Keuchen bei Kindern
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Bei schweren, sich verschlechternden oder lebensbedrohlichen Symptomen sofort ärztliche Hilfe suchen.
Übersicht
Wheezing ist ein pfeifendes oder brummendes Geräusch, das beim Atmen entsteht. Es kommt oft vor, wenn die Atemwege verengt sind. Bei Kindern kann es viele Ursachen haben, von einer einfachen Erkältung bis zu Asthma.
Wichtige Fakten
- Wheezing tritt bei etwa 1 von 3 Kindern mindestens einmal auf.
- Die meisten Kinder mit gelegentlichem Wheezing wachsen daraus heraus.
- Bei anhaltendem oder wiederkehrendem Wheezing sollte ein Arzt oder eine Ärztin die Ursache abklären.
Ja, Wheezing ist bei Kindern sehr häufig, besonders in den ersten Lebensjahren. Viele Kinder haben es einmal oder mehrmals im Rahmen von Atemwegsinfekten.
Wheezing betrifft vor allem Säuglinge und Kleinkinder. Es kann aber auch bei älteren Kindern und Jugendlichen auftreten, besonders wenn sie Asthma oder Allergien haben.
Symptome
- Das Kind hat starke Atemnot und kann kaum sprechen oder schreien
- Die Lippen oder die Haut werden bläulich (Sauerstoffmangel)
- Das Kind wird sehr müde oder wirkt benommen
- Die Atmung setzt immer wieder aus (Atemstillstand)
- ⚠Wheezing tritt zum ersten Mal auf und das Kind ist jünger als drei Monate
- ⚠Das Wheezing wird trotz bekannter Behandlung schlimmer
- ⚠Das Kind hat Fieber über 38,5 °C und wirkt krank
- ⚠Das Kind hat starke Schmerzen in der Brust
Häufige Symptome
- Pfeifendes oder brummendes Geräusch beim Ausatmen
- Schnellere oder angestrengtere Atmung
- Husten, besonders nachts oder beim Spielen
- Engegefühl in der Brust
Symptome bei Kindern
- Unruhe oder Weinen aufgrund von Atembeschwerden
- Schwierigkeiten beim Trinken oder Essen wegen Kurzatmigkeit
- Einziehungen am Brustkorb (die Haut zwischen den Rippen oder am Schlüsselbein zieht sich beim Einatmen ein)
- Nasenflügelatmung (die Nasenlöcher weiten sich beim Einatmen)
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Dieser Abschnitt ist für Kinder gedacht. Bei Erwachsenen tritt Wheezing seltener auf und kann auf ernstere Erkrankungen hinweisen.
Ursachen
Hauptursachen
- Virusinfekte wie Bronchiolitis oder Erkältungen (häufigste Ursache bei Säuglingen)
- Asthma (eine chronische Entzündung der Atemwege)
- Allergien (z. B. gegen Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare)
- Fremdkörper in den Atemwegen (z. B. verschlucktes Spielzeug)
- Gastroösophagealer Reflux (Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre)
Risikofaktoren
- Frühgeburtlichkeit oder niedriges Geburtsgewicht
- Eltern mit Asthma oder Allergien
- Passivrauchen (Tabakrauch in der Umgebung)
- Frühe wiederholte Atemwegsinfekte
- Bestimmte Allergien oder Ekzeme beim Kind selbst
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei erstmaligem Wheezing und Säuglingen unter drei Monaten
- Wenn das Wheezing mit Atemnot einhergeht (das Kind ringt nach Luft)
- Wenn das Kind einen bläulichen Schimmer auf Lippen oder Haut zeigt
- Wenn das Wheezing nach einem Verschlucken oder Husten aufgetreten ist
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wiederholtes oder anhaltendes Wheezing (länger als eine Woche)
- Wheezing, das die Nachtruhe oder die tägliche Aktivität beeinträchtigt
- Begleitender Husten, der nicht verschwindet
- Für eine Abklärung auf Asthma oder Allergien
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach den Symptomen, hört die Lunge ab und untersucht das Kind. Meist reicht das für eine erste Einschätzung. Je nach Verdacht werden weitere Tests durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie) – ab etwa 5–6 Jahren möglich, misst die Atemströme
- Allergietests (Haut- oder Bluttests)
- Röntgen des Brustkorbs (bei Verdacht auf Fremdkörper oder Lungenentzündung)
- Blutuntersuchung (z. B. auf Entzündungswerte)
- FeNO-Messung (Atemtest auf Entzündung in den Atemwegen)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei und kann je nach Alter des Kindes etwas Übung erfordern. Die Ärztin erklärt die einzelnen Schritte kindgerecht. Bei Lungenfunktionstests müssen die Kinder kräftig in ein Gerät pusten.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Wheezings. Bei Infekten helfen oft schon Hausmittel, bei Asthma oder Allergien gibt es langfristige Therapiepläne. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin erstellt einen individuellen Plan.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken (Wasser oder ungesüßter Tee) – Flüssigkeit hält die Schleimhäute feucht
- Inhalieren mit Kochsalzlösung (nach Anleitung des Arztes) – befeuchtet die Atemwege
- Hausstaubmilben reduzieren (Matratzenbezüge, regelmäßiges Lüften)
- Rauchfreie Umgebung schaffen – Passivrauchen vermeiden
- Bei Fieber und Schmerzen nach Rücksprache mit dem Arzt fiebersenkende Mittel einsetzen (keine Namensnennung)
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können entzündungshemmende Medikamente (z. B. inhalierte Kortikosteroide) oder bronchienerweiternde Mittel zum Einsatz kommen. Diese werden meist als Spray oder Pulver inhaliert. Die genaue Verordnung erfolgt durch den Kinderarzt. Bei bakteriellen Infekten können Antibiotika nötig sein. Bei Allergien kommen Antihistaminika in Frage. Alle Medikamente müssen genau nach ärztlicher Anweisung angewendet werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operationen sind nur sehr selten nötig, z. B. wenn ein Fremdkörper in den Atemwegen steckt und nicht auf natürlichem Weg entfernt werden kann. Dies wird dann in Vollnarkose durchgeführt.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Ihr Kind zu Wheezing neigt, hilft es, Trigger zu meiden: Rauch, starke Gerüche, trockene Heizungsluft. Sorgen Sie für eine gute Luftfeuchtigkeit und regelmäßiges Lüften. Beobachten Sie, wann das Wheezing auftritt, und besprechen Sie das mit dem Arzt.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft fördert die Lungenfunktion – aber bei akutem Wheezing pausieren
- Atemübungen oder bestimmte Sportarten wie Schwimmen können helfen
- Ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung stärken das Immunsystem
- Stress vermeiden – Entspannungstechniken für Kinder (z. B. kindgerechte Meditation)
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt die Abwehrkräfte. Vermeiden Sie stark verarbeitete Lebensmittel. Bewegung ist wichtig – bei Asthma kann gut trainiertes Lungengewebe helfen, Anfälle zu mildern. Bei akutem Wheezing sollten Sie anstrengende Aktivitäten aber vermeiden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wheezing kann bei Kindern Angst und Unruhe auslösen, besonders wenn die Atmung schwerfällt. Auch Eltern machen sich oft Sorgen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind. Erklären Sie ihm, dass Wheezing meist harmlos ist und behandelt werden kann. Bei anhaltender Belastung kann eine psychologische Beratung helfen.
Vorbeugung
Nicht jedes Wheezing ist vermeidbar, besonders die virusbedingten Formen. Aber Sie können Risiken reduzieren: Vermeiden Sie Passivrauchen, sorgen Sie für eine allergenarme Umgebung und stärken Sie das Immunsystem Ihres Kindes durch gesunde Ernährung und Impfungen.
Impfungen
Die saisonale Grippeimpfung und die Impfung gegen RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus) für Risikokinder können schwere Atemwegsinfekte verhindern, die Wheezing auslösen können. Besprechen Sie die Impfungen mit Ihrem Kinderarzt.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Screening auf Wheezing ist nicht üblich. Bei Risikokindern (z. B. Frühgeborene) können spezielle Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll sein. Die U-Untersuchungen beim Kinderarzt decken Atemprobleme in der Regel früh auf.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma können sich verschlechtern
- Wiederholte Lungenentzündungen oder Mittelohrentzündungen
- Wachstums- und Entwicklungsverzögerungen durch Sauerstoffmangel
- Schwere Atemnotanfälle, die eine Krankenhausbehandlung erfordern
Langzeitprognose
Die meisten Kinder wachsen aus dem Wheezing heraus, besonders wenn es nur gelegentlich im Rahmen von Infekten auftritt. Bei Asthma lässt sich die Erkrankung mit guter Behandlung meist gut kontrollieren, sodass das Kind ein normales Leben führen kann. Regelmäßige Arztbesuche und die Vermeidung von Auslösern verbessern die Prognose deutlich.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Deutsche Atemwegsliga e.V. ↗ · Deutschland
- Kinder- und Jugendärzte im Netz – Atemwegserkrankungen ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2026
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