CT-Untersuchung bei Arthritis: Vorbereitung und Ablauf
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Arthritis ist eine Entzündung in einem Gelenk. Sie macht sich durch Schmerzen, Schwellung und Steifigkeit bemerkbar. Ein Computertomogramm, kurz CT, ist eine Untersuchung mit Röntgenstrahlen. Dabei werden Bilder aus feinen Schichten des Körpers erstellt. Auf diesen Bildern sieht der Arzt die Gelenke und Knochen sehr genau. Das CT hilft, die Ursache der Gelenkbeschwerden zu finden und die Behandlung zu planen.
Wichtige Fakten
- Ein CT ist schmerzfrei und dauert meist nur 10 bis 20 Minuten.
- Vor einem CT müssen Sie meist Schmuck, Uhr, Brille und Gürtel ablegen.
- Falls Kontrastmittel nötig sind, müssen Sie vorher nüchtern bleiben – das heißt, zwei Stunden davor nicht essen und nichts trinken.
- Nach der Untersuchung können Sie sofort wieder ganz normal essen, trinken und arbeiten.
Arthritis ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen weltweit. In Deutschland gibt es viele betroffene Menschen, besonders mit zunehmendem Alter. Ein CT wird nicht bei jedem Gelenkschmerz gemacht, sondern gezielt eingesetzt, wenn andere Untersuchungen nicht ausreichen.
Arthritis kann in jedem Alter auftreten. Ältere Menschen sind häufiger betroffen, aber auch jüngere Erwachsene, Jugendliche und manchmal auch Kinder können eine Gelenkentzündung bekommen.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Gelenkschwellung zusammen mit Fieber – sofort den Notruf 112 anrufen
- Starke Atemnot oder Bewusstlosigkeit – sofort den Notruf 112 anrufen
- Plötzliche, unerträgliche Schmerzen in Brust oder Gelenken – sofort den Notruf 112 anrufen
- ⚠Ein Gelenk wird sehr heiß, stark rot und geschwollen, und Sie können es nicht mehr bewegen – suchen Sie noch am selben Tag eine ärztliche Praxis oder die Notaufnahme auf.
- ⚠Schmerzen, die nach einigen Tagen Ruhe und Kühlung nicht besser werden – klären Sie dies zeitnah mit einem Arzt.
- ⚠Wenn Sie nach einer Gelenkoperation oder einem Unfall plötzlich starke Beschwerden bekommen – wenden Sie sich umgehend an Ihre behandelnde Einrichtung.
Häufige Symptome
- Gelenkschmerzen, die bei Bewegung stärker werden
- Geschwollene, warme oder gerötete Gelenke
- Steifigkeit am Morgen, die oft länger als eine halbe Stunde anhält
- Eingeschränkte Beweglichkeit im betroffenen Gelenk
Symptome bei Kindern
- Kinder hinken oder nutzen eine Schonhaltung, um Schmerzen zu vermeiden.
- Kinder sagen oft nicht genau, wo es weh tut. Mögliche Zeichen sind Reizbarkeit, schlechter Schlaf oder Zurückziehen beim Spielen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind häufig Knie, Hüfte, Hände oder die Wirbelsäule betroffen.
- Die Morgensteifigkeit kann sehr ausgeprägt sein und den Alltag deutlich erschweren.
Ursachen
Hauptursachen
- Verschleiß des Gelenkknorpels – das nennt man Arthrose oder degenerativer Gelenkverschleiß.
- Autoimmunreaktion – das Abwehrsystem greift fälschlicherweise das eigene Gelenk an, wie bei einer rheumatoiden Arthritis.
- Stoffwechselstörung – zum Beispiel Gicht, bei der sich Harnsäurekristalle im Gelenk ablagern.
- Bakterielle Infektion im Gelenk – diese seltene, aber ernste Form nennt man septische Arthritis.
Risikofaktoren
- Höheres Lebensalter
- Übergewicht
- Familiäre Veranlagung für Arthritis oder Rheuma
- Rauchen
- Frühere Verletzungen des Gelenks
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Fieber zusammen mit einem stark geschwollenen und heißen Gelenk – das kann auf eine Infektion hinweisen.
- Ein Gelenk wird plötzlich unbeweglich oder verformt sich sichtbar.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Gelenkschmerzen halten länger als zwei Wochen an.
- Schwellungen oder Morgensteifigkeit treten immer wieder auf.
- Sie möchten vor einem geplanten CT wissen, wie Sie sich vorbereiten sollen.
Diagnose
Der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden, Ihrer Krankengeschichte und untersucht Ihre Gelenke. Anschließend entscheidet er, ob ein CT nötig ist. Zur Vorbereitung sollten Sie bequeme Kleidung ohne Metallteile tragen, alle vorhandenen Röntgenbilder und Überweisungen mitbringen und vor dem CT Schmuck, Uhr und Brillen ablegen. Wenn Kontrastmittel verwendet werden, müssen Sie meist zwei Stunden vorher nüchtern bleiben. Informieren Sie das Team, wenn Sie allergisch auf Kontrastmittel reagieren, Nierenprobleme oder Schilddrüsenunterfunktion haben, schwanger sind oder stillen.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung der betroffenen Gelenke
- Blutuntersuchung zur Messung der Entzündungswerte
- Röntgen oder Ultraschall als einfachere Verfahren mit weniger Strahlung
- Computertomografie (CT) zur genauen Beurteilung von Knochen und Gelenkstrukturen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Während des CT liegen Sie auf einer Liege, die langsam durch eine runde Öffnung fährt. Die Untersuchung ist schmerzfrei, Sie hören nur leise Brumm- oder Klickgeräusche. Wenn Kontrastmittel benötigt werden, wird es über eine Vene am Arm gespritzt. Dabei kann ein warmes Gefühl oder ein metallischer Geschmack auftreten – das ist normal. Die gesamte Untersuchung dauert meist etwa 15 Minuten. Anschließend können Sie direkt nach Hause gehen und Ihren normalen Aktivitäten nachgehen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und der Schwere der Arthritis. Die aktuelle Leitlinie der AWMF zur rheumatoiden Arthritis empfiehlt, Behandlungsziele gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin zu besprechen und regelmäßig zu überprüfen. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu stoppen und die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten.
Selbsthilfe zu Hause
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber vermeiden Sie Überlastung. Hören Sie auf Ihren Körper.
- Bei akuter Schwellung kann Kühlen mit einem feuchten Tuch für 10 bis 15 Minuten helfen.
- Nutzen Sie im Alltag Hilfen wie einen Einkaufstrolley oder einen höheren Stuhl, um die Gelenke zu entlasten.
- Planen Sie ausreichend Ruhepausen ein – gerade an Tagen mit stärkeren Beschwerden.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache der Arthritis gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Dazu gehören entzündungshemmende Medikamente, Krankengymnastik, Kälte- oder Wärmetherapie und Injektionen direkt ins Gelenk. Bei manchen Formen wird eine sogenannte Basistherapie eingesetzt, die das Immunsystem beeinflusst. Lassen Sie sich immer individuell von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten, welche Behandlung zu Ihnen passt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird erst vorgeschlagen, wenn andere Behandlungen nicht ausreichen und das Gelenk stark zerstört ist. In solchen Fällen kann zum Beispiel ein künstliches Gelenk eingesetzt werden, um die Beweglichkeit wiederherzustellen und Schmerzen zu lindern.
Leben mit der Erkrankung
Halten Sie Ihren Alltag so aktiv wie möglich, aber passen Sie auf Ihre Gelenke auf. Wechseln Sie zwischen Sitzen, Stehen und Bewegen ab. Vermeiden Sie einseitige Bewegungen und schwere Lasten. Nutzen Sie die großen Gelenke, um kleine zu entlasten – zum Beispiel einen Rucksack tragen statt mit einer Hand zu ziehen.
Tipps für den Alltag
- Falls Sie rauchen, versuchen Sie aufzuhören – Rauchen verstärkt Entzündungen.
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und reduzieren Sie Stress.
- Alkohol sollten Sie nur in Maßen trinken, besonders wenn Sie Gicht haben.
- Planen Sie regelmäßige, kurze Bewegungseinheiten ein – auch an Tagen mit Beschwerden.
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und gesunden Fetten, zum Beispiel aus Nüssen und Fisch. Omega-3-Fettsäuren können Entzündungen günstig beeinflussen. Für die Gelenke sind Schwimmen, Radfahren und Wassergymnastik besonders gut, weil sie das Gelenk kaum belasten. Wichtig ist, langsam zu starten und sich nicht zu überfordern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Gelenkschmerzen können das seelische Wohlbefinden stark belasten. Es ist verständlich, wenn Sie sich erschöpft, niedergeschlagen oder ängstlich fühlen. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt, Ihrer Familie oder Freunden. Auch eine Psychotherapie oder eine Selbsthilfegruppe kann sehr entlastend sein.
Vorbeugung
Nicht jede Form von Arthritis lässt sich verhindern. Manche Entzündungen entstehen, obwohl Sie gesund leben. Gelenkverschleiß und manche Gichtattacken können Sie aber durch einen gesunden Lebensstil, normales Körpergewicht und gelenkschonende Bewegung deutlich reduzieren.
Impfungen
Bei chronisch entzündlichen Erkrankungen empfehlen Ärzte oft eine Grippeimpfung, da Infekte eine Arthritis verschlimmern können. Fragen Sie Ihren Arzt, ob eine Impfung für Sie sinnvoll ist. Die Ständige Impfkommission (STIKO) gibt dafür Empfehlungen.
Früherkennungsprogramme
Ein CT wird nicht zur Vorsorge eingesetzt. Es ist ein gezieltes Diagnoseverfahren, das nur eingesetzt wird, wenn bestimmte Beschwerden vorliegen und die Frage der Arzt oder der Ärztin mit einfacheren Mitteln nicht beantwortet werden kann.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine Gelenkentzündung über Monate oder Jahre unbehandelt bleibt, kann der Knorpel dauerhaft zerstört werden.
- Das Gelenk kann immer steifer und letztlich unbeweglich werden.
- Anhaltende Schmerzen können dazu führen, dass Sie sich im Alltag immer mehr zurückziehen.
Langzeitprognose
Mit einer rechtzeitigen und guten Behandlung sind die Aussichten in den meisten Fällen positiv. Viele Menschen leben trotz Arthritis aktiv und beschwerdearm. Die heutigen Therapien können den Verlauf deutlich verlangsamen und die Lebensqualität erhalten. Sprechen Sie mit Ihrem Ärzteteam – eine frühzeitige Behandlung lohnt sich fast immer.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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