Bone scan patient guide
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Knochenszintigramm (auch Knochenscan genannt) ist eine bildgebende Untersuchung, mit der der Arzt Veränderungen im Knochenstoffwechsel sichtbar machen kann. Dabei wird eine schwach radioaktive Substanz in die Blutbahn gespritzt, die sich besonders in Bereichen mit erhöhtem Knochenumbau anreichert. Ein spezielles Kamerasystem erstellt dann Aufnahmen des gesamten Skeletts oder bestimmter Knochenabschnitte.
Wichtige Fakten
- Das Knochenszintigramm ist eine schmerzlose und schonende Untersuchung.
- Es zeigt Bereiche mit verstärkter oder verminderter Knochenaktivität – zum Beispiel bei Verletzungen, Entzündungen, Tumoren oder Gelenkverschleiß.
- Die Strahlenbelastung ist gering, etwa vergleichbar mit einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs.
- Die Aufnahmen dauern etwa 2 bis 4 Stunden nach der Injektion, die gesamte Untersuchung kann bis zu 5 Stunden in Anspruch nehmen.
Knochenszintigrafien werden in der Medizin recht häufig eingesetzt, vor allem wenn andere Verfahren (wie Röntgen) keine ausreichende Klarheit geben. Sie sind eine Standardmethode in der Nuklearmedizin.
Die Untersuchung wird bei Menschen jeden Alters durchgeführt – von Kindern mit Verdacht auf Knocheninfektionen bis zu älteren Erwachsenen mit Gelenkbeschwerden oder Krebserkrankungen. Ihr Arzt entscheidet, ob ein Knochenszintigramm für Sie sinnvoll ist.
Symptome
- Plötzliche, starke Knochenschmerzen, die eine Bewegung unmöglich machen
- Verdacht auf einen Bruch des Oberschenkelhalses oder der Wirbelsäule mit Lähmungserscheinungen
- Knochenschmerz mit Fieber über 39 °C und allgemeinem Krankheitsgefühl (mögliche Knocheninfektion)
- ⚠Schmerzen, die trotz Ruhe und Schonung über mehrere Tage nicht besser werden
- ⚠Schwellung oder Wärmegefühl über einem Knochen ohne klaren Grund
- ⚠Neu aufgetretene Knochenschmerzen bei bekannter Krebserkrankung
Häufige Symptome
- Unklare Knochenschmerzen, die länger als ein paar Wochen anhalten
- Schwellung oder Rötung über einem Knochen
- Verdacht auf einen Bruch, der auf dem Röntgenbild nicht sichtbar ist
- Bekannte Krebserkrankung (z. B. Brust-, Prostata- oder Lungenkrebs) – zur Suche nach Tochtergeschwülsten im Knochen
Symptome bei Kindern
- Hinken oder Schonhaltung eines Beins
- Fieber mit Knochenschmerz (mögliche Knocheninfektion)
- Unklare Gelenkschmerzen oder Bewegungseinschränkungen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schmerzen in der Hüfte, im Rücken oder in den Beinen bei Bewegung
- Verdacht auf einen Ermüdungsbruch (Stressfraktur)
- Schmerzen nach einem Sturz, wenn das Röntgenbild unauffällig ist
- Abklärung von Gelenkverschleiß (Arthrose) oder Morbus Paget
Ursachen
Hauptursachen
- Knochenbrüche (Frakturen), auch feine Risse, die im Röntgenbild unsichtbar sind
- Knochenentzündungen (Osteomyelitis)
- Gutartige Knochentumore (z. B. Osteoidosteom) oder bösartige Tumore (Knochenmetastasen)
- Gelenkerkrankungen wie Arthrose oder rheumatoide Arthritis
- Morbus Paget (eine Knochenstoffwechselstörung)
- Knochendurchblutungsstörungen (z. B. bei Sichelzellanämie)
Risikofaktoren
- Alter (höheres Risiko für Arthrose, Osteoporose und Knochenmetastasen)
- Bekannte Krebserkrankung (besonders Brust-, Prostata-, Lungen- oder Schilddrüsenkrebs)
- Längerer Gebrauch von Kortison oder anderen knochenschädigenden Medikamenten
- Vorherige Knochenbrüche oder Operationen am Skelett
- Infektionen, die auf den Knochen übergreifen können (z. B. offene Wunden, Knieprothesen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen, heftigen Knochenschmerzen, besonders nach einem Sturz oder Unfall
- Wenn Sie einen Knochen nicht mehr belasten können oder Lähmungserscheinungen auftreten
- Bei Fieber und Schüttelfrost zusammen mit Knochenschmerzen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei anhaltenden, aber nicht akuten Knochenschmerzen (über Wochen)
- Wenn Ihr Arzt eine weiterführende Untersuchung empfiehlt, weil das Röntgenbild unklar ist
- Bei einer bekannten Krebserkrankung zur Planung der Behandlung
Diagnose
Die Entscheidung für ein Knochenszintigramm trifft Ihr Arzt aufgrund Ihrer Beschwerden, Ihrer Krankengeschichte und vorheriger Untersuchungen (z. B. Röntgen, Blutbild). Die Durchführung übernimmt eine spezialisierte Abteilung für Nuklearmedizin im Krankenhaus oder in einer Praxis.
Mögliche Untersuchungen
- Vor der Untersuchung: eine Venenverweilkanüle (Zugang) zur Injektion der schwach radioaktiven Substanz
- Wartezeit von 2–4 Stunden – Sie können in dieser Zeit meistens auf einer Station oder im Wartebereich bleiben
- Die eigentliche Aufnahme: Sie liegen auf einem speziellen Tisch, eine Gamma-Kamera fährt langsam über Ihren Körper – die Aufnahme dauert etwa 30–60 Minuten
- Selten werden zusätzlich Aufnahmen zu einem späteren Zeitpunkt (Spätaufnahmen) gemacht, um bestimmte Prozesse besser darzustellen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor der Untersuchung: Sie bekommen eine Injektion mit einer kleinen Menge radioaktiver Flüssigkeit. Danach müssen Sie etwa 2–4 Stunden warten. In dieser Zeit sollten Sie viel trinken (Wasser oder Tee), damit die Substanz gut in die Knochen gelangt und überschüssiges Material über die Nieren ausgeschieden wird. Während der Aufnahme liegen Sie ruhig auf einem Liegetisch. Die Kamera bewegt sich, aber Sie spüren nichts. Nach der Untersuchung können Sie sofort nach Hause gehen. Die Strahlenbelastung ist so gering, dass Sie keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen treffen müssen – für den Kontakt zu anderen Menschen besteht keine Gefahr. Stillende Mütter sollten jedoch kurz mit ihrem Arzt besprechen, ob eine mehrtägige Stillpause nötig ist.
Behandlung
Ein Knochenszintigramm selbst ist eine reine Untersuchungsmethode, keine Behandlung. Falls die Aufnahmen Auffälligkeiten zeigen, bespricht Ihr Arzt mit Ihnen die möglichen Ursachen und leitet die passende Therapie ein. Diese richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung – zum Beispiel Schmerztherapie, Antibiotika bei Infektionen, Operationen oder Krebstherapien.
Selbsthilfe zu Hause
- Nach der Untersuchung viel trinken, um die radioaktive Substanz auszuscheiden
- Bei Knochenschmerzen: Schonung und Kühlung nach Absprache mit dem Arzt
- Vermeiden von anstrengenden Aktivitäten, bis die genaue Ursache der Beschwerden bekannt ist
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung richtet sich nach der Diagnose. Mögliche Ansätze sind: entzündungshemmende oder schmerzlindernde Medikamente, Antibiotika bei Knocheninfektionen, physikalische Therapie (Krankengymnastik) oder Eingriffe zur Stabilisierung von Knochenbrüchen. Bei Krebserkrankungen kommen Strahlentherapie, Hormon- oder Chemotherapie in Frage – das entscheidet der Facharzt. Sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt über die für Sie passende Behandlungsoption. Keine Eigenbehandlung ohne ärztliche Anweisung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt infrage, wenn das Knochenszintigramm einen Bruch zeigt, der nicht von selbst heilt, oder wenn ein Tumor oder eine Infektion operativ entfernt werden muss. Auch bei manchen Arthrosefällen kann eine Gelenkersatz-OP (Prothese) nötig sein. Ihr Chirurg wird den Eingriff mit Ihnen vorher ausführlich besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem Knochenszintigramm haben Sie keine Einschränkungen im Alltag. Sollte eine Knochenerkrankung festgestellt werden, hängt der Alltag von der Art und Schwere der Erkrankung ab. Ihr Arzt gibt Ihnen konkrete Empfehlungen, ob Sie bestimmte Bewegungen vermeiden oder ob Sie Hilfe im Haushalt benötigen.
Tipps für den Alltag
- Ausreichend Bewegung, aber ohne Überlastung der schmerzenden Knochen
- Bei Osteoporose: Sturzprophylaxe (z. B. rutschfeste Teppiche, gute Beleuchtung)
- Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum vermeiden – beides schwächt die Knochengesundheit
- Ausreichend Schlaf, um die Regeneration zu fördern
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Kalzium (Milchprodukte, grünes Gemüse) und Vitamin D (Sonne, Fisch, Eier) unterstützt starke Knochen. Bei nachgewiesener Erkrankung kann eine Ernährungsberatung sinnvoll sein. Bewegung wie Spaziergänge, leichtes Krafttraining oder Schwimmen hält die Knochen in Schwung – fragen Sie Ihren Arzt oder Physiotherapeuten, welche Übungen für Sie geeignet sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Wartezeit auf das Ergebnis oder die Diagnose einer ernsten Erkrankung kann belastend sein. Es ist normal, sich unsicher oder ängstlich zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Sorgen, oder suchen Sie sich eine Vertrauensperson. Bei anhaltender Belastung kann eine psychologische Beratung helfen. Bei akuten Krisen wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge (kostenfrei, rund um die Uhr) oder Ihre lokale psychiatrische Notfallambulanz.
Vorbeugung
Nicht alle Erkrankungen, die ein Knochenszintigramm zeigen kann, sind vermeidbar. Allgemein können Sie Ihre Knochengesundheit durch eine kalzium- und vitaminreiche Ernährung, regelmäßige Bewegung, Vermeidung von Rauchen und übermäßigem Alkohol sowie durch Sturzprophylaxe unterstützen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Knochendichtemessungen für Sie sinnvoll sind (z. B. bei Osteoporose-Risiko).
Früherkennungsprogramme
Eine routinemäßige Knochenszintigrafie zur Vorsorge gibt es nicht. Die Untersuchung wird nur bei konkreten Beschwerden oder bei bekanntem Krebsrisiko durchgeführt. Für bestimmte Krebsarten (z. B. Brustkrebs) gibt es Leitlinien, die eine Knochenszintigrafie als Staging-Untersuchung empfehlen – das entscheidet Ihr Arzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ein unbehandelter Knochenbruch kann schlecht heilen oder zu Fehlstellungen führen
- Eine verschleppte Knocheninfektion kann auf das umliegende Gewebe oder die Blutbahn übergreifen (lebensbedrohliche Sepsis)
- Unentdeckte Knochenmetastasen können fortschreiten und zu Knochenbrüchen oder Lähmungen führen
- Chronische Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, die die Lebensqualität mindern
Langzeitprognose
Die meisten Erkrankungen, die mit einem Knochenszintigramm entdeckt werden, lassen sich gut behandeln – je früher, desto besser. Bei rechtzeitiger Diagnose sind die Heilungschancen oft sehr gut. Auch bei schwereren Erkrankungen wie Krebs gibt es heute viele wirksame Therapien, die die Lebensqualität verbessern und das Fortschreiten verlangsamen können. Ihr Behandlungsteam begleitet Sie und steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Bleiben Sie zuversichtlich – moderne Medizin bietet viele Möglichkeiten.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.