Psoriasis und Ernährung: Das können Sie selbst tun
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine chronische Hauterkrankung. Das Immunsystem greift gesunde Hautzellen an und beschleunigt deren Erneuerung. So entstehen rote, schuppige, oft juckende Hautstellen. Ernährung kann die Erkrankung nicht heilen, aber sie hat Einfluss auf Entzündungen im Körper.
Wichtige Fakten
- Es gibt keine Diät, die Psoriasis heilt, aber eine gesunde Ernährung kann Beschwerden lindern und Schübe beeinflussen.
- Übergewicht und Alkohol können Hautentzündungen verstärken.
- Eine vollwertige Ernährung mit viel Gemüse und gesunden Fetten wird empfohlen.
- Sprechen Sie über Ernährungsumstellungen immer mit Ihrem Behandlungsteam.
Ja, Psoriasis ist häufig: Etwa 1 bis 2 von 100 Menschen in Deutschland sind betroffen.
Psoriasis kann in jedem Alter beginnen, am häufigsten tritt sie zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Auch Kinder können erkranken.
Symptome
- Rötung fast der gesamten Haut (Erythrodermie)
- Plötzlich auftretende, schmerzhafte Pusteln (mit Eiter gefüllte Bläschen) in großer Anzahl
- Fieber, Schüttelfrost oder schwere allgemeine Krankheitsgefühle im Zusammenhang mit einem Schub
- ⚠Wenn sich der Hautzustand innerhalb weniger Tage stark verschlechtert
- ⚠Wenn der Juckreiz unerträglich ist oder offene Stellen entstehen
Häufige Symptome
- Rote, scharf begrenzte Hautstellen mit silbrig-weißen Schuppen
- Juckreiz, manchmal auch Schmerzen
- Trockene, gespannte Haut
- Veränderungen der Finger- und Zehennägel (kleine Grübchen, Verdickungen)
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern zeigen sich oft kleinere, runde Hautstellen im Gesicht, auf der Kopfhaut oder am Po.
- Manchmal wird die Haut im Windelbereich rot und schuppig.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Im Alter kann die Haut dünner und trockener sein. Die Hautstellen wirken oft weniger rot, aber schuppiger.
- Die Behandlung muss andere Erkrankungen und Medikamente berücksichtigen.
Ursachen
Hauptursachen
- Fehlfunktion des Immunsystems: Die Abwehrzellen greifen Hautzellen an.
- Genetische Veranlagung: Psoriasis tritt in Familien gehäuft auf.
- Auslöser können Stress, Infektionen, Hautverletzungen oder bestimmte Medikamente sein.
Risikofaktoren
- Familienvorbelastung
- Rauchen
- Übermäßiger Alkoholkonsum
- Übergewicht
- Stress
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sie bemerken neue Pusteln, Fieber oder eine fast vollständige Rötung der Haut.
- Ihre Gelenke schwellen an oder werden schmerzhaft (möglicher Hinweis auf eine Gelenkbeteiligung).
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Hautstellen neu auftreten, bestehen bleiben oder sich ausbreiten.
- Wenn die Beschwerden den Alltag stören.
Diagnose
Die Diagnose stellt meist ein Hautarzt oder eine Hautärztin durch eine gründliche Untersuchung der Haut, Kopfhaut und Nägel.
Mögliche Untersuchungen
- Hautuntersuchung mit der Lupenlampe
- Befragung zu Beschwerden und Krankengeschichte
- Bei Unsicherheit: kleine Gewebeprobe (Biopsie)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Ärztin oder der Arzt wird Ihre Haut genau ansehen und Sie zu möglichen Auslösern, zur Familiengeschichte und zu Ihrem allgemeinen Befinden fragen. Eine Blutuntersuchung ist meist nicht nötig, kann aber andere Ursachen ausschließen.
Behandlung
Es gibt keine Heilung für Psoriasis, aber gute Behandlungsmöglichkeiten. Ziel ist, die Haut zu beruhigen, Schübe zu verkürzen und die Lebensqualität zu verbessern. Eine gesunde Ernährung unterstützt die Behandlung – sie ersetzt sie nicht.
Selbsthilfe zu Hause
- Haut regelmäßig eincremen, am besten mit rückfettenden Produkten ohne Duftstoffe
- Sanft waschen und keine aggressiven Seifen verwenden
- Trockene Haut nicht aufkratzen
- Stress vermeiden oder Entspannungsübungen ausprobieren
- Auf das Rauchen verzichten und Alkohol nur in Maßen trinken
Medizinische Behandlungen
Die medizinische Behandlung hängt von der Schwere ab. Üblich sind entzündungshemmende Cremes und Salben, Lichttherapie (UV-Bestrahlung), Tabletten sowie in bestimmten Fällen biologische Medikamente (Biologika), die gezielt das Immunsystem beeinflussen. Über die passende Therapie entscheidet das Behandlungsteam in Absprache mit Ihnen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt bei Psoriasis in der Regel nicht zum Einsatz.
Leben mit der Erkrankung
Integrieren Sie eine feste Hautpflege in den Tagesablauf. Tragen Sie Kleidung aus Baumwolle und meiden Sie synthetische Stoffe, die die Haut reizen. Beobachten Sie mit einem Tagebuch, welche Situationen Ihre Haut verschlechtern.
Tipps für den Alltag
- Ausreichend Schlaf und eine feste Tagesstruktur
- Entspannungsverfahren wie Yoga, Meditation oder Progressive Muskelentspannung
- Regelmäßige Bewegung
- Konsequent auf Zigaretten verzichten
- Alkohol reduzieren oder ganz meiden
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene, entzündungshemmende Ernährung kann helfen. Achten Sie auf viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, gesunde Fette aus Olivenöl und Nüssen sowie fetten Fisch (z.B. Lachs oder Sardinen) zwei- bis dreimal pro Woche. Zuckerarme Produkte und stark verarbeitete Lebensmittel sind ebenfalls eine gute Wahl. Regelmäßige Bewegung hält das Gewicht in einem gesunden Bereich und reduziert Stress. Vermeiden Sie Crash-Diäten – eine langsame, dauerhafte Umstellung wirkt am besten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Psoriasis kann emotional belasten und das Selbstvertrauen beeinträchtigen. Viele Betroffene schämen sich oder fühlen sich unsicher. Das ist verständlich. Wichtig ist, nicht allein zu bleiben: Sprechen Sie mit Menschen, denen Sie vertrauen. Wenn Sie Gedanken haben, sich das Leben zu nehmen, suchen Sie sofort Hilfe über den Notruf 112 oder Ihre nächste psychiatrische Einrichtung.
Vorbeugung
Psoriasis lässt sich nicht vollständig verhindern, weil sie genetisch mitbestimmt ist. Aber Sie können das Risiko für Krankheitsschübe verringern, indem Sie Ihr Gewicht normal halten, sich ausgewogen ernähren, Stress abbauen und nicht rauchen.
Impfungen
Eine spezielle Impfung gegen Psoriasis gibt es nicht. Lassen Sie sich nach den Empfehlungen Ihres Arztes impfen – zum Beispiel gegen Infektionskrankheiten –, weil Infekte einen Schub auslösen können.
Früherkennungsprogramme
Für Psoriasis gibt es keine Vorsorgeuntersuchung. Suchen Sie Ihre Hautärztin oder Ihren Hautarzt auf, wenn Sie Hautveränderungen feststellen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Gelenkentzündung (Psoriasis-Arthritis) mit Schwellungen und steifen Gelenken
- Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Psychische Belastungen bis hin zu Depressionen
- Stoffwechselprobleme wie Typ-2-Diabetes bei unbehandeltem oder unkontrolliertem Verlauf
Langzeitprognose
Menschen mit Psoriasis können heute viel tun, um Haut und Gelenke zu schützen. Mit einer guten Behandlung, einer gesunden Lebensweise und ärztlicher Begleitung lässt sich die Erkrankung meist gut kontrollieren. Auch wenn eine völlige Hautreinheit selten ist, ist die Prognose mit moderner Therapie oft gut – die Erkrankung braucht Geduld, aber sie ist behandelbar.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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