Akne: Selbsthilfe und gute Hautpflege
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Akne ist eine häufige Hauterkrankung. Dabei verstopfen die feinen Ausgänge der Talgdrüsen in der Haut. Es entstehen Mitesser, Pickel und manchmal entzündete Pickel. Die Haut ist besonders im Gesicht, auf dem Rücken und auf der Brust betroffen.
Wichtige Fakten
- Akne ist nicht ansteckend.
- Man kann selbst viel tun, um die Haut zu beruhigen.
- Gute Hautpflege braucht Geduld – eine Besserung zeigt sich oft erst nach mehreren Wochen.
- Pickel sollte man nicht ausdrücken, weil das Entzündungen und Narben verschlimmern kann.
Ja, Akne ist sehr häufig. Fast alle Jugendlichen haben zeitweise Pickel. Aber auch Erwachsene können Akne bekommen.
Akne betrifft besonders Jugendliche in der Pubertät, kann aber in jedem Alter auftreten. Auch Babys können vorübergehend kleine Pickel haben.
Symptome
- Schwere allergische Reaktion nach Anwendung eines Hautprodukts: Schwellungen im Gesicht oder Hals, Atemnot, geschwollene Zunge – sofort den Notruf 112 wählen.
- Plötzliche starke Verschlechterung mit hohem Fieber, Abgeschlagenheit und großflächig geröteter Haut – sofort den Notruf 112 wählen.
- ⚠Ein Pickel wird sehr groß, sehr schmerzhaft und es kommt Fieber dazu.
- ⚠Eine Rötung breitet sich stark aus oder zieht streifenförmig weiter.
- ⚠Eine eitrige Entzündung heilt nicht ab und schmerzt zunehmend.
- ⚠Es bildet sich eine schmerzhafte Schwellung unter der Haut, die schnell größer wird.
Häufige Symptome
- Mitesser: kleine schwarze oder weiße Punkte
- Pickel: rote Knötchen auf der Haut
- Eiterpickel: Pickel mit weißem oder gelblichem Inhalt
- Fettige und glänzende Haut
- Verhärtete, schmerzhafte Knoten bei schwerer Akne
Symptome bei Kindern
- Bei Babys können in den ersten Lebenswochen harmlose kleine Pickel auftreten.
- Bei älteren Kindern kann frühe Akne ein Zeichen für die beginnende Pubertät sein.
- Eltern sollten bei Kindern keine eigenen Akne-Mittel anwenden, sondern eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt fragen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei Erwachsenen tritt Akne oft im Bereich von Kinn, Kieferlinie und Wangen auf.
- Hormonschwankungen, Stress oder bestimmte Kosmetika können die Haut beeinflussen.
- Erwachsene Haut ist oft empfindlicher, daher ist eine sanfte Pflege besonders wichtig.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Talgdrüsen produzieren zu viel Hautfett, auch Talg genannt.
- Abgestorbene Hautzellen verstopfen die feinen Poren.
- Bakterien auf der Haut vermehren sich in den verstopften Poren und verursachen Entzündungen.
- Hormone, besonders in der Pubertät, regen die Talgproduktion an.
- Auch die erbliche Veranlagung spielt eine Rolle.
Risikofaktoren
- Hormonschwankungen, zum Beispiel in der Pubertät, bei der Menstruation, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren
- Stress
- Fettende oder stark parfümierte Kosmetika
- Starkes Schwitzen und Hitze
- Enge Kleidung oder Reibung auf der Haut
- Rauchen
- Manche Medikamente können Akne auslösen oder verschlimmern – sprechen Sie im Zweifel mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Haut plötzlich sehr schmerzhaft, heiß und großflächig gerötet ist.
- Wenn Fieber, Schüttelfrost oder ein starkes Krankheitsgefühl dazukommt.
- Wenn sich eine schmerzhafte Schwellung unter der Haut bildet und schnell wächst.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Pickel, Mitesser oder Knoten trotz guter Pflege mehrere Wochen nicht besser werden.
- Wenn die Akne Narben oder dunkle Flecken auf der Haut hinterlässt.
- Wenn die Akne starke seelische Belastung verursacht.
- Wenn Sie als Erwachsene oder Erwachsener neu Akne bekommen.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt untersucht Ihre Haut und fragt nach Ihren Beschwerden, Gewohnheiten, Medikamenten und Ihrer Familiengeschichte. Oft reicht dieses Gespräch zusammen mit dem Blick auf die Haut aus.
Mögliche Untersuchungen
- In den meisten Fällen ist keine technische Untersuchung nötig.
- Manchmal nimmt die Ärztin oder der Arzt einen Abstrich, um Bakterien nachzuweisen.
- Bei Verdacht auf hormonelle Ursachen kann eine Blutuntersuchung sinnvoll sein.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert meist nur wenige Minuten. Danach erklärt die Ärztin oder der Arzt, welche Pflege zu Ihrem Hauttyp passt und ob eine Behandlung sinnvoll ist. Meist wenden sie sich an aktuellen medizinischen Leitlinien zur Akne-Behandlung.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Stärke der Akne ab. Bei leichter Akne reicht oft eine gute Grundpflege zu Hause. Bei stärkerer Akne gibt es wirksame medizinische Behandlungen. Wichtig ist: Akne bessert sich selten über Nacht. Geben Sie der Haut Zeit und bleiben Sie geduldig.
Selbsthilfe zu Hause
- Waschen Sie das Gesicht morgens und abends mit lauwarmem Wasser und einem milden Reinigungsmittel.
- Verzichten Sie auf starkes Reiben, Peelingschwämme oder heiße Kleidung.
- Drücken Sie Pickel nicht aus – das verschlimmert Entzündungen und kann Narben verursachen.
- Verwenden Sie eine leichte, nicht fettende Feuchtigkeitspflege.
- Wählen Sie Kosmetik ohne Parfüm und mit dem Hinweis „nicht komedogen“. Das bedeutet: Das Produkt verstopft die Poren nicht.
- Reinigen Sie die Haut nach dem Sport oder Schwitzen sanft mit Wasser und einem milden Reiniger.
- Wechseln Sie Waschlappen, Handtücher und Kissenbezüge regelmäßig.
- Männer können bei Akne auf eine scharfe Rasierklinge und ein hautschonendes Rasiergel achten, um die Haut weniger zu reizen.
Medizinische Behandlungen
Wenn Selbstpflege nicht ausreicht, gibt es verschiedene ärztliche Behandlungen: Cremes oder Gele für die Haut, Tabletten, die von innen wirken, sowie Behandlungen mit Licht oder speziellen Peelings. Auch eine antibakterielle oder hormonelle Behandlung kann helfen. Die Ärztin oder der Arzt wählt die Therapie passend zu Ihrem Hautbild und Ihrer Situation. Nehmen Sie niemals Medikamente gegen Akne ohne ärztlichen Rat ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Akne selten nötig. Bei besonders großen, schmerzhaften Abszessen kann eine Ärztin oder ein Arzt diese unter sterilen Bedingungen öffnen – das sollten Sie niemals selbst tun. Auch bei Aknenarben gibt es spezielle Behandlungen, die das Hautbild verbessern können.
Leben mit der Erkrankung
Akne braucht eine gleichmäßige, ruhige Routine. Weniger ist oft mehr: sanft waschen, pflegen und die Haut vor zu viel UV-Strahlung schützen. Wechseln Sie nicht ständig die Produkte und geben Sie der Haut Zeit, sich an eine Pflege zu gewöhnen.
Tipps für den Alltag
- Suchen Sie sich Wege, Stress abzubauen, zum Beispiel Spazierengehen, Musik hören oder Yoga.
- Schlafen Sie ausreichend – Schlafmangel kann die Hautstress verstärken.
- Reinigen Sie Handy und Make-up-Pinsel regelmäßig, damit sich Bakterien und Schmutz nicht ansammeln.
- Tragen Sie bei Sport atmungsaktive Kleidung und duschen Sie danach.
Ernährung und Bewegung
Bewegung ist gesund und kann das Wohlbefinden fördern. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und ausreichend Wasser unterstützt die Haut. Es gibt keine Wunderdiät gegen Akne. Manche Menschen merken, dass bestimmte Lebensmittel wie Schokolade, fettiges Essen oder stark gesüßte Getränke ihre Haut verschlechtern. Beobachten Sie, was bei Ihnen zutrifft, und besprechen Sie größere Ernährungsumstellungen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Akne kann schamhaft machen und das Selbstwertgefühl belasten. Manche Menschen ziehen sich zurück oder fühlen sich unwohl. Das ist verständlich. Sprechen Sie darüber – mit Menschen, denen Sie vertrauen, oder mit einer Fachperson. Psychischer Druck kann auch die Haut beeinflussen, deshalb ist es wichtig, sich Unterstützung zu holen, wenn Sie sie brauchen.
Vorbeugung
Akne kann man nicht immer verhindern, weil Hormone und Vererbung eine große Rolle spielen. Mit sanfter Hautpflege und einem gesunden Lebensstil lassen sich Ausbrüche aber oft verringern. Vermeiden Sie stark fettende Cremes, übermäßiges Waschen und das Ausdrücken von Pickeln.
Impfungen
Es gibt keinen Impfstoff gegen Akne.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Früherkennungs-Screening für Akne. Bei anhaltenden oder belastenden Beschwerden können Sie jederzeit einen Termin bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vereinbaren.
Komplikationen
Unbehandelt
- Narben oder dauerhafte Veränderungen der Haut
- Dunkle Flecken auf der Haut, besonders bei dunkleren Hauttypen
- Psychische Belastung wie Scham, Ängste oder Niedergeschlagenheit
- In seltenen Fällen entstehen Abszesse, also Eiteransammlung, die ärztlich behandelt werden müssen
Langzeitprognose
Akne ist meist gut behandelbar, auch wenn es Geduld braucht. Bei vielen Menschen bessert sie sich mit dem Alter und mit der richtigen Pflege von selbst. Auch schwere Akne kann heute gut behandelt werden. Suchen Sie frühzeitig ärztlichen Rat, wenn Sie unsicher sind – das beugt Narben und längerem Leidensdruck vor.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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