Muttermalveränderungen in der Schwangerschaft
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Muttermale sind braune oder dunkle Flecken auf der Haut. Während der Schwangerschaft verändern sich die Hormone im Körper. Dadurch können Muttermale dunkler, größer oder zahlreicher werden. Meist ist das vollkommen harmlos. In manchen Fällen können aber Hautveränderungen auf eine Erkrankung hinweisen. Deshalb sollten Sie Ihre Muttermale im Blick behalten.
Wichtige Fakten
- Hormonveränderungen lassen Muttermale oft dunkler oder größer erscheinen.
- Neue Muttermale können während der Schwangerschaft entstehen.
- Die meisten Veränderungen sind gutartig und bilden sich nach der Geburt wieder zurück.
- Schnelle, unregelmäßige Veränderungen gehören ärztlich abgeklärt.
Ja, es kommt sehr häufig vor. Bei vielen schwangeren Frauen verändern sich Muttermale, ohne dass etwas Gefährliches dahintersteckt.
Vor allem Schwangere, die viele Muttermale haben, in der Vergangenheit oft Sonnenbrände erlebt haben oder helle Haut haben.
Symptome
- Plötzlich auftretende starke Schwellung, starke Schmerzen oder Fieber im Bereich eines Muttermals – dies kann auf eine schwere Entzündung hinweisen. Rufen Sie dann den Notruf 112.
- ⚠Ein Muttermal, das innerhalb weniger Wochen deutlich wächst.
- ⚠Ein Muttermal, das eine unregelmäßige Form oder ungleichmäßige Farben bekommt.
- ⚠Ein Muttermal, das blutet, nässst oder eine Kruste bildet.
- ⚠Ein Muttermal, das stark juckt oder schmerzt.
Häufige Symptome
- Muttermale werden dunkler.
- Muttermale werden größer.
- Neue Muttermale entstehen.
- Muttermale können leicht jucken oder empfindlich sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Hormonveränderungen während der Schwangerschaft.
- Veränderte Durchblutung und Dehnung der Haut.
- Erbliche Veranlagung.
Risikofaktoren
- Viele Muttermale am Körper.
- Helle Haut, die empfindlich auf Sonne reagiert.
- Sonnenbrände in der Vergangenheit.
- Hautkrebs in der Familie.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn ein Muttermal in kurzer Zeit stark wächst, sich seine Form oder Farbe deutlich verändert, es blutet oder nässst, sollten Sie noch am selben Tag eine Hautärztin oder einen Hautarzt aufsuchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie während der Schwangerschaft eine Hautkrebsvorsorge machen möchten oder unsicher sind, können Sie jederzeit einen Termin vereinbaren. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten häufig als Vorsorgeleistung.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt betrachtet das Muttermal mit einem Auflichtmikroskop (Dermatoskop). Das ist eine Art Speziallupe, die die Haut deutlich vergrößert. Damit lassen sich gefährliche Veränderungen meist erkennen.
Mögliche Untersuchungen
- Auflichtmikroskopie (Dermatoskopie)
- Hautkontrolle mit Fotos, um spätere Veränderungen zu vergleichen
- Bei Verdacht: Hautprobe (Biopsie). Dabei wird ein kleines Stück des Muttermals entnommen und im Labor untersucht.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei. Wenn die Ärztin oder der Arzt etwas Auffälliges findet, wird sie oder er mit Ihnen besprechen, ob eine Kontrolle oder eine Entfernung nötig ist. Die AWMF-Leitlinie zur Hautkrebsvorsorge empfiehlt bei unklaren Befunden eine Auflichtmikroskopie.
Behandlung
Die meisten Muttermalveränderungen in der Schwangerschaft brauchen keine Behandlung. Wenn ein Muttermal jedoch verdächtig ist, kann es in einem kleinen Eingriff entfernt werden. Das ist auch in der Schwangerschaft örtlich betäubt möglich.
Selbsthilfe zu Hause
- Kontrollieren Sie Ihre Muttermale regelmäßig im Spiegel.
- Nutzen Sie Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor.
- Tragen Sie im Sommer einen Hut oder eine Kappe.
- Fotografieren Sie auffällige Muttermale, um Veränderungen früh zu bemerken.
Medizinische Behandlungen
Wenn ein Muttermal auffällig erscheint, wird es meist vollständig mit einem kleinen Schnitt unter örtlicher Betäubung entfernt. Welche Methode die beste ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Danach wird die Gewebeprobe im Labor untersucht.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur bei einem echten Verdacht auf eine bösartige Veränderung zu empfehlen. Sie wird dann in einer Hautarztpraxis oder Hautklinik durchgeführt und ist ein kleiner Eingriff mit örtlicher Betäubung.
Leben mit der Erkrankung
Verändert sich ein Muttermal, ist das während der Schwangerschaft oft völlig normal. Nach der Geburt gehen viele Veränderungen wieder zurück. Beobachten Sie Ihre Haut in Ruhe, ohne in Panik zu geraten.
Tipps für den Alltag
- Schützen Sie Ihre Haut vor starker Mittagssonne.
- Planen Sie zusätzliche Hautchecks ein, wenn Sie viele Muttermale haben.
- Suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie sich unsicher fühlen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und Bewegung sind in der Schwangerschaft wichtig. Es gibt jedoch keine spezielle Ernährung, die Muttermalveränderungen beeinflusst.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Sorge um Hautveränderungen kann die Psyche belasten. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In einer seelischen Krise ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr für Sie da – kostenlos unter der Nummer 0800 111 0 111.
Vorbeugung
Muttermalveränderungen lassen sich nicht grundsätzlich verhindern. Sie können aber dazu beitragen, Hautkrebs früh zu erkennen, indem Sie Ihre Haut vor starker UV-Strahlung schützen und Muttermale regelmäßig selbst beobachten.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Muttermalveränderungen oder Hautkrebs.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland haben Erwachsene ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Hautkrebsvorsorgeuntersuchung. Auch während der Schwangerschaft ist eine Untersuchung der Muttermale sinnvoll. Fragen Sie dazu in Ihrer Arztpraxis nach.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn ein bösartiges Muttermal nicht erkannt wird, kann es zu einem schwarzen Hautkrebs (Melanom) werden und sich auf andere Organe ausbreiten.
Langzeitprognose
Die überwiegende Zahl der Muttermalveränderungen in der Schwangerschaft ist gutartig. Auch wenn einmal eine bösartige Veränderung entdeckt wird, ist Hautkrebs bei rechtzeitiger Behandlung in den meisten Fällen gut heilbar. Regelmäßige Kontrollen geben Sicherheit.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.