Cholesterin: Vorbereitung auf das CT
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die CT-Koronarkalkmessung (Kalzium-Score) ist eine spezielle Computertomografie-Untersuchung, bei der Verkalkungen in den Herzkranzgefäßen sichtbar gemacht werden. Sie hilft, das persönliche Risiko für eine Verengung der Herzkranzgefäße (Koronare Herzkrankheit) einzuschätzen – auch wenn noch keine Beschwerden bestehen.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung ist schmerzfrei, nicht-invasiv und dauert nur etwa 10 bis 15 Minuten.
- Sie wird ohne Kontrastmittel durchgeführt – das ist besonders schonend für die Nieren.
- Der ermittelte Kalzium-Score gibt einen Hinweis auf das Ausmaß von Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose).
- Ein erhöhter Wert bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Behandlung nötig ist, sondern dass das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöht sein kann.
Die CT-Koronarkalkmessung wird zunehmend in der Herz-Kreislauf-Vorsorge eingesetzt, besonders bei Menschen mit mittlerem Risiko für eine Herzerkrankung. Sie ist eine etablierte Untersuchung, aber nicht für jeden geeignet.
Empfohlen wird sie vor allem für Menschen zwischen 40 und 70 Jahren, die ein mittleres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben – etwa aufgrund von Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten oder Rauchen. Auch bei Personen mit einer familiären Vorbelastung kann die Untersuchung sinnvoll sein.
Symptome
- Wenn Sie während der Vorbereitung oder nach der Untersuchung plötzlich Brustschmerzen, Atemnot oder ein starkes Druckgefühl im Brustkorb verspüren, wählen Sie sofort 112.
- ⚠Treten kurz nach der Untersuchung Übelkeit, Schwindel oder allergieähnliche Hautreaktionen auf, suchen Sie noch am selben Tag eine ärztliche Praxis oder eine Notaufnahme auf.
Häufige Symptome
- Die CT-Koronarkalkmessung wird in der Regel bei Menschen ohne typische Herzbeschwerden durchgeführt – sie dient der Risikoabschätzung.
Symptome bei Kindern
- Die Untersuchung wird bei Kindern in aller Regel nicht durchgeführt, da Verkalkungen der Herzkranzgefäße in diesem Alter extrem selten sind.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch bei älteren Erwachsenen (über 70 Jahre) wird die Untersuchung seltener empfohlen, da leichte Verkalkungen mit dem Alter fast immer vorkommen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die CT-Koronarkalkmessung wird durchgeführt, um Verkalkungen in den Herzkranzgefäßen (Koronararterien) zu erkennen. Diese Verkalkungen entstehen durch Ablagerungen von Fetten, Cholesterin und anderen Substanzen – ein Prozess, der als Arteriosklerose bezeichnet wird.
Risikofaktoren
- Erhöhte Blutfette (vor allem LDL-Cholesterin)
- Bluthochdruck
- Rauchen
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Familiäre Vorbelastung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich Brustschmerzen, Engegefühl in der Brust, Atemnot oder Schmerzen, die in den Arm, Kiefer oder Rücken ausstrahlen, haben – das kann auf einen Herzinfarkt hinweisen. Rufen Sie 112.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Falls Ihr Hausarzt oder Kardiologe bei Ihnen ein mittleres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen feststellt und die CT-Koronarkalkmessung empfiehlt, vereinbaren Sie einen Termin in einer Radiologiepraxis oder einem Krankenhaus.
Diagnose
Die CT-Koronarkalkmessung selbst ist eine bildgebende Untersuchung. Sie wird mit einem Computertomografen (CT) durchgeführt. Dabei werden mehrere Röntgenaufnahmen des Herzens aus verschiedenen Winkeln gemacht und zu einem 3D-Bild zusammengesetzt.
Mögliche Untersuchungen
- Vor der Untersuchung: Blutdruckmessung, Blutuntersuchung (Cholesterin, Blutzucker) und ein ärztliches Gespräch zur Risikoeinschätzung.
- Die CT-Untersuchung selbst: Sie liegen auf einer Liege, die in die CT-Röhre fährt. Elektroden auf der Brust zeichnen den Herzrhythmus auf. Der Scanner macht Bilder, während Ihr Herz schlägt.
- Nach der Auswertung: Der Radiologe berechnet den Kalzium-Score (Agatston-Score) – ein Maß für die Menge der Verkalkungen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Vorbereitung ist einfach: Sie dürfen vor der Untersuchung essen und trinken, sollten aber auf Koffein (Kaffee, schwarzer Tee, Cola) und Rauchen am Untersuchungstag verzichten, da dies den Herzschlag beeinflussen kann. Tragen Sie bequeme Kleidung ohne Metall (Reißverschlüsse, BH-Bügel). Eventuell werden Sie gebeten, kurz vor der Untersuchung zwei bis drei Atemzüge ruhig zu atmen und dann die Luft anzuhalten. Die Untersuchung ist schmerzfrei. Nach etwa 15 Minuten können Sie nach Hause gehen und allen Aktivitäten nachgehen.
Behandlung
Die CT-Koronarkalkmessung selbst ist keine Behandlung, sondern eine Risikobewertung. Je nach Ergebnis (Kalzium-Score) werden gemeinsam mit Ihrem Arzt weitere Maßnahmen besprochen – in erster Linie, um das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall zu senken.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten (z. B. aus Nüssen, Olivenöl).
- Bewegen Sie sich regelmäßig – mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche (z. B. zügiges Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen).
- Verzichten Sie auf das Rauchen und reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum.
- Bauen Sie Stress ab – zum Beispiel durch Entspannungstechniken wie Meditation oder Yoga.
Medizinische Behandlungen
Falls der Kalzium-Score erhöht ist, kann Ihr Arzt eine Behandlung mit Medikamenten zur Senkung der Blutfette (wie Statine) empfehlen. Auch Medikamente gegen Bluthochdruck oder Diabetes können Teil der Therapie sein. Die genaue Medikation wird individuell mit Ihnen besprochen. Es ist wichtig, die verordneten Arzneimittel regelmäßig einzunehmen und die Kontrolltermine wahrzunehmen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten direkt nach einer CT-Koronarkalkmessung notwendig. Falls die Untersuchung jedoch auf fortgeschrittene Verengungen hinweist, können weitere Untersuchungen (z. B. Herzkatheter) folgen. In manchen Fällen ist dann ein Stent oder eine Bypass-Operation nötig – Ihr Kardiologe wird Sie umfassend beraten.
Leben mit der Erkrankung
Ein erhöhter Kalzium-Score bedeutet nicht, dass Sie sofort krank sind. Sie können ihn als Weckruf verstehen, um Ihren Lebensstil zu verbessern und regelmäßig ärztliche Kontrollen wahrzunehmen. Die meisten Menschen mit leicht erhöhtem Wert können ihr Leben wie gewohnt führen, mit den empfohlenen Änderungen.
Tipps für den Alltag
- Ernähren Sie sich herzgesund: wenig gesättigte Fettsäuren, viel Ballaststoffe (z. B. Haferflocken, Hülsenfrüchte).
- Bewegen Sie sich an den meisten Tagen der Woche – auch kleine Einheiten (10–15 Minuten) helfen.
- Vermeiden Sie Stress und gönnen Sie sich ausreichend Schlaf (7–9 Stunden pro Nacht).
- Lassen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck, Blutzucker und Blutfette kontrollieren.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung bedeutet: viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Nüsse, Samen, fettreichen Fisch (z. B. Lachs, Makrele) und Olivenöl. Meiden Sie stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker und übermäßiges Salz. An Bewegung: Kombinieren Sie Ausdauertraining (z. B. Walken, Radfahren) mit Kräftigungsübungen (z. B. leichte Gewichte, Yoga).
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Manche Menschen fühlen sich nach einem erhöhten Kalzium-Score verunsichert oder ängstlich. Das ist normal. Es hilft, offen mit Ihrem Arzt über Ihre Sorgen zu sprechen. Die Untersuchung kann auch motivieren, positive Veränderungen anzugehen – das gibt ein Gefühl von Kontrolle über die eigene Gesundheit.
Vorbeugung
Verkalkungen der Herzkranzgefäße lassen sich nicht vollständig verhindern, aber Sie können das Risiko deutlich senken: mit einem gesunden Lebensstil, der Kontrolle von Blutdruck, Blutfetten und Blutzucker sowie dem Verzicht auf Rauchen.
Früherkennungsprogramme
Die CT-Koronarkalkmessung selbst ist eine Screening-Untersuchung. Sie wird nicht bei jedem Menschen durchgeführt, sondern nur bei bestimmten Risikogruppen nach ärztlicher Empfehlung. Regelmäßige Check-ups beim Hausarzt (Blutdruck, Blutfette, Blutzucker) sind die Basis der Vorsorge.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ein dauerhaft erhöhtes Risiko durch Verkalkungen kann zu einer Verengung der Herzkranzgefäße führen (Koronare Herzkrankheit).
- Es kann zu einem Herzinfarkt kommen, wenn ein Blutgerinnsel ein verengtes Gefäß vollständig verschließt.
- Auch eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder Herzrhythmusstörungen können die Folge sein.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Wer frühzeitig erfährt, dass ein erhöhtes Risiko besteht, kann aktiv gegensteuern. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich senken. Die CT-Koronarkalkmessung ist ein wertvolles Werkzeug, um die persönliche Gesundheitsstrategie zu schärfen – und das gibt Hoffnung und Orientierung.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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