Leben mit Asthma: Den Alltag meistern
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Asthma ist eine chronische Lungenerkrankung. Die Atemwege sind dauerhaft entzündet und reagieren sehr empfindlich. Bei bestimmten Reizen verkrampfen sich die Muskeln der Atemwege, die Schleimhaut schwillt an und es bildet sich zäher Schleim. Dadurch werden die Atemwege eng und das Atmen fällt schwer.
Wichtige Fakten
- Asthma ist nicht heilbar, aber sehr gut behandelbar.
- Mit der richtigen Therapie können die meisten Menschen ein aktives und normales Leben führen.
- Ein persönlicher Asthma-Plan und die richtige Inhalationstechnik sind sehr wichtig.
Ja, Asthma ist eine der häufigsten chronischen Krankheiten in Deutschland. Etwa fünf bis zehn Prozent der Kinder und rund fünf Prozent der Erwachsenen sind betroffen.
Asthma kann in jedem Alter beginnen. Oft tritt es schon im Kindesalter auf. Manche Menschen entwickeln Asthma erst im Erwachsenenalter, zum Beispiel wenn sie im Beruf viel mit reizenden Stoffen in Kontakt kommen.
Symptome
- Starke Atemnot, die trotz Notfallmedikament nicht besser wird
- Sprechen ist nur noch in einzelnen Worten möglich
- Lippen oder Fingernägel werden bläulich
- Die Person wirkt aufgelöst, ist unruhig oder macht einen benommenen Eindruck
- ⚠Die Atemnot nimmt über Stunden zu
- ⚠Das Notfallspray wird regelmäßiger gebraucht als im Plan vorgesehen
- ⚠Husten mit Fieber oder eitrigem Auswurf
- ⚠Nächtliches Erwachen mit Atemnot
Häufige Symptome
- Husten, vor allem nachts, morgens oder beim Lachen
- Pfeifendes oder brummendes Atemgeräusch, auch Giemen genannt
- Kurzatmigkeit oder Atemnot bei Belastung
- Engegefühl in der Brust
- Husten oder Atemnot bei Kälte, Staub oder Anstrengung
Symptome bei Kindern
- Die Haut zwischen den Rippen und am Hals zieht sich beim Einatmen nach innen
- Schnelles, angestrengtes Atmen
- Husten und Atemnot beim Spielen, Lachen oder Toben
- Müdigkeit und Gereiztheit, weil das Kind zu wenig Luft bekommt
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Atemnot schon bei leichter Alltagsaktivität
- Ungewöhnliche Müdigkeit und rascher Erschöpfungszustand
- Brustenge, die manchmal mit Herzproblemen verwechselt wird
- Bei schwerer Atemnot auch Verwirrtheit oder Desorientierung
Ursachen
Hauptursachen
- Allergien: zum Beispiel Hausstaubmilben, Tierhaare, Pollen oder Schimmel
- Reizstoffe wie Tabakrauch, Luftverschmutzung, Staub, Chemikalien oder Parfum
- Körperliche Anstrengung, besonders bei kalter oder trockener Luft
- Kalter Wind oder Wetterumschwünge
- Atemwegsinfekte wie Erkältung oder Grippe
- Starke Gefühle wie Stress, Angst, Aufregung oder Lachen
- Manche Schmerzmittel oder andere Medikamente können bei manchen Menschen Anfälle auslösen – sprechen Sie dazu mit Ihrem Arzt
Risikofaktoren
- Allergien oder Neurodermitis in der Familie
- Bestehende Allergien oder Neurodermitis im eigenen Leben
- Rauchen, auch Passivrauchen
- Frühgeburt oder niedriges Geburtsgewicht
- Übergewicht
- Berufliche Belastung durch Stäube, Dämpfe oder Chemikalien
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Verdacht auf Asthma oder neu auftretenden Atembeschwerden
- Wenn sich die Beschwerden trotz Behandlung verschlimmern
- Wenn das Notfallspray öfter als zweimal pro Woche gebraucht wird
- Wenn der Asthma-Plan angepasst werden muss
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Zur regelmäßigen Kontrolle, mindestens einmal im Jahr
- Bei Fragen zur Inhalationstechnik oder zu Alltagssituationen
- Vor einer Schwangerschaft oder bei Veränderungen im Leben (Beruf, Sport, Reisen)
- Wenn sich Allergien verändern
Diagnose
Ihr Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden, möglichen Allergien und der Krankengeschichte Ihrer Familie. Danach folgen körperliche Untersuchungen und spezielle Atemtests. Damit kann festgestellt werden, ob und wie stark die Atemwege verengt sind.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie): Sie atmen kräftig in ein Gerät, das die Lungenfunktion misst.
- Peak-Flow-Messung: Mit einem kleinen Handgerät messen Sie zu Hause Ihren Atemfluss.
- Allergietest: Ein Hauttest oder Bluttest zeigt mögliche Allergieauslöser.
- Belastungstest: Bei diesem Test wird die Atmung nach körperlicher Anstrengung gemessen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Alle Untersuchungen sind schmerzfrei. Sie sitzen meist auf einem Stuhl und atmen durch ein Mundstück. Manchmal wird ein Spray verwendet, um zu sehen, ob sich die Atemwege danach öffnen. Meist lassen sich die Diagnose und der Schweregrad nach ein bis zwei Arztterminen sicher festlegen.
Behandlung
Asthma ist nicht heilbar, aber in den meisten Fällen sehr gut behandelbar. Die Behandlung verfolgt zwei Ziele: Asthmaanfälle verhindern und die Entzündung in den Atemwegen langfristig zurückdrängen. Dafür gibt es verschiedene Medikamente, die meist inhaliert werden. Zusätzlich hilft ein persönlicher Asthma-Plan, der auf Sie abgestimmt ist.
Selbsthilfe zu Hause
- Lernen Sie die richtige Inhalationstechnik und üben Sie sie regelmäßig.
- Halten Sie Ihre Inhalationsgeräte sauber und überprüfen Sie sie regelmäßig.
- Meiden Sie Ihre persönlichen Auslöser, soweit es möglich ist.
- Führen Sie einen Asthma-Tagebuch oder einen Plan, wenn Ihnen Ihr Arzt dazu rät.
- Besprechen Sie jede Änderung Ihrer Beschwerden mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinische Behandlungen
Zur Behandlung gibt es zwei Hauptgruppen von Medikamenten. Bedarfsmedikamente erweitern bei akuter Atemnot schnell die Bronchien. Dauermedikamente wirken entzündungshemmend und werden regelmäßig eingenommen, auch wenn Sie gerade beschwerdefrei sind. Viele Medikamente werden als Spray oder Pulver inhaliert. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, hängt von der Schwere und der Häufigkeit Ihrer Beschwerden ab. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt erklärt Ihnen die Wirkung und die genaue Anwendung. Es ist sehr wichtig, die verordneten Mittel regelmäßig anzuwenden – auch an guten Tagen.
Leben mit der Erkrankung
Leben mit Asthma bedeutet: aufmerksam sein, aber sich nicht einschränken lassen. Mit einer guten Behandlung können Sie Sport treiben, reisen, arbeiten und das Leben genießen. Wichtig sind ein vorbereiteter Notfallplan und Medikamente, die Sie immer dabeihaben.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen und Tabakrauch meiden.
- Regelmäßig lüften – bei hoher Pollenbelastung Fenster geschlossen halten.
- Schlafzimmer staubarm einrichten: Milbenschutzbezüge und häufig Waschen helfen bei Allergie.
- Stress abbauen, zum Beispiel mit Entspannungsübungen oder Atemtechniken.
- Im Urlaub genug Medikamente mitnehmen und an ein Asthma-Anfall-Set denken.
Ernährung und Bewegung
Eine spezielle Asthma-Diät gibt es nicht. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Sport und Bewegung sind wichtig und bei gut eingestelltem Asthma in der Regel erlaubt. Geeignet sind zum Beispiel Schwimmen, Radfahren oder Wandern. Wärmen Sie sich vor dem Sport auf und sprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Belastung für Sie sinnvoll ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Asthma betrifft nicht nur den Körper, sondern kann auch die Seele belasten. Die Angst vor Atemnot, nächtliche Anfälle oder das Gefühl, nicht alles mitmachen zu können, machen manchen Menschen zu schaffen. Das ist verständlich. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber. Auch eine psychologische Beratung oder eine Asthmaschulung können helfen, mehr Sicherheit zu gewinnen.
Vorbeugung
Das Entstehen von Asthma lässt sich nicht immer verhindern. Aber Sie können sehr viel dafür tun, um Asthmaanfälle zu vermeiden: Meiden Sie Auslöser, nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig und bleiben Sie in ärztlicher Kontrolle.
Impfungen
Ein wichtiger Schutz für Menschen mit Asthma sind Impfungen gegen Grippe und COVID-19. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin beraten, welche Impfungen für Sie empfohlen werden. Auch eine Impfung gegen Pneumokokken kann sinnvoll sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Häufige und schwere Asthmaanfälle
- Zunehmende Einschränkung der Lungenfunktion
- Schlafprobleme und ständige Erschöpfung
- Verzicht auf körperliche Aktivität und soziale Teilhabe
- In seltenen Fällen ein lebensbedrohlicher Asthmaanfall
Langzeitprognose
Mit einer guten, auf Sie abgestimmten Behandlung ist die Prognose meistens sehr gut. Die meisten Menschen mit Asthma leben ohne große Einschränkungen. Auch Kinder können beschwerdefrei aufwachsen. Entscheidend sind eine zuverlässige Therapie und regelmäßige ärztliche Kontrollen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB) ↗ · Deutschland
- Deutsche Atemwegsliga e.V. ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.