CPR overview for bystanders
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) ist eine lebensrettende Maßnahme, die von umstehenden Personen durchgeführt wird, wenn jemand einen Herzstillstand erleidet. Dabei wird durch Herzdruckmassage und Beatmung der Blutkreislauf aufrechterhalten, bis der Rettungsdienst eintrifft.
Wichtige Fakten
- 1. Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute: Die Überlebenschance sinkt um etwa 10 % pro Minute ohne HLW.
- 2. Auch ohne medizinische Vorkenntnisse kann jede Person HLW durchführen – die Leitstelle gibt Anweisungen.
- 3. Nur durch Herzdruckmassage („nur Hand“) ist bereits wirksam, wenn man keine Beatmung durchführen möchte.
Herzstillstände treten häufig außerhalb von Krankenhäusern auf, etwa in der Öffentlichkeit oder zu Hause. In Deutschland erleiden jährlich etwa 60.000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand.
Jeder kann betroffen sein – unabhängig von Alter oder Gesundheitszustand. Besonders gefährdet sind Menschen mit Herzerkrankungen, aber auch junge, scheinbar gesunde Menschen können betroffen sein (z. B. durch angeborene Herzfehler oder bestimmte Erbkrankheiten).
Symptome
- Person ist bewusstlos
- Person atmet nicht oder nur schnappend
- Person zeigt keine Lebenszeichen
Häufige Symptome
- Plötzlicher Bewusstseinsverlust (Kollaps)
- Keine normale Atmung (nur noch Schnappatmung oder gar keine)
- Keine Reaktion auf Ansprechen oder Rütteln
Symptome bei Kindern
- Plötzlicher Bewusstseinsverlust
- Keine normale Atmung
- Häufigste Ursache: Erstickung oder Verletzung (z. B. Ertrinken)
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Plötzlicher Bewusstseinsverlust
- Häufig durch Herzinfarkt
- Oft Schnappatmung in den ersten Minuten
Ursachen
Hauptursachen
- Herzinfarkt (Verschluss eines Herzkranzgefäßes)
- Herzrhythmusstörungen (z. B. Kammerflimmern)
- Erstickung, Stromschlag, Ertrinken oder Vergiftung
Risikofaktoren
- Bekannte Herzerkrankung (z. B. koronare Herzkrankheit)
- Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes
- Übermäßiger Alkoholkonsum oder Drogenkonsum
- Familienanamnese für plötzlichen Herztod
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Nach einer erfolgreichen Wiederbelebung muss die Person sofort ins Krankenhaus gebracht werden, auch wenn sie wieder bei Bewusstsein ist.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Nach einem Herzkreislaufstillstand ist eine umfassende ärztliche Nachsorge notwendig, um die Ursache zu klären und das Risiko zu senken.
Diagnose
Ein Herzstillstand wird durch den fehlenden Puls, Bewusstlosigkeit und fehlende normale Atmung diagnostiziert. Im Krankenhaus erfolgt die genaue Ursachenabklärung mittels EKG, Blutuntersuchungen und Bildgebung.
Mögliche Untersuchungen
- EKG (Elektrokardiogramm)
- Blutuntersuchung auf Herzenzyme
- Echokardiographie (Ultraschall des Herzens)
- Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Wenn Sie als Ersthelfer reanimieren, übernimmt der Rettungsdienst nach Eintreffen die weitere Versorgung. Der Patient wird mit einem Defibrillator überwacht und gegebenenfalls weiter behandelt. Im Krankenhaus wird die Ursache des Herzstillstands gesucht und behandelt.
Behandlung
Die Behandlung eines Herzstillstands beginnt sofort am Unfallort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) und dem Einsatz eines automatisierten externen Defibrillators (AED), falls verfügbar. Der Rettungsdienst führt dann die erweiterte Reanimation durch (Medikamente, Beatmung, Defibrillation).
Selbsthilfe zu Hause
- Als Ersthelfer: Rufen Sie sofort den Notruf 112
- Beginnen Sie mit der Herzdruckmassage: 100–120 Mal pro Minute, etwa 5–6 cm tief
- Wenn möglich, nutzen Sie einen AED: Folgen Sie den Sprachansagen
- Beatmen Sie nur, wenn Sie sicher sind und keine Bedenken haben – reine Herzdruckmassage ist auch wirksam
Medizinische Behandlungen
Im Krankenhaus erhalten Patienten je nach Ursache Medikamente zur Herzunterstützung und Rhythmusstabilisierung, gegebenenfalls eine Herzkatheteruntersuchung zur Wiedereröffnung verschlossener Gefäße oder eine Operation wie die Anlage eines Herzschrittmachers.
Wann kommt eine Operation infrage?
In manchen Fällen wird eine Operation notwendig, z. B. um verengte Herzkranzgefäße zu umgehen (Bypass-OP) oder um einen Defibrillator (ICD) einzusetzen, der bei erneuten Rhythmusstörungen eingreift.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem Herzstillstand ist eine umfassende Rehabilitation wichtig. Viele Patienten können ihren Alltag wieder selbstständig bewältigen, müssen aber möglicherweise einige Lebensgewohnheiten anpassen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige ärztliche Kontrolltermine einhalten
- Medikamente nach ärztlicher Anweisung einnehmen
- Rauchen aufgeben und Alkoholkonsum einschränken
- Stress vermeiden und ausreichend schlafen
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung (wenig Salz, viel Obst, Gemüse, Vollkorn) und moderate Bewegung nach ärztlichem Plan (z. B. Gehen, Radfahren) unterstützen die Erholung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein Herzstillstand kann bei Überlebenden und Angehörigen Ängste, Depressionen oder eine posttraumatische Belastungsstörung auslösen. Psychologische Unterstützung ist wichtig und sollte nicht gescheut werden.
Vorbeugung
Nicht jeder Herzstillstand ist vermeidbar, aber das Risiko lässt sich durch einen gesunden Lebensstil und Behandlung von Risikofaktoren senken.
Früherkennungsprogramme
Bei familiärer Vorbelastung oder bestimmten Symptomen können Vorsorgeuntersuchungen wie ein EKG oder eine Echokardiographie sinnvoll sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne sofortige Wiederbelebung führt ein Herzstillstand innerhalb weniger Minuten zum Tod
- Selbst mit Behandlung können Hirnschäden durch Sauerstoffmangel entstehen
- Risiko eines erneuten Herzstillstands
Langzeitprognose
Die Überlebenschancen nach einem Herzstillstand hängen stark von der Schnelligkeit der Erste-Hilfe-Maßnahmen ab. Mit sofortigem Notruf und Herzdruckmassage steigt die Überlebensrate deutlich. Viele Überlebende erholen sich gut und können wieder ein aktives Leben führen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
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