Knochendichtemessung (DEXA)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Knochendichtemessung (DEXA) ist ein schmerzfreies Röntgenverfahren, das die Dichte Ihrer Knochen misst. Damit lässt sich feststellen, ob Ihre Knochen stark und gesund sind oder ob ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche (Frakturen) besteht. Der häufigste Grund für eine DEXA-Untersuchung ist die Abklärung einer Osteoporose – einer Erkrankung, bei der die Knochen an Dichte verlieren und brüchig werden.
Wichtige Fakten
- Die DEXA-Messung ist schnell, schmerzfrei und verwendet nur eine sehr geringe Strahlendosis, vergleichbar mit einem normalen Röntgenbild.
- Sie wird vor allem an der Wirbelsäule und der Hüfte durchgeführt, weil dort die meisten Brüche durch Osteoporose auftreten.
- Das Ergebnis wird als T-Wert angegeben: Ein Wert über -1 gilt als normal, zwischen -1 und -2,5 als leichte Verminderung (Osteopenie), und unter -2,5 als Osteoporose.
Ja, die Knochendichtemessung wird in Deutschland sehr häufig durchgeführt, insbesondere bei Frauen nach den Wechseljahren und bei älteren Menschen. Schätzungsweise jede dritte Frau und jeder fünfte Mann über 50 Jahre hat ein erhöhtes Risiko für Osteoporose.
Die Messung wird vor allem empfohlen für Menschen mit erhöhtem Osteoporose-Risiko: Frauen ab 65 Jahren, Männer ab 70 Jahren, Personen mit früheren Knochenbrüchen nach leichtem Sturz, Menschen mit bestimmten Erkrankungen (z. B. Rheuma, Schilddrüsenüberfunktion) oder nach längerer Einnahme von Kortison.
Symptome
- Plötzliche starke Schmerzen in der Hüfte oder im Rücken nach einem Sturz oder auch ohne erkennbaren Anlass
- Unfähigkeit, ein Bein zu belasten oder zu bewegen
- Offensichtliche Fehlstellung eines Arms oder Beins nach einem Sturz
- ⚠Starke Rückenschmerzen, die nicht nachlassen – bitte noch am selben Tag einen Arzt oder die nächste Notaufnahme aufsuchen.
Häufige Symptome
- Eine verminderte Knochendichte verursacht selbst keine Schmerzen. Meist bleiben Auffälligkeiten lange unbemerkt.
- Erst wenn ein Knochen bricht – zum Beispiel am Handgelenk, an der Hüfte oder an der Wirbelsäule – wird die Osteoporose oft entdeckt.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern wird eine DEXA-Messung nur sehr selten durchgeführt, meist bei bestimmten Grunderkrankungen oder Langzeittherapien. Symptome können Wachstumsverzögerungen oder ungewöhnlich häufige Knochenbrüche sein.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen kann eine unerklärliche Rückenschmerzen, eine verminderte Körpergröße (durch Wirbelbrüche) oder eine plötzliche Bewegungsunfähigkeit nach einem Sturz auf einen Knochenbruch hinweisen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Knochendichte nimmt natürlicherweise mit dem Alter ab, besonders bei Frauen nach den Wechseljahren durch den sinkenden Östrogenspiegel.
- Auch ein Mangel an Kalzium oder Vitamin D, Bewegungsmangel, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum können die Knochen schwächen.
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht
- Alter über 50
- Frühere Knochenbrüche nach leichtem Sturz
- Untergewicht (Body-Mass-Index unter 20)
- Rauchen
- Starker Alkoholkonsum
- Erkrankungen wie Rheuma, Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion
- Langzeitbehandlung mit Kortison
- Familiäre Vorbelastung (Osteoporose bei Eltern)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Nach einem Sturz mit starken Schmerzen oder Unfähigkeit, ein Bein zu bewegen – sofort den Notruf 112 wählen.
- Bei plötzlichen, starken Rückenschmerzen ohne erkennbare Ursache – noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie über 50 sind und ein erhöhtes Risiko für Osteoporose haben (z. B. durch frühere Brüche, Rauchen, Kortison-Einnahme), besprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, ob eine Knochendichtemessung sinnvoll ist.
- Frauen ab 65 Jahren und Männer ab 70 Jahren sollten im Rahmen der Gesundheitsvorsorge über eine DEXA-Messung nachdenken.
Diagnose
Die Knochendichtemessung (DEXA) ist der Goldstandard zur Diagnose einer Osteoporose. Sie wird von einem Radiologen oder in spezialisierten Praxen durchgeführt. Zusätzlich können Bluttests und eine körperliche Untersuchung helfen, andere Ursachen für Knochenschwund auszuschließen.
Mögliche Untersuchungen
- DEXA-Scan (Dual-Energy-Röntgenabsorptiometrie) – misst die Knochendichte an der Wirbelsäule und der Hüfte
- Gegebenenfalls ein seitliches Röntgenbild der Wirbelsäule, um bereits eingebrochene Wirbel zu erkennen
- Blutuntersuchung auf Kalzium, Vitamin D und andere Werte, die die Knochengesundheit beeinflussen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert etwa 10 bis 20 Minuten. Sie liegen bekleidet (aber ohne Metall) auf einer Liege, während ein Gerät über Ihren Körper gleitet. Es ist völlig schmerzfrei. Nach der Messung erhalten Sie einen T-Wert, den Ihr Arzt mit Ihnen bespricht. Die Strahlenbelastung ist sehr gering – geringer als bei einem Flug von Deutschland nach New York.
Behandlung
Wenn die Knochendichtemessung eine Osteoporose zeigt, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die darauf abzielen, Knochenbrüche zu verhindern. Die Behandlung hängt vom Ausmaß der Knochenschwäche, Ihrem Alter und Ihren Risikofaktoren ab. Ihr Arzt wird mit Ihnen einen individuellen Plan besprechen.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf eine kalziumreiche Ernährung (z. B. Milchprodukte, grünes Gemüse, kalziumreiches Mineralwasser).
- Sorgen Sie für ausreichend Vitamin D – entweder durch Sonnenlicht (täglich 15–30 Minuten) oder nach Rücksprache mit Ihrem Arzt durch ein Präparat.
- Bewegen Sie sich regelmäßig: Gehen, Tanzen, Treppensteigen oder leichtes Krafttraining stärken die Knochen.
- Vermeiden Sie Rauchen und schränken Sie Alkohol ein.
- Stürze vermeiden: Rutschfeste Schuhe, gute Beleuchtung zu Hause, Handläufe an Treppen.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen Medikamente verschreiben, die den Knochenabbau verlangsamen oder den Knochenaufbau fördern. Dazu gehören unter anderem Bisphosphonate, selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren oder andere Wirkstoffe. Welches Medikament für Sie geeignet ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin beraten – nehmen Sie niemals eigenmächtig Medikamente ein. In manchen Fällen wird auch eine Hormonersatztherapie in Erwägung gezogen, jedoch nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist in der Regel nicht bei der Osteoporose selbst nötig. Wenn jedoch bereits ein Knochenbruch (z. B. an der Hüfte oder Wirbelsäule) eingetreten ist, kann eine operative Versorgung erforderlich sein. Bei Wirbelbrüchen wird manchmal eine minimalinvasive Methode (Kyphoplastie oder Vertebroplastie) eingesetzt, um Schmerzen zu lindern.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer verminderten Knochendichte können Sie meist ein normales Leben führen. Wichtig ist, Stürze zu vermeiden und die Knochen durch Bewegung und Ernährung zu stärken. Nehmen Sie regelmäßig Ihre verordneten Medikamente und besuchen Sie die Kontrolltermine. Eine Knochendichtemessung wird in der Regel alle 1–2 Jahre wiederholt, um den Verlauf zu überwachen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft (z. B. Spaziergänge) – mindestens 30 Minuten täglich.
- Krafttraining mit leichten Gewichten oder Theraband – am besten unter Anleitung eines Physiotherapeuten.
- Gleichgewichtstraining (z. B. Tai-Chi, Yoga) – verbessert die Sturzprävention.
- Ausreichend Schlaf und Stressabbau – beides unterstützt den Knochenstoffwechsel.
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Kalzium (täglich etwa 1000 mg, bei Osteoporose 1200–1500 mg). Gute Quellen sind Milch, Joghurt, Käse, grünes Blattgemüse, Brokkoli, Mandeln und kalziumreiches Mineralwasser. Vitamin D unterstützt die Aufnahme von Kalzium – lassen Sie Ihren Vitamin-D-Spiegel beim Arzt überprüfen. Bewegung mit Gewichtsbelastung (z. B. Joggen, Wandern) regt die Knochenbildung an. Vermeiden Sie jedoch Sprünge oder Stöße, wenn Sie bereits Knochenschwund haben – sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Osteoporose kann zunächst verunsichern, da Sie vielleicht Angst vor Brüchen haben. Das ist verständlich, aber lassen Sie sich nicht entmutigen. Mit der richtigen Behandlung und Lebensweise können Sie das Risiko deutlich senken. Viele Menschen leben gut mit Osteoporose. Sollten Sie sich ängstlich oder niedergeschlagen fühlen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt – er kann Ihnen psychologische Unterstützung oder Selbsthilfegruppen empfehlen. Für akute Krisen ist die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 rund um die Uhr erreichbar.
Vorbeugung
Ein gewisser Knochenverlust mit dem Alter ist normal, aber Sie können viel tun, um Ihre Knochen stark zu halten: ausreichend Bewegung, eine gesunde Ernährung mit Kalzium und Vitamin D, Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkohol, und Sturzprävention. Wenn Sie bereits ein erhöhtes Risiko haben, kann Ihr Arzt Ihnen empfehlen, früher mit der Vorsorge zu beginnen. Eine vollständige Verhinderung ist nicht immer möglich, aber das Risiko für Brüche kann erheblich gesenkt werden.
Früherkennungsprogramme
Die Knochendichtemessung (DEXA) ist an sich ein Screening-Verfahren. Frauen ab 65 Jahren und Männer ab 70 Jahren sollten mit ihrem Arzt besprechen, ob eine Messung sinnvoll ist. Auch bei jüngeren Menschen mit Risikofaktoren kann eine frühere Untersuchung empfohlen werden. Die Kosten werden in der Regel von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind.
Komplikationen
Unbehandelt
- Erhöhtes Risiko für Knochenbrüche, vor allem an der Hüfte, der Wirbelsäule und dem Handgelenk.
- Wirbelbrüche können zu chronischen Rückenschmerzen, Körpergrößenverlust und einer verkrümmten Haltung („Witwenbuckel“) führen.
- Hüftbrüche im Alter erfordern oft eine Operation und können die Selbstständigkeit stark beeinträchtigen.
Langzeitprognose
Mit einer rechtzeitigen Diagnose und Behandlung ist die Prognose heute gut. Viele Menschen mit Osteoporose können Brüche vermeiden und ein aktives, selbstbestimmtes Leben führen. Die Knochendichte lässt sich durch Medikamente und Lebensstiländerungen stabilisieren oder sogar leicht verbessern. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten und bleiben Sie in Bewegung – das ist der beste Weg für starke Knochen.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Guidance may differ by country or region. Confirm local recommendations with a qualified healthcare provider.