Arterien-Röntgen erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Arterien-Röntgenaufnahme (auch Angiografie genannt) ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem die Blutgefäße (Arterien) mit Hilfe von Röntgenstrahlen sichtbar gemacht werden. Dabei wird ein Kontrastmittel in die Blutbahn gespritzt, damit die Arterien auf den Bildern gut zu erkennen sind.
Wichtige Fakten
- Das Verfahren wird auch Angiografie genannt.
- Es zeigt Verengungen, Verschlüsse oder Aussackungen von Arterien.
- Das Kontrastmittel wird meist über einen dünnen Schlauch (Katheter) eingespritzt.
- Die Untersuchung dauert in der Regel 30–60 Minuten.
Die Arterien-Röntgenaufnahme ist ein relativ häufiges diagnostisches Verfahren, vor allem bei Verdacht auf Durchblutungsstörungen an Herz, Beinen oder Gehirn.
Menschen jeden Alters können eine solche Untersuchung benötigen, besonders aber ältere Erwachsene mit Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Rauchen.
Symptome
- Plötzliche starke Brustschmerzen, die nicht nachlassen
- Akute halbseitige Lähmung oder Sprachstörung
- Plötzlicher, starker Schwindel oder Bewusstlosigkeit
- ⚠Neu aufgetretene Schmerzen in den Beinen, die in Ruhe bestehen bleiben
- ⚠Wunden an Füßen oder Beinen, die nicht heilen
Häufige Symptome
- Schmerzen in der Brust bei Belastung (Angina pectoris)
- Schmerzen in den Beinen beim Gehen (Claudicatio intermittens)
- Plötzlich auftretende Lähmungen oder Sprachstörungen (Hinweis auf Schlaganfall)
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind solche Untersuchungen selten, aber möglich bei angeborenen Herzfehlern oder Gefäßfehlbildungen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene haben häufiger Verengungen der Herzkranzgefäße oder der Beinarterien, weshalb die Untersuchung öfter nötig wird.
Ursachen
Hauptursachen
- Arteriosklerose (Arterienverkalkung) – Ablagerungen in den Gefäßen
- Blutgerinnsel (Thrombose), die ein Gefäß verschließen
- Aussackungen von Arterien (Aneurysma)
Risikofaktoren
- Rauchen
- Hoher Blutdruck
- Hohe Blutfettwerte
- Diabetes mellitus
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- Familienvorbelastung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen starken Brustschmerzen – sofort Notruf 112 wählen.
- Bei plötzlichen Lähmungen oder Sprachstörungen – sofort Notruf 112 wählen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei wiederkehrenden Schmerzen in den Beinen beim Gehen, die in Ruhe besser werden.
- Bei bekannten Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes, wenn der Arzt eine Untersuchung empfiehlt.
Diagnose
Die Arterien-Röntgenaufnahme wird von einem Radiologen oder Kardiologen durchgeführt. Zuerst wird ein dünner Katheter (Schlauch) über die Leiste oder den Arm in die Arterie eingeführt. Dann wird Kontrastmittel gespritzt, während Röntgenbilder aufgenommen werden.
Mögliche Untersuchungen
- Doppler-Sonografie (Ultraschall der Blutgefäße) – oft vor der Angiografie
- Computertomografie (CT) – kann ebenfalls Arterien darstellen
- Magnetresonanztomografie (MRT) – alternative, strahlenfreie Methode
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie liegen während der Untersuchung auf einem Röntgentisch. Nach der örtlichen Betäubung wird der Katheter eingeführt. Sie können ein leichtes Wärmegefühl verspüren, wenn das Kontrastmittel fließt. Nach der Untersuchung müssen Sie einige Stunden flach liegen, um Nachblutungen zu vermeiden.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Befund der Arterien-Röntgenaufnahme. Oft geht es darum, Verengungen zu beseitigen oder das Risiko für Gefäßverschlüsse zu senken.
Selbsthilfe zu Hause
- Auf Rauchen verzichten – das ist einer der wichtigsten Schritte.
- Regelmäßige Bewegung, z. B. tägliche Spaziergänge.
- Gesunde Ernährung mit wenig Salz und gesättigten Fetten.
- Stress reduzieren und ausreichend schlafen.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können Medikamente zum Einsatz kommen, die den Blutdruck senken, die Blutfettwerte verbessern oder die Blutgerinnung hemmen. Welche Mittel für Sie geeignet sind, besprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei starken Verengungen oder Verschlüssen kann ein Eingriff nötig sein, z. B. eine Ballonaufdehnung (Angioplastie) oder ein Bypass. Auch die Operation eines Aneurysmas kann erforderlich sein.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Arterien-Röntgenaufnahme geht es meist normal weiter. Wenn eine Gefäßerkrankung festgestellt wurde, ist es wichtig, die empfohlenen Behandlungen konsequent umzusetzen.
Tipps für den Alltag
- Bewegung: Schon täglich 30 Minuten Gehen können die Durchblutung verbessern.
- Ernährung: Bevorzugen Sie Vollkornprodukte, Obst, Gemüse und fettreichen Fisch.
- Gewicht: Bei Übergewicht kann schon eine moderate Gewichtsabnahme helfen.
- Blutdruck und Blutfette regelmäßig kontrollieren lassen.
Ernährung und Bewegung
Eine mediterrane Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Olivenöl und Nüssen wirkt sich günstig auf die Gefäße aus. Regelmäßige Bewegung, wie Radfahren oder Schwimmen, fördert die Durchblutung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer Gefäßerkrankung kann Ängste auslösen. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Ängste. Auch Gespräche mit Angehörigen oder eine psychologische Beratung können helfen.
Vorbeugung
Sie können das Risiko für Gefäßerkrankungen senken, indem Sie einen gesunden Lebensstil pflegen. Nicht alle Ursachen sind vermeidbar, aber vieles liegt in Ihrer Hand.
Impfungen
Bei Arterienerkrankungen gibt es keine spezielle Impfung. Allerdings kann eine Grippeimpfung sinnvoll sein, da Infekte das Herz-Kreislauf-System belasten können.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Screening per Arterien-Röntgenaufnahme wird nicht empfohlen. Bei erhöhtem Risiko (z. B. Raucher, Diabetiker) kann Ihr Arzt eine Doppler-Sonografie oder andere Tests veranlassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt oder Schlaganfall
- Durchblutungsstörungen der Beine mit Geschwüren bis hin zur Amputation
- Platzen eines Aneurysmas mit lebensbedrohlichen Blutungen
Langzeitprognose
Die Prognose hängt von der Grunderkrankung und Ihrem Lebensstil ab. Durch moderne Behandlungen und eine konsequente Umstellung der Lebensweise ist es heute möglich, viele Gefäßerkrankungen gut zu kontrollieren und Komplikationen zu vermeiden. Bleiben Sie in engem Austausch mit Ihrem Arzt – das ist der beste Weg, um langfristig gesund zu bleiben.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.