Behandlungsmöglichkeiten bei Atemwegserkrankungen: Ein Überblick
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Atemwegserkrankungen betreffen die Lunge oder die Atemwege, also die Röhren, durch die die Luft in die Lunge gelangt. Dazu gehören unter anderem Asthma, COPD, Lungenentzündung und allergische Atemwegsprobleme. Eine gute Behandlung kann die Beschwerden lindern und die Lebensqualität verbessern.
Wichtige Fakten
- Atemwegserkrankungen sind häufig und oft gut behandelbar.
- Die Therapie richtet sich nach der Ursache und den Beschwerden.
- Nichtrauchen und Bewegung sind wichtige Bausteine der Behandlung.
Ja. Atemwegserkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. In Deutschland sind zum Beispiel mehrere Millionen Menschen von Asthma oder COPD betroffen.
Atemprobleme können in jedem Alter auftreten. Manche Erkrankungen wie Asthma beginnen oft schon im Kindesalter, andere wie COPD treten häufiger bei Erwachsenen über 40 Jahren auf, besonders bei Rauchern.
Symptome
- Sehr schwere Atemnot, die in Ruhe nicht besser wird
- Bläuliche Verfärbung von Lippen oder Gesicht
- Die Person kann nicht mehr in ganzen Sätzen sprechen
- Sie wirkt plötzlich verwirrt oder verliert das Bewusstsein
- Rufen Sie sofort die 112 an.
- ⚠Fieber mit Husten und Atemnot
- ⚠Schmerzen in der Brust beim Atmen
- ⚠Blutiger Auswurf
- ⚠Zunehmende Atemnot bei normaler Belastung
Häufige Symptome
- Atemnot, zum Beispiel bei Belastung oder im Liegen
- Husten, der länger anhält oder immer wieder kommt
- Pfeifendes Atemgeräusch beim Ausatmen
- Engegefühl oder Schmerzen in der Brust
- Verschleimung oder Auswurf
Symptome bei Kindern
- Schnelle, angestrengte Atmung
- Die Haut zwischen den Rippen zieht sich beim Einatmen nach innen
- Verweigerung des Trinkens oder Essens bei Säuglingen
- Ungewöhnliche Müdigkeit oder Teilnahmslosigkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Unruhe, die neu auftritt
- Starke Müdigkeit bei alltäglichen Dingen
- Verschlechterung der geistigen Leistungsfähigkeit
- Verminderter Appetit
Ursachen
Hauptursachen
- Asthma bronchiale – eine chronische Entzündung der Atemwege
- COPD – eine vor allem durch Rauchen verursachte Lungenerkrankung
- Atemwegsinfektionen wie Lungenentzündung oder Bronchitis
- Allergien, zum Beispiel gegen Pollen oder Hausstaubmilben
- Herzerkrankungen, die zu Flüssigkeit in der Lunge führen
Risikofaktoren
- Rauchen oder Passivrauchen
- Übergewicht
- Luftverschmutzung und Schadstoffe am Arbeitsplatz
- Allergene in der Umgebung
- Erbliche Veranlagung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei anhaltender Atemnot, die Sie im Alltag einschränkt
- Bei Husten, der länger als drei Wochen anhält
- Bei Fieber und Husten mit Auswurf
- Wenn Sie das Gefühl haben, nicht genug Luft zu bekommen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie häufig Husten oder pfeifende Atmung bemerken
- Wenn Sie Raucher sind und Husten oder Atemprobleme haben
- Vor einer geplanten Operation, wenn Atemwegsprobleme bekannt sind
- Zur jährlichen Kontrolle bei chronischen Lungenerkrankungen
Diagnose
Der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden, Ihren Lebensgewohnheiten und Ihrer Krankengeschichte. Danach hört er Lunge und Herz ab. Mit einfachen Tests lässt sich feststellen, wie gut Ihre Lunge arbeitet und ob eine Behandlung nötig ist.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie): Sie atmen kräftig in ein Messgerät.
- Blutgasanalyse: Misst den Sauerstoffgehalt im Blut.
- Röntgenbild der Lunge oder Computertomografie (CT).
- Allergietest, wenn ein Allergieverdacht besteht.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei und dauern nicht lange. Danach bespricht der Arzt die Ergebnisse mit Ihnen und schlägt eine Behandlung vor.
Behandlung
Die Behandlung hängt davon ab, was die Atemprobleme auslöst. Ziel ist es, die Beschwerden zu lindern, die Lungenfunktion zu stärken und die Lebensqualität zu verbessern. Häufig gehören eine medikamentöse Therapie, Atemtechniken und ein gesunder Lebensstil dazu.
Selbsthilfe zu Hause
- Wenn Sie rauchen: Suchen Sie Unterstützung für den Rauchstopp.
- Meiden Sie Allergene oder Reizstoffe so gut es geht.
- Trinken Sie ausreichend Wasser, um den Schleim zu lösen.
- Bewegen Sie sich regelmäßig im Rahmen Ihrer Möglichkeiten.
- Lernen Sie Atemübungen, zum Beispiel die Lippenbremse.
Medizinische Behandlungen
Es gibt Medikamente, die man einatmet (zum Beispiel entkrampfende oder entzündungshemmende Wirkstoffe) oder in Tablettenform einnimmt. Zu den nicht-medikamentösen Behandlungen gehören Atemtherapie, Sauerstofftherapie bei niedrigem Sauerstoffgehalt im Blut und Lungensport. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen, welche Therapie für Sie geeignet ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten nötig, zum Beispiel bei sehr schwerem Lungenemphysem oder Tumoren. Auch eine Lungentransplantation kommt bei fortgeschrittenem Lungenversagen in Frage. Dies wird in spezialisierten Zentren geprüft.
Leben mit der Erkrankung
Gehen Sie achtsam mit sich um. Planen Sie Pausen und verteilen Sie Ihre Energie. Nutzen Sie Atemtechniken, um in belastenden Situationen ruhig zu bleiben.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen und Rauch meiden
- Gesunde, ausgewogene Ernährung
- Regelmäßige körperliche Aktivität (zum Beispiel Spazierengehen)
- Frischluft und gute Belüftung in Wohnräumen
- Stress vermeiden oder bewältigen lernen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt die Abwehrkräfte. Leichte bis moderate Bewegung, die Sie nicht überfordert, kräftigt die Atemmuskulatur. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder einem Lungensportprogramm beraten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Atemnot kann Angst machen und den Alltag belasten. Es ist wichtig, sich Hilfe zu holen, wenn man sich überfordert fühlt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Sorgen; auch eine Psychotherapie kann helfen, mit der Erkrankung besser zu leben.
Vorbeugung
Nicht alle Atemwegserkrankungen lassen sich verhindern, aber viele Risiken kann man senken. Am wichtigsten ist, nicht mit dem Rauchen zu beginnen oder aufzuhören. Auch das Meiden von Schadstoffen und eine gute Hygiene gegen Infekte spielen eine Rolle.
Impfungen
Eine Grippeimpfung und eine Impfung gegen Pneumokokken werden für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen empfohlen. Auch die COVID-19-Impfung schützt vor schweren Verläufen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die für Sie empfohlenen Impfungen.
Früherkennungsprogramme
Für Menschen mit erhöhtem Risiko, zum Beispiel langjährige Raucher, gibt es Lungenfunktionstests zur Früherkennung. Solche Vorsorgeuntersuchungen können helfen, Lungenerkrankungen früh zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Lungenfunktion verschlechtert sich dauerhaft
- Wiederkehrende Infektionen wie Lungenentzündungen
- Belastung des Herzens bis hin zur Herzschwäche
- Starke Einschränkungen im Alltag und zunehmende Pflegebedürftigkeit
Langzeitprognose
Mit einer rechtzeitigen und passenden Behandlung können die meisten Menschen mit Atemwegserkrankungen ein weitgehend eigenständiges und aktives Leben führen. Die Therapie wird immer besser, und viele Beschwerden sind gut kontrollierbar.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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