Durchblutungs-Röntgen erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Durchblutungs-Röntgenaufnahme, auch Angiographie genannt, ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem mit Röntgenstrahlen die Blutgefäße sichtbar gemacht werden. Dabei wird ein Kontrastmittel in die Blutbahn gespritzt, damit Engstellen oder Verschlüsse in Arterien und Venen auf dem Röntgenbild zu erkennen sind.
Wichtige Fakten
- Durchblutungs-Röntgenaufnahmen werden meist in einer Klinik oder radiologischen Praxis durchgeführt.
- Vor der Untersuchung wird ein Kontrastmittel verabreicht, oft über einen Katheter (einen dünnen Schlauch).
- Die Bilder helfen, die Ursache von Durchblutungsstörungen wie Verengungen oder Verstopfungen zu finden.
Ja, die Untersuchung wird häufig eingesetzt, vor allem bei Verdacht auf verengte oder verschlossene Blutgefäße. Sie ist ein wichtiges Verfahren in der Diagnostik von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Betroffen sind vor allem Menschen mit Risikofaktoren wie Rauchen, hohem Blutdruck, Diabetes oder erhöhten Blutfettwerten. Auch ältere Menschen und Personen mit familiärer Vorbelastung werden häufiger untersucht.
Symptome
- Plötzliche, starke Schmerzen in der Brust, die bis in den Arm oder Kiefer ausstrahlen.
- Akute Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder Sehverlust (möglicher Schlaganfall).
- Ein Bein oder Arm wird plötzlich kalt, blass und fühlt sich taub an (akuter Gefäßverschluss).
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht.
- ⚠Ständig schlimmer werdende Schmerzen in den Beinen oder Armen in Ruhe.
- ⚠Ein offenes, nicht heilendes Geschwür an einem Fuß oder Zeh.
- ⚠Starke Schwellung eines Beines mit Überwärmung (mögliche tiefe Beinvenenthrombose).
Häufige Symptome
- Schmerzen in den Beinen beim Gehen, die nach Ruhe besser werden (Schaufensterkrankheit).
- Kältegefühl oder blasse Haut an Händen oder Füßen.
- Schmerzen in der Brust oder Engegefühl (Angina pectoris).
- Kurzatmigkeit bei Belastung.
Symptome bei Kindern
- Blaufärbung der Lippen oder Haut (Zyanose) bei angeborenen Herzfehlern.
- Schwierigkeiten beim Trinken oder geringe Gewichtszunahme.
- Besonders schnelle Ermüdung beim Spielen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Zunehmende Gehstreckenschmerzen.
- Langsam heilende Wunden an den Beinen oder Füßen.
- Schwindel oder Benommenheit im Stehen.
- Verschlechterung von Gedächtnis oder Konzentration (bei Durchblutungsstörungen im Gehirn).
Ursachen
Hauptursachen
- Arteriosklerose (Verkalkung der Arterien) – häufigste Ursache für Durchblutungsstörungen.
- Blutgerinnsel (Thrombosen), die ein Gefäß verstopfen.
- Entzündungen der Blutgefäße (Vaskulitiden).
Risikofaktoren
- Rauchen oder Passivrauchen.
- Hoher Blutdruck (Hypertonie).
- Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin und Triglyceride).
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).
- Bewegungsmangel und Übergewicht.
- Familiäre Vorbelastung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen, heftigen Beschwerden wie Brustschmerz oder Lähmungszeichen: Notruf 112.
- Bei einem akut kalten, blassen und schmerzhaften Bein: sofort in die nächste Notaufnahme.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei Schmerzen in den Beinen beim Gehen, die nach Ruhe nachlassen (Verdacht auf periphere arterielle Verschlusskrankheit).
- Bei wiederholten Schwindelanfällen oder Sehstörungen ohne klaren Grund.
- Bei bestehenden Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck, um eventuelle Durchblutungsstörungen frühzeitig zu erkennen.
Diagnose
Die Diagnose beginnt mit einer ausführlichen Befragung (Anamnese) und einer körperlichen Untersuchung, bei der unter anderem der Puls getastet und die Hautfarbe beurteilt wird. Eine Durchblutungs-Röntgenaufnahme (Angiographie) wird dann durchgeführt, wenn andere Verfahren wie Ultraschall oder Computertomographie nicht ausreichen oder eine genaue Darstellung der Blutgefäße notwendig ist.
Mögliche Untersuchungen
- Doppler-Ultraschall (Schalluntersuchung der Blutgefäße).
- CT-Angiographie (computertomographische Darstellung der Gefäße).
- MR-Angiographie (Magnetresonanztomographie der Gefäße).
- Konventionelle Angiographie (Durchblutungs-Röntgenaufnahme).
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei der Durchblutungs-Röntgenaufnahme liegen Sie auf einem Untersuchungstisch. Ein dünner Schlauch (Katheter) wird meist über die Leistenarterie bis zur zu untersuchenden Stelle vorgeschoben. Dann wird ein Kontrastmittel gespritzt – das kann ein kurzes Wärmegefühl auslösen. Während der Aufnahmen müssen Sie kurz stillhalten. Nach der Untersuchung wird der Katheter entfernt und die Einstichstelle für einige Minuten abgedrückt, um Blutungen zu vermeiden. Der gesamte Eingriff dauert etwa 30 bis 60 Minuten.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Durchblutungsstörung und dem Schweregrad. Im Vordergrund stehen die Änderung der Lebensgewohnheiten und medikamentöse Therapien. Manchmal sind auch Eingriffe wie eine Ballonaufdehnung (Angioplastie) oder eine Bypass-Operation nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Mit dem Rauchen aufhören – das ist einer der wichtigsten Schritte.
- Regelmäßige Bewegung, zum Beispiel Gehtraining bei Schmerzen in den Beinen.
- Gesunde Ernährung mit wenig gesättigten Fetten und viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.
- Gewichtsabnahme bei Übergewicht.
- Blutdruck und Blutzucker regelmäßig kontrollieren lassen (bei bekanntem Bluthochdruck oder Diabetes).
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Ihnen Medikamente verschreiben, die das Blut verdünnen, den Blutdruck senken oder die Blutfettwerte verbessern – immer abgestimmt auf Ihre persönliche Situation. Diese Mittel helfen, das Fortschreiten von Gefäßveränderungen zu bremsen und das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall zu senken.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn eine Verengung oder ein Verschluss sehr ausgeprägt ist und die Beschwerden trotz Medikamenten und Lebensstiländerung bestehen, kann ein Eingriff sinnvoll sein. Dazu gehören die Ballondilatation (Aufdehnung mit einem Ballonkatheter, oft mit Einsetzen einer Gefäßstütze (Stent)) oder eine Bypass-Operation (Umgehung der Engstelle mit einem körpereigenen oder künstlichen Gefäß). Diese Entscheidung trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Durchblutungsstörung können Sie aktiv umgehen, indem Sie Ihre Risikofaktoren kontrollieren und auf Warnsignale Ihres Körpers achten. Regelmäßige Arztbesuche sind wichtig, um den Verlauf zu überwachen. Viele Menschen führen ein weitgehend normales Leben, wenn die Behandlung gut eingestellt ist.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich täglich – selbst kurze Spaziergänge helfen.
- Vermeiden Sie langes Sitzen oder Stehen ohne Bewegung.
- Tragen Sie warme Socken und bequeme, nicht einengende Schuhe.
- Kontrollieren Sie Ihre Füße täglich auf kleine Verletzungen, besonders bei Diabetes.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit wenig Salz, Zucker und ungesunden Fetten unterstützt die Gefäßgesundheit. Empfehlenswert sind die Mittelmeerkost mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Fisch und Olivenöl. Auch strukturiertes Gehtraining – also regelmäßiges Gehen, bis die Schmerzen einsetzen, dann kurze Pause – kann die Gehstrecke verbessern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer Durchblutungsstörung kann Angst machen, besonders wenn sie mit Schmerzen oder Einschränkungen im Alltag verbunden ist. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre Gefühle – auch psychologische Unterstützung kann helfen.
Vorbeugung
Durchblutungsstörungen lassen sich nicht immer vollständig verhindern, aber mit einem gesunden Lebensstil und der Behandlung von Risikofaktoren lässt sich das Risiko deutlich senken. Dazu gehören: Nichtrauchen, ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten.
Früherkennungsprogramme
Screening-Untersuchungen wie die Messung des Knöchel-Arm-Index (Dopplerdruckmessung) können bei Risikopersonen (z. B. Raucher, Diabetiker) helfen, Durchblutungsstörungen früh zu erkennen. Besprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, ob eine solche Untersuchung für Sie sinnvoll ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreiten der Arteriosklerose, was zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann.
- Dauerhafte Schäden an Organen wie Nieren oder Gehirn.
- Offene, nicht heilende Wunden (Ulzera) an den Beinen oder Füßen.
- Im schlimmsten Fall Absterben von Gewebe (Gangrän), was eine Amputation nötig machen kann.
Langzeitprognose
Mit einer frühzeitigen Diagnose und konsequenten Behandlung ist die Aussicht meist gut. Viele Menschen können ihre Beschwerden lindern und die Lebensqualität erhalten oder verbessern. Wichtig ist, dass Sie aktiv mit Ihren Ärzten zusammenarbeiten und die empfohlenen Maßnahmen umsetzen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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