Rippenfellentzündung: Nach der Diagnose
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Rippenfellentzündung – in der Fachsprache Pleuritis genannt – ist eine Entzündung des feinen Gewebes, das die Lunge und die Innenseite des Brustkorbs auskleidet. Kennzeichnend sind meist stechende Schmerzen beim Atmen, Husten oder Bewegen. Nach der Diagnose ist es wichtig, die Ursache zu behandeln und den Körper zu entlasten.
Wichtige Fakten
- Häufig geht eine Atemwegsinfektion voraus.
- Stechende Schmerzen beim Einatmen sind typisch.
- Mit Behandlung heilt die Entzündung meist vollständig ab.
Sie tritt rund eine von 1000 Arztbesuchen auf – also nicht sehr häufig. Meist ist sie eine Begleiterscheinung einer anderen Lungen- oder Brustkorberkrankung.
Sie kann jeden treffen, tritt aber besonders bei Menschen auf, die gerade eine Lungenentzündung oder einen schweren Erkältungsinfekt durchgemacht haben.
Symptome
- Plötzlich einsetzende, schwere Atemnot
- Brustschmerz mit Ohnmachtsgefühl
- Husten, der Blut auswirft
- Lippen, Fingernägel oder Haut verfärben sich blau
- ⚠Hohes Fieber über 39 Grad Celsius
- ⚠Zunahme der Schmerzen, auch in Ruhe
- ⚠Das Gefühl, nicht richtig Luft zu bekommen, wenn Sie nur wenig unterwegs sind
- ⚠Geschwulst oder Rötung an der Brustwand
Häufige Symptome
- Schmerzen in einer Brustseite, die beim Einatmen stärker werden
- Schmerzen im Schulterbereich oder in der oberen Bauchgegend
- Trockener Husten
- Kurzatmigkeit bei Belastung
- Schonhaltung – Kinder oder Erwachsene atmen flacher, um den Schmerz zu vermeiden
Symptome bei Kindern
- Ältere Kinder sagen vielleicht, sie haben Bauchschmerzen oder Druck auf der Brust
- Säuglinge trinken schlecht und wirken unruhig
- Sie atmen schnell oder flach
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Schmerzen sind oft nicht so ausgeprägt; stattdessen fällt eine allgemeine Schwäche oder Verwirrtheit auf
- Sie haben weniger Fieber als jüngere Menschen
- Kurzatmigkeit macht sich besonders beim Treppensteigen bemerkbar
Ursachen
Hauptursachen
- Viren: Erkältungs- und Grippeviren sind die häufigsten Auslöser
- Bakterien: zum Beispiel bei einer Lungenentzündung
- Lungengefäßverschluss (Lungenembolie) in seltenen Fällen
- Auch andere entzündliche Grunderkrankungen können das Rippenfell mitbetreffen
Risikofaktoren
- Nach einer Operation im Brustkorb
- Rauchen und eingeatmete Schadstoffe
- Ein geschwächtes Immunsystem – etwa bei schweren Grunderkrankungen
- Eine bekannte Rheuma-Erkrankung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie die Notfallzeichen bemerken: sofort 112 rufen
- Bei Fieber über 39 Grad oder wenn die Atemnot zunimmt, noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihre Beschwerden nach ein paar Tagen nicht besser werden
- Wenn Sie wiederholt Antibiotika einnehmen müssen und die Schmerzen bleiben
- Fragen Sie bei Ihrer Hausarztpraxis oder dem örtlichen Ärztlichen Bereitschaftsdienst nach der nächsten verfügbaren Sprechstunde
Diagnose
Der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden und hört die Lunge mit dem Stethoskop ab. Bei einer Rippenfellentzündung hören sich die Reibungsgeräusche oft typisch an. Danach folgen meist einfache Untersuchungen wie Blutabnahme und Röntgenbild.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung auf Entzündungszeichen
- Röntgenaufnahme der Lunge
- Ultraschall am Brustkorb – damit kann Flüssigkeit sichtbar gemacht werden
- Wenn noch Unklarheit besteht: Computertomografie (CT) mit Kontrastmittel
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die meisten Untersuchungen sind ambulant möglich. Wenn sich Flüssigkeit hinter der Lunge angesammelt hat, kann der Arzt mit einer dünnen Nadel eine Probe entnehmen. Das geht örtlich betäubt und ist meist nach kurzer Zeit vorbei.
Behandlung
Ziel ist es, die Entzündung zu beruhigen und die auslösende Krankheit zu behandeln. Bei viralen Infekten heilt die Entzündung oft von allein. Wichtig sind Schonung, ausreichend Trinken und eine gute Schmerzeinstellung.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie genug, damit sich Schleim löst und der Luftweg befeuchtet bleibt
- Nehmen Sie sich bewusst Ruhepausen
- Eine Wärmflasche oder ein warmes Handtuch können bei leichten Schmerzen helfen – fragen Sie Ihren Arzt, ob das bei Ihnen passt
- Atmen Sie langsam ein und aus; fallweise empfehlen Ärzte Atemübungen
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt entscheidet anhand der Ursache, ob ein bestimmtes Medikament nötig ist. Bei einer bakteriellen Infektion bekommen Sie ein Antibiotikum. Bei starken Entzündungen können entzündungshemmende Mittel die Beschwerden lindern. Wichtig: Nehmen Sie nur Medikamente ein, die Ihnen ein Arzt verschrieben hat, in der verordneten Dosis.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nur in komplizierten Fällen ist eine Operation nötig – etwa wenn sich Eiter in der Brusthöhle ansammelt oder das Rippenfell stark vernarbt. In diesen Fällen ist die Klinikbehandlung geplant und wird mit Ihnen genau besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie einige ruhige Wochen ein. Die Schmerzen klingen meist schrittweise ab. Steigern Sie Ihre Aktivität immer dann, wenn Sie sich sicher fühlen – aber zwingen Sie sich nicht.
Tipps für den Alltag
- Wenn Sie rauchen, versuchen Sie aufzuhören – eine Beratung in der Hausarztpraxis hilft dabei
- Schützen Sie sich vor Atemwegsinfekten, etwa mit ausreichend Schlaf und einer ausgewogenen Ernährung
- Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie eine Lungenfunktionsprüfung als Nachkontrolle brauchen
Ernährung und Bewegung
Wenn das Fieber vorbei ist und die Schmerzen nachlassen, sind Spaziergänge an frischer Luft gut. Sport und schweres Heben erst wieder langsam aufbauen. Essen Sie, was Ihnen guttut – viel Obst, Gemüse und ausreichend Eiweiß unterstützen die Heilung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Viele Menschen haben nach einer Rippenfellentzündung Angst, wieder Luftnot zu bekommen. Das ist verständlich. Scheuen Sie sich nicht, in einem Arztgespräch offen davon zu erzählen. Manche Kliniken haben psychologische Unterstützung.
Vorbeugung
Nicht jeder Auslöser lässt sich vermeiden. Eine gute Lungenhygiene – also Nichtrauchen, Impfschutz auffrischen und Infekte auszukurieren – verringert das Risiko deutlich.
Impfungen
Lassen Sie sich bei Ihrer Hausarztpraxis zu empfohlenen Impfungen beraten, insbesondere gegen Grippe, COVID-19 und Pneumokokken. Diese Impfungen sind keine Garantie, senken aber das Risiko schwerer Lungeninfekte.
Komplikationen
Unbehandelt
- Das Rippenfell kann Narben bilden und dann bei der Atmung reiben
- Es kann sich mehr Flüssigkeit um die Lunge sammeln und die Atemluft einengen
- Bakterien können eine eitrige Entzündung verursachen, die in der Klinik behandelt werden muss
- In seltenen und schweren Fällen kann eine Lungenentzündung zusätzlich auftreten
Langzeitprognose
Die Aussichten sind sehr gut, wenn die Ursache gefunden und behandelt wird. Bei einer Virusinfektion klingen die Beschwerden von selbst ab, meist innerhalb von ein bis zwei Wochen. Bei einer bakteriellen Entzündung wirkt die Behandlung ebenfalls meist. Auch wenn Sie sich einige Wochen schwach fühlen, gehört das zur normalen Heilung – geben Sie sich Zeit.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Lungenstiftung ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.