Ernährung bei Ekzemen: Was wirklich hilft
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Ekzem (auch Neurodermitis oder atopische Dermatitis genannt) ist eine entzündliche Hauterkrankung. Die Haut ist trocken, juckt und kann gerötet sein. Bei manchen Menschen können bestimmte Lebensmittel einen Schub auslösen oder verschlimmern. Für die meisten ist die Ernährung jedoch nicht die Hauptursache.
Wichtige Fakten
- Bei den meisten Menschen mit Ekzem spielt die Ernährung keine entscheidende Rolle.
- Bei kleinen Kindern mit schwerem Ekzem kann eine Nahrungsmittelallergie mitwirken.
- Eine Diät gegen Ekzem sollte nur mit ärztlicher Begleitung erfolgen, um Mangelernährung zu vermeiden.
Ekzeme sind häufig. In Deutschland sind etwa 10 bis 15 von 100 Kindern und 2 bis 4 von 100 Erwachsenen betroffen.
Ekzeme beginnen oft im Säuglings- oder Kleinkindalter. Viele Kinder wachsen daraus heraus. Aber auch Erwachsene können neu erkranken oder weiterhin betroffen sein.
Symptome
- Plötzliche Atemnot nach dem Essen oder Trinken
- Anschwellen von Lippen, Zunge oder Hals
- Hautausschlag mit Kreislaufproblemen, Schwindel oder Ohnmachtsgefühl
- ⚠Zeichen einer Hautinfektion: gelbe Krusten, nässende Wunden, Fieber oder zunehmende Schmerzen
- ⚠Plötzliche, sehr starke Verschlechterung des Ekzems
- ⚠Ekzem spricht nicht auf übliche Hautpflege an
Häufige Symptome
- Starker Juckreiz
- Trockene, schuppige Haut
- Rötung und Entzündung
- Bläschen, die nässen können
- Verdickte Haut an Stellen, die viel gekratzt werden
Symptome bei Kindern
- Ekzeme treten oft im Gesicht, an den Händen und in den Hautfalten auf.
- Der Juckreiz kann den Schlaf stören.
- Kinder können unruhig und quengelig sein.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Haut ist besonders trocken.
- Ekzeme zeigen sich oft an den Händen oder an den Beinen.
- Der Juckreiz kann sehr quälend sein und den Schlaf beeinträchtigen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Eine gestörte Hautbarriere lässt Feuchtigkeit entweichen und Reizstoffe eindringen.
- Das Immunsystem reagiert überempfindlich auf bestimmte Auslöser.
- Vererbung spielt eine Rolle: Ekzeme treten häufiger in Familien mit Allergien, Asthma oder Heuschnupfen auf.
Risikofaktoren
- Eltern oder Geschwister mit Allergien, Asthma oder Ekzemen
- Sehr trockene Haut, die zu Juckreiz neigt
- Stress und seelische Belastung
- Kaltes, trockenes Klima oder starke Temperaturwechsel
- Bei manchen Menschen: bestimmte Lebensmittel, wenn eine Allergie nachgewiesen ist
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Anzeichen einer Hautinfektion wie gelben Krusten, Fieber oder stark zunehmenden Schmerzen
- Bei plötzlicher Schwellung von Lippen oder Zunge nach dem Essen: sofort den Notruf 112 wählen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn das Ekzem den Schlaf oder den Alltag stark beeinträchtigt
- Wenn die Basispflege allein nicht mehr ausreicht
- Wenn Sie den Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie haben
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt schaut sich die Haut an und fragt nach Beschwerden, Krankengeschichte und möglichen Auslösern. Meist reicht das für die Diagnose.
Mögliche Untersuchungen
- Bei Verdacht auf Allergie: ein Allergietest an der Haut (Pricktest) oder eine Blutuntersuchung
- Ein Ernährungs- und Symptomtagebuch kann helfen, Zusammenhänge zu erkennen
- In seltenen Fällen wird eine kleine Hautprobe (Biopsie) entnommen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird mit Ihnen über Hautpflege, Allergien und Lebensstil sprechen. Wenn eine Ernährungsumstellung infrage kommt, wird ein Plan gemeinsam mit einer Ernährungsfachkraft umgesetzt.
Behandlung
Die Behandlung von Ekzemen hat zum Ziel, die Haut zu beruhigen, Juckreiz zu lindern und neue Schübe zu verhindern. Regelmäßige Basispflege mit feuchtigkeitsspendenden Cremes ist das A und O. Medikamente werden nur bei Bedarf eingesetzt.
Selbsthilfe zu Hause
- Tägliche Hautpflege mit reichhaltigen, parfümfreien Cremes
- Kurze, lauwarme Duschen – nicht zu heiß und nicht zu lang
- Weiche Kleidung aus Baumwolle tragen, Wolle oder kratzende Stoffe meiden
- Kratzen vermeiden – kühlen, klopfen oder ablenken
- Stress reduzieren und für ausreichend Schlaf sorgen
Medizinische Behandlungen
Ärztinnen und Ärzte können entzündungshemmende Salben oder Cremes verschreiben. Bei schweren Verläufen kommen auch Tabletten oder eine Lichttherapie infrage. Die Behandlung wird individuell auf Sie abgestimmt und sollte immer mit dem medizinischen Fachpersonal besprochen werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei Ekzemen ist in der Regel keine Operation nötig.
Leben mit der Erkrankung
Ein Ekzem braucht feste Pflegeroutinen. Nehmen Sie sich auch an beschwerdefreien Tagen Zeit für die Hautpflege. Ein Haut- und Ernährungstagebuch hilft, persönliche Auslöser zu erkennen.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf einen regelmäßigen Tagesrhythmus.
- Bewegung an der frischen Luft tut Körper und Seele gut.
- Vermeiden Sie starkes Schwitzen und enge Sportkleidung.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung ist für alle wichtig. Es gibt keine allgemeingültige Ekzem-Diät. Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein bestimmtes Lebensmittel Ihre Haut verschlechtert, dokumentieren Sie das und sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Eine gezielte Meidung ist nur bei nachgewiesener Allergie sinnvoll – und sollte immer mit einer Fachkraft begleitet werden, damit keine Nährstoffe fehlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Juckreiz und sichtbare Hautveränderungen können stark belasten. Viele Menschen fühlen sich unsicher, gestresst oder niedergeschlagen. Das ist verständlich. Bei anhaltendem Leidensdruck ist es wichtig, ärztliche Hilfe zu suchen. Auch psychologische Beratung kann unterstützen.
Vorbeugung
Ein Ekzem lässt sich nicht immer verhindern, weil die Veranlagung angeboren ist. Sie können aber Schübe reduzieren, indem Sie die Haut regelmäßig pflegen, bekannte Auslöser meiden und auf Ihr Wohlbefinden achten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Hautinfektionen durch ständiges Kratzen
- Schlafmangel und Erschöpfung durch nächtlichen Juckreiz
- Belastung des Selbstwertgefühls und der Lebensqualität
- Selten: verzögertes Wachstum und Entwicklung bei Kindern mit starkem, unbehandeltem Ekzem
Langzeitprognose
Die meisten Menschen mit Ekzem erleben Phasen mit wenigen Beschwerden. Mit guter Hautpflege, passender Behandlung und einem achtsamen Lebensstil lässt sich die Erkrankung meist gut kontrollieren. Viele Kinder wachsen aus dem Ekzem heraus.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.