Ear Infection (Otitis Media)
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Mittelohrentzündung (Otitis media) ist eine Entzündung des Mittelohrs – das ist der Raum hinter dem Trommelfell. Sie wird meist durch Bakterien oder Viren verursacht und tritt besonders häufig bei Kindern auf.
Wichtige Fakten
- Bei den meisten Kindern heilt eine Mittelohrentzündung von selbst aus.
- Schmerzen lassen sich oft mit Hausmitteln wie Wärme oder Schmerzmitteln (nach Rücksprache mit dem Arzt) lindern.
- In manchen Fällen verschreibt der Arzt Antibiotika – aber nicht immer nötig.
Ja, Mittelohrentzündungen sind sehr häufig, vor allem bei Kindern zwischen 6 Monaten und 3 Jahren.
Kleinkinder und Vorschulkinder sind am häufigsten betroffen, aber auch Erwachsene können eine Mittelohrentzündung bekommen.
Symptome
- Starke Ohrenschmerzen mit hohem Fieber über 39 °C
- Kind ist teilnahmslos oder sehr schläfrig
- Ohrausfluss mit Eiter oder Blut
- ⚠Ohrenschmerzen, die trotz Schmerzmittel länger als 2–3 Tage anhalten
- ⚠Fieber über 38,5 °C, das nicht sinkt
- ⚠Kind trinkt sehr wenig oder verweigert Flüssigkeit
Häufige Symptome
- Ohrenschmerzen (oft einseitig)
- Druckgefühl oder Völlegefühl im Ohr
- Verschlechtertes Hören auf dem betroffenen Ohr
- Möglicherweise Fieber
Symptome bei Kindern
- Unruhe und Weinen, besonders nachts
- Ziehen oder Reiben am Ohr
- Fieber über 38 °C
- Appetitlosigkeit oder Trinkschwäche
- Erbrechen oder Durchfall
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ohrenschmerzen oder Druckgefühl
- Schwerhörigkeit
- Schwindelgefühl
- Selten Fieber
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien oder Viren gelangen aus dem Nasen-Rachen-Raum über die Ohrtrompete ins Mittelohr.
- Eine verstopfte oder geschwollene Ohrtrompete (z. B. durch Erkältung) kann den Abfluss behindern und Entzündungen begünstigen.
Risikofaktoren
- Alter unter 3 Jahren (kürzere, flachere Ohrtrompete)
- Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen wie Kita oder Spielgruppe
- Passivrauchen oder Rauchen in der Wohnung
- Häufige Erkältungen
- Schnullergebrauch nach dem 6. Lebensmonat
- Keine Stillzeit oder nur kurze Stillzeit
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Kind ist jünger als 3 Monate und hat Fieber oder Ohrenschmerzen
- Starke Ohrenschmerzen mit hohem Fieber
- Kind wirkt sehr krank oder ist schwer ansprechbar
- Eitriger oder blutiger Ausfluss aus dem Ohr
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Ohrenschmerzen, die länger als 2 Tage anhalten
- Leichtes Fieber über 38 °C
- Verschlechtertes Hören nach einer Erkältung
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin schaut mit einem Otoskop (Ohrtrichter) ins Ohr, um das Trommelfell zu beurteilen.
Mögliche Untersuchungen
- Otoskopie – Blick ins Ohr mit einem beleuchteten Gerät
- Tympanometrie – Misst die Beweglichkeit des Trommelfells
- Gegebenenfalls Hörtest, wenn die Entzündung länger anhält
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Ihr Kind sollte dabei ruhig sitzen oder auf Ihrem Schoß liegen. Der Arzt erklärt Ihnen dann, ob eine Behandlung nötig ist.
Behandlung
Die Behandlung hängt vom Alter des Kindes, der Schwere der Entzündung und der Wahrscheinlichkeit ab, ob es sich um Bakterien handelt. Oft reicht abwarten und Schmerzen lindern. Bei bakterieller Infektion kann ein Antibiotikum nötig sein.
Selbsthilfe zu Hause
- Schmerzen lindern: ein warmes Kirschkernkissen oder eine Wärmflasche (nicht zu heiß) auf das Ohr legen
- Bei Bedarf Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol nach Absprache mit dem Arzt
- Viel trinken, am besten Wasser oder ungesüßten Tee
- Kopf leicht erhöht lagern, z. B. mit einem extra Kissen
Medizinische Behandlungen
Wenn die Entzündung bakteriell ist und nicht abklingt, verschreibt der Arzt in der Regel ein Antibiotikum. Das Medikament wird meist als Saft oder Tablette eingenommen. Die Einnahme sollte genau nach Anweisung erfolgen, auch wenn die Beschwerden schon besser sind.
Wann kommt eine Operation infrage?
Selten, wenn die Entzündung immer wiederkehrt oder chronisch wird, kann ein kleiner Eingriff nötig sein: Ein sogenanntes Paukenröhrchen (Trommelfellbelüftung) wird eingesetzt, um Flüssigkeit abfließen zu lassen.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Kinder sind nach einer Mittelohrentzündung innerhalb weniger Tage wieder gesund. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind ausreichend Ruhe bekommt, aber nicht übermäßig geschont werden muss.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Rauchen in der Wohnung oder in der Nähe des Kindes
- Halten Sie die Ohren trocken (z. B. beim Baden oder Schwimmen mit einer Badekappe)
- Stillen Sie so lange wie möglich – Muttermilch schützt vor Infektionen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung stärkt das Immunsystem. Bewegung an der frischen Luft ist erlaubt, solange das Kind fieberfrei ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Schmerzen und eingeschränktes Hören können Kinder kurzfristig unruhig oder anhänglich machen. Geduld und Nähe helfen.
Vorbeugung
Ganz vermeiden lässt sich eine Mittelohrentzündung nicht, aber Sie können das Risiko senken.
Impfungen
Die Schutzimpfungen gegen Pneumokokken und Grippe (Influenza) können das Risiko für Mittelohrentzündungen verringern. Fragen Sie Ihren Kinderarzt nach dem aktuellen Impfplan. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut gibt Empfehlungen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening. Bei wiederholten Mittelohrentzündungen kann der Arzt das Hören testen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Mittelohrentzündung mit anhaltendem Flüssigkeitserguss (Paukenhöhlenerguss)
- Hörverlust, meist vorübergehend, selten dauerhaft
- Ausbreitung der Entzündung auf benachbarte Strukturen (sehr selten, z. B. Mastoiditis = Entzündung des Warzenfortsatzes)
Langzeitprognose
Die allermeisten Mittelohrentzündungen heilen ohne Folgen aus. Auch wenn sie wehtun – mit der richtigen Behandlung und etwas Geduld ist die Prognose sehr gut. Bei anhaltenden Hörproblemen sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.