Rippenfellentzündung (Pleuritis) in der Schwangerschaft
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Rippenfellentzündung (Pleuritis) ist eine Entzündung der dünnen Haut, die die Lunge und die Innenseite des Brustkorbs auskleidet. Diese Haut nennt man Rippenfell. Ist sie entzündet, reiben die beiden Schichten bei jeder Atmung aneinander und verursachen stechende Schmerzen.
Wichtige Fakten
- Eine Pleuritis ist in der Schwangerschaft selten, aber möglich.
- Die Entzündung entsteht meist durch eine Infektion oder ein Blutgerinnsel in der Lunge.
- Mit rechtzeitiger Behandlung erholen sich die meisten Mütter vollständig.
- Auch das ungeborene Baby hat bei guter Betreuung eine sehr gute Prognose.
Nein, eine echte Rippenfellentzündung ist in der Schwangerschaft selten. Atemwegserkrankungen und Brustschmerzen kommen häufiger vor, aber eine Pleuritis wird nur bei einer Minderheit festgestellt.
Sie kann jede schwangere Frau betreffen. Ein erhöhtes Risiko haben Frauen mit Asthma, Diabetes, Neigung zu Blutgerinnseln oder einer geschwächten Immunabwehr.
Symptome
- Sehr starke Brustschmerzen oder ein Gefühl der Enge in der Brust
- Akute Luftnot, bei der Sie kaum sprechen können
- Blut im Auswurf
- Bläuliche Lippen oder ein blasses Gesicht
- Hohes Fieber mit Schüttelfrost
- ⚠Fieber über 38,5 Grad Celsius
- ⚠Zunehmende Atemnot im Alltag
- ⚠Schmerzen, die nach einigen Tagen nicht besser werden
- ⚠Schwellung oder Schmerzen in einem Bein, die auf ein Blutgerinnsel hindeuten können
Häufige Symptome
- Stechender Brustschmerz, der beim tiefen Einatmen, Husten oder Niesen stärker wird
- Atemnot, besonders bei körperlicher Belastung
- Trockener Husten
- Leichtes Fieber
- Schmerzen, die bis in die Schulter oder den Bauch ausstrahlen können
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern zeigt sich eine Rippenfellentzündung oft durch Husten, schnelle oder angestrengte Atmung, Fieber und Bauchschmerzen statt Brustschmerzen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind starke Schmerzen manchmal weniger deutlich. Stattdessen fallen Müdigkeit, Verwirrtheit und schnelles Atmen auf.
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterielle oder virale Lungenentzündung – die häufigste Ursache
- Blutgerinnsel in der Lunge (Lungenembolie) – während der Schwangerschaft steigt das Risiko
- Autoimmunerkrankungen wie Lupus oder rheumatoide Arthritis
- Verletzungen, Operationen oder Reizungen im Brustkorb
Risikofaktoren
- Schwangerschaft selbst erhöht die Neigung zu Blutgerinnseln
- Geschwächtes Immunsystem durch Krankheit oder Infekte
- Rauchen oder Passivrauchen
- Frühere Lungenerkrankungen oder Pleuritis in der Vorgeschichte
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Stechende Brustschmerzen, die beim Atmen schlimmer werden
- Fieber mit Husten und Atemnot
- Das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Husten, der länger als ein paar Tage anhält
- Anhaltende Müdigkeit oder leichtes Fieber
- Allgemeines Krankheitsgefühl in der Schwangerschaft
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden, hört Lunge und Herz ab und tastet den Brustkorb ab. Bei Verdacht auf eine Rippenfellentzündung werden gezielte Untersuchungen durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung – entzündungswerte und Sauerstoffgehalt im Blut
- Ultraschall des Brustkorbs – um Flüssigkeit oder Auflagerungen zu sehen
- Röntgen der Lunge – mit Bleischürze zum Schutz des Bauches
- Bei Verdacht auf ein Blutgerinnsel: eine spezielle Lungenuntersuchung (CT oder Szintigrafie) – die Ärztin oder der Arzt prüft den Nutzen für Mutter und Kind
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden schnell ärztlich untersucht, meist innerhalb von ein bis zwei Stunden. Manche Untersuchungen sind in der Schwangerschaft möglich und sicher. Bei einem Blutgerinnsel oder einer schweren Lungenentzündung kann eine Behandlung im Krankenhaus nötig sein.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Liegt eine bakterielle Infektion vor, werden Antibiotika eingesetzt. Bei einem Blutgerinnsel sind blutverdünnende Medikamente nötig – auch während der Schwangerschaft, wenn die Ärztin oder der Arzt sie verordnet. Gegen die Schmerzen helfen entzündungshemmende Schmerzmittel, die für die Schwangerschaft geeignet sind.
Selbsthilfe zu Hause
- Schonen Sie sich und vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten
- Trinken Sie ausreichend, am besten Wasser oder ungesüßten Tee
- Legen Sie sich auf die schmerzende Seite – das entlastet das Rippenfell
- Ein warmes Tuch auf dem Brustkorb kann wohltuend sein – sprechen Sie vorher mit Ihrer Hebamme oder Ärztin
Medizinische Behandlungen
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen ein Schmerzmittel verschreiben, das in der Schwangerschaft erlaubt ist. Nehmen Sie keine Medikamente ohne Rücksprache ein. Bei einer Lungenembolie erhalten Sie eine Behandlung mit Blutverdünnern, die oft mehrere Monate dauert.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn sich viel Flüssigkeit im Brustkorb sammelt und die Atmung behindert, kann die Flüssigkeit mit einer feinen Nadel oder einem kleinen Schlauch abgelassen werden. Das ist ein kurzer Eingriff, der die Beschwerden schnell lindert.
Leben mit der Erkrankung
In der ersten Zeit brauchen Sie Ruhe. Die Beschwerden klingen meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Nehmen Sie Schmerzmittel nur nach ärztlicher Anweisung. Bleiben Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Kontakt, bis alle Symptome verschwunden sind.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich, sobald die starken Schmerzen nachlassen – sanfte Spaziergänge fördern die Durchblutung
- Vermeiden Sie Rauchen und Passivrauchen
- Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper, das erleichtert die Atmung
- Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme über Entspannungsübungen
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und ausreichend Flüssigkeit. Das stärkt das Immunsystem. In der akuten Phase sollten Sie keinen Sport treiben. Später sind leichte Übungen wie Schwangerschaftsyoga oder Schwimmen gut – besprechen Sie dies vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Rippenfellentzündung kann Angst machen, besonders wenn Sie ohnehin auf Ihr ungeborenes Baby achten. Sorgen und Anspannung sind verständlich. Es hilft, über Ihre Gefühle zu sprechen – mit Ihrem Partner, Ihrer Hebamme oder Ihrer Ärztin. Wenn die Belastung zu groß wird, können Sie auch psychologische Unterstützung in Anspruch nehmen.
Vorbeugung
Eine Rippenfellentzündung lässt sich nicht immer verhindern. Sie können aber Ihr Risiko senken, indem Sie auf gute Hygiene achten, ausreichend trinken, sich ausgewogen ernähren und Bewegung in den Alltag einbauen. Wenn Sie Asthma oder eine Autoimmunerkrankung haben, ist eine gut eingestellte Behandlung wichtig.
Impfungen
In der Schwangerschaft empfehlen Fachleute bestimmte Impfungen, zum Beispiel gegen Grippe und Corona. Fragen Sie in Ihrer Frauenarztpraxis, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Vorsorgeuntersuchung für eine Pleuritis. Lassen Sie neu auftretende Brustschmerzen oder Atembeschwerden immer frühzeitig ärztlich abklären.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Entzündung kann sich ausbreiten und eine Lungenentzündung verschlimmern
- Es kann sich Flüssigkeit im Rippenfell ansammeln (Pleuraerguss), die die Lunge einengt
- Im schlimmsten Fall kann eine Blutvergiftung (Sepsis) entstehen
Langzeitprognose
Mit rechtzeitiger Behandlung ist die Prognose sehr gut. Die meisten Schwangeren erholen sich vollständig und das Baby wird gesund geboren. Auch bei einer Lungenembolie ist die Aussicht gut, wenn die Behandlung schnell begonnen wird. Ihr Behandlungsteam wird Sie und Ihr Baby engmaschig überwachen, bis alles überstanden ist.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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