MRT nach COVID-19: Was Sie erwartet
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein bildgebendes Verfahren, das mithilfe eines starken Magnetfelds und Radiowellen detaillierte Querschnittsbilder Ihres Körpers erstellt. Nach einer COVID-19-Erkrankung kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin eine MRT anordnen, um mögliche Folgen der Infektion zu prüfen – zum Beispiel an Herz, Lunge oder Gehirn. Die Untersuchung ist schmerzfrei und ohne Röntgenstrahlung.
Wichtige Fakten
- Die MRT nutzt keine Röntgenstrahlen, sondern Magnetfelder und Radiowellen.
- Während der Untersuchung hören Sie laute Klopfgeräusche – Sie erhalten dafür spezielle Kopfhörer oder Ohrstöpsel.
- Sie liegen in einer engen Röhre. Manche Menschen bekommen bei Platzangst ein beruhigendes Medikament – sprechen Sie vorab mit dem Ärzteteam.
Nach einer COVID-19-Erkrankung können anhaltende Beschwerden auftreten, die man als Long-COVID oder Post-COVID-Syndrom bezeichnet. Eine MRT ist keine Routineuntersuchung für alle, aber sie wird häufiger eingesetzt, wenn anhaltende Symptome geklärt werden sollen.
Betroffen sind Menschen, die eine COVID-19-Erkrankung durchgemacht haben und weiterhin unter zum Beispiel Atemnot, Brustschmerzen, anhaltender Erschöpfung oder Konzentrationsstörungen leiden. Auch Patientinnen und Patienten nach einem schweren Verlauf können eine MRT erhalten. Die Untersuchung kann in jedem Alter veranlasst werden.
Symptome
- Bei plötzlich auftretender starker Atemnot oder dem Gefühl, keine Luft zu bekommen, sofort die 112 anrufen.
- Bei anhaltenden Brustschmerzen oder einem starken Druckgefühl in der Brust, das länger als ein paar Minuten anhält.
- Wenn Sie ohnmächtig werden oder plötzlich das Bewusstsein verlieren.
- Bei plötzlichen Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen – dies kann ein Zeichen für einen Schlaganfall sein.
- ⚠Neue oder sich wieder verschlechternde Symptome, zum Beispiel zunehmende Atemnot oder starke Kopfschmerzen.
- ⚠Fieber ohne bekannte Ursache, das über mehrere Tage anhält.
- ⚠Ein allgemeines Gefühl der schweren Krankheit oder starker Erschöpfung, das den Alltag unmöglich macht.
Häufige Symptome
- Anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung
- Kurzatmigkeit oder Atemnot bei Belastung
- Brustschmerzen oder Engegefühl
- Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme (sogenannter Brain Fog)
- Herzrasen oder Herzstolpern
Symptome bei Kindern
- Kinder können ähnliche Symptome zeigen, oft aber auch weniger spezifische Anzeichen wie Bauchschmerzen oder Kopfschmerzen.
- Manche Kinder sind nach COVID-19 ungewöhnlich schlapp oder reizbar.
- Schulprobleme durch Konzentrationsstörungen können ebenfalls auf anhaltende Beschwerden hinweisen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können anhaltende Verwirrtheit oder ein gesteigerter Verwirrtheitszustand (Delir) auftreten.
- Auch ein Abfall der allgemeinen Leistungsfähigkeit oder eine Verschlechterung bestehender Grunderkrankungen ist möglich.
- Stürze oder ein gesteigertes Sturzrisiko können Folge einer nachlassenden körperlichen Kraft sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Long-COVID-Beschwerden entstehen vermutlich durch eine überschießende Immunreaktion, anhaltende Entzündungsprozesse oder Schädigungen an Organen während der Infektion.
- Eine MRT hilft, sichtbare Veränderungen am Herzen, der Lunge oder dem Gehirn zu erkennen oder auszuschließen.
- Die Beschwerden können auch ohne erkennbare Organschäden auftreten – die MRT ist dann ein wichtiger Schritt zur Sicherheit.
Risikofaktoren
- Ein schwerer Verlauf der COVID-19-Erkrankung
- Bestimmte Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Lungenerkrankungen
- Ein höheres Lebensalter
- Ein ungeimpfter Status kann das Risiko für einen schweren Verlauf erhöhen – dies ist jedoch kein direkter Risikofaktor für Long-COVID
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Kontaktieren Sie Ihre Arztpraxis noch am selben Tag, wenn sich Ihre Beschwerden plötzlich verschlimmern oder Sie neu auftretende Symptome wie Brustschmerzen bei Belastung bemerken.
- Wenn Sie über mehrere Tage Fieber haben und sich gleichzeitig sehr schwach fühlen, ist eine ärztliche Einschätzung ratsam.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie nach einer COVID-19-Infektion länger als vier Wochen unter anhaltenden Symptomen wie Erschöpfung, Atemnot oder Konzentrationsstörungen leiden, vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
- Fragen Sie bei Unsicherheiten nach, ob eine MRT für Sie sinnvoll ist.
Diagnose
Die Diagnose von Long-COVID stellt Ihr Arzt oder Ihre Ärztin anhand der Vorgeschichte und Ihrer Symptome. Eine MRT kann dann dabei helfen, organische Ursachen zu erkennen oder auszuschließen. Sie ist nicht als alleinige Diagnosemethode gedacht, sondern eine von mehreren Untersuchungen.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch (Anamnese) und körperliche Untersuchung
- Blutuntersuchungen auf Entzündungszeichen oder andere Auffälligkeiten
- Lungenfunktionstest und Blutdruckmessung
- Echokardiografie (Herzultraschall), falls Herzprobleme vermutet werden
- MRT von Herz, Lunge oder Gehirn – je nach Art Ihrer Beschwerden
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor der MRT müssen Sie alle Metallgegenstände wie Schmuck, Uhren, Brillen oder Haarspangen ablegen. Sie liegen auf einer beweglichen Liege, die in die röhrenförmige Kammer gleitet. Das Gerät erzeugt laute, rhythmische Geräusche – Sie erhalten dafür einen Gehörschutz. Falls ein Kontrastmittel benötigt wird, bekommen Sie vorab eine Infusion in den Arm. Während der Untersuchung können Sie über eine Sprechanlage mit dem medizinischen Personal sprechen. Die Untersuchung dauert meist 20 bis 60 Minuten und ist völlig schmerzfrei.
Behandlung
Die Behandlung nach einer COVID-19-Erkrankung richtet sich nach Ihren Symptomen und den Ergebnissen der Untersuchungen. Das Ziel ist, Ihre Beschwerden zu lindern und Ihre körperliche Leistungsfähigkeit schrittweise wieder aufzubauen. Die MRT hilft dabei, passende Therapien auszuwählen.
Selbsthilfe zu Hause
- Planen Sie regelmäßige Ruhepausen ein und vermeiden Sie Überlastung.
- Führen Sie ein Symptomtagebuch, um herauszufinden, was Ihnen gut tut und was nicht.
- Trinken Sie ausreichend Wasser und essen Sie leicht verdauliche Mahlzeiten.
- Bewegen Sie sich im Rahmen Ihrer Energie, zum Beispiel mit kurzen Spaziergängen – aber vermeiden Sie anstrengende Leistungen über Ihre Grenzen.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen je nach Beschwerden physiotherapeutische Behandlungen, Atemübungen, Ergotherapie oder eine psychologische Begleitung empfehlen. Auch eine medikamentöse Behandlung der Symptome ist möglich – welche Mittel infrage kommen, entscheidet allein die Ärztin oder der Arzt. Besprechen Sie alle Optionen mit Ihrem Behandlungsteam.
Wann kommt eine Operation infrage?
In der Regel ist keine Operation erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Zu Hause kann es helfen, sich mit einer festen Struktur zu organisieren: Planen Sie Aktivitäten und Ruhephasen bewusst ein. Gehen Sie Rückschläge mit Geduld an – der Gesundungsweg ist oft nicht geradlinig. Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers.
Tipps für den Alltag
- Behalten Sie einen regelmäßigen Schlafrhythmus bei.
- Bewegen Sie sich im Rahmen Ihrer Energie – zum Beispiel mit leichter Gymnastik oder Yoga.
- Suchen Sie sich verständnisvolle Gesprächspartner:innen, um nicht allein mit den Erfahrungen zu bleiben.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten kann die Genesung unterstützen. Bei Bewegung gilt: Fangen Sie sanft an und steigern Sie die Intensität nur langsam. Hören Sie auf Ihren Körper und machen Sie Pausen, wenn Sie müde werden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Covid-Erkrankung und anhaltende Beschwerden können seelisch belastend sein. Es ist verständlich, wenn Sie sich ängstlich, reizbar oder niedergeschlagen fühlen. Suchen Sie sich Unterstützung – ein offenes Gespräch mit einer Ärztin oder einem Therapeuten kann sehr helfen. Auch Selbsthilfegruppen sind wertvoll.
Vorbeugung
Eine COVID-19-Erkrankung lässt sich nicht zu hundert Prozent verhindern, aber Schutzmaßnahmen und die Impfung können das Risiko einer Erkrankung und eines schweren Verlaufs deutlich senken.
Impfungen
Die COVID-19-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten, ob und wann eine Auffrischung für Sie sinnvoll ist.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening per MRT nach COVID-19. Eine MRT wird nur eingesetzt, wenn konkrete Beschwerden vorliegen und eine organische Ursache abgeklärt werden soll.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne medizinische Begleitung können anhaltende Long-COVID-Beschwerden den Alltag stark einschränken und die Lebensqualität mindern.
- In seltenen Fällen können Entzündungen an Herz oder Lunge nicht rechtzeitig erkannt werden und zu dauerhaften Schäden führen. Deshalb ist es wichtig, bei anhaltenden Symptomen ärztlichen Rat einzuholen.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Mit der Zeit bessern sich die meisten Long-COVID-Beschwerden deutlich. Eine MRT hilft dem Ärzteteam, gezielt zu behandeln. Viele Menschen finden nach und nach wieder zu ihrem normalen Leben zurück – auch wenn die Erholung Zeit braucht.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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