Fruchtbarkeits-Röntgen: Was ist eine Eileiterdurchgängigkeitsprüfung?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Fruchtbarkeits-Röntgen (auch Hysterosalpingografie oder HSG genannt) ist eine Röntgenuntersuchung der Gebärmutter und der Eileiter. Dabei wird ein Kontrastmittel in die Gebärmutter gespritzt, damit die Ärztin oder der Arzt auf Röntgenbildern sehen kann, ob die Eileiter offen sind. Diese Untersuchung hilft bei der Abklärung von unerfülltem Kinderwunsch.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung dauert meist nur 10 bis 20 Minuten.
- Sie zeigt, ob die Eileiter durchgängig sind.
- Sie wird ambulant durchgeführt, ein Krankenhausaufenthalt ist nicht nötig.
Ja, diese Untersuchung ist eine Standardmethode, um die Ursachen von Fruchtbarkeitsproblemen abzuklären. In Deutschland wird sie häufig in Kinderwunsch-Zentren oder bei Gynäkologinnen und Gynäkologen durchgeführt.
Sie betrifft Menschen mit Gebärmutter und Eileitern, die sich ein Kind wünschen und möglicherweise Probleme haben, schwanger zu werden. Auch nach bestimmten Infektionen oder Operationen kann die Untersuchung sinnvoll sein.
Symptome
- Sehr starke Unterleibsschmerzen, die auch mit Ruhe nicht nachlassen.
- Fieber über 38,5 Grad Celsius nach der Untersuchung.
- Starke Blutungen aus der Scheide, die viel stärker sind als eine normale Periode.
- ⚠Anhaltende Schmerzen im Unterleib, die länger als zwei Tage nach der Untersuchung bleiben.
- ⚠Übelkeit oder Erbrechen nach der Untersuchung.
- ⚠Schwindel oder ein Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden.
Häufige Symptome
- Der Grund für die Untersuchung ist meist unerfüllter Kinderwunsch, also wenn seit einem Jahr trotz ungeschütztem Geschlechtsverkehr keine Schwangerschaft eintritt.
- Manche Frauen haben zusätzlich unregelmäßige Menstruationszyklen, wiederkehrende Unterleibsschmerzen oder wiederholte Fehlgeburten, was auf mögliche Probleme in den Eileitern oder der Gebärmutter hinweisen kann.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern wird diese Untersuchung nicht durchgeführt, da sie nur bei erwachsenen Personen im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung zum Einsatz kommt.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch bei Frauen in den Wechseljahren wird diese Untersuchung normalerweise nicht mehr durchgeführt, weil eine Schwangerschaft dann nicht mehr im Vordergrund steht.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Untersuchung wird eingesetzt, um mögliche Ursachen für Fruchtbarkeitsprobleme zu finden, zum Beispiel verklebte oder verschlossene Eileiter.
- Sie kann auch Auffälligkeiten in der Gebärmutter zeigen, wie sogenannte Myome (gutartige Muskelflecken) oder Trennungswände in der Gebärmutterhöhle.
- Entzündungen der Eileiter oder der Gebärmutter, die durch Infektionen wie Chlamydien entstanden sind, können mit dieser Methode besser erkannt werden.
Risikofaktoren
- Frühere Eileiterentzündungen oder Beckenentzündungen erhöhen das Risiko für verklebte Eileiter.
- Operationen im Unterleib, zum Beispiel an Eierstöcken oder Blinddarm, können Verwachsungen verursachen.
- Endometriose, eine gutartige Erkrankung mit gebärmutterschleimhautartigem Gewebe außerhalb der Gebärmutter, kann Eileiter und Gebärmutter beeinträchtigen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nach der Untersuchung starke Schmerzen, Fieber oder sehr starke Blutungen bekommen, suchen Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf, am besten in der Praxis, in der die Untersuchung gemacht wurde.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie seit über einem Jahr ungeschützten Geschlechtsverkehr haben und keine Schwangerschaft eintritt, sollten Sie einen Termin bei einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen vereinbaren.
- Bei Frauen über 35 Jahren wird empfohlen, bereits nach sechs Monaten eine Kinderwunsch-Abklärung zu beginnen.
Diagnose
Das Fruchtbarkeits-Röntgen ist selbst eine Diagnosemethode. Sie wird eingesetzt, wenn eine Kinderwunsch-Abklärung ansteht. Vor der Untersuchung gibt es in der Regel ein ausführliches Gespräch, eine Ultraschalluntersuchung und meist auch Hormontests im Blut.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall der Gebärmutter und der Eierstöcke (Sonografie).
- Hormonuntersuchungen im Blut, um den Zyklus und den Eisprung zu beurteilen.
- Das Fruchtbarkeits-Röntgen selbst (Hysterosalpingografie).
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie bekommen einen Termin in einer radiologischen Praxis oder einer Kinderwunsch-Klinik. Die Ärztin oder der Arzt führt einen dünnen Schlauch durch den Muttermund ein und spritzt ein Kontrastmittel. Auf dem Röntgenbild sieht man dann, wie sich das Mittel in der Gebärmutter ausbreitet und durch die Eileiter fließt. Manche Frauen spüren dabei ein ziehendes Gefühl oder leichte Krämpfe, ähnlich wie bei der Monatsblutung. Nach der Untersuchung können Sie meist nach kurzer Zeit nach Hause gehen.
Behandlung
Das Fruchtbarkeits-Röntgen ist eine Untersuchung, keine Behandlung. Wie es danach weitergeht, hängt vom Ergebnis ab. Sind beide Eileiter offen und die Gebärmutter unauffällig, ist das ein gutes Zeichen. Werden Verklebungen oder Veränderungen gefunden, bespricht die Ärztin oder der Arzt mit Ihnen die nächsten Schritte.
Selbsthilfe zu Hause
- Gönnen Sie sich am Tag der Untersuchung Ruhe und vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten.
- Ein warmes Bad oder eine Wärmflasche auf dem Unterleib kann helfen, leichte Krämpfe zu lindern.
- Tragen Sie eine Binde oder Slipeinlage, weil es nach der Untersuchung zu leichten Blutungen oder Ausfluss kommen kann.
Medizinische Behandlungen
Je nach Befund gibt es verschiedene Behandlungsansätze. Bei verklebten Eileitern kann eine Operation helfen, die Eileiter zu eröffnen. In manchen Fällen empfehlen Ärztinnen und Ärzte eine künstliche Befruchtung (In-vitro-Fertilisation, IVF), bei der die Eizellen außerhalb der Gebärmutter befruchtet werden. Auch Medikamente zur Hormonbehandlung kommen in Frage – welche Therapie für Sie sinnvoll ist, klären Sie am besten im persönlichen Gespräch mit Ihrem medizinischen Team.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn eine Operation nötig ist, geschieht das meist im Rahmen einer Bauchspiegelung (Laparoskopie). Dabei kann die Ärztin oder der Arzt Verwachsungen lösen oder verschlossene Eileiter wieder öffnen.
Leben mit der Erkrankung
Auch wenn Sie sich während der Kinderwunsch-Abklärung belastet fühlen, können Sie den Alltag normal weiterführen. Planen Sie den Termin für das Fruchtbarkeits-Röntgen so, dass Sie danach Zeit für sich haben und sich nicht unter Druck setzen müssen.
Tipps für den Alltag
- Sprechen Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin über Ihre Gefühle und Ängste – das entlastet.
- Reduzieren Sie Stress, zum Beispiel durch Spaziergänge, Yoga oder Atemübungen.
- Wenn Sie rauchen, versuchen Sie aufzuhören. Das verbessert die Fruchtbarkeit insgesamt.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten unterstützt den Körper. Regelmäßige Bewegung in moderatem Umfang ist gut, übertriebener Leistungssport kann die Fruchtbarkeit jedoch beeinträchtigen. Ihr Körpergewicht spielt ebenfalls eine Rolle – ein Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt kann hier helfen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein unerfüllter Kinderwunsch und Untersuchungen wie diese können emotional sehr belastend sein. Es ist normal, sich manchmal traurig, ängstlich oder erschöpft zu fühlen. Nehmen Sie sich diese Gefühle ernst und holen Sie sich Unterstützung, wenn Sie sie brauchen – zum Beispiel durch eine psychologische Beratung speziell für Kinderwunsch-Themen oder durch den Austausch mit Menschen in ähnlichen Situationen.
Vorbeugung
Sie können nicht immer verhindern, dass eine Eileiterdurchgängigkeitsprüfung nötig wird. Aber Sie können das Risiko für Eileiterentzündungen senken, zum Beispiel durch Safer Sex und Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen wie Chlamydien. Eine frühzeitige Behandlung von Scheideninfektionen oder Unterleibsentzündungen kann ebenfalls helfen.
Impfungen
Die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) schützt vor Gebärmutterhalskrebs und kann dazu beitragen, spätere Fruchtbarkeitsprobleme zu vermeiden. Lassen Sie sich bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die HPV-Impfung beraten.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt sind wichtig. Dabei können Veränderungen an Gebärmutter und Eileitern früh erkannt und behandelt werden, bevor sie zu Fruchtbarkeitsproblemen führen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine Ursache für Fruchtbarkeitsprobleme nicht erkannt wird, kann sich die Frage nach dem unerfüllten Kinderwunsch länger hinziehen.
- Unbehandelte Infektionen oder Verwachsungen können die Eileiter weiter schädigen und die Chance auf eine natürliche Schwangerschaft verringern.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Das Fruchtbarkeits-Röntgen kann schnell Klarheit schaffen. In vielen Fällen sind die Eileiter durchgängig und die Gebärmutter ist gesund. Selbst wenn sich Probleme zeigen, gibt es heute viele moderne Behandlungsmöglichkeiten, die eine Schwangerschaft ermöglichen können – auch wenn der Weg manchmal länger ist. Lassen Sie sich von Ihrem medizinischen Team beraten und halten Sie an Ihrer Hoffnung fest.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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