Übelkeit während der Periode: Was hilft?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Übelkeit während der Periode bedeutet, dass Sie in den Tagen Ihrer Regelblutung ein Gefühl von Brechreiz oder flauem Magen haben. Es kann mit Regelschmerzen zusammen auftreten und ist ein häufiges Symptom, das durch Hormonveränderungen und den Krampf der Gebärmutter ausgelöst wird.
Wichtige Fakten
- Übelkeit bei der Periode ist ein häufiges und meist harmloses Symptom.
- Auslöser sind vor allem Hormon-ähnliche Botenstoffe, die die Gebärmutter zusammenziehen.
- Bei starken oder neu auftretenden Beschwerden ist es wichtig, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen.
Ja, es ist sehr häufig. Viele Frauen und Menschen mit Gebärmutter erleben Übelkeit als Teil ihrer Regelschmerzen. Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens jede zweite Frau während der Periode zumindest gelegentlich Übelkeit verspürt.
Betroffen sind vor allem jüngere Frauen in den ersten Jahren nach der ersten Regelblutung. Auch Frauen mit starken Regelschmerzen, Frauen mit Endometriose oder Myomen (gutartigen Muskelknoten in der Gebärmutter) haben häufiger Übelkeit. In den Wechseljahren können sich die Symptome verändern.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Schmerzen im Unterbauch, die nicht nachlassen
- Ohnmacht oder starkes Schwindelgefühl mit Herzrasen
- Sehr starke Blutungen, bei denen Sie innerhalb von 1–2 Stunden Binde oder Tampon wechseln müssen
- Die Übelkeit und das Erbrechen sind so stark, dass Sie nicht einmal Wasser bei sich behalten können
- Fieber mit Schüttelfrost während der Periode
- ⚠Wenn das Erbrechen immer wieder auftritt und Sie ausgetrocknet wirken
- ⚠Wenn die Schmerzen von typischen Periodenschmerzen abweichen oder immer schlimmer werden
- ⚠Wenn Sie den Verdacht auf eine Schwangerschaft oder Eileiterschwangerschaft haben
- ⚠Wenn die Beschwerden Sie daran hindern, Ihren Alltag zu bewältigen
Häufige Symptome
- Übelkeit oder ein flaues Gefühl im Magen
- Brechreiz oder Erbrechen
- Krampfartige Schmerzen im Unterbauch
- Kopfschmerzen oder Schwindel
- Blähungen und Völlegefühl
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Weicher Stuhl oder Durchfall in den ersten Periodentagen
Ursachen
Hauptursachen
- Das Wichtigste: In der Gebärmutterschleimhaut entstehen Botenstoffe, die Prostaglandine heißen. Sie lassen die Gebärmutter krampfhaft zusammenzucken und können auch den Magen-Darm-Trakt reizen – dann wird Ihnen übel.
- Hormonschwankungen: Der Abfall und Anstieg bestimmter Hormone im Zyklus kann Übelkeit verstärken.
- Grunderkrankungen wie Endometriose, Myome oder entzündliche Erkrankungen im Becken können Übelkeit auslösen.
- Starke Regelblutungen können zu Eisenmangel führen, der wiederum Schwindel und Übelkeit begünstigt.
Risikofaktoren
- Junges Alter: Jugendliche haben häufiger starke Regelschmerzen mit Übelkeit.
- Familiäre Vorbelastung: Wenn die Mutter oder Schwester unter heftigen Regelbeschwerden leidet, steigt das eigene Risiko.
- Rauchen und Stress können Beschwerden verstärken.
- Unregelmäßige Zyklen oder sehr lange Blutungen machen Übelkeit wahrscheinlicher.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Übelkeit mit Erbrechen so stark wird, dass Sie keine Flüssigkeit mehr zu sich nehmen können.
- Wenn Sie sich ohnmächtig fühlen oder das Gefühl haben, zusammenbrechen zu können.
- Wenn die Schmerzen plötzlich sehr stark sind und nicht aufhören.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Übelkeit Monat für Monat Ihren Alltag beeinträchtigt oder Sie deshalb Schmerzmittel brauchen.
- Wenn sich Ihre Beschwerden im Laufe der Zeit verändern oder neu auftreten.
- Wenn Sie zusätzlich sehr unregelmäßige Blutungen, starke Blutungen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr haben.
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin wird zuerst mit Ihnen über Ihre Symptome, Ihren Zyklus und Ihre Krankengeschichte sprechen. Dabei hilft ein Zyklustagebuch, in dem Sie festhalten, wann Schmerzen und Übelkeit auftreten. Anschließend folgt meist eine körperliche Untersuchung, bei der auch die Gebärmutter und die Eierstöcke sanft abgetastet werden.
Mögliche Untersuchungen
- Ein Gespräch über Ihre Krankengeschichte und Ihre Beschwerden
- Ein Schwangerschaftstest, um eine Schwangerschaft auszuschließen
- Eine Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter und der Eierstöcke (durch die Bauchdecke oder vaginal)
- Eine Blutuntersuchung, zum Beispiel um Eisenmangel oder Schilddrüsenwerte zu prüfen
- In besonderen Fällen eine Bauchspiegelung, um zum Beispiel Endometriose sicher zu erkennen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel nicht schmerzhaft, können aber unangenehm sein. Nach der Diagnose wird mit Ihnen ein persönlicher Behandlungsplan besprochen. Die Ärztin oder der Arzt orientiert sich dabei an aktuellen medizinischen Leitlinien, zum Beispiel der AWMF.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. In vielen Fällen reichen gut wirkende Selbsthilfemaßnahmen und eine Umstellung der Gewohnheiten. Wenn die Übelkeit sehr stark ist oder eine Grunderkrankung vorliegt, gibt es wirksame medizinische Behandlungen. Lassen Sie sich immer von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten.
Selbsthilfe zu Hause
- Wärme auf den Unterbauch legen – zum Beispiel mit einem Kirschkernkissen oder einer Wärmflasche.
- Ausreichend trinken, am besten Wasser oder Fenchel- und Kamillentee.
- Kleine, leichte Mahlzeiten über den Tag verteilt, statt große Portionen.
- Ingwer kann helfen: als Tee oder frisch gerieben in warmem Wasser – das ist ein altes Hausmittel gegen Übelkeit.
- Entspannung durch ruhiges Atmen, einen Spaziergang an der frischen Luft oder sanftes Dehnen.
- Ruhe und Schlaf: Geben Sie Ihrem Körper an den kritischen Tagen Zeit zur Erholung.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen Schmerzmittel empfehlen, die speziell gegen Regelschmerzen wirken, oder hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille – beide können die Übelkeit deutlich lindern. Auch pflanzliche Präparate können hilfreich sein. Wichtig: Nehmen Sie keine Medikamente ein, ohne mit einem Arzt oder Apotheker zu sprechen. Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache – bei einer Grunderkrankung wie Endometriose wird diese speziell behandelt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in seltenen Fällen nötig – zum Beispiel wenn eine ausgeprägte Endometriose oder ein Myom (gutartiger Muskelknoten) die Beschwerden verursacht und die Behandlung mit Medikamenten nicht ausreicht. Über einen Eingriff entscheidet der Arzt oder die Ärztin gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie an den Tagen mit Übelkeit und Regelschmerzen nicht zu viel ein. Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst. Ein Zyklustagebuch hilft Ihnen, vorausschauend zu planen und zu erkennen, wann Sie sich mehr Ruhe gönnen sollten. Auch wichtige Termine lassen sich so im Zweifel vermeiden.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung über den ganzen Monat – das kann Krämpfe und Übelkeit vorbeugen.
- Genug Schlaf und feste Schlafenszeiten.
- Stress reduzieren, zum Beispiel mit Yoga, Meditation oder autogenem Training.
- Auf das Rauchen verzichten – Rauchen kann Regelschmerzen und Übelkeit verstärken.
- An kritischen Tagen eine Wärmequelle griffbereit haben.
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Vollkorn, Gemüse, Obst und genügend Eisen (zum Beispiel Linsen, Kürbiskerne, Haferflocken). Vermeiden Sie kurz vor und während der Periode fettige, sehr süße oder stark gewürzte Speisen, die die Übelkeit verstärken können. Leichte Bewegung wie Schwimmen oder Spazierengehen fördert die Durchblutung und kann Krämpfe lösen. Hören Sie auf Ihren Körper und ruhen Sie sich aus, wenn Sie es brauchen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wenn Sie Monat für Monat mit Übelkeit, Schmerzen und Erschöpfung kämpfen, kann das sehr belastend sein. Es ist wichtig zu wissen, dass diese Beschwerden nicht „nur Einbildung“ sind. Sie haben ein Recht auf Hilfe. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einem Menschen Ihres Vertrauens über Ihre Belastung.
Vorbeugung
Ganz verhindern lässt sich Übelkeit während der Periode meist nicht, aber Sie können sie spürbar lindern. Wer regelmäßig auf den eigenen Körper achtet, Stress reduziert, sich viel bewegt und auf eine ausgewogene Ernährung setzt, hat oft weniger starke Beschwerden. Auch das frühzeitige Einplanen von Wärme und Ruhe an den ersten Tagen hilft.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Menstruationsbeschwerden. Ein allgemeiner Impfschutz, zum Beispiel gegen Gebärmutterhalskrebs (HPV), ist dennoch wichtig für die gynäkologische Gesundheit – sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Auch wenn Sie keine Beschwerden haben: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt sind sinnvoll. Dabei können mögliche Ursachen wie Myome oder Zysten frühzeitig erkannt und behandelt werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine Grunderkrankung wie Endometriose nicht behandelt wird, kann sie zu starken chronischen Schmerzen und möglicherweise zu Fruchtbarkeitsproblemen führen.
- Starker und wiederholter Blutverlust kann zu Eisenmangel und Blutarmut (Anämie) führen – dann bekommen Sie oft zusätzlich Schwindel, Müdigkeit und Übelkeit.
- Wenn die Übelkeit mit Erbrechen verbunden ist und über mehrere Tage anhält, kann sie zu Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) führen.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind gut. Die meisten Menschen finden wirksame Wege, die Übelkeit und die Regelschmerzen zu lindern – zum Beispiel mit Wärme, Ruhe, Bewegung und geeigneten Medikamenten. Auch mit zunehmendem Alter oder nach einer Umstellung der hormonellen Behandlung werden die Beschwerden oft weniger. Sie müssen nicht einfach damit leben: Es gibt Hilfe, und Sie haben gute Chancen, dass Sie sich bald deutlich besser fühlen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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