Ekzem: Ist ein Röntgenbild nötig?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Ekzem (auch Dermatitis genannt) ist eine entzündliche Hauterkrankung. Die Haut wird rot, juckt, trocknet aus und kann schuppen oder nässen. Ein Röntgenbild ist eine Untersuchung, bei der Strahlen den Körper durchleuchten. Für die Diagnose eines Ekzems ist ein Röntgenbild in der Regel nicht nötig. Die Ärztin oder der Arzt erkennt ein Ekzem meist an der typischen Hautbeschaffenheit und nach einem ausführlichen Gespräch. Röntgenstrahlen sind nur in seltenen Fällen sinnvoll, etwa um andere Erkrankungen wie Knochenveränderungen auszuschließen.
Wichtige Fakten
- Ekzeme sind weit verbreitet und nicht ansteckend.
- Die Diagnose wird in erster Linie durch die Betrachtung der Haut und die Krankengeschichte gestellt.
- Röntgenaufnahmen sind bei Ekzemen üblicherweise nicht Teil der Diagnostik.
Ja. Ekzeme gehören zu den häufigsten Hauterkrankungen in Deutschland. Besonders oft kommt das sogenannte atopische Ekzem (Neurodermitis) vor.
Ein Ekzem kann in jedem Lebensalter auftreten. Bei Kindern beginnt es häufig im Säuglings- oder Kleinkindalter, aber auch Erwachsene und ältere Menschen können betroffen sein.
Symptome
- Sehr schnelles Ausbreiten von Bläschen oder Hautrötungen mit starkem Krankheitsgefühl
- Plötzliche Schwellung von Gesicht, Lippen oder Zunge
- Atemnot oder Engegefühl im Hals – das kann Zeichen einer schweren allergischen Reaktion sein.
- ⚠Zunehmende Schmerzen, Rötung oder Wärme in einer Hautpartie – dies kann auf eine Infektion hinweisen.
- ⚠Fieber oder grippeähnliche Symptome in Verbindung mit einem Hautausschlag
- ⚠Wenn sich der Ausschlag trotz Behandlung ausbreitet oder sehr schmerzhaft wird.
Häufige Symptome
- Juckende, gerötete Hautstellen
- Trockene, schuppige Hautpartien
- Nässende oder verkrustete Stellen
- Verdickte Haut bei langem Bestehen
Symptome bei Kindern
- Ekzeme zeigen sich oft im Gesicht, an der Kopfhaut, an den Arm- und Kniebeugen.
- Der Juckreiz ist häufig stark und führt zu Schlafproblemen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Im Alter tritt das Ekzem oft an den Händen, am Rücken oder an den Beinen auf.
- Die Haut ist anfälliger für Trockenheit, und der Juckreiz kann ausgeprägter sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Eine gestörte Hautbarriere: Die Haut verliert zu viel Feuchtigkeit und Reizstoffe können leichter eindringen.
- Eine übertriebene Reaktion des Immunsystems auf harmlose Reize – das führt zu Entzündungen und Juckreiz.
- Häufig spielen auch genetische Faktoren eine Rolle.
Risikofaktoren
- Allergien oder Asthma in der Familie
- Trockene Luft, Klimaanlagen oder Heizungsluft
- Häufiges Händewaschen oder aggressiv reinigende Substanzen
- Stress
- Wollkleidung, die auf der Haut kratzt, oder bestimmte Hautpflegeprodukte
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Zeichen einer Hautinfektion, zum Beispiel Fieber, zunehmende Rötung, Schwellung, Wärme oder gelbliche Krusten.
- Bei starken, nässenden Hautstellen, die nicht abheilen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn der Ausschlag nach zwei Wochen nicht besser wird oder immer wiederkehrt.
- Wenn der Juckreiz den Schlaf oder Alltag stark beeinträchtigt.
- Wenn Sie unsicher sind, was Sie selbst tun können.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt führt ein ausführliches Gespräch (Anamnese) und schaut sich die betroffenen Hautstellen an. Meist ist das ausreichend. Nur wenn Unsicherheit besteht oder andere Erkrankungen dahinterstecken könnten, kommen zusätzliche Untersuchungen infrage. Ein Röntgenbild ist bei einem klassischen Ekzem nicht erforderlich. Die Versorgung in Deutschland orientiert sich an den medizinischen Leitlinien.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliche Hautuntersuchung mit einem Dermatoskop (eine Art Lupe mit Licht)
- Allergietests (Pricktest oder Pflastertest), um Auslöser zu finden
- In seltenen Fällen eine Hautprobenentnahme (Biopsie), wenn das Hautbild unklar ist
- Kein Röntgen: Eine Röntgenaufnahme zeigt Knochen und Organe, nicht die Hautoberfläche.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Termin dauert meist 10 bis 20 Minuten. Die Haut wird in Ruhe angeschaut, Sie dürfen alle Fragen stellen. Oft bekommen Sie eine Pflegeanleitung, die Sie zu Hause umsetzen können.
Behandlung
Die Behandlung eines Ekzems hat drei Ziele: die Haut beruhigen, den Juckreiz lindern und Schübe verhindern. Im Vordergrund steht eine konsequente Hautpflege. Je nach Schweregrad kommen weiterführende Behandlungen dazu.
Selbsthilfe zu Hause
- Haut täglich eincremen – am besten direkt nach dem Duschen, während die Haut noch leicht feucht ist.
- Milde, parfümfreie Reinigungsprodukte verwenden.
- Nur kurz und lauwarm duschen oder baden.
- Baumwollkleidung tragen, die weich auf der Haut liegt.
- Fingernägel kurz halten, um Kratzverletzungen zu vermeiden.
Medizinische Behandlungen
Die Ärztin oder der Arzt kann entzündungshemmende Salben oder Cremes verschreiben, die beruhigend wirken. Bei nächtlichem Juckreiz können auch Tabletten helfen, die den Juckreiz lindern. Eine weitere Möglichkeit ist die Lichttherapie, bei der die Haut kontrolliert mit bestimmtem UV-Licht behandelt wird. Welche Methode für Sie geeignet ist, muss individuell abgestimmt werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist beim normalen Ekzem nicht nötig. Nur wenn sich unter der Haut eine eitrige Zyste oder ein Abszess bildet, kann ein kleiner Eingriff zur Entlastung notwendig sein.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie feste Zeiten für die Hautpflege ein – zum Beispiel morgens und abends. Beobachten Sie, was Ihre Haut an einem bestimmten Tag braucht: Nach Stress, im Winter oder nach dem Waschen ist der Pflegebedarf höher.
Tipps für den Alltag
- Stress reduzieren – zum Beispiel durch Spaziergänge, Atemübungen oder Gespräche mit vertrauten Menschen.
- Auf ein angenehmes Raumklima achten: nicht zu warm, nicht zu trocken.
- Vor dem Schlafen gegebenenfalls spezielle Handschuhe tragen, wenn nächtliches Kratzen ein Problem ist.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann die Haut unterstützen, ersetzt aber keine ärztliche Behandlung. Es gibt keine Beweise, dass bestimmte Lebensmittel ein Ekzem heilen. Bewegung ist gut für den Kreislauf und das Wohlbefinden – duschen Sie danach und cremen Sie die Haut ein.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Sichtbarer Hautausschlag und starker Juckreiz können belasten. Sie können sich unsicher oder unwohl fühlen, manchmal auch in der Nacht wachliegen. Das ist verständlich und kein Zeichen von Schwäche. Es ist wichtig, ernst genommen zu werden. Auch psychische Unterstützung oder Beratungsgespräche können helfen, mit den Belastungen umzugehen. Wenn Sie sich akut überfordert fühlen oder keine Perspektive sehen, wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge (kostenlos unter 0800 111 0 111) oder rufen Sie im Notfall die 112.
Vorbeugung
Ein Ekzem lässt sich nicht immer verhindern, weil die Veranlagung oft angeboren ist. Aber mit einer guten Hautpflege und dem Meiden bekannter Auslöser lassen sich Schübe abschwächen und möglicherweise hinauszögern.
Impfungen
Impfungen sind auch bei Personen mit Ekzem wichtig und in der Regel gut verträglich. Wenn Sie ein Medikament einnehmen, das die Abwehr beeinflusst, besprechen Sie Impfungen vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt für Ekzeme kein routinemäßiges Screening. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Hautproblemen ist eine hautfachärztliche Abklärung sinnvoll.
Komplikationen
Unbehandelt
- Hautinfektionen durch Bakterien, die in aufgekratzte Stellen eindringen
- Narben und Pigmentveränderungen durch wiederholtes Kratzen
- Schlafmangel und damit verbundene Erschöpfung
- Zunehmende psychische Belastung im Alltag
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Bei einem Ekzem kann sehr viel erreicht werden. Mit einer konsequenten Hautpflege und der passenden Behandlung lassen sich die Beschwerden in den meisten Fällen gut kontrollieren. Bei Kindern verschwindet das Ekzem häufig bis zur Einschulung oder im Jugendalter. Auch wenn das Ekzem bleibt, bedeutet das keine lebenslange Belastung – es gibt viele Möglichkeiten, die Haut zu beruhigen und Schübe zu reduzieren.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.