Pneumonie und Familienleben
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Lungenentzündung (Pneumonie) ist eine Infektion in der Lunge. Dabei entzünden sich die kleinen Lungenbläschen, die für den Sauerstoffaustausch wichtig sind. Die Lunge füllt sich mit Flüssigkeit, das macht das Atmen schwer.
Wichtige Fakten
- Lungenentzündung wird meist durch Bakterien oder Viren verursacht.
- Sie kann jeden treffen, aber besonders gefährdet sind ältere Menschen und Säuglinge.
- Mit der richtigen Behandlung erholen sich die meisten Menschen vollständig.
Ja, eine Lungenentzündung ist eine häufige Erkrankung. In Deutschland erkranken jedes Jahr viele tausend Menschen daran.
Sie kann Menschen jeden Alters betreffen. Häufiger betroffen sind Kleinkinder, ältere Menschen über 65 Jahre, Raucher und Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Asthma oder Diabetes.
Symptome
- Sehr schwere Atemnot oder Atemstillstand
- Bläuliche Lippen, Zunge oder Gesicht
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- Krampfanfälle
- ⚠Hohes Fieber über 39 Grad, das nicht sinkt
- ⚠Blutiger oder eitriger Auswurf beim Husten
- ⚠Starke Schmerzen in der Brust
- ⚠Verwirrtheit, besonders bei älteren Menschen
Häufige Symptome
- Fieber und Schüttelfrost
- Husten mit oder ohne Auswurf
- Schnelle und flache Atmung
- Schmerzen in der Brust beim Atmen oder Husten
- Abgeschlagenheit und Müdigkeit
- Appetitlosigkeit
Symptome bei Kindern
- Schnelle Atmung oder Einziehungen der Haut zwischen den Rippen
- Fieber, das nicht sinken will
- Trink- oder Essverweigerung
- Ungewöhnliche Müdigkeit oder Schlappheit
- Blaue Lippen oder bläuliche Haut
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder plötzliche Verwirrung
- Niedrige Körpertemperatur statt Fieber
- Schwäche und Unwohlsein
- Verschlechterung einer bestehenden Krankheit
- Weniger Hunger und Durst
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien (am häufigsten Pneumokokken)
- Viren (z. B. Grippe- oder Erkältungsviren)
- Seltener: Pilze oder andere Keime
Risikofaktoren
- Rauchen
- Chronische Lungenerkrankungen (z. B. COPD, Asthma)
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Erkrankungen oder Medikamente)
- Hohes Alter (über 65 Jahre)
- Schwangerschaft
- Aufenthalt im Krankenhaus oder Pflegeheim
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie oder ein Familienmitglied Fieber, Husten und Atemprobleme haben, sollten Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen.
- Bei Säuglingen und älteren Menschen auch bei weniger typischen Symptomen wie Verwirrtheit oder Trinkverweigerung
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie sich nach ein paar Tagen nicht erholen oder sich der Husten verschlimmert.
- Wenn Sie eine chronische Erkrankung haben und eine Erkältung nie richtig auskurieren.
Diagnose
Ein Arzt oder eine Ärztin fragt nach Ihren Beschwerden, hört Lunge und Atmung ab und untersucht Sie. Bei Verdacht auf eine Lungenentzündung werden weitere Tests gemacht.
Mögliche Untersuchungen
- Abhören von Lunge und Atmung (Auskultation)
- Röntgenbild der Lunge
- Bluttest zur Bestimmung von Entzündungswerten
- Sputumprobe (Untersuchung des Auswurfs)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei. Sie müssen tief atmen oder auf ein Kommando husten. Wenn Sie im Krankenhaus sind, wird man Sie eng überwachen. Die Behandlung richtet sich nach den aktuellen medizinischen Leitlinien, zum Beispiel der AWMF-Leitlinie zur Lungenentzündung.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Eine bakterielle Lungenentzündung wird mit Antibiotika behandelt, eine virale manchmal mit Medikamenten gegen Viren. In leichten Fällen reicht es, zu Hause zu bleiben und zu schonen. In schweren Fällen ist eine Behandlung im Krankenhaus nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel Ruhe und Schlaf, um dem Körper Zeit zur Erholung zu geben
- Ausreichend Flüssigkeit trinken (Wasser, Tee), um Schleim zu lösen
- Frische Luft und regelmäßiges Lüften der Räume
- Auf Rauchen und Passivrauchen verzichten
- Mit dem Hausarzt oder der Hausärztin besprechen, ab wann leichte Bewegung wieder möglich ist
Medizinische Behandlungen
Medikamente werden nur von einem Arzt oder einer Ärztin verschrieben. Bei einer bakteriellen Lungenentzündung sind Antibiotika das Mittel der Wahl, bei Viren können antivirale Medikamente helfen. Im Krankenhaus kann zusätzlich Sauerstoff oder eine Infusion gegeben werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei einer Lungenentzündung sehr selten nötig. Nur wenn Komplikationen auftreten, z. B. ein Abszess in der Lunge, kann ein chirurgischer Eingriff in Betracht kommen.
Leben mit der Erkrankung
Nehmen Sie sich Zeit zum Auskurieren. Auch wenn Sie sich nach ein paar Tagen besser fühlen, ist die Lunge noch geschwächt. Planen Sie Erholungspausen in den Alltag ein. In der Familie sollten Sie darauf achten, dass jeder ausreichend schläft und sich gesund ernährt.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen und Raucherbereiche meiden
- Hände regelmäßig mit Seife waschen
- Beim Husten und Niesen in die Armbeuge auf die andere Person achten
- Räume gut lüften
- Stress vermeiden und Entspannung finden
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, damit das Immunsystem gestärkt wird. Leichte Bewegung wie Spaziergänge können Sie nach einigen Wochen wieder aufnehmen, sobald der Arzt oder die Ärztin Ihnen grünes Licht gibt. Schwitztraining und Sport sind bis zur vollständigen Genesung nicht empfehlenswert.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Lungenentzündung kann belastend sein, besonders wenn sie lange dauert oder im Krankenhaus behandelt werden muss. Es ist normal, sich erschöpft oder niedergeschlagen zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrer Familie oder Ihrem Arzt, falls Sie sich Sorgen machen. Wenn Gefühle von Hoffnungslosigkeit überhandnehmen, suchen Sie bitte ärztliche Hilfe.
Vorbeugung
Ja, es gibt wirksame Maßnahmen. Dazu gehören Impfungen, regelmäßiges Händewaschen und ein gesunder Lebensstil.
Impfungen
In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) Impfungen gegen Pneumokokken, Grippe und COVID-19. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Impfungen für Sie und Ihre Familie sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Früherkennungsuntersuchung für Lungenentzündung. Durch eine rechtzeitige Behandlung von Atemwegserkrankungen lässt sich aber das Risiko senken.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Infektion kann sich in der Lunge ausbreiten und zu einem Lungenabszess führen.
- Es können sich Flüssigkeitsansammlungen zwischen Lunge und Rippenfell bilden (Pleuraerguss).
- Keime können in die Blutbahn gelangen und eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen.
Langzeitprognose
Die meisten Menschen mit einer Lungenentzündung erholen sich vollständig, besonders wenn sie frühzeitig behandelt werden. Bei älteren oder vorerkrankten Menschen kann die Genesung länger dauern, aber auch dort ist die Prognose mit moderner Medizin meist gut.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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