Ekzem behandeln: Ein Überblick über die Möglichkeiten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Ekzem ist eine entzündliche Hauterkrankung. Die Haut ist gerötet, juckt, schuppt sich und kann auch nässen. Die häufigste Form ist das atopische Ekzem, auch Neurodermitis genannt. Es verläuft in Schüben: Phasen mit starken Beschwerden wechseln sich ab mit ruhigeren Zeiten, in denen die Haut fast normal aussieht.
Wichtige Fakten
- Ekzeme sind nicht ansteckend.
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt – eine Kombination aus Vererbung und Umweltfaktoren spielt eine Rolle.
- Mit guter Hautpflege und passenden Behandlungen lassen sich die Beschwerden meist gut lindern.
Ja, Ekzeme sind häufig. In Deutschland ist etwa jedes zehnte Kind betroffen. Auch Erwachsene können Ekzeme entwickeln, oft im Zusammenhang mit trockener Haut oder Allergien.
Ekzeme treten besonders oft bei Babys und Kleinkindern auf. Viele Kinder wachsen im Laufe der Jahre aus der Erkrankung heraus. Aber auch Erwachsene und ältere Menschen können betroffen sein, weil die Haut im Alter dünner und trockener wird.
Symptome
- Wenn die Haut plötzlich großflächig rot wird, heiß ist und sich mit Eiterbläschen oder gelben Krusten bedeckt – rufen Sie sofort die 112.
- Wenn Fieber, Schüttelfrost oder starke Schmerzen auftreten – rufen Sie sofort die 112.
- Wenn nach einem Kontakt mit einem Allergen plötzlich Atemnot oder Schwellungen im Gesicht auftreten – rufen Sie sofort die 112.
- ⚠Wenn die Haut stark nässend ist und sehr schmerzhaft wird.
- ⚠Wenn sich Anzeichen einer Hautinfektion zeigen, zum Beispiel gelbliche Krusten oder Eiter.
- ⚠Wenn der Juckreiz trotz Behandlung unerträglich ist oder die Haut nicht abheilt.
Häufige Symptome
- Intensiver Juckreiz
- Rötung und leichte Schwellung der Haut
- Trockene, schuppige oder nässende Hautstellen
- Krusten und kleine Risse in der Haut
- Verdickte Haut an den betroffenen Stellen, besonders bei längerem Bestehen
Symptome bei Kindern
- Bei Babys und Kleinkindern zeigen sich Ekzeme oft im Gesicht, auf der Kopfhaut und an den Außenseiten von Armen und Beinen.
- Die Haut juckt stark, dadurch sind Kinder oft unruhig und schlafen schlecht.
- Durch Kratzen entstehen nässende Stellen und Krusten.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind Ellbogen, Kniekehlen, Handgelenke und Hals besonders häufig betroffen.
- Die Haut ist sehr trocken und rissig, das erhöht die Gefahr von Hautinfektionen.
- Der Juckreiz kann quälend sein und den Schlaf stören.
Ursachen
Hauptursachen
- Eine gestörte Hautbarriere: Die Haut verliert zu viel Feuchtigkeit und ist anfälliger für Reizstoffe und Keime.
- Eine Überreaktion des Immunsystems auf an sich harmlose Stoffe wie Allergene oder Reizstoffe.
- Zu den Auslösern gehören oft Trockenheit, Reizstoffe wie Seifen oder Duftstoffe, Wolle, Stress und starke Temperaturwechsel.
Risikofaktoren
- Eltern oder Geschwister mit Neurodermitis, Allergien oder Asthma
- Trockene Haut oder eine andere Hauterkrankung
- Kontakt mit hautreizenden Stoffen wie manchen Seifen, Duftstoffen oder Metallen
- Stress und psychische Anspannung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Haut Anzeichen einer Infektion zeigt (Eiter, zunehmende Rötung, Fieber).
- Wenn Sie zum ersten Mal einen Ausschlag haben und nicht wissen, was es ist.
- Wenn die Beschwerden deutlich schlimmer werden, obwohl Sie sie bereits behandeln.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ekzeme immer wieder auftreten oder länger als ein paar Tage bestehen.
- Wenn Sie regelmäßig eine Behandlung brauchen oder die bisherige Behandlung nicht hilft.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt stellt die Diagnose meist durch eine gründliche Untersuchung der Haut und ein Gespräch über Ihre Beschwerden, Ihre Krankengeschichte und mögliche Auslöser. In den meisten Fällen reicht das aus – Labor- oder Allergietests sind nur manchmal nötig.
Mögliche Untersuchungen
- Allergietests: Ein Prick-Test oder ein Bluttest kann Hinweise auf Allergene geben. Sie sind aber nicht bei jedem Ekzem sinnvoll.
- Hautabstrich: Bei Verdacht auf eine Infektion kann ein Abstrich den Erreger nachweisen.
- Blutuntersuchung: Sie kann Entzündungszeichen zeigen und andere Hauterkrankungen ausschließen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert meist nur wenige Minuten. Es hilft, wenn Sie Ihre Beschwerden genau beschreiben und aufschreiben, wann die Hautveränderungen auftreten und was sie verschlimmert. Anschließend bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen die passende Behandlung.
Behandlung
Die Behandlung eines Ekzems hat das Ziel, die Haut zu beruhigen, den Juckreiz zu lindern, Entzündungen zu hemmen und Auslöser zu vermeiden. Die Grundlage ist eine sorgfältige Hautpflege. Bei stärkeren Beschwerden kommen entzündungshemmende Cremes oder Salben zum Einsatz. Zusätzlich gibt es bei schweren Formen weitere Optionen wie Lichttherapie oder Medikamente, die die Abwehrreaktion der Haut beeinflussen. Was für Sie am besten ist, hängt von Art und Schwere des Ekzems ab.
Selbsthilfe zu Hause
- Tägliche Hautpflege mit rückfettenden, parfümfreien Cremes oder Salben, um die Haut feucht zu halten.
- Sanfte Reinigung mit lauwarmem Wasser; verzichten Sie auf heiße Bäder und aggressive Seifen.
- Tragen Sie lockere Kleidung aus Baumwolle und meiden Sie Wolle oder kratzige Stoffe.
- Bei Juckreiz hilft Kühlen oder leichtes Aufklopfen – starkes Kratzen vermeiden.
- Stress reduzieren: Entspannungsübungen wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können Schübe abmildern.
Medizinische Behandlungen
Je nach Schweregrad gibt es verschiedene Behandlungsansätze, die Ihnen eine Ärztin oder ein Arzt verschreiben kann. Dazu gehören entzündungshemmende Cremes und Salben, die auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden. Auch feuchtigkeitsbindende Zusätze für die Grundpflege sind erhältlich. In schweren Fällen kann eine Lichttherapie mit UV-Strahlung die Beschwerden lindern. Zudem gibt es Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen – sie werden nur bei schweren, nicht beherrschbaren Ekzemen eingesetzt und müssen ärztlich eng begleitet werden. Manche werden als Tablette eingenommen, manche als Spritze unter die Haut gegeben. Lassen Sie sich immer von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu den Möglichkeiten beraten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei einem Ekzem in der Regel nicht notwendig. Nur in sehr seltenen Fällen kann eine anhaltend entzündete Hautstelle operativ entfernt werden, wenn andere Behandlungen keinen Erfolg haben.
Leben mit der Erkrankung
Mit einem Ekzem zu leben erfordert Geduld. Entwickeln Sie eine feste Routine für die Hautpflege: Morgens und abends eincremen, auch in beschwerdefreien Zeiten. Die Pflege schützt die Hautbarriere und kann neue Schübe verhindern.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige, milde Hautpflege mit parfümfreien Produkten – das ist das Wichtigste.
- Weiche Kleidung aus Baumwolle tragen; Wolle und Synthetik können reiben.
- In trockenen Räumen die Luftfeuchtigkeit erhöhen, zum Beispiel mit einem Luftbefeuchter oder einem feuchten Tuch auf der Heizung.
- Auf Rauchen verzichten – Tabakrauch belastet die Haut.
- Ausreichend Schlaf und Stressabbau sind ebenso wichtig wie die äußere Pflege.
Ernährung und Bewegung
Eine spezielle Diät ist bei einem Ekzem meist nicht nötig. Manche Menschen bemerken, dass bestimmte Nahrungsmittel ihre Haut beeinflussen. Wenn Sie einen Zusammenhang vermuten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie Lebensmittel weglassen. Bewegung an der frischen Luft und moderater Sport sind gesund, aber versuchen Sie, starkes Schwitzen zu vermeiden, da Schweiß die Haut reizen kann. Nach dem Sport duschen Sie kurz und cremen Sie sich ein.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein Ekzem kann sehr belastend sein. Sichtbare Hautveränderungen und starker Juckreiz können zu Schlafproblemen, Schamgefühlen oder Niedergeschlagenheit führen. Wenn Sie merken, dass die seelische Last zu groß wird, suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In einer akuten seelischen Krise ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar – anonym und kostenlos.
Vorbeugung
Ein Ekzem lässt sich nicht immer verhindern, besonders wenn die Veranlagung erblich ist. Sie können aber einiges tun, um Schübe abzumildern oder zu vermeiden: konsequente Hautpflege, Vermeiden bekannter Auslöser und frühzeitige Behandlung bei den ersten Anzeichen.
Impfungen
Impfungen sind auch für Menschen mit Ekzem wichtig und sicher. Wenn Ihre Haut gerade stark betroffen ist oder Sie Medikamente einnehmen, die das Immunsystem dämpfen, besprechen Sie die Impfung vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Ein spezielles Screening zur Früherkennung von Ekzemen gibt es nicht. Wer wiederholt Hautprobleme hat, sollte sich ärztlich untersuchen lassen, um die Ursache zu klären.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelt kann der Juckreiz sehr stark werden und zu Schlafmangel und Erschöpfung führen.
- Durch Kratzen entstehen offene Hautstellen, die sich leicht infizieren können.
- Eine infizierte Hautentzündung kann sich weiter ausbreiten und in seltenen Fällen zu einer Blutvergiftung führen.
- Langfristige Entzündungen können die Haut dauerhaft verdicken und verfärben.
Langzeitprognose
Mit einer guten Behandlung und Hautpflege lassen sich Ekzeme in den meisten Fällen gut kontrollieren. Viele Kinder wachsen aus der Neurodermitis heraus. Auch Erwachsene können lernen, mit der Erkrankung zu leben und die Beschwerden wirksam zu lindern. Eine vollständige Heilung gibt es nicht, aber ein weitgehend normales Leben mit wenig Beeinträchtigung ist das realistische Ziel.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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