensmittel mit hohem glykämischen Index (Weißbrot, Süßigkeiten, Limonade) und fettarme Milchprodukte können bei manchen Menschen Akne fördern
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie starke Schmerzen oder Anzeichen einer Hautinfektion bemerken
- Wenn sich die Haut plötzlich stark verschlechtert oder Blasen bildet
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Akne Sie seelisch belastet oder den Alltag beeinträchtigt
- Wenn rezeptfreie Produkte oder eine gute Hautpflege nicht helfen
- Wenn Narben entstehen oder die Haut dunkle Flecken behält
Diagnose
Die Hautärztin oder der Hautarzt schaut sich die betroffenen Hautstellen genau an und fragt nach Ihrer Krankengeschichte, Ihren Gewohnheiten und möglichen Auslösern. Eine Blutuntersuchung ist nur in bestimmten Fällen nötig, zum Beispiel bei hormonellen Störungen.
Mögliche Untersuchungen
- Meist reicht die körperliche Untersuchung mit dem bloßen Auge oder einem Auflichtmikroskop aus.
- Bei Verdacht auf eine Grunderkrankung können Bluttests (z. B. Hormone) oder ein Abstrich gemacht werden.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arztbesuch dauert meist nur wenige Minuten. Sie können sich darauf vorbereiten, Fragen zu Ihrer Ernährung, Hautpflege, Medikamenten und Ihrem Lebensstil zu beantworten. Es werden keine schmerzhaften Eingriffe durchgeführt.
Behandlung
Die Behandlung von Akne richtet sich nach der Schwere und der Ursache. Es gibt wirksame Therapien, die Entzündungen lindern und neuen Pickeln vorbeugen. Die Behandlung braucht oft Geduld, da die Haut sich nicht über Nacht verbessert.
Selbsthilfe zu Hause
- Reinigen Sie die Haut morgens und abends sanft mit lauwarmem Wasser und einer milden Reinigung.
- Verwenden Sie nicht komedogene (porenverstopfende) Pflegeprodukte und Make-up.
- Drücken Sie Pickel nicht aus – das verschlimmert Entzündungen und kann Narben hinterlassen.
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten.
- Reduzieren Sie stark zuckerhaltige Getränke und Süßigkeiten, wenn Sie merken, dass Ihre Haut darauf reagiert.
Medizinische Behandlungen
Ihre Hautärztin oder Ihr Hautarzt kann verschiedene Behandlungen verschreiben, zum Beispiel Cremes, Gele oder Salben mit Wirkstoffen gegen Akne. Auch Tabletten oder spezielle Lichttherapien kommen infrage. Die Wahl hängt von Ihrer Haut, Ihrem Alter und anderen Faktoren ab. Lassen Sie sich immer ärztlich beraten – verwenden Sie keine Medikamente von anderen Personen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operative Eingriffe sind bei reiner Akne selten nötig. Bei ausgeprägten Narben können spezielle Verfahren wie Dermabrasion (Abschleifen der obersten Hautschicht) oder Laserbehandlungen helfen. Diese Entscheidung trifft die Hautärztin oder der Hautarzt im Gespräch.
Leben mit der Erkrankung
Akne kann den Alltag belasten, aber sie ist behandelbar. Mit einer regelmäßigen, sanften Hautpflege und einer ausgewogenen Ernährung können Sie Ihre Haut unterstützen. Planen Sie genug Zeit für Ihre Pflege ein und seien Sie geduldig.
Tipps für den Alltag
- Viel Wasser oder ungesüßten Tee trinken
- Stress reduzieren, zum Beispiel durch Bewegung, Entspannung oder ausreichend Schlaf
- Auf das Rauchen verzichten
- Sonnenschutz verwenden, um Hautirritationen und Pigmentflecken zu vermeiden
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten ist gut für die Haut. Manche Menschen reagieren empfindlich auf Zucker oder Milch. Führen Sie kein strenges Verbot durch, sondern beobachten Sie, wie Ihre Haut reagiert. Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung und kann Stress abbauen – das wirkt sich oft positiv auf die Haut aus.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Akne kann das Selbstbewusstsein stark beeinflussen und zu Scham, Ängsten oder Niedergeschlagenheit führen. Sprechen Sie über Ihre Gefühle – mit vertrauten Menschen oder einer Fachperson. Sie sind nicht allein, und es gibt Unterstützung.
Vorbeugung
Akne lässt sich nicht immer verhindern, da Hormone und Gene eine große Rolle spielen. Ein gesunder Lebensstil, eine ausgewogene Ernährung und eine gute Hautpflege können aber das Risiko senken und den Verlauf günstig beeinflussen.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Akne.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Screening für Akne. Wer regelmäßig zur Hautärztin oder zum Hautarzt geht – zum Beispiel zum Hautkrebsscreening –, kann dort auch andere Hautprobleme ansprechen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Narbenbildung, die dauerhaft bleiben kann
- Pigmentflecken an abgeheilten Stellen
- Entzündungen, die tief in die Haut reichen und schmerzhafte Knoten verursachen
- Psychische Belastung durch das äußere Erscheinungsbild
Langzeitprognose
Die meisten Menschen mit Akne können gut behandelt werden. Mit der richtigen Pflege und – falls nötig – ärztlicher Begleitung heilt die Haut meist ab, auch wenn es manchmal Zeit braucht. Es gibt heute viele wirksame Möglichkeiten, Narben und Entzündungen zu lindern. Sie müssen sich nicht dauerhaft mit Akne abfinden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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