Röntgenaufnahme der Lunge nach COVID-19 verstehen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs (Thorax-Röntgen) ist eine schmerzlose Untersuchung, die ein Bild Ihrer Lunge, Ihres Herzens und der umliegenden Knochen erstellt. Sie wird manchmal nach einer COVID-19-Erkrankung gemacht, um zu prüfen, ob die Lunge gesund aussieht oder ob Veränderungen wie Entzündungen, Flüssigkeit oder Narben zu erkennen sind. Sie ist ein Hilfsmittel – Ihr Arzt beurteilt das Bild immer zusammen mit Ihren Beschwerden.
Wichtige Fakten
- Die Aufnahme ist schmerzlos und dauert nur wenige Minuten.
- Dabei wird eine geringe Röntgenstrahlung verwendet – für Erwachsene ist das unbedenklich.
- Ein unauffälliges Röntgenbild schließt eine Lungenerkrankung nicht sicher aus.
Ja, vor allem nach einem mittelschweren oder schweren COVID-19-Verlauf wird in der Nachsorge häufig eine Röntgenaufnahme der Lunge angeboten. Aber nicht jede Person braucht sie.
Betroffen sind hauptsächlich Menschen, die wegen COVID-19 im Krankenhaus behandelt wurden oder unter anhaltenden Atemproblemen leiden. Auch wer nur leichte Symptome hatte, kann eine Aufnahme erhalten, wenn der Arzt es für sinnvoll hält. Es ist kein Grund zur Sorge, wenn keine Aufnahme gemacht wird.
Symptome
- Schwere Atemnot, die das Sprechen unmöglich macht
- Starke Schmerzen in der Brust oder ein Engegefühl
- Bläuliche Lippen oder bläuliche Haut
- Plötzliche Verwirrtheit oder Ohnmachtsgefühl
- ⚠Wiederaufsteigendes Fieber nach einer Verbesserung
- ⚠Blut im Auswurf
- ⚠Zunehmender Husten oder stärkere Luftnot – Sie sollten noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen
Häufige Symptome
- Anhaltender Husten oder Husten mit Auswurf
- Luftnot bei leichter Anstrengung
- Druckgefühl oder Schmerzen im Brustkorb
- Langanhaltende Erschöpfung und Schwäche
Symptome bei Kindern
- Schnelles oder angestrengtes Atmen, manchmal mit Einziehungen der Haut zwischen den Rippen
- Bauchschmerzen oder starke Müdigkeit
- Trinkverweigerung oder Appetitlosigkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Atemnot ist oft weniger deutlich – stattdessen treten Verwirrtheit, Schwäche oder Gangunsicherheit auf.
- Eine Verschlechterung einer bereits bestehenden Herz- oder Lungenerkrankung kann hier das Hauptzeichen sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Eine Lungenentzündung durch COVID-19, die noch nicht vollständig ausgeheilt ist
- Post-COVID-Syndrom mit anhaltenden Beschwerden, obwohl die Infektion abgeklungen ist
- Andere Ursachen wie eine Lungengefäßverstopfung oder eine Herzschwäche – das Röntgenbild kann Hinweise geben
Risikofaktoren
- Höheres Lebensalter
- Schwerer Verlauf von COVID-19
- Vorbestehende Lungenerkrankungen wie COPD oder Asthma
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Rauchen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich deutlich schlechter atmen können
- Wenn Sie Blut husten
- Wenn Sie hohes Fieber über mehrere Tage haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Husten, Erschöpfung oder leichte Luftnot länger als drei Wochen bestehen
- Wenn Sie nach einem Krankenhausaufenthalt wegen COVID-19 eine Kontrolluntersuchung wünschen
Diagnose
Ihr Arzt führt zuerst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen und hört Ihre Lunge mit dem Stethoskop ab. Er fragt nach Beschwerden, Vorerkrankungen und dem Verlauf Ihrer COVID-19-Erkrankung. Die Röntgenaufnahme des Brustkorbs ergänzt diese Untersuchung – sie ersetzt sie nicht.
Mögliche Untersuchungen
- Anamnese und körperliche Untersuchung
- Röntgenaufnahme des Brustkorbs (Thorax-Röntgen)
- Je nach Befund: Blutuntersuchung, Sauerstoffmessung, Lungentest oder eine Computertomografie (CT)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden im Stehen oder Liegen geröntgt. Eine medizinische Fachkraft gibt Ihnen eine Schutzschürze und erklärt, wann Sie kurz den Atem anhalten sollen. Sie müssen nichts ausziehen, aber Metall wie Schmuck oder Knöpfe wird außerhalb der Aufnahme bleiben. Die Untersuchung dauert nur ein paar Minuten. Das fertige Bild wird von einem Facharzt für Radiologie beschrieben – Sie erhalten den Befund über Ihren behandelnden Arzt. Sie können Ihre Bilder jederzeit erklären lassen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich danach, was die Röntgenaufnahme zeigt und welche Beschwerden Sie haben. Manche Menschen brauchen nur Geduld und regelmäßige Kontrollen. Wenn die Aufnahme Auffälligkeiten zeigt, erstellt Ihr Arzt einen persönlichen Behandlungsplan – immer mit dem Ziel, dass Sie sich erholen und wieder zu Kräften kommen.
Selbsthilfe zu Hause
- Schonen Sie sich, aber bleiben Sie in kleinen Schritten aktiv.
- Trinken Sie ausreichend, solange Ihr Arzt nichts anderes empfiehlt.
- Vermeiden Sie Rauch und Staub, die die Atemwege reizen.
- Gönnen Sie sich feste Ruhepausen im Alltag.
Medizinische Behandlungen
Die medizinische Behandlung kann eine Atemtherapie oder Krankengymnastik umfassen. Auch eine vorübergehende zusätzliche Sauerstoffgabe ist möglich. Wenn eine Entzündung oder andere Ursache vorliegt, kann der Arzt geeignete Medikamente verordnen – welches und in welcher Dosierung, entscheidet er individuell. Eine pauschale Behandlung für „Post-COVID“ gibt es nicht; es wird immer auf Ihre Werte und Symptome abgestimmt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operationen sind bei Lungenveränderungen nach COVID-19 sehr selten nötig. Sie kommen praktisch nur bei bestimmten Komplikationen in Frage, etwa einem Abszess oder schweren Gefäßverschlüssen. Ein chirurgischer Eingriff wird immer ausführlich mit Ihnen vorbereitet und besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer COVID-19-Erkrankung braucht Ihr Körper oft Wochen, manchmal Monate. Bauen Sie Ihren Alltag langsam wieder auf – mit kurzen Spaziergängen, leichter Hausarbeit und festen Ruhezeiten. Hören Sie auf Ihren Körper und überfordern Sie sich nicht.
Tipps für den Alltag
- Halten Sie einen gleichmäßigen Schlafrhythmus ein.
- Wenn möglich, üben Sie Atemtechniken – zum Beispiel eine langsame, tiefe Bauchatmung.
- Pflegen Sie soziale Kontakte, auch telefonisch oder per Video.
- Nehmen Sie Unterstützung bei Haushalt oder Einkauf an.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse, Obst, Vollkorn und genug Eiweiß unterstützt die Regeneration. Bewegen Sie sich moderat – ein täglicher Spaziergang ist meist gut. Steigern Sie die körperliche Belastung nur langsam, und brechen Sie ab, wenn Sie sich ausgelaugt fühlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Es ist völlig normal, nach einer Krankheit wie COVID-19 verunsichert, ängstlich oder niedergeschlagen zu sein. Der Erholungsprozess fordert nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche. Scheuen Sie sich nicht, diese Gefühle anzusprechen – bei Ihrem Hausarzt, Ihrer Familie oder Freunden. In akuten seelischen Krisen wenden Sie sich bitte sofort an die Notaufnahme oder den Rettungsdienst (112).
Vorbeugung
Sie können einer Coronainfektion vorbeugen, indem Sie sich impfen lassen und in starken Infektionsphasen auf Abstand und Hygiene achten. Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Schlaf und Bewegung unterstützt ebenfalls Ihr Immunsystem. Trotzdem ist eine Infektion nicht ganz zu vermeiden – aber die Impfung schützt sehr zuverlässig vor schweren Verläufen.
Impfungen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die COVID-19-Impfung für alle Erwachsenen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, ob und wann eine Auffrischung für Sie sinnvoll ist. Die Impfung verringert das Risiko einer schweren Lungenerkrankung und kann auch langanhaltende Beschwerden nach der Infektion (Long-COVID) deutlich senken.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine generelle Röntgenuntersuchung zur Vorsorge nach einer COVID-19-Erkrankung. Eine Aufnahme wird gezielt gemacht, wenn Beschwerden wie Husten, Atemnot oder Leistungsknick bestehen. Auch andere Untersuchungen werden nicht automatisch durchgeführt, sondern nur, wenn der Arzt Anzeichen für ein echtes Problem sieht.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn anhaltende Beschwerden wie Luftnot nicht abgeklärt werden, kann eine behandelbare Lungenerkrankung übersehen werden.
- Eine nicht erkannte Lungengefäßverstopfung (Lungenembolie) kann gefährlich werden.
- Ich glaube, auch eine Herzschwäche kann sich als anhaltende Erschöpfung äußern – und unbehandelt fortschreiten.
Langzeitprognose
Die meisten Menschen erholen sich nach COVID-19 vollständig – auch wenn es Geduld braucht. Das Röntgenbild kann sich langsam bessern, und selbst wenn anfangs Veränderungen zu sehen sind, besteht oft gute Hoffnung auf Rückbildung. Ihre Ärzte begleiten Sie Schritt für Schritt auf dem Weg zurück in einen guten Alltag.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.