Asthma und Ultraschall – was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege, bei der die Bronchien (die kleinen Atemwege in der Lunge) entzündet und verengt sind. Das erschwert das Atmen. Ein Ultraschall der Lunge (Lungenultraschall) ist eine schmerzfreie Untersuchung mit Schallwellen, die es dem Arzt erlaubt, die Lunge und die umliegenden Strukturen zu sehen. Bei Asthma wird der Ultraschall nicht zur Diagnose selbst eingesetzt – dafür gibt es Lungenfunktionstests. Aber der Ultraschall kann helfen, Komplikationen zu erkennen, zum Beispiel ob sich Flüssigkeit in der Lunge sammelt oder ob das Zwerchfell (der Atemmuskel) richtig arbeitet.
Wichtige Fakten
- Ultraschall ist strahlenfrei und völlig schmerzfrei.
- Bei Asthma wird er vor allem in der Notaufnahme oder bei schweren Verläufen eingesetzt, um mögliche Komplikationen auszuschließen.
- Die eigentliche Asthmadiagnose erfolgt mit einem Lungenfunktionstest, nicht mit Ultraschall.
- Ein Lungenultraschall kann auch zeigen, ob die Lunge sich gut ausdehnt oder ob Verhärtungen vorliegen.
Ein Lungenultraschall ist heute in vielen Arztpraxen und Krankenhäusern verfügbar. Er wird aber nicht routinemäßig bei jedem Asthmatiker durchgeführt – meist nur bei bestimmten Fragestellungen.
Der Lungenultraschall kann bei jedem Menschen angewendet werden, egal ob Kind oder Erwachsener. Bei Asthma betrifft er vor allem Patienten mit akuten oder schweren Symptomen.
Symptome
- Starke Atemnot, bei der Sie nur in kurzen Sätzen sprechen können
- Bläuliche Lippen oder Fingernägel
- Keine Besserung nach Ihrem Notfallspray
- Brustkorb bewegt sich kaum beim Atmen
- ⚠Anhaltender Husten oder pfeifende Atmung, die sich nach zwei Tagen nicht bessert
- ⚠Fieber über 38,5 °C
- ⚠Verschlechterung der Symptome trotz regelmäßiger Medikamente
Häufige Symptome
- Husten, vor allem nachts oder frühmorgens
- Pfeifendes Atemgeräusch (Giemen)
- Engegefühl in der Brust
- Kurzatmigkeit oder Luftnot
Symptome bei Kindern
- Häufiger Husten beim Spielen oder Lachen
- Schnelle oder flache Atmung
- Müdigkeit und wenig Energie
- Essprobleme oder Trinkunlust
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verstärkte Atemnot bei Belastung
- Verwechslung mit Alterserscheinungen
- Häufigere Atemwegsinfektionen
- Schnelle Erschöpfung
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache von Asthma ist nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich spielen sowohl Vererbung als auch Umweltfaktoren eine Rolle.
- Bei Asthma reagieren die Atemwege überempfindlich auf bestimmte Reize (Allergene, Reizstoffe, Kälte, körperliche Anstrengung).
Risikofaktoren
- Familiäre Vorbelastung (Asthma, Allergien oder Neurodermitis)
- Frühere oder starke Allergien (z.B. Heuschnupfen)
- Passivrauchen in der Kindheit
- Frühgeburt mit Beatmung
- Beruflicher Kontakt mit reizenden Stoffen (z.B. Mehlstaub, Chemikalien)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher starker Atemnot
- Wenn das Notfallspray nicht oder nur kurz wirkt
- Wenn Sie das Gefühl haben, nicht genug Luft zu bekommen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie immer wieder Husten oder Atembeschwerden haben
- Zur regelmäßigen Kontrolle alle 3–6 Monate
- Wenn Sie Ihren Medikamentenplan anpassen möchten
Diagnose
Die Diagnose Asthma wird in der Regel durch Lungenfunktionstests gestellt. Der Arzt misst, wie viel Luft Sie ausatmen können und wie schnell das geht. Ein Lungenultraschall ist eine ergänzende Untersuchung, die zum Einsatz kommen kann, um andere Erkrankungen auszuschließen oder den Verlauf zu beurteilen.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie): Sie atmen in ein Gerät, das Ihre Lungenkapazität misst.
- Allergietest (z.B. Pricktest auf der Haut), um Auslöser zu finden.
- Lungenultraschall: Der Arzt fährt mit einem Schallkopf über Ihren Brustkorb und sieht auf einem Bildschirm, ob Flüssigkeit oder andere Auffälligkeiten vorhanden sind.
- Bluttests oder Röntgenaufnahmen können bei Bedarf weitere Informationen liefern.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei einem Lungenultraschall liegen Sie auf einer Liege oder sitzen aufrecht. Der Arzt trägt etwas Gel auf Ihren Brustkorb auf und bewegt einen kleinen Stab (Schallkopf) über Ihre Haut. Das ist völlig schmerzfrei. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Sie können atmen, wie Sie möchten – der Arzt wird Sie bitten, zwischendurch tief einzuatmen oder kurz die Luft anzuhalten.
Behandlung
Asthma wird meist mit entzündungshemmenden und atemwegserweiternden Medikamenten behandelt. Wichtig ist ein individueller Behandlungsplan, den Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Dazu gehören auch das Vermeiden von Auslösern und regelmäßige Bewegung.
Selbsthilfe zu Hause
- Vermeiden Sie bekannte Auslöser (z.B. Rauch, Staub, Tierhaare, Pollen)
- Führen Sie ein Asthmatagebuch, um Ihre Beschwerden und Auslöser zu dokumentieren
- Nutzen Sie Ihren Notfallplan – besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wann Sie welches Medikament nehmen
- Trinken Sie ausreichend, um die Schleimhäute feucht zu halten
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung erfolgt stufenweise. Im Allgemeinen gehören dazu entzündungshemmende Sprays (Kortison-Sprays), die die Schwellung der Bronchien verringern, und bedarfsweise atemwegserweiternde Sprays, die bei akuter Atemnot die verengten Atemwege weiten. In schweren Fällen können Tabletten oder Injektionen nötig sein. Ihr Arzt wird gemeinsam mit Ihnen den besten Plan festlegen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt bei Asthma in der Regel nicht infrage. Nur in sehr seltenen Fällen (z.B. bei bestimmten schweren Verläufen, bei denen keine andere Therapie hilft) könnte ein Eingriff wie die Bronchiale Thermoplastie erwogen werden. Dies ist ein spezielles Verfahren, bei dem überschüssige Muskulatur in den Atemwegen verödet wird. Ihr Arzt wird Sie ausführlich informieren, falls das für Sie infrage kommt.
Leben mit der Erkrankung
Asthma ist gut behandelbar. Die meisten Menschen können mit einer angepassten Behandlung ein fast normales Leben führen. Wichtig ist, Ihre Medikamente regelmäßig zu nehmen, Auslöser zu meiden und auf Ihren Körper zu achten. Sport ist meist möglich und sogar empfehlenswert – besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Aktivitäten für Sie geeignet sind.
Tipps für den Alltag
- Rauchen vermeiden – auch Passivrauchen
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft
- Stress reduzieren mit Entspannungstechniken wie Yoga oder Atemübungen
- Allergene im Haushalt minimieren (z.B. milbenundurchlässige Bettbezüge)
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und ungesättigten Fettsäuren kann die allgemeine Gesundheit fördern. Sport wie Wandern, Schwimmen oder Radfahren stärkt die Lungenfunktion. Falls Sie beim Sport Atembeschwerden haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine angepasste Vorbehandlung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Erkrankungen wie Asthma können belastend sein. Viele Menschen fühlen sich manchmal ängstlich oder niedergeschlagen. Das ist normal. Holen Sie sich Unterstützung, z.B. von Ihrem Arzt, einem Psychologen oder einer Selbsthilfegruppe.
Vorbeugung
Asthma selbst lässt sich nicht immer verhindern, aber Sie können viel dafür tun, dass Ihre Atemwege gesund bleiben. Dazu gehört, bei bekannten Allergien diese zu meiden und die Behandlung konsequent durchzuführen. Auch gesunde Lebensweise kann das Risiko für Asthmaausbrüche senken.
Impfungen
Lassen Sie sich gegen Grippe und COVID-19 impfen. Atemwegsinfektionen können Asthmaanfälle auslösen. Eine Impfung schützt vor schweren Verläufen. Auch die Impfung gegen Pneumokokken kann sinnvoll sein – sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein Routine-Screening für Asthma. Wenn Sie aber zu einer Risikogruppe gehören (z.B. starke Allergien, familiäre Vorbelastung), kann Ihr Arzt frühzeitig eine Lungenfunktionsprüfung durchführen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Häufige und schwere Asthmaanfälle
- Dauerhafte Einschränkung der Lungenfunktion
- Schlafstörungen und Müdigkeit
- In seltenen Fällen: lebensbedrohliche Atemnot (status asthmaticus)
Langzeitprognose
Mit einer guten Behandlung und einem bewussten Umgang mit der Erkrankung können die meisten Menschen mit Asthma ein aktives und erfülltes Leben führen. Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber sehr gut beherrschbar. Neue Therapien verbessern die Lebensqualität weiter. Bleiben Sie zuversichtlich – Sie sind nicht allein.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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