Ernährung bei Asthma: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Asthma ist eine chronische Entzündung der Atemwege. Die Atemwege sind die feinen Röhren, durch die die Luft in die Lunge strömt. Bei Asthma schwellen die Atemwege zeitweise an, verkrampfen sich und bilden zähen Schleim. Dadurch wird das Atmen schwer. Die Ernährung kann die Entzündung im Körper beeinflussen, aber sie ersetzt keine Asthma-Medikamente.
Wichtige Fakten
- Eine ausgewogene Ernährung kann das Immunsystem stärken und vielleicht Entzündungen in den Atemwegen verringern.
- Es gibt keine spezielle „Asthma-Diät“, die Medikamente ersetzt.
- Manche Lebensmittel können Asthmaanfälle auslösen, wenn eine Allergie oder ein Sodbrennen vorliegt.
Ja. Asthma gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. In Deutschland sind ungefähr zehn von hundert Kindern und etwa fünf von hundert Erwachsenen betroffen.
Asthma kann in jedem Alter auftreten. Häufig beginnt es im Kindesalter. Auch Erwachsene können neu erkranken, manchmal nach einer schweren Atemwegsinfektion.
Symptome
- Sehr schwere Atemnot, bei der Sie keine ganzen Sätze mehr sprechen können
- Bläuliche Lippen oder Fingernägel
- Keine Besserung trotz der verordneten Notfallmedikamente
- Starke Erschöpfung oder Bewusstlosigkeit
- ⚠Zunehmende Atemnot, die den Alltag deutlich einschränkt
- ⚠Husten oder Atemnot, die mehrere Tage andauert
- ⚠Fieber zusätzlich zu Asthma-Beschwerden
Häufige Symptome
- Husten, besonders nachts, früh morgens oder bei körperlicher Anstrengung
- Pfeifendes Atemgeräusch beim Ausatmen
- Engegefühl in der Brust
- Kurzatmigkeit
Symptome bei Kindern
- Husten beim Spielen, Lachen oder Weinen
- Schnelle Ermüdung und weniger Ausdauer
- Hörbares Atmen und gelegentliche Atemnot
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Starke Erschöpfung und Schwäche
- Verwirrtheit, die auf Sauerstoffmangel hinweisen kann
- Anhaltender Husten, der oft fehlgedeutet wird
Ursachen
Hauptursachen
- Allergische Reaktionen, zum Beispiel auf Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare
- Nicht-allergische Reize wie Tabakrauch, kalte Luft, Anstrengung oder starke Gerüche
- Atemwegsinfektionen wie eine Erkältung oder Grippe
- Bei manchen Menschen: bestimmte Lebensmittel oder Zusatzstoffe, wenn eine Nahrungsmittelallergie vorliegt
Risikofaktoren
- Rauchen oder Passivrauchen
- Übergewicht
- Allergien in der Familie
- Berufliche Belastungen, zum Beispiel durch Mehlstaub oder Reinigungsmittel
- Sodbrennen (Reflux), das die Atemwege reizen kann
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie häufiger als sonst Ihr Notfallmedikament brauchen
- Wenn sich Ihre Beschwerden verschlimmern oder sich Ihr Husten verändert
- Wenn die Inhalation nicht so wirkt wie gewohnt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Alle sechs bis zwölf Monate zur Kontrolle der Lungenfunktion
- Beim jährlichen Gespräch über Ihren Asthma-Aktionsplan
- Wenn Sie Fragen zur Ernährung oder zur Inhalationstechnik haben
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin fragt zuerst nach Ihren Beschwerden, Ihrem Lebensstil und möglichen Allergien. Danach folgt ein Lungenfunktionstest. Damit wird gemessen, wie viel Luft Sie ein- und ausatmen können und wie schnell das geht.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie): Sie blasen kräftig in ein Messgerät
- Allergietest: zum Beispiel ein Hauttest, um mögliche Allergieauslöser zu finden
- Manchmal ein Provokationstest, bei dem ein Reizstoff eingeatmet wird, um eine Überempfindlichkeit festzustellen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern in der Regel nicht lange. Sie bekommen vorher genaue Anweisungen, zum Beispiel ob Sie kurzzeitig auf bestimmte Medikamente verzichten sollten. Nehmen Sie in Ruhe Auskunft, wenn Sie etwas nicht verstehen.
Behandlung
Die Asthmabehandlung verfolgt zwei Ziele: akute Beschwerden zu lindern und die Entzündung in den Atemwegen dauerhaft zu verringern. Die Behandlung besteht aus Medikamenten, einem persönlichen Asthmajahr und einem gesunden Lebensstil. Die Ernährung ist ein unterstützender Baustein, aber kein Ersatz für Medikamente.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten
- Meiden Sie Nahrungsmittel, gegen die Sie eine bekannte Allergie haben
- Bringen Sie Ihr Körpergewicht in einen gesunden Bereich
- Bewegen Sie sich regelmäßig, zum Beispiel mit Spaziergängen oder Schwimmen
- Nehmen Sie Ihre verordneten Medikamente zuverlässig ein und führen Sie Ihr Notfallspray bei sich
Medizinische Behandlungen
Ärztinnen und Ärzte verschreiben bei Asthma entzündungshemmende Medikamente und bei Bedarf schnell wirksame Mittel, die die Atemwege erweitern. Die meisten werden eingeatmet, zum Beispiel mit einem Dosieraerosol oder einem Pulverinhalator. Wichtig ist, die Inhalationstechnik regelmäßig mit dem Arzt oder der Apotheke zu üben. Zusätzlich gibt es Schulungsprogramme, die helfen, den Alltag mit Asthma sicher zu meistern.
Leben mit der Erkrankung
Mit einem guten Asthma-Management können Sie fast alle Aktivitäten des Alltags ausüben. Es ist wichtig, Ihre persönlichen Auslöser zu kennen und zu vermeiden. Halten Sie Ihre Notfallmedikation griffbereit, aber verlassen Sie sich im Alltag auf die vom Arzt verordnete Dauertherapie.
Tipps für den Alltag
- Verzichten Sie auf Rauchen und meiden Sie verrauchte Räume
- Gestalten Sie Ihr Schlafzimmer allergiearm: regelmäßig Bettwäsche waschen, auf Staubfänger verzichten, Haustiere nicht ins Bett lassen
- Reduzieren Sie Stress durch Entspannungsübungen, Atemtechniken oder sanftes Yoga
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung kann dazu beitragen, Entzündungen im Körper zu verringern. Empfehlenswert ist eine überwiegend pflanzliche Kost: viel frisches Gemüse, Obst, Nüsse und hochwertige Öle. Zu viel Salz und zuckerhaltige Getränke sind eher ungünstig. Regelmäßige Bewegung ist wichtig und gut möglich – beginnen Sie langsam und steigern Sie sich. Für viele Menschen mit Asthma ist Schwimmen besonders gut geeignet, auch wenn stark gechlortes Wasser manche reizt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Asthma kann Angst auslösen, besonders wenn man oft unter Atemnot leidet. Das ist verständlich. Es hilft, Entspannungstechniken zu lernen und mit anderen Betroffenen zu sprechen. Wer sich über einen längeren Zeitraum belastet fühlt, sollte unbedingt ärztlichen Rat einholen.
Vorbeugung
Asthma selbst lässt sich nicht sicher verhindern. Sie können aber Asthmaanfälle vorbeugen, indem Sie Auslöser melden, die Medikamente wie verordnet anwenden und einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung pflegen.
Impfungen
Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob eine Grippeimpfung für Sie sinnvoll ist. Für Menschen mit Asthma wird sie von Fachleuten oft empfohlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Asthmaanfälle, die eine sofortige Notfallbehandlung brauchen
- Dauerhafte Schädigung der Atemwege
- Schlafstörungen und anhaltende Erschöpfung
- Einschränkungen beim Sport und bei anderen alltäglichen Tätigkeiten
Langzeitprognose
Asthma ist heute gut behandelbar. Mit der richtigen Therapie, einer gesunden Ernährung und einem aktiven Lebensstil können die meisten Menschen ein weitgehend normales und erfülltes Leben führen. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt begleiten – das gibt Sicherheit.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.