Ultraschall bei Kinderwunsch: einfach erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Der Fruchtbarkeitsultraschall ist eine schmerzfreie Untersuchung mit Schallwellen, bei der die Fortpflanzungsorgane (Gebärmutter, Eierstöcke, Eileiter) sichtbar gemacht werden. Er hilft Ärztinnen und Ärzten, mögliche Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch zu erkennen – zum Beispiel Zysten, Myome oder Störungen im Zyklus.
Wichtige Fakten
- Er findet meist vaginal statt, also über einen dünnen Ultraschallkopf in der Scheide.
- Er kommt ganz ohne Röntgenstrahlen aus und ist für die untersuchte Person ungefährlich.
- Die Untersuchung wird oft mehrmals im Zyklus gemacht, um die Eireifung zu beobachten.
Ja. Bei einer Kinderwunsch-Abklärung gehört der Ultraschall zur Standarduntersuchung. In Deutschland wird die Untersuchung von vielen Frauenärztinnen und -ärzten angeboten.
Der Fruchtbarkeitsultraschall betrifft alle Menschen mit Kinderwunsch, also Frauen und Paare, die sich ein Kind wünschen und medizinische Hilfe suchen. Auch bei Zyklusstörungen oder wiederholten Fehlgeburten wird die Untersuchung eingesetzt.
Symptome
- Starke, plötzliche Schmerzen im Unterbauch
- Starke vaginale Blutung, besonders während einer möglichen Schwangerschaft
- Ohnmacht oder Kreislaufzusammenbruch
- ⚠Fieber und Unterleibsschmerzen nach der Untersuchung
- ⚠Anhaltende Schmerzen, die nach der Untersuchung nicht nachlassen
Häufige Symptome
- Ausbleibende Schwangerschaft nach einem Jahr regelmäßigem ungeschütztem Geschlechtsverkehr
- Unregelmäßiger Zyklus oder Ausbleiben der Periode
- Wiederholte Fehlgeburten
- Schmerzen im Unterbauch oder beim Geschlechtsverkehr
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Mit zunehmendem Alter lässt die Fruchtbarkeit nach. Eine Ultraschalluntersuchung kann helfen, den Zustand der Eierstöcke zu beurteilen und Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen.
Ursachen
Hauptursachen
- Gründe für einen Fruchtbarkeitsultraschall sind ein unerfüllter Kinderwunsch, unregelmäßige oder schmerzhafte Zyklen, Zysten oder Myome in der Gebärmutter und der Verdacht auf verklebte Eileiter.
Risikofaktoren
- Zunehmendes Alter
- Hormonelle Störungen
- Endometriose
- Entzündungen im Beckenbereich
- Operationen im Unterleib
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie starke Schmerzen oder Blutungen haben, wenden Sie sich sofort an eine ärztliche Notaufnahme oder wählen Sie die 112.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie unter 35 sind und seit einem Jahr ungeschützten Geschlechtsverkehr ohne Schwangerschaft haben, können Sie eine Kinderwunsch-Abklärung beginnen.
- Wenn Sie über 35 sind, ist eine Abklärung nach sechs Monaten sinnvoll.
- Bei unregelmäßiger Periode oder wiederholten Fehlgeburten können Sie ebenfalls einen Termin bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt machen.
Diagnose
Die Fruchtbarkeitsdiagnostik beginnt mit einem ausführlichen Gespräch (Anamnese). Danach folgt die Ultraschalluntersuchung. Sie wird meist vaginal durchgeführt, manchmal auch über die Bauchdecke. Die Ärztin oder der Arzt beurteilt dabei die Gebärmutterschleimhaut, die Eierstöcke und die Eileiter.
Mögliche Untersuchungen
- Transvaginaler Ultraschall (Schallkopf in der Scheide)
- Bauchwand-Ultraschall (bei gefüllter Blase)
- Doppler-Sonografie zur Untersuchung der Durchblutung
- Kontrastmittel-Ultraschall zur Prüfung der Eileiterdurchgängigkeit (HyCoSy)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert etwa 10 bis 30 Minuten. Sie liegen dabei auf einer Untersuchungsliege. Beim vaginalen Ultraschall wird ein dünner, mit Gleitgel versehener Schallkopf eingeführt – das ist meist nicht schmerzhaft. Bei manchen Frauen entsteht ein leichter Druck. Sie können danach sofort wieder nach Hause gehen.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab, die der Ultraschall zeigt. Oft lässt sich mit einer Hormontherapie, einem kleinen Eingriff oder mit assistierter Fortpflanzung (zum Beispiel einer künstlichen Befruchtung) helfen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin bespricht die Möglichkeiten individuell mit Ihnen.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie zur Untersuchung eine Begleitperson mit, wenn Ihnen das lieber ist.
- Fragen Sie vorher, ob Sie mit vollem oder leerem Blase kommen sollen.
- Entspannen Sie sich – Stress kann den Zyklus zusätzlich beeinflussen.
Medizinische Behandlungen
Mögliche Behandlungen sind eine Hormontherapie zur Zyklusregulierung, eine operative Entfernung von Zysten oder Myomen, die Durchtrennung von Verklebungen in den Eileitern oder eine künstliche Befruchtung (Insemination oder In-vitro-Fertilisation). Welche Behandlung infrage kommt, entscheidet das medizinische Team zusammen mit Ihnen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird zum Beispiel empfohlen, wenn der Ultraschall gutartige Veränderungen zeigt, die den Eitransport oder die Einnistung behindern – etwa Myome, Polypen, Zysten oder verklebte Eileiter.
Leben mit der Erkrankung
Wenn eine Schwangerschaft ausbleibt, kann das sehr belastend sein. Die Ultraschalluntersuchung ist Teil einer Reise, die Zeit und Geduld braucht. Es ist okay, Pausen zu machen und den eigenen Weg zu finden.
Tipps für den Alltag
- Auf Rauchen und zu viel Alkohol verzichten
- Stress reduzieren, zum Beispiel mit Yoga, Spaziergängen oder Meditation
- Auf ein gesundes Körpergewicht achten
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkorn und gesunden Fetten unterstützt den Hormonhaushalt. Auch moderate Bewegung an der frischen Luft ist gut – aber übertreiben Sie es nicht, denn sehr intensives Training kann den Zyklus stören.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Kinderwunsch ist emotional oft eine Achterbahn. Gefühle wie Trauer, Angst oder Schuld sind normal. Scheuen Sie sich nicht, mit einem Psychologen oder einer Psychologin zu sprechen, die auf Paar- und Familienberatung spezialisiert ist.
Vorbeugung
Nicht alle Fruchtbarkeitsprobleme lassen sich verhindern. Ein gesunder Lebensstil, Schutz vor Geschlechtskrankheiten und die Behandlung von Entzündungen können jedoch dazu beitragen, die Fruchtbarkeit zu erhalten.
Impfungen
In Deutschland wird vor einer Schwangerschaft über Impfungen informiert, etwa gegen Röteln und Masern. Sprechen Sie hierzu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige frauenärztliche Untersuchungen und ein Impfschutz gegen Röteln (für Frauen im gebärfähigen Alter) sind empfehlenswert, bevor eine Schwangerschaft geplant wird.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelter unerfüllter Kinderwunsch kann zu anhaltender emotionaler Belastung führen
- Manchmal verschlimmert sich eine behandlungsfähige Grunderkrankung wie Endometriose im Laufe der Zeit
- Ohne Abklärung bleiben mögliche Ursachen unerkannt, und wertvolle Zeit kann verstreichen
Langzeitprognose
Die meisten Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch sind heute behandelbar. Viele Paare erreichen nach einer gezielten Therapie – auch dank der Möglichkeiten der modernen Medizin – den Weg zu einer eigenen Familie. Eine Ultraschalluntersuchung ist dabei oft der erste wichtige Schritt.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.