Röntgenaufnahme der Lunge (Röntgen-Thorax) – einfach erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Röntgenaufnahme der Lunge (auch Röntgen-Thorax oder Brustkorb-Röntgen genannt) ist eine schnelle, schmerzlose Untersuchung, bei der mit Hilfe von Röntgenstrahlen ein Bild von Ihrem Brustkorb erstellt wird. So können Ärzte Ihre Lunge, Ihr Herz, die Rippen und die großen Blutgefäße beurteilen. Die Strahlenbelastung ist sehr gering und für Erwachsene unbedenklich.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und ist völlig schmerzfrei.
- Sie hilft, Erkrankungen wie Lungenentzündung, Lungenkrebs, Flüssigkeit oder Luft in der Lunge (Pneumothorax) zu erkennen.
- Eine Röntgenaufnahme allein kann nicht alle Lungenkrankheiten ausschließen – manchmal sind weitere Untersuchungen nötig.
Ja, die Röntgenaufnahme der Lunge ist eine der häufigsten bildgebenden Untersuchungen weltweit. Sie wird bei Atembeschwerden, Husten, Brustschmerzen oder im Rahmen von Routineuntersuchungen eingesetzt.
Sie kann bei Menschen jeden Alters durchgeführt werden, von Kindern bis zu älteren Erwachsenen. Besonders wichtig ist sie bei Personen mit Atemnot, anhaltendem Husten, Fieber unklarer Ursache oder nach Unfällen.
Symptome
- Plötzliche, starke Atemnot
- Brustschmerzen, die in den Arm, Kiefer oder Rücken ausstrahlen
- Bluthusten in größeren Mengen
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- ⚠Fieber über 39 °C mit Schüttelfrost und Husten
- ⚠Atemnot, die sich innerhalb weniger Stunden verschlimmert
- ⚠Brustschmerzen, die beim Einatmen oder Husten stärker werden
Häufige Symptome
- Anhaltender Husten (länger als 3 Wochen)
- Atemnot oder erschwerte Atmung
- Schmerzen im Brustkorb, besonders beim Einatmen
- Fieber in Verbindung mit Husten (mögliche Lungenentzündung)
- Blut im Auswurf
Symptome bei Kindern
- Schnelle oder angestrengte Atmung
- Einziehen der Haut zwischen den Rippen beim Einatmen
- Fieber ohne erkennbare Ursache
- Husten, der nicht besser wird
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verstärkte Kurzatmigkeit bei Belastung
- Verwirrtheit oder Müdigkeit (kann auf Lungenentzündung hinweisen)
- Verschlechterung einer bestehenden Lungenerkrankung (z. B. COPD)
- Anhaltender Husten oder Heiserkeit
Ursachen
Hauptursachen
- Eine Röntgenaufnahme wird angeordnet, um die Ursache von Atembeschwerden oder Brustschmerzen zu finden.
- Häufige Gründe: Verdacht auf Lungenentzündung, Lungenkrebs, Flüssigkeitsansammlung zwischen Lunge und Rippenfell (Pleuraerguss) oder ein zusammengefallener Lungenflügel (Pneumothorax).
- Sie wird auch nach Unfällen gemacht, um Rippenbrüche oder Lungenverletzungen auszuschließen.
Risikofaktoren
- Die Strahlenbelastung ist sehr gering – das Risiko ist bei einmaliger Untersuchung praktisch nicht vorhanden.
- Schwangere Frauen sollten ihren Arzt informieren, da das ungeborene Kind empfindlicher auf Strahlung reagiert. In der Regel wird dann ein anderer Test, z. B. Ultraschall, bevorzugt.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher Atemnot oder starken Brustschmerzen sofort 112 anrufen oder in die nächste Notaufnahme gehen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie länger als 3 Wochen Husten haben, ohne dass es besser wird.
- Bei wiederkehrenden Atemproblemen, Fieber unklarer Ursache oder unerklärlichem Gewichtsverlust.
Diagnose
Die Röntgenaufnahme wird von einem Radiologen oder Facharzt beurteilt. Er oder sie betrachtet die Dichte der Gewebe im Bild, um Auffälligkeiten wie Entzündungen, Tumore, Flüssigkeit oder Brüche zu erkennen.
Mögliche Untersuchungen
- Röntgen-Thorax in zwei Ebenen (von vorne und von der Seite)
- Gegebenenfalls zusätzliche Aufnahmen in speziellen Positionen (z. B. liegend bei Verdacht auf Flüssigkeit)
- Manchmal eine Computertomographie (CT), wenn das Röntgenbild nicht eindeutig ist
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden gebeten, Ihren Oberkörper freizumachen (Büstenhalter, Ketten, Ohrringe entfernen). Dann stellen Sie sich vor das Röntgengerät. Der Arzt bittet Sie, tief einzuatmen und kurz die Luft anzuhalten. Die Aufnahme dauert nur den Bruchteil einer Sekunde. Danach bleiben Sie kurz in Position, bis der Techniker die Qualität des Bildes überprüft.
Behandlung
Die Behandlung hängt ganz von der Ursache ab, die auf dem Röntgenbild gefunden wird. Bei einer Lungenentzündung werden meist Antibiotika verordnet. Bei Flüssigkeit oder einem Pneumothorax kann ein Eingriff nötig sein. Ihr Arzt wird mit Ihnen den weiteren Plan besprechen.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei leichten Atemwegsinfekten: viel trinken, schonen, bei Bedarf fiebersenkende Mittel (nach Absprache mit Arzt)
- Rauchen vermeiden – das belastet die Lunge zusätzlich
- Bei Hustenreiz: Inhalieren mit Kochsalzlösung kann helfen
Medizinische Behandlungen
Je nach Befund setzt der Arzt Medikamente wie Antibiotika bei bakteriellen Infekten oder entzündungshemmende Arzneimittel ein. Bei Tumoren oder Flüssigkeitsansammlungen können weitere Untersuchungen wie eine Bronchoskopie oder eine Punktion nötig sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt selten in Betracht, z. B. bei einem größeren Pneumothorax, der nicht von allein heilt, oder bei Lungenkrebs in einem frühen Stadium. Ihr Chirurg wird alle Optionen mit Ihnen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen, die eine Röntgenuntersuchung der Lunge erhalten, haben danach keine Einschränkungen. Sie können sofort wieder Ihren normalen Aktivitäten nachgehen.
Tipps für den Alltag
- Auf das Rauchen verzichten – das schützt Ihre Lunge am besten.
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft (auch Spaziergänge) fördert die Lungengesundheit.
- Achten Sie auf eine gute Handhygiene, um Atemwegsinfekte zu vermeiden.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt Ihr Immunsystem. Leichte Bewegung wie Walken oder Radfahren stärkt die Atemmuskulatur. Bei bestehenden Lungenerkrankungen besprechen Sie die Belastung mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Der Grund für die Röntgenuntersuchung kann Angst machen – zum Beispiel der Verdacht auf eine ernste Erkrankung. Es ist völlig normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Ängste. Manchmal hilft es, die Untersuchungsergebnisse gemeinsam anzusehen, um Klarheit zu gewinnen.
Vorbeugung
Eine Röntgenuntersuchung selbst ist eine diagnostische Maßnahme, die nicht verhindert werden muss. Sie dient der Früherkennung. Sie können jedoch Ihre Lungengesundheit fördern, um viele Erkrankungen zu vermeiden.
Impfungen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Grippeimpfung für Risikogruppen und die Pneumokokken-Impfung, um Lungenentzündungen vorzubeugen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt beinhalten in der Regel keine Röntgenaufnahme der Lunge, es sei denn, es liegen Beschwerden vor. Für Risikogruppen (z. B. starke Raucher) gibt es in einigen Regionen spezielle Lungenfrüherkennungsprogramme (CT-Screening). Fragen Sie Ihren Arzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wird eine zugrundeliegende Erkrankung wie Lungenentzündung oder Lungenkrebs nicht frühzeitig erkannt, kann sie schwerer verlaufen.
- Ein unbehandelter Pneumothorax kann zu lebensbedrohlicher Atemnot führen.
Langzeitprognose
Die Röntgenuntersuchung der Lunge ist ein wertvolles Werkzeug, um Krankheiten früh zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln. Die meisten Befunde sind gut behandelbar, wenn sie rechtzeitig entdeckt werden. Auch ernstere Diagnosen wie Lungenkrebs haben heute bessere Heilungschancen durch moderne Therapien. Ihr medizinisches Team begleitet Sie und beantwortet alle Ihre Fragen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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