Erektionsstörung: Röntgenuntersuchung der Schwellkörper einfach erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bei dieser Untersuchung werden Röntgenbilder des Penis gemacht. Vorher spritzt der Arzt ein Kontrastmittel in die Schwellkörper – das sind zwei röhrenförmige Gewebestrukturen, die sich bei der Erektion mit Blut füllen. So kann der Arzt erkennen, ob die Blutgefäße richtig funktionieren. Die Untersuchung wird auch Schwellkörper-Röntgen oder Kavernosographie genannt.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung wird nur in besonderen Fällen eingesetzt, zum Beispiel wenn andere Tests keine Ursache gefunden haben.
- Sie dauert etwa 15 bis 30 Minuten und wird mit örtlicher Betäubung durchgeführt.
- In Deutschland orientieren sich Ärzte bei der Diagnose und Behandlung an der AWMF-Leitlinie zur Erektionsstörung.
Nein. Sie ist keine Routineuntersuchung, sondern ein spezielles Verfahren. Meist werden zuerst Ultraschall und andere Tests gemacht.
Sie wird vor allem bei Männern mit anhaltender Erektionsstörung eingesetzt, wenn ein Gefäßproblem vermutet wird. Auch bei einer schmerzhaften Penisverkrümmung kann sie helfen, die Ursache zu klären.
Symptome
- Eine Erektion, die länger als vier Stunden anhält und schmerzt, ist ein medizinischer Notfall. Rufen Sie sofort den Notruf 112.
- ⚠Wenn Sie plötzliche starke Schmerzen im Penis oder Hoden bemerken oder Blut im Urin sehen, suchen Sie noch am selben Tag eine ärztliche Praxis auf.
Häufige Symptome
- Erektionsstörungen über mindestens sechs Monate
- Penisverkrümmung mit Schmerzen bei der Erektion
- Erektionsprobleme nach einem Unfall oder einer Operation im Beckenbereich
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ist diese Untersuchung kaum notwendig. Sie kommt nur bei angeborenen Fehlbildungen infrage.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Männern sind häufig Durchblutungsstörungen die Ursache. Das Schwellkörper-Röntgen kann helfen, diese Gefäßschäden zu erkennen.
Ursachen
Hauptursachen
- Ein venöses Leck: Das Blut fließt aus den Schwellkörpern zu schnell ab.
- Eine Verengung oder ein Verschluss der zuführenden Arterien.
- Narbengewebe oder Verhärtungen im Schwellkörper (Peyronie-Krankheit).
Risikofaktoren
- Diabetes mellitus
- Rauchen
- Bluthochdruck
- Hohe Blutfettwerte
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei anhaltender schmerzhafter Erektion über vier Stunden sofort den Notruf 112 anrufen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie seit mehreren Monaten keine oder nur schwache Erektionen bekommen, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder einem Urologen.
Diagnose
Der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden, Vorerkrankungen und eingenommenen Medikamenten. Danach tastet er den Penis ab und untersucht die Reflexe und die Durchblutung. Falls nötig, wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Erst wenn diese keine eindeutige Antwort gibt, ist eine Röntgenuntersuchung der Schwellkörper sinnvoll. Dazu wird ein dünner Schlauch oder eine Nadel in den Schwellkörper eingeführt, das Kontrastmittel gespritzt und dann Röntgenbilder aufgenommen.
Mögliche Untersuchungen
- Gespräch über Krankengeschichte (Anamnese)
- Tastuntersuchung des Penis
- Ultraschalluntersuchung mit Doppler
- Röntgenuntersuchung der Schwellkörper (Kavernosographie)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie liegen während der Untersuchung auf einer Liege. Der Arzt desinfiziert die Haut und betäubt die Einstichstelle örtlich. Beim Spritzen des Kontrastmittels kann ein Druckgefühl entstehen. Die Bilder werden sofort auf dem Monitor sichtbar. Nach der Untersuchung müssen Sie etwa eine Stunde beobachtet werden. In den nächsten 24 Stunden sollten Sie auf Sport und Geschlechtsverkehr verzichten. Ihr Arzt erklärt Ihnen anschließend die Ergebnisse.
Behandlung
Welche Behandlung infrage kommt, hängt von der gefundenen Ursache ab. Manche Männer profitieren von Medikamenten, andere von einer Vakuum-Erektionspumpe oder einer psychologischen Beratung. Bei Gefäßproblemen kann auch ein operativer Eingriff helfen.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige körperliche Bewegung verbessert die Durchblutung
- Auf Rauchen verzichten
- Stress abbauen, zum Beispiel durch Entspannungstechniken
- Genügend Schlaf und Erholung
Medizinische Behandlungen
Arzneimittel zur Unterstützung der Erektion werden häufig eingesetzt. Sie sind rezeptpflichtig und dürfen nur nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden. Es gibt auch Schwellkörper-Injektionen oder eine Stoßwellentherapie. Diese Verfahren setzt ein Arzt in einer speziellen Sprechstunde ein. Fragen Sie Ihren Urologen, was für Sie geeignet ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird nur in schweren Fällen erwogen, zum Beispiel bei einer starken Penisverkrümmung oder wenn ein Gefäßleck verschlossen werden kann.
Leben mit der Erkrankung
Eine Erektionsstörung ist belastend, aber Sie sind damit nicht allein. Ein offenes Gespräch mit der Partnerin oder dem Partner nimmt Druck. Suchen Sie sich außerdem ärztlichen Rat. Je früher, desto besser.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen
- Alkohol nur in Maßen
- Auf ein gesundes Körpergewicht achten
- Sechs bis acht Stunden Schlaf pro Nacht
Ernährung und Bewegung
Essen Sie ausgewogen, zum Beispiel mit Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und magerem Eiweiß. Bewegung wie zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen für 30 Minuten an fünf Tagen pro Woche fördert die Gefäßgesundheit.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Scham, Angst und Selbstzweifel sind häufige Begleiter einer Erektionsstörung. Es ist wichtig, darüber zu sprechen. Eine Sexualberatung oder Psychotherapie kann sehr unterstützend wirken. Wenn Sie sich niedergeschlagen oder hoffnungslos fühlen, wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis oder eine psychosoziale Beratungsstelle – Sie müssen da nicht allein durch.
Vorbeugung
Eine Erektionsstörung ist nicht immer vermeidbar. Ein gesunder Lebensstil mit Bewegung, Nichtrauchen und normalem Gewicht senkt das Risiko für Gefäßerkrankungen – und damit auch für Erektionsstörungen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne ärztliche Hilfe kann eine Erektionsstörung das Selbstwertgefühl und die Partnerschaft stark beeinträchtigen
- Sie kann ein Warnzeichen für Herzkrankheiten oder Diabetes sein, die behandelt werden sollten
- Die seelische Belastung kann zu Depressionen führen
Langzeitprognose
Es gibt viele wirksame Behandlungen. Die meisten Männer finden mit ärztlicher Unterstützung eine Lösung, die zu ihrem Leben passt. Auch wenn die Ursache ernst ist – eine gute Behandlung verbessert oft nicht nur die Erektion, sondern auch die allgemeine Gesundheit.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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