Pilzinfektionen der Haut: Überblick
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Pilzinfektionen der Haut entstehen durch winzige Pilze, die auf der Haut leben. Sie lieben warme und feuchte Stellen. Am häufigsten betreffen sie die Füße (Fußpilz), die Nägel oder Hautfalten. Die Pilze ernähren sich von Hautschuppen, Haaren oder Nägel. Meist sind die Infektionen unangenehm, aber nicht gefährlich. Sie können sich auf andere Hautstellen oder andere Menschen ausbreiten.
Wichtige Fakten
- Pilze wachsen gut in feuchtwarmen Bereichen, zum Beispiel in Schuhen oder Achseln.
- Eine Pilzinfektion der Haut ist in der Regel gut behandelbar.
- Gute Hygiene – wie das Trockenhalten der Haut – hilft, eine Ansteckung zu vermeiden.
Ja, Pilzinfektionen der Haut sind sehr häufig. Fußpilz ist eine der häufigsten Hauterkrankungen weltweit. Auch in Deutschland sind viele Menschen betroffen.
Jeder kann eine Pilzinfektion bekommen. Besonders betroffen sind Menschen, die viel schwitzen, enge Schuhe tragen oder öffentliche Schwimmbäder, Saunen und Gemeinschaftsduschen nutzen. Auch Menschen mit Diabetes oder geschwächtem Immunsystem haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Hohes Fieber mit Schüttelfrost
- Schnell ausbreitende, starke Rötung oder Schwellung
- Schwere allgemeine Krankheitszeichen wie extreme Müdigkeit oder Verwirrtheit
- ⚠Sehr starke Schmerzen an der betroffenen Hautstelle
- ⚠Eiterbildung oder blutige Bläschen
- ⚠Ausgeprägte Rötung, die über den ursprünglichen Pilzbereich hinausgeht
- ⚠Zeichen einer bakteriellen Zusatzinfektion: warme, geschwollene, schmerzende Haut
Häufige Symptome
- Juckende, gerötete Hautstellen
- Schuppige oder rissige Haut, manchmal mit Bläschen
- Weißliche, feuchte Beläge in Hautfalten
- Kreisrunde oder ringförmige Rötungen mit blasser Mitte
- Verdickte, gelblich verfärbte oder brüchige Nägel
Symptome bei Kindern
- Runde, schuppende Stellen auf der Kopfhaut
- Möglicher Haarausfall an den betroffenen Stellen
- Juckreiz ist oft leicht, manchmal fehlt er ganz
- Hefepilz kann im Windelbereich als roter, nässender Ausschlag auftreten
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Häufiger Nagelpilz an Zehen- und Fingernägeln
- Trockene, rissige Haut an den Füßen
- Langsamere Heilung, weil die Durchblutung und das Immunsystem mit dem Alter nachlassen
- Pilze breiten sich leichter aus, wenn die Haut bereits dünn oder verletzt ist
Ursachen
Hauptursachen
- Fadenpilze (Dermatophyten) – der häufigste Auslöser für Haut- und Nagelpilz
- Hefepilze (Candida) – oft an Hautfalten wie unter der Brust oder in der Leiste
- Übertragung durch direkten Hautkontakt mit einer betroffenen Person
- Ansteckung über Gegenstände wie Handtücher, Schuhe, Nagelschere oder Fußböden in Duschen und Schwimmbädern
Risikofaktoren
- Warme, feuchte Umgebung, zum Beispiel enge Schuhe oder starkes Schwitzen
- Hautverletzungen, Risse oder wunde Stellen
- Diabetes mellitus
- Geschwächtes Immunsystem – etwa durch Medikamente oder Krankheiten
- Barfußlaufen in öffentlichen Bereichen wie Schwimmbändern oder Umkleiden
- Bestehende Hauterkrankungen wie Neurodermitis
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Rötung oder Schwellung schnell zunimmt
- Wenn Fieber dazukommt
- Wenn Sie starke Schmerzen an der Hautstelle haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Hautveränderungen länger als zwei Wochen bestehen
- Wenn die Beschwerden trotz eigener Pflege nicht besser werden
- Wenn Sie unsicher sind, ob es sich um Pilzbefall handelt
- Wenn in der Familie oder im Haushalt weitere Personen betroffen sind
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt schaut sich die betroffene Hautstelle genau an. Oft reicht das schon aus. Bei Unsicherheit wird eine kleine Probe der Hautschuppen entnommen. Manchmal hilft auch eine spezielle Lampe (Wood-Licht), die Pilze sichtbar machen kann.
Mögliche Untersuchungen
- Hautabschabsel: Es wird etwas Hautschuppen abgetragen und unter dem Mikroskop untersucht.
- Pilzkultur: Eine Probe wird im Labor angelegt, um die genaue Pilzart zu bestimmen.
- Bei Nagelpilz wird eine Nagelprobe entnommen und im Labor untersucht.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und schmerzt nicht. Bei einer Kratzprobe wird mit einem kleinen Instrument sanft über die Haut gestrichen – das fühlt sich wie ein leichtes Kratzen an. Die Auswertung im Labor kann einige Tage dauern. Sie müssen danach nicht im Krankenhaus bleiben.
Behandlung
Pilzinfektionen werden mit Antipilzmitteln behandelt, die die Pilze abtöten oder an der Vermehrung hindern. Es gibt sie als Creme, Spray, Lotion, Puder oder Tabletten. Welche Form geeignet ist, hängt von der Körperstelle und der Art des Pilzes ab. Wichtig ist, die Behandlung auch dann fortzusetzen, wenn die Symptome bereits nachlassen – sonst kann die Infektion zurückkehren.
Selbsthilfe zu Hause
- Die Haut trocken und sauber halten, besonders zwischen den Zehen.
- Täglich frische Socken anziehen, idealerweise Baumwollsocken.
- Lockere Schuhe tragen, damit die Haut atmen kann.
- Eigene Handtücher, Waschlappen und Nagelschere verwenden.
- Handtücher regelmäßig bei mindestens 60 Grad waschen.
- Nicht kratzen, um keine Risse in die Haut zu machen.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung erfolgt je nach Befund mit örtlich angewendeten Antipilzmitteln (Creme, Spray, Puder) oder mit Tabletten, die von innen wirken. Die Dauer richtet sich nach der betroffenen Körperregion: Fußpilz braucht oft mehrere Wochen, Nagelpilz kann mehrere Monate Behandlung erfordern. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin stimmt die Therapie auf Sie ab. Bei stark entzündeter Haut kann zusätzlich kurzzeitig eine entzündungshemmende Creme verschrieben werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Hautpilz nur sehr selten nötig. In schweren Fällen von Nagelpilz kann der Nagel teilweise oder vollständig entfernt werden, wenn andere Behandlungen nicht ausreichen. Das geschieht in der Regel ambulant.
Leben mit der Erkrankung
Eine Pilzinfektion müssen Ihren Alltag nicht stark einschränken. Achten Sie darauf, die Haut trocken zu halten und die Behandlung konsequent anzuwenden. Wenn Sie Sport treiben, duschen Sie anschließend und wechseln Sie die Kleidung. Informieren Sie enge Kontaktpersonen, damit auch sie auf mögliche Anzeichen achten können.
Tipps für den Alltag
- Nach dem Schwimmen Füße gut abtrocknen – auch zwischen den Zehen.
- In Gemeinschaftsduschen und Schwimmbädern Badeschlappen tragen.
- Handtücher häufiger waschen und nicht mit anderen teilen.
- Schuhe regelmäßig auslüften lassen und abwechselnd tragen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt das Immunsystem und kann den Heilungsverlauf fördern. Sport ist erlaubt und sogar hilfreich, solange Sie danach für trockene, saubere Haut sorgen. Funktionstextilien trocknen schneller als Baumwolle und können das Schwitzen verringern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Hautpilz kann unangenehm sein und Schamgefühle auslösen. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Pilzinfektionen sind kein Zeichen mangelnder Hygiene und sie sind sehr häufig. Mit der richtigen Behandlung bessern sich die Beschwerden meist schnell – das erleichtert auch das seelische Wohlbefinden.
Vorbeugung
Ja, in vielen Fällen lässt sich einer Pilzinfektion vorbeugen. Das Wichtigste ist, die Haut trocken zu halten und persönliche Gegenstände wie Handtücher, Schuhe und Nagelscheren nicht zu teilen. In öffentlichen Bädern und Umkleiden helfen Badeschlappen.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Hautpilz. Die beste Vorbeugung sind gute Hygiene und trockene Haut.
Früherkennungsprogramme
Eine spezielle Vorsorgeuntersuchung für Hautpilz gibt es nicht. Achten Sie auf Veränderungen Ihrer Haut und suchen Sie bei Bedarf eine Hautärztin oder einen Hautarzt auf.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Infektion kann sich auf andere Hautstellen oder andere Personen ausbreiten.
- Die Haut kann dauerhaft geschädigt werden, zum Beispiel Narben oder Verfärbungen bleiben.
- Es können sich bakterielle Zusatzinfektionen entwickeln, wenn Risse in der Haut entstehen.
- Bei Nagelpilz kann sich der Nagel dauerhaft verformen oder zerfallen.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind sehr gut. Die meisten Pilzinfektionen heilen mit der richtigen Behandlung vollständig ab. Manche Formen brauchen Geduld – Fußpilz etwa mehrere Wochen, Nagelpilz mehrere Monate. Doch die allermeisten Menschen werden wieder beschwerdefrei. Auch bei wiederkehrenden Infektionen gibt es gute Möglichkeiten, sie langfristig unter Kontrolle zu halten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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