Augenultraschall: Untersuchung des Auges ohne Strahlen – einfach erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Augenultraschall ist eine schmerzfreie Untersuchung, bei der das Auge mit Schallwellen sichtbar gemacht wird. Das Gerät sendet unhörbare Schallwellen aus, die von den inneren Strukturen des Auges zurückgeworfen werden. So kann der Arzt den Augapfel, die Netzhaut und den Sehnerv beurteilen – besonders dann, wenn er das Innere des Auges sonst nicht direkt sehen kann.
Wichtige Fakten
- Der Augenultraschall ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.
- Es wird keine Strahlung verwendet – die Schallwellen sind für den Körper ungefährlich.
- Die Untersuchung wird oft eingesetzt, wenn die Linse des Auges trüb ist, zum Beispiel bei grauem Star.
Ein Augenultraschall ist in Augenarztpraxen und Kliniken ein übliches Verfahren. Er wird immer dann eingesetzt, wenn der Arzt die inneren Teile des Auges nicht klar erkennen kann.
Das Verfahren kann bei Menschen jeden Alters durchgeführt werden, zum Beispiel bei Frühgeborenen bis hin zu älteren Menschen. Besonders häufig wird es bei älteren Erwachsenen mit grauem Star oder Erkrankungen der Netzhaut eingesetzt.
Symptome
- Plötzlicher Verlust des Sehvermögens auf einem oder beiden Augen
- Starke Schmerzen im Auge, die mit Übelkeit oder Erbrechen auftreten
- Durchstoßende Verletzung des Augapfels – sofort Notruf 112 oder die nächste Augenklinik aufsuchen
- ⚠Neues Auftreten von Lichtblitzen, Flimmern oder vielen schwarzen Flecken im Sichtfeld
- ⚠Plötzliche Rötung oder Schwellung des Auges
- ⚠Das Gefühl, dass ein Fremdkörper im Auge steckt und nicht herausgespült werden kann
Häufige Symptome
- Plötzliche Sehverschlechterung oder verschwommenes Sehen auf einem Auge
- Sehen von Blitzen oder schwarzen Punkten, die herumschwirren
- Schmerzen oder Druckgefühl im Auge
- Anschwellen oder deutlich sichtbare Veränderungen am Auge
- Verletzung des Auges durch Fremdkörper oder Schlag
Symptome bei Kindern
- Schielen oder auffällige Augenbewegungen
- Trübung der Augenlinse, die von Geburt an besteht
- Möglicherweise ein Fremdkörper im Auge, der von außen nicht sichtbar ist
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Altersbedingte Sehverschlechterung, zum Beispiel durch grauen Star
- Plötzlich auftretende Sehstörungen wie ein Schatten oder Vorhang im Blickfeld
- Kontrolluntersuchungen nach Augenoperationen, falls der Arzt die Netzhaut nicht direkt beurteilen kann
Ursachen
Hauptursachen
- Trübung der Augenlinse (grauer Star), die die Sicht auf das Augeninnere behindert
- Verdacht auf eine Netzhautablösung – die Netzhaut hat sich von der Aderhaut gelöst
- Einblutung in das Augeninnere, zum Beispiel bei bestimmten Grunderkrankungen wie Diabetes
- Verdacht auf einen Tumor oder eine Wucherung im oder hinter dem Auge
Risikofaktoren
- Kurzsichtigkeit mit starker Sehschwäche (hohe Myopie)
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- Frühere Augenoperationen oder -verletzungen
- Höheres Alter – das Risiko für Augenerkrankungen nimmt zu
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich einen Schatten, Vorhang oder Streifen in Ihrem Blickfeld bemerken.
- Wenn Sie plötzlich Flimmern oder viele neue schwarze Punkte sehen.
- Wenn Ihr Auge nach einem Unfall stark schmerzt oder Sie schlechter sehen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie merken, dass Ihre Sehkraft in den letzten Monaten nachlässt.
- Wenn Sie regelmäßig Kontrolltermine bei Ihrem Augenarzt haben – zum Beispiel wegen grauem Star oder Netzhauterkrankung.
- Wenn Sie über 60 Jahre sind und noch nie einen Augenarzt besucht haben – ein Check ist sinnvoll.
Diagnose
Der Augenarzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden und untersucht Ihr Auge mit einer Spaltlampe – das ist ein Mikroskop mit einer hellen Lichtquelle. Wenn der Blick auf das Augeninnere getrübt ist oder ein Verdacht besteht, ordnet der Arzt einen Augenultraschall an. Dabei orientiert er sich an den medizinischen Leitlinien der AWMF.
Mögliche Untersuchungen
- Sehtest zur Prüfung der Sehschärfe
- Untersuchung mit der Spaltlampe
- Augenultraschall – das Auge wird mit Schallwellen dargestellt
- Bei bestimmten Fragen auch eine Augeninnendruckmessung (Tonometrie)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei einem Augenultraschall liegen Sie bequem, meist mit geschlossenen Augen. Der Arzt trägt ein kühles Gel auf das Augenlid auf und führt eine kleine Sonde über das Auge. Sie spüren nur leichten Druck. Die Untersuchung dauert etwa 10 bis 15 Minuten und ist vollkommen schmerzfrei. Sie können direkt nach der Untersuchung wieder sehen – Sie benötigen keine Erholungszeit.
Behandlung
Der Augenultraschall selbst ist eine Untersuchung, keine Behandlung. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, die bei der Untersuchung festgestellt wird. Viele Augenerkrankungen können heute gut behandelt werden. Dabei gelten die Behandlungsempfehlungen der AWMF-Leitlinien.
Selbsthilfe zu Hause
- Schützen Sie Ihre Augen vor Sonnenlicht mit einer Sonnenbrille.
- Achten Sie auf eine gute Bildschirmhygiene – regelmäßige Pausen bei der Computerarbeit.
- Vermeiden Sie Reiben an den Augen, um Verletzungen zu vermeiden.
Medizinische Behandlungen
Je nach Diagnose kann der Arzt Behandlungsschritte vorschlagen. Dazu gehören Augentropfen zur Druckregulierung, Medikamente gegen Entzündungen, Injektionen in das Auge oder eine Lasertherapie. Auch eine Bestrahlung kann bei bestimmten Tumoren eingesetzt werden. Welche Therapie geeignet ist, entscheidet der Arzt gemeinsam mit Ihnen – immer abhängig von der Grunderkrankung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann nötig sein, wenn sich die Netzhaut abgelöst hat oder ein Tumor entfernt werden muss. Auch bei fortgeschrittenem grauem Star ist ein Eingriff mit Austausch der trüben Linse eine Standardbehandlung. Die moderne Operationstechnik ist sehr präzise und die Heilungsaussichten sind meist gut.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie eine Augenerkrankung haben, ist es wichtig, regelmäßige Kontrolltermine beim Augenarzt wahrzunehmen. Nehmen Sie Ihre Termine ernst und lassen Sie Veränderungen Ihrer Sehkraft nicht unbeachtet. Im Alltag können Sie mit guten Lichtverhältnissen und geeigneten Brillen viel erreichen.
Tipps für den Alltag
- Ausreichend Schlaf und Pausen für die Augen.
- Nichtrauchen – das schont die Blutgefäße, auch die im Auge.
- Schutzbrille tragen bei Arbeiten mit Steinen, Holz oder Chemikalien.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst kann allgemein die Augengesundheit fördern. Regelmäßige Bewegung hilft zum Beispiel dabei, Diabetes und Bluthochdruck in Schach zu halten – beides Faktoren, die die Augen krank machen können.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eingeschränktes Sehen kann belastend sein und Ängste auslösen. Sprechen Sie offen über Ihre Sorgen – mit Ihrem Arzt oder mit Angehörigen. Sie sind nicht allein.
Vorbeugung
Nicht jede Augenerkrankung kann verhindert werden. Aber gesunde Lebensgewohnheiten, Kontrollen bei Diabetikern und eine frühzeitige Behandlung von Bluthochdruck senken das Risiko für Netzhautschäden.
Früherkennungsprogramme
Für Menschen mit Diabetes ist die regelmäßige Kontrolle der Augen empfehlenswert. Auch ab dem 65. Lebensjahr kann ein jährlicher Augenarztbesuch helfen, beginnende Krankheiten früh zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte Netzhautablösung kann zu dauerhaftem Sehverlust führen.
- Ein unbehandelter Tumor im Auge kann das Sehvermögen gefährden.
- Eine nicht erkannte Einblutung im Auge kann zu Narbenbildung und bleibenden Sehstörungen führen.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind bei fast allen Augenerkrankungen gut, wenn sie früh erkannt und behandelt werden. Der Augenultraschall hilft dabei, Veränderungen sicher zu beurteilen und rechtzeitig zu reagieren. Mit den heutigen Behandlungen können viele Menschen ihr Sehvermögen erhalten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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