Ekzem: Vorbereitung auf eine CT-Untersuchung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Ekzem (auch Neurodermitis oder atopisches Ekzem genannt) ist eine entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung. Die Haut ist trocken, gerötet und juckt stark. Die oberste Hautschicht – die Hautbarriere – ist geschwächt, sodass Feuchtigkeit verloren geht und Reizstoffe leichter eindringen können.
Wichtige Fakten
- Ekzeme sind nicht ansteckend.
- Typisch sind trockene, juckende Hautstellen – besonders in Ellenbogen- und Kniebeugen.
- Bei einer CT-Untersuchung mit Kontrastmittel kann die Haut empfindlich reagieren. Eine gute Vorbereitung und das Gespräch mit dem Ärzteteam sind wichtig.
Ja. In Deutschland haben etwa 10 bis 15 Prozent der Kinder und 2 bis 4 Prozent der Erwachsenen ein atopisches Ekzem. Ärztinnen und Ärzte bezeichnen es auch als Neurodermitis.
Das Ekzem beginnt meist im Säuglings- oder Kleinkindalter, kann aber auch bei Erwachsenen neu auftreten. Es betrifft Jungen und Mädchen sowie Männer und Frauen ungefähr gleich häufig. Menschen mit Allergien in der Familie sind häufiger betroffen.
Symptome
- Rufen Sie sofort den Notruf 112 an, wenn während oder nach einer CT-Untersuchung plötzlich starke Schwellungen im Gesicht oder Hals auftreten.
- Notruf 112 auch bei Atemnot, Engegefühl im Hals oder Schluckbeschwerden – das können Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion sein.
- Bei hohem Fieber und großflächiger, schmerzhafter Rötung der Haut kann eine gefährliche Infektion vorliegen – sofort Notruf 112 wählen.
- ⚠Wenn sich eitrige Bläschen, gelbe Krusten oder eine sich ausbreitende Rötung zeigen – Zeichen einer bakteriellen Hautinfektion. Suchen Sie am selben Tag Ihre Hautarztpraxis auf.
- ⚠Wenn ein Ausschlag nach einer CT mit Kontrastmittel auftritt – auch erst nach Stunden. Bitte suchen Sie noch am selben Tag die nächste Notfallambulanz auf oder wenden Sie sich an die ärztliche Stelle, die die CT veranlasst hat.
- ⚠Bei sehr starkem Juckreiz, der trotz Pflege nicht nachlässt, sollten Sie innerhalb von 24 Stunden eine ärztliche Praxis aufsuchen.
Häufige Symptome
- Trockene, schuppige Hautstellen
- Starker Juckreiz, besonders nachts
- Rötung und Schwellung
- Nässende Bläschen oder gelbe Krusten bei Entzündung
- Dicke, ledrige Haut bei langem Verlauf
Symptome bei Kindern
- Ekzeme treten oft im Gesicht, an den Arm- und Kniebeugen oder am Körper auf
- Kratzspuren und wunde Stellen durch ständiges Reiben
- Bei Babys: Milchschorf auf der Kopfhaut
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Haut ist insgesamt sehr trocken und empfindlich
- Betroffen sind häufiger Hände, Füße, Ellenbogen und Knie
- Der Juckreiz ist oft stärker als in jungen Jahren und kann den Schlaf stören
Ursachen
Hauptursachen
- Eine vererbte Veranlagung: Das Immunsystem reagiert stark auf Reize und löst Entzündungen aus.
- Eine geschwächte Hautbarriere: Trockene Haut verliert Feuchtigkeit und lässt Reizstoffe durch.
- Die Reaktion auf Auslöser wie Allergene, Schweiß, Stress, bestimmte Seifen oder Klimawechsel.
Risikofaktoren
- Allergische Erkrankungen in der Familie (Heuschnupfen, Asthma, Neurodermitis)
- Trockene, klimatisierte oder stark beheizte Räume
- Häufiges Händewaschen oder Kontakt mit chemischen Reizstoffen
- Kontakt mit vielen Allergenen – auch bei der CT: Kontrastmittel kann bei Menschen mit Ekzem häufiger eine Hautreaktion auslösen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Fieber, Schüttelfrost oder sich ausbreitende Hautröte mit Schmerzen
- Blasen, Geschwüre oder nässende Stellen, die sich vergrößern
- Nach einer CT-Untersuchung: plötzlicher Hautausschlag, Juckreiz oder Schwellung im Gesicht
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn der Juckreiz den Alltag oder den Schlaf beeinträchtigt
- Wenn die Hautpflege nicht mehr ausreicht und die Stelle sich nicht bessert
- Einmal im Jahr zur Kontrolle in der Hautarztpraxis – das ist empfehlenswert
Diagnose
Die Diagnose stellt in der Regel eine Hautärztin oder ein Hautarzt. Zuerst fragt sie oder er nach Ihren Beschwerden, Ihrer Krankengeschichte und möglichen Allergien. Dann betrachtet sie oder er die Haut genau. In manchen Fällen sind Allergietests sinnvoll, zum Beispiel ein Pricktest. Sollte eine CT-Untersuchung nötig sein – zum Beispiel um eine tiefe Entzündung oder eine andere Ursache abzuklären – wird das Vorgehen vorher genau besprochen. Wichtig: Teilen Sie dem Röntgen- oder Radiologieteam mit, dass Sie ein Ekzem haben und welche Stellen gerade betroffen sind. Bringen Sie am besten eine Liste Ihrer Medikamente und Pflegeprodukte mit.
Mögliche Untersuchungen
- Anamnese – das ausführliche Gespräch über Symptome, Auslöser und Familiengeschichte
- Blickdiagnose – die Ärztin oder der Arzt erkennt ein Ekzem oft an der typischen Hautveränderung
- Pricktest: Allergentropfen auf die Haut, dann wird die Haut leicht angeritzt – das Ergebnis liegt nach etwa 20 Minuten vor.
- Bluttest auf Antikörper gegen Allergene (spezifisches IgE) – nicht immer notwendig
- Eine Hautprobe (Biopsie) wird nur bei unklaren Fällen entnommen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist unkompliziert. Der Pricktest fühlt sich wie ein kurzer Pieks an. Bei der CT mit Kontrastmittel wird das Kontrastmittel meist über eine Vene gespritzt. Sie liegen dann etwa 10 bis 20 Minuten im CT-Gerät. Nach der Untersuchung können Sie wieder nach Hause gehen, sofern nichts anderes mit Ihnen besprochen wurde. Sollte es zu einer Hautreaktion kommen, haben Sie die Hilfe der medizinischen Fachkräfte direkt vor Ort.
Behandlung
Die Behandlung eines Ekzems hat drei Ziele: Die Hautbarriere reparieren, Entzündungen lindern und Juckreiz reduzieren. Die Grundlage ist eine konsequente Basispflege mit rückfettenden Cremes. Bei einem Schub können entzündungshemmende Salben zum Einsatz kommen. In schweren Fällen gibt es auch systemische Therapien, die von innen wirken. Wenn Sie eine CT-Untersuchung benötigen, wird Ihr behandelndes Team gemeinsam mit dem Radiologen entscheiden, ob und welches Kontrastmittel infrage kommt. Eine gute Hautpflege in den Tagen vor der CT hilft, die Haut zu beruhigen.
Selbsthilfe zu Hause
- Täglich ein- bis zweimal mit einer rückfettenden Creme eincremen – am besten nach dem Waschen
- Kurz und lauwarm duschen, nicht heiß baden
- Mit einem Handtuch trocken tupfen statt reiben
- Bei Juckreiz: feuchte Umschläge, kühlende Lotionen oder kurzes Auflegen eines Kühlpads (immer in ein Tuch wickeln)
- Vor der CT-Untersuchung: am Morgen nur eine dünne Schicht Pflege auf die zu untersuchende Hautstelle auftragen – die genaue Anweisung erhalten Sie vom Radiologieteam
Medizinische Behandlungen
Ärztinnen und Ärzte verschreiben bei Ekzemen je nach Schweregrad entzündungshemmende Cremes oder Salben, die die Abwehrreaktion der Haut reduzieren. In schweren Fällen kommen auch Lichttherapie oder innerlich wirkende Medikamente in Betracht. Diese Medikamente müssen individuell angepasst werden. Bitte besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Therapie für Sie passt. Auch bei der CT-Vorbereitung gilt: Wenn Sie wegen Ihres Ekzems Medikamente einnehmen, geben Sie diese bitte vor der Untersuchung an – das Team prüft, ob Sie Ihre Medikamente wie gewohnt weiternehmen können.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei einem Ekzem selbst nicht notwendig. Nur wenn sich eine tiefe Infektion (Abszess) bildet, ist ein kleiner operativer Eingriff erforderlich, um den Eiter zu entlasten. Das kommt jedoch selten vor.
Leben mit der Erkrankung
Mit einem Ekzem ist der Alltag gut machbar, wenn Sie eine feste Pflegeroutine haben. Cremen Sie mehrmals am Tag ein und meiden Sie Ihre persönlichen Auslöser. Wenn Sie eine CT-Untersuchung geplant haben, können Sie ganz normal Ihren Alltag gestalten. Klären Sie vorher telefonisch, ob Sie an dem Tag frühstücken dürfen und ob Sie Ihre Medikamente einnehmen sollen. Nehmen Sie ein Lieblingspflegeprodukt mit, falls die Haut beim Warten trocken wird.
Tipps für den Alltag
- Stress meiden oder mit Entspannungsverfahren wie Atemübungen oder Yoga abbauen
- Für ein kühles, nicht zu trockenes Schlafzimmer sorgen – feuchtes Handtuch über die Heizung hilft
- Beim Waschen parfümfreie, hautschonende Produkte verwenden
- Kleidung aus weichen Naturfasern wie Baumwolle tragen, keine Wolle direkt auf der Haut
- Vor der CT: Wechseln Sie zu parfümfreier Kleidung ohne enge Bündchen, damit die Haut nicht zusätzlich gereizt wird
Ernährung und Bewegung
Eine bestimmte Diät kann ein Ekzem nicht heilen, aber eine ausgewogene Ernährung stärkt das Immunsystem. Bei manchen Menschen provozieren bestimmte Lebensmittel einen Schub – führen Sie am besten ein Symptomtagebuch, wenn Sie den Verdacht haben. Bewegung ist erlaubt und sinnvoll. Duschen Sie danach und cremen Sie sich ein, damit der Schweiß die Haut nicht reizt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Das ständige Jucken und die sichtbaren Hautstellen können belastend sein – auch wenn eine CT-Untersuchung bevorsteht, kann das Sorgen auslösen. Es ist verständlich, dass Sie sich Gedanken machen. Ein Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sowie der Austausch mit anderen Betroffenen helfen oft. Wenn die Belastung zu groß wird, suchen Sie sich psychologische Unterstützung – das ist ein Zeichen von Stärke.
Vorbeugung
Das Ekzem selbst lässt sich nicht verhindern, weil die Veranlagung angeboren ist. Sie können aber aktiv dazu beitragen, Schübe und Komplikationen zu vermeiden: durch konsequente Basispflege, Meidung Ihrer bekannten Auslöser und regelmäßige ärztliche Kontrollen. Auch die Vorbereitung auf eine CT-Untersuchung gehört dazu: Eine gut gepflegte, unversehrte Haut reagiert weniger empfindlich auf Kontrastmittel oder Klebstoffe von Elektroden.
Impfungen
Impfungen sind bei Ekzem in der Regel ausdrücklich erwünscht, da Infektionen den Hautzustand verschlechtern können. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob bei Ihnen alle empfohlenen Impfungen auf dem Stand sind – insbesondere vor einer CT-Untersuchung ist ein guter Impfschutz sinnvoll, um Infektionen zu vermeiden.
Früherkennungsprogramme
Für Ekzeme gibt es kein allgemeines Früherkennungsprogramm. Menschen mit atopischem Ekzem haben jedoch ein leicht erhöhtes Risiko für Hautinfektionen und sollten die Haut regelmäßig auf Veränderungen beobachten. Bei langfristiger Behandlung mit Immunsuppressiva empfiehlt sich eine jährliche dermatologische Kontrolluntersuchung.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bakterielle Infektionen der Haut durch Kratzspuren (zum Beispiel durch Streptokokken oder Staphylokokken)
- Pilzinfektionen in feuchten Hautfalten
- Schlafmangel durch starken Juckreiz – das kann Konzentration und Stimmung beeinträchtigen
- Bei schwerem Verlauf: Ausbreitung der Rötung bis zu einer Hautentzündung mit Fieber (septisches Bild)
Langzeitprognose
Ein Ekzem ist in den allermeisten Fällen gut behandelbar. Viele Kinder haben nach dem Vorschulalter spürbar weniger Beschwerden. Auch im Erwachsenenalter lässt sich die Haut mit der richtigen Pflege beruhigen. Sollten Sie eine CT-Untersuchung brauchen: Sie können die Untersuchung gut vorbereitet und mit ruhiger Haut angehen. Das Ärzteteam hat Erfahrung mit empfindlicher Haut und hilft Ihnen sicher durch den Termin.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.