Vorbereitung auf eine erektile CT-Untersuchung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bei einer erektilen CT-Untersuchung handelt es sich um eine Computertomographie (CT) des Penis. Dabei wird mit einer Medikamenteninjektion in den Penis eine Erektion herbeigeführt. Anschließend werden Schnittbilder angefertigt, um Blutgefäße und Bindegewebsstrukturen des Penis genau zu beurteilen.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung findet in einer radiologischen Praxis oder Klinik statt.
- Für die Erektion wird ein Medikament in den Penis injiziert, das dort die Blutgefäße erweitert.
- Die eigentliche CT-Aufnahme dauert nur wenige Minuten.
Diese spezielle Untersuchung wird nicht bei jedem Mann mit Erektionsproblemen durchgeführt. Sie ist eine ergänzende Diagnostik für bestimmte Fragestellungen, zum Beispiel wenn der Verdacht auf eine Gefäßursache oder eine Gewebeveränderung im Schwellkörper besteht.
Sie kommt bei Männern mit anhaltender erektiler Dysfunktion, Peniskrümmung, einer Verletzung im Genitalbereich oder vor einer Penisoperation zum Einsatz.
Symptome
- Wenn die Erektion nach der Untersuchung länger als 4 Stunden anhält: Das ist ein medizinischer Notfall. Wählen Sie sofort die 112.
- ⚠Starke Schmerzen am Penis während oder nach der Untersuchung.
- ⚠Starke Schwellung oder Blutung an der Einstichstelle.
Häufige Symptome
- Erektionsstörung: Erektionsschwierigkeiten seit mindestens mehreren Monaten.
- Peniskrümmung: deutlich gebogener Schwellkörper beim Steifwerden.
- Schmerzen bei der Erektion.
Ursachen
Hauptursachen
- Verdacht auf eine Durchblutungsstörung der Schwellkörper (arterielle oder venöse Ursache).
- Verhärtetes Bindegewebe im Penis (Plaques, wie bei einem Morbus Peyronie).
- Planung einer Operation am Penis, z. B. einer Penisprothese oder Aufrichtung.
- Klärung nach einem Trauma des Penis.
Risikofaktoren
- Diabetes, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette.
- Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose.
- Langes Zigarettenrauchen.
- Frühere Operationen im Beckenbereich.
- Bekannte Verletzungen oder frühere Penisinjektionen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Erektion nach der Injektion nicht von selbst zurückgeht – sofort Notruf 112.
- Wenn starke Schmerzen, Blutungen oder eine zunehmende Schwellung auftreten.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie länger als drei Monate Erektionsstörungen haben, sprechen Sie Ihren Hausarzt oder eine urologische Praxis an.
- Bei zunehmender Peniskrümmung oder schmerzhaften Verhärtungen vereinbaren Sie einen Termin in einer urologischen Praxis.
Diagnose
Vor dieser CT-Untersuchung führt die Ärztin oder der Arzt meist ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung durch. Zusätzlich werden oft Bluttests (Blutzucker, Fettwerte, Hormone) und eine Ultraschalluntersuchung der Schwellkörper gemacht. Die ärztlichen Leitlinien (AWMF) empfehlen, zunächst mit diesen Basismaßnahmen zu beginnen.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch (Anamnese).
- Körperliche Untersuchung des Genitalbereichs.
- Blutuntersuchung (z. B. Blutzucker, Blutfette, Testosteron).
- Ultraschall des Penis.
- Fragebogen zur erektilen Funktion.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor der Untersuchung unterschreiben Sie eine Einverständniserklärung. Sie liegen auf einer Liege. Der Penis wird desinfiziert und bei Bedarf örtlich betäubt. Anschließend wird das Medikament mit einer feinen Nadel in den Schwellkörper injiziert. Nach einigen Minuten beginnt die Erektion. Während der CT müssen Sie still liegen. Das Ganze dauert in der Regel 15 bis 30 Minuten. Danach geht die Erektion von selbst zurück.
Behandlung
Die Behandlung hängt davon ab, welche Ursache das CT zeigt. Oft ist eine ganzheitliche Vorgehensweise sinnvoll – mit Lebensstiländerung, körperlichem Training und gegebenenfalls medikamentöser Unterstützung.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Bewegung, z. B. zügiges Gehen oder Schwimmen.
- Gesunde Kost mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten.
- Stress reduzieren – etwa durch Entspannungsübungen oder Gesprächstherapie.
- Genussmittel einschränken: weniger Alkohol, besser mit dem Rauchen aufhören.
- Mit dem Partner oder der Partnerin offen über sexuelle Bedenken sprechen.
Medizinische Behandlungen
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen, zum Beispiel verschreibungspflichtige Tabletten, die die Durchblutung verbessern, eine Spritzentherapie in den Schwellkörper, ein Vakuumtherapiegerät oder andere Verfahren. Lassen Sie sich ausführlich beraten. Nehmen Sie niemals selbst gekaufte Medikamente ohne ärztliche Verordnung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (z. B. Geradestellung bei Peniskrümmung oder Einbau einer Penisprothese) wird nur in Betracht gezogen, wenn schonendere Maßnahmen nicht geholfen haben oder ein schwerer Gewebeschaden vorliegt.
Leben mit der Erkrankung
Männer mit Erektionsstörungen haben oft Hemmungen, offen darüber zu sprechen. Dabei ist es ein medizinisches Thema wie jedes andere. Suchen Sie sich einen Arzt, dem Sie vertrauen – das verbessert die Lebensqualität sehr.
Tipps für den Alltag
- Kein Tabak – Rauchen schädigt die Blutgefäße.
- Höchstens 1 Glas Wein oder Bier pro Tag und nicht täglich.
- Genug Schlaf, etwa 7 bis 9 Stunden.
- Sport: mindestens 30 Minuten an den meisten Tagen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel pflanzlicher Kost und ungesättigten Fettsäuren unterstützt die Gefäßgesundheit. Kombiniert mit regelmäßiger Bewegung kann sie die Durchblutung im gesamten Körper und damit auch in den Schwellkörpern verbessern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Erektionsprobleme können Frust, Angst und Selbstzweifel auslösen. Wenn Sie sich bedrückt fühlen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Eine psychotherapeutische Unterstützung kann sehr hilfreich sein. Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Vorbeugung
Viele Durchblutungsstörungen lassen sich durch einen gesunden Lebensstil verhindern oder verbessern. Bindegewebsablagerungen (Plaques) dagegen sind nicht sicher zu verhindern.
Früherkennungsprogramme
Bei den regelmäßigen Gesundheits-Check-ups lassen sich Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen früh erkennen – das hilft auch, Erektionsstörungen vorzubeugen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelt kann eine ursächliche Gefäßerkrankung fortschreiten und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen.
- Peniskrümmungen durch Bindegewebsplaques können sich weiter versteifen.
- Die psychische Belastung kann zunehmen und die Beziehung beeinträchtigen.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind gut: Viele Männer profitieren von einer Behandlung. Die Ursache ist häufig behandelbar. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt in Ruhe beraten – es gibt viele Möglichkeiten, die Lebensqualität zu verbessern.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) ↗ · Deutschland
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.