Selbsthilfe bei pfeifender Atmung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Pfeifende Atmung – auch Giemen genannt – ist ein hohes, pfeifendes Geräusch, das vor allem beim Ausatmen auftritt. Es entsteht, wenn die Atemwege verengt sind. Das kann bei Asthma, Allergien oder Atemwegsinfekten passieren. Es ist ein Zeichen, dass die Atemwege nicht ganz frei sind.
Wichtige Fakten
- Pfeifende Atmung ist ein Symptom, keine Krankheit.
- Sie entsteht durch verengte Atemwege.
- Bei starker Atemnot sofort den Notruf 112 wählen.
Ja, viele Menschen haben irgendwann einmal pfeifende Atmung, besonders bei Atemwegsinfekten.
Sie kann alle Altersgruppen betreffen. Besonders häufig sind Kinder mit Virusinfekten, Menschen mit Asthma oder Allergien und Raucherinnen und Raucher.
Symptome
- Schwere Atemnot, die nicht nachlässt
- Blaue Lippen oder Fingernägel
- Sie können nicht in ganzen Sätzen sprechen
- Bewusstlosigkeit oder starke Verwirrtheit
- ⚠Fieber über 39 Grad Celsius
- ⚠Pfeifen beginnt plötzlich nach einem Insektenstich oder der Einnahme eines möglichen Allergens
- ⚠Starker Husten mit viel Auswurf
- ⚠Keine Besserung durch Selbsthilfe-Maßnahmen nach ein bis zwei Tagen
Häufige Symptome
- Pfeifen beim Ausatmen
- Engegefühl in der Brust
- Kurzatmigkeit
- Husten, manchmal mit Auswurf
Symptome bei Kindern
- Schnelle oder hörbare Atmung
- Pfeifen oft nachts oder beim Spielen
- Müdigkeit und Trinkunlust bei Säuglingen
- Fieber kann dazukommen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Pfeifen kann mit Herzbeschwerden oder COPD zusammenhängen
- Atemnot schon bei leichter Anstrengung
- Verstärkter Husten oder Auswurf
Ursachen
Hauptursachen
- Asthma
- Allergien (zum Beispiel gegen Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare)
- Atemwegsinfekte wie Bronchitis oder eine Erkältung
- COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
- Fremdkörper in den Atemwegen, vor allem bei Kindern
Risikofaktoren
- Rauchen oder Passivrauchen
- Kalte Luft und körperliche Anstrengung
- Luftverschmutzung
- Belastung am Arbeitsplatz mit Staub oder Chemikalien
- Erbliche Veranlagung zu Allergien
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie häufig unter pfeifender Atmung leiden oder die Beschwerden zunehmen
- Wenn Sie zusätzlich starken Husten oder Auswurf haben
- Wenn Hausmittel nicht helfen oder die Atemnot schlimmer wird
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, wenn das Pfeifen öfter auftritt oder länger als eine Woche anhält.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden, hört Ihre Lunge ab und führt meist einen Lungenfunktionstest durch. Die aktuellen Empfehlungen zur Diagnostik stehen in den AWMF-Leitlinien, zum Beispiel der S3-Leitlinie zu Asthma.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie)
- Allergietest
- Blutuntersuchung
- Röntgen der Lunge
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei. Danach bespricht die Ärztin oder der Arzt mit Ihnen, was die Ergebnisse bedeuten und wie es weitergeht.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Bei Asthma helfen Medikamente, die die Entzündung in den Atemwegen lindern und diese erweitern. Bei einem Infekt reichen oft Ruhe und Hausmittel. Die Selbsthilfe kann unterstützen, ersetzt aber nicht die ärztliche Behandlung, wenn die Ursache ernst ist.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee, um die Schleimhäute feucht zu halten.
- Setzen Sie sich aufrecht hin, wenn Sie Luftnot spüren.
- Atmen Sie ruhig ein und langsam durch die Lippen aus (Lippenbremse).
- Lüften Sie regelmäßig und vermeiden Sie Staub und Reizstoffe.
- Verzichten Sie auf das Rauchen – auch in der Wohnung.
- Meiden Sie bekannte Auslöser wie Pollen oder Tierhaare.
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Medikamente, die inhaliert, geschluckt oder gespritzt werden können. Ziel ist, die Atemwege zu öffnen und Entzündungen zu reduzieren. Bei bakteriellen Infekten kann eine Antibiotika-Behandlung nötig sein. In schweren Fällen kann im Krankenhaus Sauerstoff verabreicht werden. Lassen Sie sich immer von einer Ärztin oder einem Arzt beraten und nehmen Sie Medikamente nur nach ärztlicher Anweisung ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten nötig, zum Beispiel wenn ein Fremdkörper in den Atemwegen entfernt werden muss.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer pfeifenden Atmung lässt sich dank moderner Behandlungen meist gut leben. Wichtig ist, Ihre Medikamente regelmäßig einzunehmen und einen Notfallplan für akute Atemnot mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu besprechen.
Tipps für den Alltag
- Rauchen aufgeben und Passivrauch meiden
- Regelmäßige Bewegung, wenn es Ihnen gut geht
- Stress reduzieren, zum Beispiel mit Entspannungsübungen
- Haustiere nur behalten, wenn Allergien ausgeschlossen sind
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt Ihr Immunsystem. Bewegung wie Gehen, Radfahren oder Schwimmen trainiert die Lunge. Bei akuter Atemnot sollten Sie sich nicht körperlich anstrengen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Atemnot und pfeifende Atmung können Angst auslösen. Das ist verständlich. Sprechen Sie darüber und holen Sie sich Unterstützung. Bei anhaltenden Ängsten kann eine Beratung helfen. In einer akuten Krise wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder an die Telefonseelsorge – dort bekommen Sie rund um die Uhr Hilfe.
Vorbeugung
Pfeifende Atmung selbst lässt sich nicht immer verhindern, aber Sie können das Risiko von Auslösern verringern. Ein gesunder Lebensstil, Impfungen und das Meiden von Allergenen helfen.
Impfungen
Gegen Grippe und COVID-19 sowie gegen einige bakterielle Infektionen gibt es Impfungen. Sie können Atemwegsinfekte und damit auch pfeifende Atmung seltener machen. Lassen Sie sich medizinisch beraten.
Früherkennungsprogramme
Für Menschen mit Asthma oder COPD sind regelmäßige Kontrolltermine wichtig, um die Lungenfunktion zu überwachen. Das ist keine klassische Krebsvorsorge, aber eine sinnvolle Verlaufskontrolle.
Komplikationen
Unbehandelt
- Gefährlicher Sauerstoffmangel
- Zunehmende Erschöpfung durch Anstrengung
- Lungenentzündung oder andere Folgeinfektionen
- Krankenhausaufenthalt durch schweren Asthmaanfall
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und Selbsthilfe können die meisten Menschen mit pfeifender Atmung ein normales und aktives Leben führen. Bleiben Sie im Austausch mit Ihrem medizinischen Team, dann ist vieles möglich.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.