CT-Untersuchung bei Grippe: So bereiten Sie sich richtig vor
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein CT (Computertomographie) ist eine Röntgenuntersuchung, die detaillierte Querschnittsbilder Ihres Körpers erstellt. Bei einer Grippe kann ein CT zum Beispiel die Lunge genau darstellen und dabei helfen, eine Lungenentzündung oder andere Komplikationen zu erkennen oder auszuschließen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert meist nur wenige Minuten.
Wichtige Fakten
- Ein CT erstellt Schnittbilder des Körpers – wie bei einem Scheibenmodell.
- Vor dem CT müssen Sie das Personal in der Praxis oder Klinik unbedingt über Ihre Grippe-Symptome informieren.
- Die Vorbereitung ist einfach: Bequeme Kleidung, keine Metallgegenstände am Körper, und Sie dürfen meist normal weiteressen und trinken – außer Ihr Arzt sagt etwas anderes.
Grippe ist weit verbreitet, aber ein CT ist bei einer Grippe nur selten nötig. Ärztinnen und Ärzte setzen es ein, wenn Komplikationen wie eine Lungenentzündung im Raum stehen oder wenn andere Erklärungen für schwere Symptome gesucht werden müssen.
Das CT kann bei Menschen mit Grippe nötig werden, die ein erhöhtes Risiko für Komplikationen haben – zum Beispiel ältere Menschen, Personen mit chronischen Erkrankungen oder geschwächter Immunabwehr. Auch schwere Grippeverläufe betreffen sonst gesunde Menschen, dann kann ebenfalls ein CT zur Abklärung beitragen.
Symptome
- Atemnot oder sehr schnelles Atmen – hier sofort die 112 rufen
- Bläulich verfärbte Lippen oder Haut – immer sofort die 112 rufen
- Anhaltende Bewusstseinstrübung, starke Benommenheit oder Krampfanfall – sofort den Notruf 112 wählen
- Bei Kindern: Schlaffe Teilnahmslosigkeit und Trinkverweigerung – bitte umgehend die 112 anrufen
- ⚠Sehr starke Schmerzen im Brustkorb oder beim Atmen
- ⚠Blutiger oder eitriger Auswurf beim Husten
- ⚠Hohes Fieber, das trotz fiebersenkender Maßnahmen länger als drei Tage anhält
- ⚠Zunehmende Verwirrtheit oder Teilnahmslosigkeit
- ⚠Sichtbare Zeichen von Austrocknung – zum Beispiel trockene Zunge und kaum Urin
Häufige Symptome
- Plötzlich einsetzendes hohes Fieber
- Trockener oder reizbarer Husten
- Glieder- und Muskelschmerzen
- Starkes Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen
- Halsschmerzen, Schnupfen oder verstopfte Nase
Symptome bei Kindern
- Zusätzlich können Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall auftreten
- Kinder sind oft müde, schlapp und appetitlos
- Achten Sie auf schnelle Atmung oder Einziehungen der Haut zwischen den Rippen – das ist ein Warnzeichen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Oft weniger typische Zeichen wie hohes Fieber – manchmal nur Verwirrtheit oder Stürze
- Husten und Kurzatmigkeit sind ernst zu nehmen, da eine Lungenentzündung drohen kann
- Die Grippe kann sich als allgemeine Schwäche oder Appetitlosigkeit zeigen, ohne dass es sich wie eine Erkältung anfühlt
Ursachen
Hauptursachen
- Grippe wird durch Influenzaviren ausgelöst.
- Die Viren werden beim Husten, Niesen oder Sprechen als Tröpfchen in der Luft übertragen.
- Auch über Hände und kontaminierte Türklinken oder Haltegriffe können die Viren weitergegeben werden.
Risikofaktoren
- Alter über 60 Jahre
- Chronische Erkrankungen wie Asthma, Diabetes, Herzerkrankungen oder Nierenerkrankungen
- Geschwächtes Immunsystem durch Medikamente oder Erkrankungen
- Schwangerschaft
- Menschen, die viele Kontakte haben, zum Beispiel in Pflegeberufen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Atemnot, Brustschmerzen oder blutigem Auswurf im Rahmen einer Grippe
- Wenn sich die Beschwerden nach ein paar Tagen deutlich verschlimmern
- Bei Nackensteifigkeit, starken Kopfschmerzen oder Lichtscheu – das kann auf eine Gehirnentzündung hindeuten
- Wenn Sie einen CT-Termin haben und sich Ihr Zustand plötzlich verschlechtert hat
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie mit Grippe einen CT-Termin haben, rufen Sie vorher in der Praxis an und sagen Sie, welche Symptome Sie haben.
- Fragen Sie, ob Sie den Termin einhalten oder verschieben sollen.
- Besprechen Sie, ob Sie weiterhin Medikamente einnehmen dürfen, die Sie für die Grippe oder Grunderkrankungen bekommen haben.
Diagnose
Die Grippe wird meist nach typischen Symptomen und einer körperlichen Untersuchung diagnostiziert. In manchen Fällen wird ein Abstrich aus Nase oder Rachen gemacht. Ein CT ist ein bildgebendes Verfahren, das die Lunge und andere Organe genau zeigen kann. Es wird gezielt eingesetzt, wenn der Arzt Komplikationen wie eine Lungenentzündung vermutet. Die Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften (AWMF-Leitlinie) helfen dabei, diese Untersuchungen sinnvoll einzusetzen.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung mit Abhören von Lunge und Herz
- Grippe-Schnelltest oder Laboruntersuchung eines Abstrichs aus Rachen oder Nase
- CT des Brustkorbs (Thorax-CT) – zum Beispiel bei unklarem Befund, anhaltendem Fieber oder Atemproblemen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Für das CT legen Sie sich auf eine Liege. Bequeme Kleidung ist hilfreich; Schmuck, Brillen und Metallteile müssen vorher abgelegt werden. Die Liege gleitet langsam in die ringförmige Röhre. Während der Aufnahme werden Sie aufgefordert, kurz die Luft anzuhalten. Es kann ein Kontrastmittel über eine Vene gespritzt werden, damit bestimmte Strukturen besser sichtbar werden. Der Termin dauert in der Regel 15 bis 20 Minuten – danach dürfen Sie nach Hause, sofern Ihr Arzt nichts anderes sagt.
Behandlung
Die Grippe wird überwiegend mit Ruhe und ausreichend Flüssigkeit behandelt. Bei Fieber und Schmerzen können Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke besprechen, welche fiebersenkenden Mittel für Sie infrage kommen. Der Ablauf des CTs selbst ist keine Behandlung, sondern dient der Diagnostik. Das Ergebnis kann die Behandlungsentscheidung erheblich erleichtern – zum Beispiel, ob eine zusätzliche bakterielle Infektion vorliegt, die mit Antibiotika behandelt wird.
Selbsthilfe zu Hause
- Bleiben Sie im Bett oder auf dem Sofa, bis das Fieber deutlich zurückgeht
- Trinken Sie viel – Wasser, ungesüßte Tees und leichte Brühen
- Lüften Sie regelmäßig und waschen Sie sich häufig die Hände
- Vermeiden Sie körperliche Anstrengung – auch wenn Sie sich schon besser fühlen, geben Sie Ihrem Körper Zeit
- Nutzen Sie Husten- und Halsschmerzmittel nur nach Rücksprache mit Fachpersonal
Medizinische Behandlungen
Liegt eine bakterielle Zusatzinfektion wie eine Lungenentzündung vor, werden in der Regel Antibiotika verordnet. Auch schwerere Grippeverläufe können mit einer antiviralen Therapie behandelt werden – diese wird am besten früh begonnen. Welche Behandlung für Sie infrage kommt, ist eine individuelle Entscheidung, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt trifft. Besprechen Sie alle Fragen dazu in Ruhe.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei einer Grippe in der Regel nicht nötig. Auch ein CT erfordert keinen Eingriff. Nur bei sehr seltenen Begleiterscheinungen – etwa wenn ein Pneumothorax (Luft in der Brusthöhle) oder ein Abszess festgestellt wird – kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein. Dies würde Ihr Behandlungsteam in der Klinik mit Ihnen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Stellen Sie sich darauf ein, dass die Grippe ein paar Tage bis etwa zwei Wochen dauern kann. Nach einem CT-Termin sollten Sie den Rest des Tages ruhig angehen lassen. Wenn Sie sich besser fühlen, kehren Sie langsam zu Ihren normalen Aktivitäten zurück – etwa eine Woche nach Abklingen der Symptome. Ihr Körper braucht Zeit, um wieder zu Kräften zu kommen.
Tipps für den Alltag
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und feste Schlafzeiten
- Reduzieren Sie Stress durch bewusste Pausen – zum Beispiel mit Atemübungen oder leichter Musik
- Verzichten Sie in der Krankheitsphase auf Rauchen und Alkohol
- Achten Sie bei einem CT-Termin auf gute Hygiene: Maske tragen und Abstand halten
Ernährung und Bewegung
Essen Sie leicht Verdauliches – wie Suppen, gedünstetes Gemüse oder Reis. Trinken Sie warme Flüssigkeiten, das tut den Atemwegen gut. Bewegung ist während der akuten Phase tabu, danach sind Spaziergänge an frischer Luft ideal. Sport erst wieder, wenn Sie sich vollständig erholt haben – fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Grippe kann Sie körperlich stark aus der Bahn werfen. Müdigkeit, Antriebslosigkeit und auch Niedergeschlagenheit sind normal, solange die Infektion aktiv ist. Wenn die Stimmung Wochen nach der Erkrankung gedrückt bleibt oder sich Ängste vor Untersuchungen zeigen, suchen Sie das Gespräch – mit einer Vertrauensperson oder einer ärztlichen Praxis. Hilfe anzunehmen ist ein Zeichen von Stärke.
Vorbeugung
Eine Grippe kann durch eine Impfung am besten verhindert werden. Zusätzlich hilft es, sich regelmäßig die Hände zu waschen, Abstand zu erkrankten Personen zu halten und gut gelüftete Räume zu bevorzugen. Wenn Sie erkältet sind und einen CT-Termin haben, verhindert eine Maske, dass Ihr Umfeld angesteckt wird.
Impfungen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung vor allem für Menschen ab 60 Jahren, für chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal. Die Impfung ist jährlich nötig und wird in Hausarztpraxen angeboten. Lassen Sie sich zu Impfzeiten und Impfstoff Ihrer Hausarztpraxis beraten – die Impfung kann zwar eine Grippe nicht zu 100 Prozent verhindern, mildert aber oft den Verlauf.
Früherkennungsprogramme
Ein CT-Screening zur Grippevorbeugung gibt es nicht. Eine Bildgebung wird nur gezielt bei konkreten medizinischen Fragen eingesetzt, nicht als Vorsorge.
Komplikationen
Unbehandelt
- Es kann eine Lungenentzündung entstehen – sie ist die häufigste Komplikation
- Chronische Grunderkrankungen wie Asthma oder Herzinsuffizienz können sich verschlechtern
- In seltenen Fällen entzünden sich Herz, Gehirn oder Muskeln
- Ein schwerer Verlauf kann eine Behandlung im Krankenhaus notwendig machen
Langzeitprognose
Die Aussichten bei einer Grippe sind insgesamt sehr gut. Die allermeisten Menschen kommen ohne bleibende Schäden davon. Auch wenn ein CT gemacht wurde, ist das eine vorbeugende Abklärung, kein Anlass zu großer Sorge. Mit Ruhe, guter ärztlicher Begleitung und der nötigen Geduld können Sie die Zeit gut überstehen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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