Wiederkehrende Lungenentzündung – Symptome, Behandlung und Vorbeugung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Lungenentzündung (Pneumonie) ist eine Infektion der Lungenbläschen. Bei einem Schub (auch Pneumonie-Schub genannt) entzündet sich das Lungengewebe erneut, nachdem eine frühere Entzündung abgeklungen war – oder eine bestehende Lungenerkrankung wie COPD flammt plötzlich auf. Die Symptome wie Husten, Fieber und Atemnot können dann erneut oder heftiger auftreten.
Wichtige Fakten
- Pneumonie-Schübe kommen besonders bei Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem vor.
- Eine frühzeitige ärztliche Behandlung verhindert in den meisten Fällen schwere Verläufe.
- Über die Wiederherstellung der Lunge entscheidet neben der Behandlung auch Ihr allgemeiner Gesundheitszustand.
Wiederkehrende Lungenentzündungen sind nicht selten, vor allem bei älteren Menschen, rauchenden Personen und Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthma, COPD oder Diabetes.
Betroffen sind häufig ältere Menschen über 65, Säuglinge und Kleinkinder sowie Personen mit chronischen Lungenerkrankungen, Herzschwäche oder einem geschwächten Immunsystem. Auch Menschen, die viel rauchen, erkranken öfter an einer Lungenentzündung.
Symptome
- Schwere Atemnot, die in Ruhe nicht besser wird
- Bläuliche Verfärbung von Lippen oder Haut
- Bewusstseinstrübung oder Ohnmacht
- Starke Brustschmerzen, auch in Ruhe
- Husten mit Blut
- ⚠Hohes Fieber, das länger als zwei Tage anhält
- ⚠Zunehmende Atemnot bei Belastung
- ⚠Starkes Krankheitsgefühl oder zunehmende Schwäche
- ⚠Zu wenig Trinken oder Anzeichen von Austrocknung
- ⚠Symptome, die sich trotz Behandlung verschlimmern
Häufige Symptome
- Husten mit schleimigem oder eitrigem Auswurf
- Fieber und Schüttelfrost
- Atemnot oder beschleunigte Atmung
- Brustschmerzen, die beim Atmen oder Husten stärker werden
- Allgemeine Schwäche und Abgeschlagenheit
- Appetitlosigkeit
Symptome bei Kindern
- Bauchschmerzen oder Erbrechen
- Ungewöhnliche Müdigkeit oder Trägheit
- Schnelle oder hörbare Atmung (Stöhnen, Röcheln)
- Blaue Lippen oder Nagelbetten – dann sofort Notruf 112
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder plötzliche Antriebslosigkeit
- Unspezifische Verschlechterung des Allgemeinzustands
- Stürze ohne erkennbare Ursache
- Oft kein Fieber oder nur leicht erhöhte Temperatur
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien, vor allem Pneumokokken
- Viren wie Grippeviren oder Erkältungsviren
- Wiederaufleben einer chronischen Lungenerkrankung (z. B. COPD, Asthma)
- Selten: Pilzinfektionen oder Reizstoffe, die die Lunge angreifen
Risikofaktoren
- Rauchen
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Medikamente oder Krankheiten)
- Hohes Alter (über 65 Jahre) oder sehr junges Alter (unter 1 Jahr)
- Chronische Lungenerkrankung wie COPD oder Asthma
- Diabetes, Herzinsuffizienz oder Nierenerkrankungen
- Längerer Krankenhausaufenthalt oder künstliche Beatmung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Atemnot oder erschwerter Atmung
- Bei hohem Fieber oder starkem Krankheitsgefühl
- Wenn Sie über Tage zunehmend Husten mit Auswurf oder Schmerzen in der Brust haben
- Bei Verwirrtheit oder Benommenheit – besonders bei älteren Menschen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie zur Risikogruppe gehören (über 65, Vorerkrankung, Immunschwäche)
- Wenn Sie nach einem grippalen Infekt das Gefühl haben, dass die Beschwerden nicht abklingen
- Wenn Sie wiederholt Lungenentzündungen hatten und die Ursache abklären möchten
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt führt zunächst ein ausführliches Gespräch zu Ihren Beschwerden und Vorerkrankungen. Danach folgen eine körperliche Untersuchung und gezielte Tests. Die Vorgehensweise richtet sich an den Empfehlungen der AWMF-Leitlinien.
Mögliche Untersuchungen
- Lunge und Herz abhören (Auskultation)
- Blutuntersuchung auf Entzündungswerte und Erreger
- Röntgen des Brustkorbs oder Ultraschall der Lunge
- Untersuchung des Auswurfs (Sputumprobe)
- Gegebenenfalls Messung der Sauerstoffsättigung im Blut
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei und dauern in der Regel eine halbe bis eine Stunde. Die Ärztin oder der Arzt erklärt Ihnen jeden Schritt. Sie dürfen Fragen stellen und eine Begleitperson mitbringen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich danach, ob Bakterien oder Viren die Entzündung auslösen, wie schwer Sie erkrankt sind und ob Vorerkrankungen vorliegen. Sie findet entweder zu Hause oder im Krankenhaus statt.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausreichend trinken (z. B. Wasser, ungesüßter Tee), um den Schleim zu lösen
- Körperliche Schonung und ausreichend Schlaf
- Bettruhe einhalten solange Sie Fieber haben
- Auf das Rauchen komplett verzichten
- Schmerz- oder Fiebermittel nur nach Rücksprache mit Arzt oder Apotheke einnehmen
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache werden Medikamente eingesetzt – bei bakteriellen Infektionen Antibiotika, bei viralen Infektionen Virus-Medikamente. Zusätzlich kommen Mittel zur Fiebersenkung, schleimlösende Medikamente oder Inhalationen mit entspannenden Wirkstoffen zum Einsatz. Bei schwerem Verlauf werden Sie im Krankenhaus behandelt und erhalten zum Beispiel Sauerstoff oder eine intravenöse Therapie. Der Arzt oder die Ärztin entscheidet immer individuell.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in sehr seltenen Fällen nötig, etwa wenn sich ein Eiterherd in der Lunge (Abszess) gebildet hat. Das entscheidet eine Spezialistin oder ein Spezialist.
Leben mit der Erkrankung
Gebt Ihrer Lunge Zeit. Nach einem Schub sollten Sie im Alltag ausreichend Pausen einplanen und schwere körperliche Arbeit meiden. Lüften Sie regelmäßig die Räume und gehen Sie an frische Luft, sobald Sie sich kräftig genug fühlen. Vermeiden Sie Kontakt zu Menschen mit akuten Atemwegsinfekten.
Tipps für den Alltag
- Rauchen aufgeben oder vermeiden – das ist der wichtigste Schritt
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, wenn der Arzt es erlaubt
- Entspannungstechniken oder leichte Atemübungen, um die Atmung zu schulen
- Ausreichend Schlaf und Stressabbau
- Impfungen auffrischen lassen (z. B. Grippe, Pneumokokken – laut Impfplan)
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und ausreichender Flüssigkeitszufuhr stützt das Immunsystem. Mit leichter Bewegung wie Spaziergängen oder Atemgymnastik können Sie Ihre Lungenfunktion allmählich verbessern. Beginnen Sie langsam und steigern Sie sich nach Absprache mit Ihrem Behandlungsteam.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wiederkehrende Pneumonie-Schübe können Angst machen und das Selbstvertrauen schwächen. Es ist verständlich, wenn Sie sich sorgen oder niedergeschlagen fühlen. Sprechen Sie mit vertrauten Menschen darüber und zögern Sie nicht, fachliche Unterstützung zu suchen, wenn die Belastung zu groß wird.
Vorbeugung
Ja. Sie können das Risiko eines erneuten Schubs deutlich senken, indem Sie auf das Rauchen verzichten, chronische Erkrankungen gut behandeln lassen, sich ausgewogen ernähren und für ausreichend Schlaf sorgen. Auch regelmäßige ärztliche Kontrollen helfen, Warnzeichen früh zu erkennen.
Impfungen
In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen die Pneumokokken-Impfung sowie die jährliche Grippeimpfung. Auch eine COVID-19-Impfung kann sinnvoll sein. Lassen Sie sich hierzu in Ihrer Hausarztpraxis beraten.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Check-ups beim Lungenfacharzt können helfen, eine Verschlechterung einer bestehenden Lungenerkrankung zu erkennen und früh zu behandeln. Sprechen Sie bei Routinebesuchen auch über Ihre persönlichen Risikofaktoren.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ausbreitung der Bakterien in den Blutkreislauf – lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis)
- Eiteransammlung im Lungengewebe (Lungenabszess)
- Flüssigkeitsansammlung zwischen Lunge und Brustfell (Pleuraerguss)
- Dauerhafte Einschränkung der Lungenfunktion
- Lungenversagen mit Notwendigkeit einer maschinellen Beatmung
Langzeitprognose
Mit einer zeitnahen Behandlung erholen sich die meisten Menschen vollständig von einer Lungenentzündung. Auch wenn ein schwerer Schub eine längere Erholung benötigen kann, verbessern moderne Medikamente, Sauerstofftherapie und eine engmaschige Betreuung die Aussichten deutlich. Bleiben Sie mit Ihrem Behandlungsteam in Kontakt und geben Sie Ihrem Körper die Zeit, die er braucht.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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