Atem-MRT: Was Sie erwartet
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Atem-MRT (Magnetresonanztomographie) ist ein bildgebendes Verfahren, das die Lunge und die Atemwege während des Atmens genau darstellt. Anders als ein Röntgenbild oder CT verwendet es keine Röntgenstrahlen, sondern starke Magneten und Radiowellen. Sie liegen dabei in einer Röhre und werden gebeten, bestimmte Atemmanöver durchzuführen (z. B. tief ein- und auszuatmen oder kurz die Luft anzuhalten). So können die Ärzte die Bewegung der Lunge und mögliche Veränderungen beurteilen.
Wichtige Fakten
- Das Atem-MRT ist schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung.
- Es dauert etwa 30–60 Minuten, je nachdem wie viele Aufnahmen nötig sind.
- Sie können während der Untersuchung über eine Gegensprechanlage mit dem Personal sprechen.
Atem-MRT wird bei bestimmten Lungenfragen gezielt eingesetzt, aber nicht bei jeder Atemwegsuntersuchung. Häufiger kommen Röntgen und CT zum Einsatz.
Das Verfahren wird vor allem bei Menschen mit Verdacht auf Lungenerkrankungen wie Tumore, Entzündungen (z. B. Lungenfibrose) oder Gefäßveränderungen eingesetzt. Auch bei Kindern oder Schwangeren kann es wegen fehlender Strahlung bevorzugt werden.
Symptome
- Plötzliche, schwere Atemnot
- Brustschmerzen, die in den Arm oder Kiefer ausstrahlen
- Husten mit blutigem Auswurf
- Blaue Lippen oder stark blasse Haut
- ⚠Fieber über 39°C mit Atembeschwerden
- ⚠Verschlechterung einer bekannten Lungenerkrankung innerhalb weniger Stunden
- ⚠Starke Schwellung im Gesicht oder Hals
Häufige Symptome
- Anhaltender Husten
- Kurzatmigkeit (Dyspnoe) bei Belastung oder in Ruhe
- Schmerzen im Brustkorb beim Atmen
- Ungewollter Gewichtsverlust
Symptome bei Kindern
- Schnelles oder erschwertes Atmen
- Bläue der Lippen oder Haut (Zyanose)
- Wiederkehrende Lungenentzündungen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Zunehmende Atemnot bei Alltagsaktivitäten
- Chronischer Husten mit Auswurf
- Müdigkeit und Schwächegefühl
Ursachen
Hauptursachen
- Lungenkrebs oder gutartige Tumore
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
- Lungenentzündung (Pneumonie)
- Lungenfibrose (Vernarbung des Lungengewebes)
Risikofaktoren
- Rauchen (aktiv oder Passivrauchen)
- Berufliche Exposition gegenüber Schadstoffen (Asbest, Quarzstaub, Chemikalien)
- Familienanamnese von Lungenkrebs oder Lungenfibrose
- Vorerkrankungen wie Asthma oder wiederkehrende Infekte
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke oder sich schnell verschlechternde Atemnot
- Blutiger Auswurf
- Brustschmerzen beim Atmen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Husten, der länger als 3 Wochen anhält
- Ungeklärte Heiserkeit
- Verdacht auf Lungenkrebs nach Risikobeurteilung
Diagnose
Ein Atem-MRT wird von einem Radiologen durchgeführt und ausgewertet. Vor der Untersuchung prüft der Arzt anhand Ihrer Beschwerden und Vorbefunde, ob ein MRT das richtige Verfahren ist. Möglicherweise sind vorher einfachere Tests wie ein Röntgen oder eine Lungenfunktionsprüfung notwendig.
Mögliche Untersuchungen
- Anamnese (ärztliches Gespräch zu Beschwerden und Risiken)
- Körperliche Untersuchung (Abhören der Lunge)
- Lungenfunktionstest (Spirometrie)
- Blutuntersuchung
- Atem-MRT
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie liegen auf einer Liege, die in die MRT-Röhre gefahren wird. Vorher legen Sie Metallgegenstände (Schmuck, Gürtel, Münzen) ab. Sie bekommen über Musik oder Oropax Lärm gedämpft. Während der Aufnahmen erhalten Sie Anweisungen wie „Tief einatmen, Luft anhalten“ oder „Gleichmäßig atmen“. Die Bilder werden zwischen den Atemzügen aufgenommen. Es ist wichtig, dass Sie ruhig liegen bleiben. Nach der Untersuchung sind keine Einschränkungen nötig – Sie können sofort nach Hause gehen.
Behandlung
Ein Atem-MRT selbst ist keine Behandlung – es dient der Diagnose. Die Therapie richtet sich nach der gefundenen Erkrankung. Mögliche Behandlungsschritte können Medikamente, Atemtherapie oder andere Maßnahmen umfassen. Ihr behandelnder Arzt wird mit Ihnen den individuellen Plan besprechen.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft (je nach Belastbarkeit)
- Atemübungen, die die Lungenfunktion verbessern (z. B. Lippenbremse)
- Strikter Verzicht auf Rauchen
- Ausreichend Flüssigkeit trinken, um Schleim zu verflüssigen
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung hängt von der Diagnose ab: Bei Entzündungen können Antibiotika oder Kortisonpräparate (keine Namen) verordnet werden. Bei fibrotischen Erkrankungen kommen antifibrotische Medikamente infrage. Bei Tumoren sind oft Operation, Strahlentherapie oder zielgerichtete Therapien nötig. Ihr Arzt wird gemeinsam mit Ihnen die beste Option wählen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann nötig sein, wenn ein Lungentumor entfernt werden muss, eine Zyste oder ein Abszess vorliegt oder bei schwerem Lungenemphysem eine Lungenteilverkleinerung sinnvoll ist.
Leben mit der Erkrankung
Wenn eine Lungenerkrankung festgestellt wurde, können Maßnahmen wie Atemtraining, medikamentöse Einstellung und eine Ernährungsumstellung helfen, den Alltag zu erleichtern. Planen Sie Pausen ein und beobachten Sie Ihre Belastungsgrenze.
Tipps für den Alltag
- Nikotin völlig meiden – auch Passivrauchen
- Sich regelmäßig an die frische Luft begeben (aber bei Smog oder Allergien Vorsicht)
- Schadstoffe am Arbeitsplatz vermeiden (Schutzmasken)
- Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken durchführen lassen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und ausreichend Eiweiß unterstützt die Lungenfunktion. Lungensport-Gruppen bieten angeleitetes Ausdauer- und Krafttraining, das auf Ihre Erkrankung abgestimmt ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Lungenkrankheit kann Ängste und depressive Verstimmungen auslösen – besonders, wenn die Atemnot zunimmt. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt über Ihre psychische Belastung. Psychotherapie oder Selbsthilfegruppen können sehr unterstützen.
Vorbeugung
Lungenerkrankungen lassen sich nicht immer verhindern. Aber Sie können das Risiko senken, indem Sie nicht rauchen, Schadstoffe meiden und sich gesund ernähren. Regelmäßige Bewegung stärkt die Lunge. Bei beruflicher Gefährdung sollten Sie Atemschutz tragen.
Impfungen
Die Impfung gegen Grippe (Influenza) und Pneumokokken wird für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem empfohlen. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt.
Früherkennungsprogramme
Für Risikogruppen (z. B. langjährige Raucher ab 50 Jahre) wird in den Leitlinien ein regelmäßiges Lungenkrebs-Screening mittels Niedrigdosis-CT erwogen. Ein Atem-MRT ist derzeit kein Standard-Screening. Ihr Arzt kann Sie beraten, ob eine Früherkennung für Sie infrage kommt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreiten der Lungenerkrankung mit zunehmender Atemnot
- Verschlechterung der Lungenfunktion bis zur Sauerstoffpflichtigkeit
- Bei Krebs: Bildung von Metastasen in anderen Organen
- Wiederkehrende Lungenentzündungen durch verminderte Atemmechanik
Langzeitprognose
Mit frühzeitiger Diagnose und angepasster Behandlung ist die Prognose vieler Lungenerkrankungen heute deutlich besser als früher. Auch bei schweren Fällen können Therapien die Lebensqualität und -dauer verbessern. Entscheidend ist, dass Sie mit Ihrem Arzt regelmäßig die Behandlung überprüfen und anpassen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Lungenstiftung e.V. · Deutschland
- Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner e.V. · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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