Lungenentzündung (Pneumonie): Ein Überblick für Patientinnen und Patienten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Lungenentzündung ist eine Infektion der Lunge. Dabei sind die kleinen Lungenbläschen entzündet und mit Flüssigkeit oder Eiter gefüllt. Das macht das Atmen schwer. Die meisten Menschen können mit ärztlicher Hilfe gut gesund werden.
Wichtige Fakten
- Eine Lungenentzündung ist ernst, aber in den meisten Fällen gut behandelbar.
- Sie wird häufig durch Bakterien oder Viren ausgelöst.
- Mit Ruhe und richtiger Behandlung erholen sich die meisten Menschen vollständig.
- Vorbeugung ist möglich: durch Impfungen, Händewaschen und einen gesunden Lebensstil.
Ja, sie ist recht häufig. In Deutschland erkranken jährlich mehrere hunderttausend Menschen an einer Lungenentzündung.
Die Lungenentzündung kann in jedem Alter auftreten. Besonders betroffen sind ältere Menschen, kleine Kinder, Raucherinnen und Raucher sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem oder chronischen Erkrankungen.
Symptome
- Starke Atemnot, die auch in Ruhe anhält
- Bläuliche oder graue Lippen, Zunge oder Haut
- Bewusstlosigkeit oder keine Reaktion
- Atemstillstand
- ⚠Hohes Fieber über 39 Grad Celsius
- ⚠Schmerzen beim Atmen oder im Brustkorb
- ⚠Blut im Auswurf oder blutiger Husten
- ⚠Atemnot bei leichter Anstrengung
- ⚠Verschlechterung des Zustands trotz Behandlung
- ⚠Bei älteren Menschen: plötzliche Verwirrtheit oder starke Schwäche
Häufige Symptome
- Husten mit oder ohne Auswurf
- Fieber und Schüttelfrost
- Atemnot oder schnelles Atmen
- Schmerzen im Brustkorb beim Atmen oder Husten
- Starke Erschöpfung und Abgeschlagenheit
- Appetitlosigkeit, Unwohlsein
Symptome bei Kindern
- Schnelle oder angestrengte Atmung
- Fieber, das nicht sinkt
- Trinkschwäche oder Trinkverweigerung
- Bauchschmerzen, die nicht typisch für den Magen sind
- Einziehungen der Haut zwischen den Rippen beim Atmen
- Auffällige Müdigkeit oder Schlappheit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nicht so hohes Fieber wie bei jüngeren Menschen
- Verwirrtheit oder plötzliche geistige Veränderung
- Zunehmende Abgeschlagenheit und Schwäche
- Appetitlosigkeit
- Verschlechterung einer bestehenden Grunderkrankung, zum Beispiel Herzschwäche
- Schneller oder unregelmäßiger Puls
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien, am häufigsten Pneumokokken
- Viren wie Grippeviren (Influenza), RS-Viren oder Corona-Viren
- Seltener Pilze, vor allem bei Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem
- Manchmal eine Kombination aus mehreren Erregern
Risikofaktoren
- Alter über 65 Jahre
- Chronische Lungenerkrankungen wie COPD oder Asthma
- Rauchen
- Geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch Medikamente oder Erkrankungen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes
- Langes Liegen oder Bewegungsmangel
- Bewusstes oder unbewusstes Einatmen von Fremdkörpern oder Flüssigkeit
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke Atemnot
- Hohes Fieber über 39 Grad Celsius
- Blut im Auswurf
- Schmerzen im Brustkorb beim Atmen
- Verwirrtheit oder Benommenheit
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Husten, der länger als eine Woche anhält
- Fieber über drei Tage
- Allgemeine Schwäche oder Erschöpfung
- Auswurf, der grün, gelb oder eitrig ist
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden, Ihrer Krankengeschichte, Impfungen und möglichen Risiken. Danach folgt eine körperliche Untersuchung, bei der Lunge und Herz abgehört werden. Um die Diagnose zu sichern, sind meist weitere Untersuchungen nötig.
Mögliche Untersuchungen
- Röntgenbild der Lunge, um sichtbare Entzündungen festzustellen
- Blutuntersuchung, um Entzündungszeichen zu erkennen
- Messung der Sauerstoffsättigung im Blut (Pulsoxymetrie)
- Untersuchung des Auswurfs (Sputumprobe), um den Erreger zu bestimmen
- Manchmal eine Blutkultur, um Bakterien im Blut nachzuweisen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei. Sie werden gebeten, Fragen zu beantworten und bei der körperlichen Untersuchung mitzumachen. Die Ergebnisse dauern je nach Test einige Minuten bis zu einigen Tagen. Wenn der Verdacht auf eine Lungenentzündung besteht, können die ersten Maßnahmen bereits vor allen Endergebnissen beginnen.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache und dem Schweregrad ab. Eine Lungenentzündung, die durch Bakterien verursacht wird, lässt sich gut mit Antibiotika behandeln. Bei einer viralen Lungenentzündung können Medikamente die Beschwerden lindern. Bei schweren Verläufen ist ein Krankenhausaufenthalt notwendig. Wichtig ist, dass Sie sich schonen und die Behandlung konsequent durchführen.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausreichend trinken, um den Schleim zu lösen – zum Beispiel Wasser oder ungesüßten Tee
- Viel Ruhe und Schlaf, damit der Körper sich erholen kann
- Auf das Rauchen verzichten
- Den Raum regelmäßig lüften
- Leichte, kleine Mahlzeiten wählen, wenn der Appetit gering ist
- Nur nach Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt aufstehen und sich langsam bewegen
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache kommen Medikamente wie Antibiotika bei bakteriellen Infektionen oder Mittel gegen Viren in Betracht. Zusätzlich können Maßnahmen zur Fiebersenkung oder zur Linderung des Hustens eingesetzt werden. Bei schwerer Atemnot wird im Krankenhaus Sauerstoff oder eine unterstützende Beatmung gegeben. Welche Behandlung für Sie am besten ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach einer genauen Untersuchung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein chirurgischer Eingriff ist nur in seltenen Fällen nötig, zum Beispiel wenn sich ein Abszess (Eiteransammlung) in der Lunge bildet oder wenn sich eine größere Menge Flüssigkeit im Brustkorb ansammelt und eine Punktion nicht ausreicht.
Leben mit der Erkrankung
Nehmen Sie sich Zeit für die Genesung. Eine Lungenentzündung kann Ihre Kräfte über Wochen beeinträchtigen, auch wenn die akuten Beschwerden vorbei sind. Steigern Sie Ihre Aktivität langsam. Hören Sie auf Ihren Körper, und überfordern Sie sich nicht.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen und Schadstoffe in der Luft meiden
- Regelmäßiges Händewaschen, besonders im Winter
- Ausreichend Schlaf und Stressreduktion
- Impfungen auf einem aktuellen Stand halten, zum Beispiel gegen Grippe und Pneumokokken
- Nach Rücksprache mit dem Arzt leichte Bewegung wie Spaziergänge
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und vollwertigen Getreideprodukten stärkt das Immunsystem. Während der akuten Phase sollten Sie körperliche Anstrengung vermeiden. Nach der Genesung ist regelmäßige Bewegung wie Spazierengehen oder leichtes Radfahren sinnvoll – am besten abgestimmt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine längere Krankheit kann seelisch belasten. Es ist normal, sich nach einer Lungenentzündung niedergeschlagen oder ängstlich zu fühlen. Sprechen Sie mit Angehörigen oder Freundinnen und Freunden darüber. Wenn die Gefühle anhalten oder Sie sich sehr verzweifelt fühlen, kann eine psychologische Beratung helfen.
Vorbeugung
Ja, das Risiko lässt sich deutlich senken. Dazu gehört eine gesunde Lebensweise, ausreichend Schlaf, gute Händehygiene und das Meiden von Zigarettenrauch. Außerdem gibt es Impfungen gegen die häufigsten Erreger der Lungenentzündung.
Impfungen
Es gibt Impfungen gegen Pneumokokken und Grippe. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie vor allem für ältere Menschen, für Personen mit chronischen Erkrankungen und für bestimmte Risikogruppen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, welche Impfungen für Sie persönlich sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Für gesunde Erwachsene ohne Risikofaktoren gibt es kein regelmäßiges Screening auf Lungenentzündung. Wenn Sie jedoch wiederholt schwere Infektionen haben oder zu einer Risikogruppe gehören, kann es sinnvoll sein, regelmäßige Kontrollen beim Arzt wahrzunehmen und über weitere Vorsorgemaßnahmen zu sprechen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Entzündung kann sich auf den gesamten Körper ausbreiten.
- Es kann sich Flüssigkeit im Brustkorb ansammeln (Pleuraerguss).
- In der Lunge kann sich ein Abszess (Eiteransammlung) bilden.
- Durch die Infektion kann eine Blutvergiftung (Sepsis) entstehen.
- Ohne Behandlung kann die Atmung dauerhaft geschwächt werden.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und ausreichender Erholung ist die Prognose für die meisten Menschen gut. Viele fühlen sich nach einigen Wochen wieder deutlich kräftiger. Wenn Sie älter sind oder Vorerkrankungen haben, dauert die Rückkehr zur alten Leistungsfähigkeit oft etwas länger – das ist normal. Auch nach einem schweren Verlauf haben Sie gute Chancen, sich wieder vollständig zu erholen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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