Pilzinfektionen der Haut – Behandlung im Überblick
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Pilzinfektion der Haut, auch Dermatophytose genannt, wird durch winzige Pilze verursacht. Diese Pilze nisten sich in der oberen Hautschicht ein und können dort Juckreiz, Rötungen oder Schuppen verursachen. Sie sind zwar unangenehm, aber meist gut behandelbar.
Wichtige Fakten
- Pilzinfektionen sind ansteckend, aber meist harmlos.
- Sie können fast überall am Körper auftreten – zum Beispiel an Füßen, Händen oder in Hautfalten.
- Mit der richtigen Behandlung heilen sie in der Regel vollständig ab.
Ja, Pilzinfektionen der Haut sind sehr häufig. Millionen von Menschen erkranken jedes Jahr weltweit daran, besonders an Fußpilz.
Jeder kann eine Pilzinfektion bekommen. Häufiger betroffen sind Menschen, die viel schwitzen, enge Schuhe tragen, ein geschwächtes Immunsystem haben oder häufig öffentliche Schwimmbäder und Saunen besuchen.
Symptome
- Plötzliche Atemnot oder Schwellung im Gesicht (selten, aber möglich bei schweren allergischen Reaktionen) – rufen Sie sofort die 112 an
- Hohes Fieber über 39 Grad Celsius mit Hautausschlag – rufen Sie sofort die 112 an
- Zeichen einer schweren Blutvergiftung, zum Beispiel Verwirrtheit, Schüttelfrost oder starke Nackensteife – rufen Sie sofort die 112 an
- ⚠Wenn sich die Haut entzündet, stark schmerzt oder nässende Wunden entstehen
- ⚠Wenn sich die Rötung plötzlich stark ausbreitet
- ⚠Wenn Sie ein geschwächtes Immunsystem haben und sich Ihr Allgemeinzustand verschlechtert
- ⚠Wenn die Infektion nicht auf die Behandlung anspricht und sich verschlimmert
Häufige Symptome
- Juckreiz
- Rötungen
- Schuppende oder rissige Haut
- Bläschen oder Pusteln
- Weißliche oder gelbliche Verfärbungen der Nägel
- Hautstellen, die langsam wachsen und ringförmig erscheinen können
Symptome bei Kindern
- Häufig im Gesicht oder am Kopf
- Runde, schuppende Stellen, die wie Ringe aussehen können
- Juckreiz und Rötungen auf der Kopfhaut
- Eventuell kleine Pusteln oder Haarausfall an den betroffenen Stellen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Trockene, rissige Haut an Füßen oder Händen
- Dickere, verfärbte Finger- oder Zehennägel
- Weniger ausgeprägter Juckreiz, aber häufige Hautfalten-Infektionen
- Langsamere Heilung, da die Haut dünner und empfindlicher ist
Ursachen
Hauptursachen
- Hautpilze vermehren sich auf warmer, feuchter Haut
- Direkter Hautkontakt mit einer infizierten Person
- Indirekte Übertragung über Handtücher, Schuhe oder Böden
- Eine geschwächte Hautschutzbarriere – etwa durch kleine Verletzungen
Risikofaktoren
- Starkes Schwitzen
- Enge, nicht atmungsaktive Schuhe
- Feuchte Arbeitsumgebung
- Diabetes oder andere Erkrankungen des Immunsystems
- Bestimmte Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken
- Öffentliche Duschen, Schwimmbäder und Saunen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Haut stark schmerzt, nässende Wunden hat oder sich Eiter bildet
- Wenn sich die Rötung schnell ausbreitet
- Wenn Sie zusätzlich Fieber oder starke Abgeschlagenheit bekommen
- Wenn Sie ein geschwächtes Immunsystem haben und Anzeichen einer Infektion bemerken
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Juckreiz, Schuppung oder Rötungen länger als zwei Wochen bestehen
- Wenn sich die Hautstellen trotz Behandlung verschlimmern
- Wenn Sie unsicher sind, ob es sich um eine Pilzinfektion handelt
Diagnose
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt schaut sich die betroffenen Hautstellen genau an und fragt nach Ihren Beschwerden. Oft lässt sich eine Pilzinfektion schon am Aussehen erkennen. Die Untersuchung richtet sich nach den aktuellen medizinischen Leitlinien (AWMF).
Mögliche Untersuchungen
- Hautabschabsel: Ein kleines Stück Haut wird mit einem Skalpell abgetragen und unter dem Mikroskop untersucht
- Pilzkultur: Eine Probe wird auf eine Nährlösung gegeben, um den genauen Pilz zu bestimmen – das dauert einige Tage bis Wochen
- Manchmal wird auch ein Test zur Bestimmung des Erregers (PCR) durchgeführt
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzlos. Sie müssen nichts Besonderes vorbereiten. Die Diagnose kann beim ersten Termin oft schon gestellt werden, das Ergebnis der Pilzkultur erwartet man in ein bis drei Wochen.
Behandlung
Pilzinfektionen werden meist mit Medikamenten behandelt, die Pilze abtöten oder deren Wachstum stoppen. Die Wahl der Behandlung hängt von der Stelle, der Schwere und der Art des Pilzes ab. Bei leichtem Befall reichen oft Cremes, bei hartnäckigen oder ausgedehnten Fällen sind Tabletten nötig. Die Empfehlung Ihres Arztes folgt den aktuellen AWMF-Leitlinien.
Selbsthilfe zu Hause
- Die betroffene Stelle sauber und trocken halten
- Luftige Kleidung und Schuhe tragen
- Handtücher und Waschlappen nicht mit anderen teilen
- Socken und Unterwäsche regelmäßig wechseln
- Nicht kratzen, um Hautverletzungen zu vermeiden
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung erfolgt mit antimykotischen Cremes, Salben, Sprays oder Nagellacken, die direkt auf die betroffene Stelle aufgetragen werden. Bei schwereren oder wiederkehrenden Infektionen kann eine Behandlung mit Tabletten oder einer systemischen Therapie notwendig sein. Die Behandlungsdauer hängt von der Infektionsstelle ab und kann von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten reichen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt entscheidet gemeinsam mit Ihnen, welche Therapie am besten geeignet ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Chirurgische Eingriffe sind bei Pilzinfektionen selten nötig. Wenn ein Nagel stark verdickt oder schmerzhaft ist und Medikamente nicht helfen, kann eine Entfernung des Nagels in Betracht gezogen werden. Auch bei Abszessen, die durch eine zusätzliche bakterielle Infektion entstehen, kann ein kleiner Eingriff erforderlich sein.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Pilzinfektion im Alltag ist es wichtig, die empfohlene Behandlung konsequent durchzuführen und die Haut trocken zu halten. Auch nach Abklingen der Symptome sollte die Behandlung zu Ende geführt werden, um ein Wiederaufflammen zu vermeiden.
Tipps für den Alltag
- Täglich frische Socken anziehen
- Schuhe regelmäßig wechseln und auslüften lassen
- Auf Barfußlaufen in öffentlichen Einrichtungen verzichten
- Eigene Pflegeutensilien wie Feilen oder Scheren verwenden
- Nach dem Waschen die Haut gründlich abtrocknen, besonders zwischen den Zehen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt das Immunsystem. Spezielle Diäten sind zur Behandlung einer Pilzinfektion nicht notwendig. Bewegung ist erlaubt, aber Sie sollten nach dem Sport die Haut abduschen und trockene Kleidung anziehen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Pilzinfektionen können als unangenehm oder belastend empfunden werden, besonders wenn sie sichtbar sind oder hartnäckig bleiben. Das ist verständlich. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber – sie können Ihnen helfen und Sorgen nehmen.
Vorbeugung
Einiges können Sie selbst tun: Halten Sie Ihre Haut trocken, wechseln Sie regelmäßig Unterwäsche, Socken und Handtücher, und tragen Sie in öffentlichen Feuchträumen Badeschuhe. Wenn jemand in der Familie betroffen ist, sollten Sie engen Hautkontakt vermeiden und gemeinsam auf gute Hygiene achten.
Impfungen
Es gibt derzeit keine Impfung gegen Pilzinfektionen der Haut.
Früherkennungsprogramme
Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung ist bei gesunden Menschen nicht nötig. Wenn Sie ein geschwächtes Immunsystem haben, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bei Routine-Checks die Haut mituntersuchen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Infektion kann sich auf andere Körperstellen ausbreiten
- Bakterielle Zusatzinfektionen sind möglich – die Haut kann dann stärker anschwellen und schmerzen
- Bei Fußpilz können Nägel mitbetroffen werden – das macht die Behandlung schwieriger
- Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann die Infektion schwerwiegend verlaufen
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung sind Pilzinfektionen der Haut in den allermeisten Fällen gut heilbar. Auch wenn es manchmal Geduld braucht, ist die Prognose sehr gut. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt begleitet Sie und passt die Therapie bei Bedarf an.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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