Röntgenuntersuchung bei Durchfall: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Röntgenuntersuchung des Bauches (Abdomen-Röntgen) ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem mit Hilfe von Röntgenstrahlen Aufnahmen Ihres Darms und anderer Organe erstellt werden. Sie wird manchmal eingesetzt, um die Ursache von anhaltendem oder schwerem Durchfall zu finden.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.
- Sie zeigt Strukturen wie Darmschlingen, Flüssigkeitsspiegel oder Luftansammlungen, die auf bestimmte Erkrankungen hinweisen können.
- Die Strahlenbelastung ist gering und für die meisten Menschen unbedenklich.
- Sie wird nur bei bestimmten Fragestellungen eingesetzt, nicht bei jedem Durchfall.
Eine Röntgenuntersuchung bei Durchfall wird eher selten durchgeführt, da die meisten Durchfallerkrankungen harmlos sind und ohne Bildgebung ausheilen.
Sie kommt vor allem bei Menschen mit schweren oder unklaren Durchfallbeschwerden infrage, zum Beispiel bei Verdacht auf Darmverschluss, Entzündungen oder nach Operationen.
Symptome
- Starke, anhaltende Bauchschmerzen mit hartem, aufgeblähtem Bauch
- Blut im Stuhl oder Erbrechen von Blut
- Hohes Fieber über 39°C, das nicht sinkt
- Anzeichen eines Kreislaufschocks (kalter Schweiß, schneller Puls, Benommenheit)
- ⚠Durchfall, der länger als 3 Tage anhält und nicht besser wird
- ⚠Zeichen von Austrocknung (trockener Mund, wenig Urin, Schwindel)
- ⚠Ungewollter Gewichtsverlust
- ⚠Durchfall nach Reisen in tropische Länder
Häufige Symptome
- Wässriger oder blutiger Durchfall, der länger als 3 Tage anhält
- Starke Bauchschmerzen oder Krämpfe
- Übelkeit und Erbrechen
- Fieber und Schüttelfrost
Symptome bei Kindern
- Schnelle Austrocknung (trockene Windel, wenig Urin, eingefallene Augen)
- Ungewöhnliche Müdigkeit oder Reizbarkeit
- Blut im Stuhl
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Schwächegefühl
- Deutlicher Gewichtsverlust
- Verschlechterung bestehender Grunderkrankungen
Ursachen
Hauptursachen
- Infektionen durch Bakterien, Viren oder Parasiten
- Entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
- Medikamente (z. B. Antibiotika) – bitte mit Ihrem Arzt besprechen
- Darmverschluss oder Verengungen
- Durchblutungsstörungen des Darms
Risikofaktoren
- Geschwächtes Immunsystem
- Reisen in Länder mit eingeschränkter Hygiene
- Vorerkrankungen des Darms
- Alter über 65 Jahre oder unter 5 Jahren
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie eines der Notfallsymptome bemerken (siehe oben)
- Bei heftigen Schmerzen, die nicht nachlassen
- Bei blutigem Durchfall oder Erbrechen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn milder Durchfall länger als 3–4 Tage anhält
- Bei wiederkehrenden Durchfallepisoden
- Wenn Sie unsicher sind, ob eine Untersuchung nötig ist
Diagnose
Der Arzt wird zunächst Ihre Krankengeschichte erfragen und den Bauch abtasten. Wenn ein Röntgenbild des Bauches (Abdomenübersicht) erforderlich ist, werden Sie gebeten, kurz still zu liegen, während die Aufnahme gemacht wird.
Mögliche Untersuchungen
- Anamnese und körperliche Untersuchung
- Stuhluntersuchung auf Erreger
- Blutuntersuchung (Entzündungswerte, Elektrolyte)
- Röntgen des Bauches (Abdomen-Röntgen) – oft im Stehen oder Liegen
- Gegebenenfalls weiterführende Bildgebung wie Ultraschall oder Computertomographie (CT)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden in der Radiologieabteilung gebeten, sich auf eine Liege zu legen. Die Röntgenaufnahme dauert nur wenige Sekunden. Sie spüren nichts. Die erhaltene Strahlendosis ist gering und vergleichbar mit der natürlichen Strahlung über einige Tage. Nach der Untersuchung können Sie sofort nach Hause gehen und Ihren normalen Aktivitäten nachgehen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Durchfalls, die durch die Röntgenaufnahme oder andere Untersuchungen gefunden wurde. Meist steht die Linderung der Symptome und die Vorbeugung von Austrocknung im Vordergrund.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit (z. B. Wasser, ungesüßter Tee, leichte Brühe)
- Essen Sie leichte Kost wie Zwieback, Reis, Bananen – vermeiden Sie fettige oder stark gewürzte Speisen
- Ruhen Sie sich aus, um den Körper zu entlasten
- Achten Sie auf gute Hygiene (Händewaschen), um eine Ausbreitung zu vermeiden
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache kann Ihr Arzt allgemeine Maßnahmen wie die Gabe von Durchfallmitteln (sogenannte Antidiarrhoika) oder die Auffüllung von Flüssigkeit und Elektrolyten empfehlen. Bei bakteriellen Infektionen können Antibiotika notwendig sein – diese werden nur auf ärztliche Anordnung verabreicht. Medikamente gegen Krämpfe können ebenfalls helfen, werden aber nur kurzfristig eingesetzt. Bitte fragen Sie in Ihrer Apotheke oder bei Ihrem Arzt nach geeigneten Präparaten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur sehr selten nötig, zum Beispiel bei Darmverschluss, schweren Entzündungen oder wenn das Röntgenbild einen Notfall zeigt.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem akuten Durchfall sollten Sie Ihrem Darm Zeit zur Erholung geben. Meist normalisiert sich der Stuhl innerhalb weniger Tage. Wenn die Ursache bekannt ist, können Sie Ihren Alltag entsprechend anpassen.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Stress, da er die Verdauung beeinflussen kann
- Führen Sie ein Ernährungstagebuch, um Auslöser zu erkennen
- Bewegen Sie sich regelmäßig an der frischen Luft
Ernährung und Bewegung
Nach Durchfall ist leichte Kost empfehlenswert, bis der Stuhl wieder fest ist. Danach können Sie nach und nach zu Ihrer gewohnten Ernährung zurückkehren. Leichte Bewegung wie Spazierengehen fördert die Verdauung, aber übertreiben Sie es nicht bei akuten Beschwerden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronischer oder wiederkehrender Durchfall kann belastend sein und zu Angst vor plötzlichen Durchfallattacken führen. Es ist normal, sich unsicher zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer Vertrauensperson darüber.
Vorbeugung
Die meisten Durchfallerkrankungen lassen sich durch gute Hygiene vermeiden: regelmäßiges Händewaschen, sorgfältige Zubereitung von Lebensmitteln, sauberes Trinkwasser.
Impfungen
Gegen bestimmte Erreger wie Rotaviren gibt es eine Impfung (für Säuglinge). Fragen Sie dazu Ihre Kinderarztpraxis.
Früherkennungsprogramme
Screening-Untersuchungen wie Darmspiegelung (Koloskopie) können Vorstufen von Darmerkrankungen erkennen, die Durchfall verursachen können. Die Vorsorgeempfehlungen richten sich nach Alter und Risikofaktoren.
Komplikationen
Unbehandelt
- Austrocknung (Dehydratation) – vor allem bei Kindern und älteren Menschen gefährlich
- Elektrolytstörungen, die Herzrhythmusprobleme auslösen können
- Verschlimmerung einer zugrunde liegenden Erkrankung
- Chronischer Durchfall mit Gewichtsverlust und Mangelernährung
Langzeitprognose
Die allermeisten Durchfallerkrankungen heilen von selbst. Selbst wenn eine Röntgenuntersuchung nötig war, erholen sich die meisten Menschen vollständig – besonders wenn die Ursache rechtzeitig behandelt wird. Mit einer guten medizinischen Betreuung sind schwere Komplikationen selten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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