Röntgenaufnahme bei Asthma: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem mithilfe von Röntgenstrahlen ein Bild Ihrer Lunge, Ihres Herzens und der umgebenden Strukturen erstellt wird. Bei Asthma wird sie nicht routinemäßig durchgeführt, sondern vor allem dann, wenn der Arzt andere Erkrankungen wie eine Lungenentzündung oder einen Tumor ausschließen möchte.
Wichtige Fakten
- Röntgenaufnahmen zeigen keine direkten Anzeichen von Asthma, da die Atemwege bei Asthma nicht sichtbar verändert sind.
- Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.
- Die Strahlenbelastung ist sehr gering und für Erwachsene unbedenklich.
Nein, eine Röntgenaufnahme ist bei Asthma nicht der Standard. Sie wird nur bei bestimmten Hinweisen oder Komplikationen eingesetzt.
Sie kann bei jedem Menschen mit Asthma durchgeführt werden, wenn der Arzt den Verdacht auf andere Lungenerkrankungen hat.
Symptome
- Starke Atemnot, bei der Sie kaum sprechen können
- Bläuliche Lippen oder Fingernägel
- Brustkorb zieht sich beim Einatmen stark ein
- Keine Besserung trotz Notfallmedikation (falls vorhanden)
- ⚠Asthmaanfall, der nach 20 Minuten nicht nachlässt
- ⚠Fieber mit Atembeschwerden
- ⚠Starke Schmerzen in der Brust beim Atmen
Häufige Symptome
- Pfeifendes Atemgeräusch (Giemen)
- Husten, vor allem nachts oder früh morgens
- Engegefühl in der Brust
- Kurzatmigkeit
Symptome bei Kindern
- Häufiger Husten, besonders beim Spielen oder Lachen
- Schnelle oder flache Atmung
- Müdigkeit und weniger Appetit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verstärkte Kurzatmigkeit bei Belastung
- Chronischer Husten mit Auswurf
- Häufige Infekte der Atemwege
Ursachen
Hauptursachen
- Asthma ist eine chronische Entzündung der Atemwege, die durch verschiedene Auslöser wie Allergene, Infekte oder Belastung verstärkt wird.
- Eine Röntgenaufnahme zeigt nicht die Entzündung selbst, sondern hilft, andere Ursachen auszuschließen.
Risikofaktoren
- Allergien (z. B. gegen Pollen, Hausstaubmilben)
- Rauchen oder Passivrauchen
- Familiäre Vorbelastung (Asthma oder Allergien bei Eltern)
- Frühgeburt oder niedriges Geburtsgewicht
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei akuter Atemnot, die sich nicht bessert
- Wenn Ihre Asthmamedikamente nicht mehr wirken
- Bei bläulicher Verfärbung der Haut
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie regelmäßig Husten oder Atemnot haben
- Zur Kontrolle des Asthmas mindestens einmal jährlich
- Wenn Sie den Verdacht haben, dass eine andere Erkrankung vorliegt
Diagnose
Die Diagnose Asthma wird in der Regel durch eine Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie) und die Beschreibung Ihrer Symptome gestellt. Eine Röntgenaufnahme wird nur dann durchgeführt, wenn der Arzt weitere Ursachen wie eine Lungenentzündung, einen Tumor oder eine Lungenembolie ausschließen möchte. Die AWMF-Leitlinie empfiehlt eine Röntgenaufnahme vor allem bei erstmaligem Auftreten von Atemnot oder wenn die Therapie nicht anschlägt.
Mögliche Untersuchungen
- Spirometrie (Lungenfunktionstest) – Sie atmen kräftig in ein Gerät, das die Luftmenge misst.
- Röntgen-Thorax (Brustkorb) – Sie stehen oder liegen vor einem Röntgengerät, der Vorgang dauert nur Sekunden
- Allergietests (Haut- oder Bluttest) – um Auslöser zu finden
- Peak-Flow-Messung – Sie messen zu Hause die maximale Ausatmungsgeschwindigkeit
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Eine Röntgenaufnahme ist schmerzfrei. Sie werden gebeten, tief einzuatmen und kurz die Luft anzuhalten. Der Techniker verlässt den Raum oder stellt sich hinter eine Schutzwand. Sie erhalten eine leichte Strahlenbelastung, die jedoch sehr gering ist (vergleichbar mit einem kurzen Flug). Danach können Sie sofort nach Hause gehen.
Behandlung
Asthma wird mit verschiedenen Medikamenten behandelt, die die Entzündung hemmen und die Atemwege erweitern. Zusätzlich spielt die Vermeidung von Auslösern und eine gute Selbstkontrolle eine wichtige Rolle. Röntgenaufnahmen haben keinen Einfluss auf die Behandlung, sondern dienen nur der Abklärung.
Selbsthilfe zu Hause
- Führen Sie ein Asthmatagebuch, um Auslöser zu erkennen
- Vermeiden Sie Allergene und Reizstoffe (z. B. Rauch, Staub)
- Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig ein, auch wenn Sie beschwerdefrei sind
- Lernen Sie, Ihren Peak-Flow-Wert zu messen und zu deuten
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung stützt sich auf entzündungshemmende Medikamente (meist Kortison als Spray) und bedarfsweise bronchienerweiternde Medikamente. Ihr Arzt wird einen individuellen Behandlungsplan mit Ihnen erstellen. Bei schweren Anfällen können kurzfristig systemische Kortisonpräparate oder Sauerstoff notwendig sein. Lassen Sie sich von Ihrem Lungenfacharzt beraten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Asthma in der Regel nicht notwendig. Nur in seltenen Fällen (z. B. bei schwerem, unkontrolliertem Asthma) kommen Verfahren wie die Thermoplastie der Bronchien infrage – sprechen Sie darüber mit Ihrem Spezialisten.
Leben mit der Erkrankung
Asthma lässt sich im Alltag gut managen. Mit der richtigen Behandlung können Sie die meisten Aktivitäten wie gewohnt ausführen. Achten Sie auf Ihre Auslöser und nehmen Sie Ihre Medikamente wie verordnet ein.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Rauchen und rauchige Umgebungen
- Sorgen Sie für eine gute Raumluft (lüften, Luftfilter)
- Reduzieren Sie Stress – Entspannungsübungen wie Yoga können helfen
- Planen Sie bei körperlicher Anstrengung ausreichend Aufwärmzeit ein
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung kann Ihre allgemeine Gesundheit unterstützen, heilt Asthma aber nicht. Regelmäßige Bewegung verbessert die Lungenfunktion und kann Asthmaanfälle verhindern. Empfehlenswert sind Ausdauersportarten wie Schwimmen oder Walken. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sport bei Ihnen sicher ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Asthma kann Ängste auslösen, vor allem vor plötzlichen Anfällen. Das ist normal. Ein offenes Gespräch mit Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle kann helfen. Akzeptieren Sie Ihre Erkrankung und lernen Sie, bewusst damit umzugehen.
Vorbeugung
Asthma lässt sich nicht immer verhindern, aber Sie können Risiken vermindern: Vermeiden Sie Allergene, rauchen Sie nicht und stillen Sie Ihr Baby möglichst lange (das senkt das Allergierisiko).
Impfungen
Lassen Sie sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen, da Atemwegsinfekte Asthmaanfälle auslösen können. Besprechen Sie die Impfungen mit Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening auf Asthma. Wenn bei Ihnen oder Ihrem Kind Symptome auftreten, sollten Sie frühzeitig einen Arzt aufsuchen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Häufigere und schwerere Asthmaanfälle
- Dauerhafte Einschränkung der Lungenfunktion
- Entwicklung eines Lungenemphysems (Überblähung der Lunge)
- Verminderte Lebensqualität durch ständige Atemnot
Langzeitprognose
Mit einer guten Therapie und regelmäßigen Kontrollen ist die Prognose bei Asthma meist sehr gut. Die meisten Menschen können ihren Alltag uneingeschränkt gestalten. Moderne Behandlungen ermöglichen ein aktives Leben. Bleiben Sie in engem Kontakt mit Ihrem Arzt und passen Sie Ihre Therapie bei Bedarf an.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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