Nosebleed first aid
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Nasenbluten (medizinisch: Epistaxis) bedeutet, dass Blut aus einem Blutgefäß in der Nase austritt. In den meisten Fällen ist es harmlos und hört von alleine oder mit einfachen Maßnahmen wieder auf. Die Nase hat viele feine Blutgefäße, die leicht verletzt werden können – besonders im vorderen Bereich der Nasenscheidewand.
Wichtige Fakten
- Die allermeisten Nasenblutungen sind harmlos und hören von selbst oder mit Erster Hilfe auf.
- Die richtige Erste-Hilfe-Maßnahme ist: Oberkörper leicht nach vorne beugen und die Nasenflügel für 10–15 Minuten zusammendrücken.
- Wenn das Bluten nach 20 Minuten nicht stoppt oder sehr stark ist, sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden.
Ja, Nasenbluten ist sehr häufig. Fast jeder Mensch hat es mindestens einmal im Leben. Besonders Kinder und ältere Erwachsene sind häufiger betroffen.
Nasenbluten kann jede Person treffen. Häufiger betroffen sind Kinder (besonders zwischen 2 und 10 Jahren) und ältere Erwachsene. Auch Menschen mit trockener Nasenschleimhaut, Allergien oder Bluthochdruck haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Das Bluten hört auch nach 20 Minuten festem Druck auf die Nase nicht auf.
- Sie haben das Gefühl, sehr viel Blut zu verlieren (z. B. mehrere Tassen voll).
- Das Blut spritzt oder schießt stark aus der Nase.
- Sie fühlen sich schwindelig, schwach oder werden ohnmächtig.
- Das Nasenbluten tritt nach einem Unfall, Sturz oder Schlag auf den Kopf auf.
- Sie haben zusätzlich Symptome wie starke Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen oder Brustschmerzen.
- ⚠Das Nasenbluten wiederholt sich häufig (mehrmals pro Woche).
- ⚠Sie nehmen blutverdünnende Medikamente (z. B. gegen Blutgerinnsel) und das Bluten ist stärker als sonst.
- ⚠Sie haben eine bekannte Blutgerinnungsstörung (z. B. Hämophilie).
- ⚠Das Nasenbluten tritt zusammen mit blauen Flecken oder anderen ungewöhnlichen Blutungen auf.
Häufige Symptome
- Blut tropft aus einem oder beiden Nasenlöchern.
- Blut läuft in den Rachen (oft unbemerkt, kann zu Übelkeit führen).
- Ein leichtes Kribbeln oder Wärmegefühl in der Nase vor dem Bluten.
Symptome bei Kindern
- Oft tritt das Bluten plötzlich auf, z. B. beim Spielen oder Nasebohren.
- Kinder erschrecken sich häufig – beruhigen Sie das Kind.
- Das Blut kann auch in den Rachen fließen und zu Erbrechen führen, wenn es geschluckt wird.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nasenbluten kann länger anhalten, da die Blutgefäße brüchiger sind.
- Oft kommt das Blut von weiter hinten in der Nase (hinteres Nasenbluten), das schwerer zu stillen ist.
- Ältere Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, haben ein höheres Risiko für stärkeres Bluten.
Ursachen
Hauptursachen
- Trockene Luft (z. B. im Winter durch Heizungsluft, oder in klimatisierten Räumen), die die Nasenschleimhaut austrocknet und rissig macht.
- Nasenbohren oder heftiges Naseputzen.
- Verletzungen der Nase (z. B. durch einen Schlag oder Sturz).
- Hochdruck in den Blutgefäßen der Nase (z. B. bei Bluthochdruck oder Anstrengung).
- Entzündungen der Nasenschleimhaut (z. B. bei Schnupfen oder Allergien).
Risikofaktoren
- Trockenes Raumklima (vor allem im Winter).
- Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten (wie Gerinnungshemmer).
- Bluthochdruck (Hypertonie).
- Bestimmte Erkrankungen (z. B. Blutgerinnungsstörungen, Tumore in der Nase – selten).
- Schwangerschaft (durch hormonelle Veränderungen und erhöhte Durchblutung der Nasenschleimhaut).
- Häufiges Nasebohren oder starkes Schneuzen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Das Nasenbluten hört auch nach 20 Minuten festem Druck nicht auf.
- Es tritt sehr starkes oder spritzendes Blut aus der Nase aus.
- Sie haben Schwierigkeiten zu atmen oder fühlen sich schwach/schwindelig.
- Das Nasenbluten ist Folge eines Unfalls, Schlags auf die Nase oder Kopfverletzung.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sie haben häufiger wiederkehrendes Nasenbluten (z. B. mehrmals pro Woche).
- Sie nehmen blutverdünnende Medikamente und das Bluten ist stärker als gewohnt.
- Sie haben den Verdacht auf eine Blutgerinnungsstörung (z. B. wenn auch Zahnfleischbluten oder blaue Flecken ohne Grund auftreten).
- Das Nasenbluten tritt zusammen mit anderen Symptomen wie ungewöhnlichem Nasenausfluss oder Schmerzen auf.
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin wird mit einem kleinen Leuchtgerät (Nasenspekulum) in Ihre Nase schauen, um die blutende Stelle zu finden. Dabei wird auch die Vorgeschichte erfragt (z. B. ob Sie Blutverdünner einnehmen, ob es Verletzungen gab).
Mögliche Untersuchungen
- Nasenspiegelung (Rhinoskopie): Der Arzt beleuchtet die Nase und untersucht die Schleimhaut.
- Blutdruckmessung: um Bluthochdruck als Ursache zu erkennen.
- Blutuntersuchung (z. B. Gerinnungstest): wenn eine Blutgerinnungsstörung vermutet wird.
- In seltenen Fällen: eine Nasenendoskopie (flexibler Schlauch mit Kamera) oder Bildgebung, um hintere Blutungsquellen oder Tumore auszuschließen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Der Arzt oder die Ärztin wird Sie bitten, den Kopf etwas nach vorne zu neigen, damit er oder sie die Nase gut einsehen kann. Falls nötig, kann die blutende Stelle sofort behandelt werden (z. B. durch Verätzung oder Nasentamponade).
Behandlung
In den meisten Fällen lässt sich ein Nasenbluten mit einfachen Erste-Hilfe-Maßnahmen selbst stoppen. Wenn nicht, gibt es medizinische Behandlungen, die der Arzt oder die Ärztin durchführen kann.
Selbsthilfe zu Hause
- Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin und beugen Sie den Oberkörper leicht nach vorne – so läuft das Blut aus der Nase und nicht hinten in den Rachen.
- Drücken Sie mit Daumen und Zeigefinger die weichen Nasenflügel fest gegen die Nasenscheidewand – und zwar für 10 bis 15 Minuten ohne loszulassen.
- Atmen Sie währenddessen ruhig durch den Mund.
- Kühlen Sie die Nase oder den Nacken von außen mit einem kühlen Tuch – die Kälte kann helfen, die Blutgefäße zusammenzuziehen.
- Legen Sie sich nicht hin, da sonst Blut in den Rachen läuft und Übelkeit auslösen kann.
- Vermeiden Sie nach dem Bluten mindestens 24 Stunden starkes Schnäuzen, schweres Heben oder Sport, damit die verletzte Stelle heilen kann.
Medizinische Behandlungen
Wenn die Blutung nicht von selbst stoppt oder sehr stark ist, kann der Arzt oder die Ärztin die blutende Stelle chemisch veröden (mit einem Ätzmittel) oder elektrisch veröden (Elektrokauterisation). Eine andere Möglichkeit ist die Nasentamponade: Dabei wird ein Mullstreifen oder ein kleiner aufblasbarer Ballon in die Nase eingelegt, um die Blutung zu stopfen. Diese Tamponade wird nach 1–3 Tagen wieder entfernt. Bei wiederholtem oder starkem Nasenbluten kann auch eine Blutstillung durch Unterspritzen (lokale Vasokonstriktion) erfolgen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird die für Sie geeignete Methode wählen.
Wann kommt eine Operation infrage?
In sehr seltenen Fällen, wenn alle anderen Maßnahmen nicht helfen, kann ein kleiner chirurgischer Eingriff nötig sein. Dabei wird das blutende Gefäß unterbunden oder verödet. Dies kommt vor allem bei hartnäckigen Blutungen aus dem hinteren Teil der Nase vor.
Leben mit der Erkrankung
Auch wenn Sie zu Nasenbluten neigen, ist der Alltag in der Regel nicht stark eingeschränkt. Wichtig ist, die Nasenschleimhaut feucht zu halten und Reizungen zu vermeiden. Führen Sie ein weiches Papiertaschentuch oder eine Nasensalbe bei sich, um die Nase bei Trockenheit zu pflegen.
Tipps für den Alltag
- Sorgen Sie für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in den Räumen, z. B. mit einem Luftbefeuchter oder einer Schale Wasser auf der Heizung.
- Befeuchten Sie die Nasenschleimhaut regelmäßig mit einer pflegenden Nasensalbe oder einem Nasenspray auf Salzbasis (keine abschwellenden Sprays länger als eine Woche anwenden).
- Vermeiden Sie heftiges Naseputzen und Nasenbohren – benutzen Sie bei Schnupfen am besten ein weiches Taschentuch und putzen Sie sanft.
- Schützen Sie Ihre Nase bei kaltem, trockenem Wetter mit einem Schal oder einer Maske.
- Wenn Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen, besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, ob eine Anpassung nötig ist.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitamin C und Vitamin K (z. B. in grünem Blattgemüse) kann die Blutgefäße und die Blutgerinnung unterstützen. Sport ist grundsätzlich erlaubt, aber vermeiden Sie in den ersten Tagen nach einem Nasenbluten starke körperliche Anstrengung, schweres Heben oder Sportarten, bei denen die Nase verletzt werden könnte (z. B. Boxen).
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Für manche Menschen kann wiederholtes Nasenbluten belastend sein – es kann Angst oder Verunsicherung auslösen. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber, er oder sie kann Ihnen helfen, die Ursachen zu klären und geeignete Maßnahmen zu besprechen. Wenn die Angst sehr groß wird oder Ihren Alltag beeinträchtigt, kann eine psychologische Beratung sinnvoll sein.
Vorbeugung
Ja, in vielen Fällen können Sie einem Nasenbluten vorbeugen. Besonders wichtig ist, die Nasenschleimhaut feucht zu halten. Vermeiden Sie trockene Raumluft, heftiges Naseputzen und Nasenbohren. Auch das Anpassen von blutverdünnenden Medikamenten (nur nach ärztlicher Absprache) kann helfen. Sollten Sie zu Allergien neigen, behandeln Sie diese, da eine entzündete Schleimhaut anfälliger für Blutungen ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Starker Blutverlust, der zu Schwäche, Schwindel oder Blutarmut (Anämie) führen kann – dies ist aber selten.
- Verschlucken von Blut, was zu Übelkeit und Erbrechen führen kann.
- Verstopfung der Nasengänge durch Blutgerinnsel, die die Atmung behindern können.
- In sehr seltenen Fällen: Aspiration (Einatmen von Blut) mit Gefahr einer Lungenentzündung.
Langzeitprognose
Die Prognose bei Nasenbluten ist im Normalfall sehr gut. Die allermeisten Blutungen lassen sich gut behandeln oder hören von selbst auf. Auch wiederholtes Nasenbluten kann durch die genannten Maßnahmen meist gut kontrolliert werden. Ernsthafte Komplikationen sind selten. Mit der richtigen Ersten Hilfe und bei Bedarf ärztlicher Behandlung können Sie Ihren Alltag in der Regel ohne größere Einschränkungen fortsetzen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
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