Ultraschall bei Grippe: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Grippe (Influenza) ist eine Virusinfektion der Atemwege. Bei manchen Menschen kann sie schwer verlaufen und die Lunge betreffen. Ein Ultraschall – auch Sonografie genannt – ist eine schmerzlose Untersuchung, bei der mit Schallwellen Bilder aus dem Körper erstellt werden. Bei einer Grippe kann der Arzt damit die Lunge genauer ansehen. Das hilft zu erkennen, ob sich zum Beispiel eine Lungenentzündung oder eine Flüssigkeitsansammlung entwickelt hat.
Wichtige Fakten
- Ultraschall arbeitet ohne Röntgenstrahlen und ist daher sehr sicher.
- Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert meist nur wenige Minuten.
- Der Arzt sieht auf dem Bildschirm Veränderungen in der Lunge, die bei schwerer Grippe auftreten können.
- Er wird meist ergänzend zu anderen Untersuchungen wie Bluttests verwendet.
Eine Ultraschalluntersuchung der Lunge wird bei Krankenhauspatienten mit schwerer Grippe immer häufiger eingesetzt. In der Praxis kann sie auch beim Hausarzt oder in der Notaufnahme durchgeführt werden.
Besonders hilfreich ist die Untersuchung bei Menschen mit hohem Risiko, wie älteren Menschen, kleinen Kindern, Schwangeren oder Menschen mit Vorerkrankungen (zum Beispiel Asthma oder Herzkrankheiten).
Symptome
- Schwere Atemnot oder Atemstillstand
- Blaue Lippen oder bläuliche Haut
- Starke Schmerzen oder Engegefühl im Brustkorb
- Husten mit Blut
- Bewusstlosigkeit oder kaum aufweckbar
- ⚠Fieber, das nach einigen Tagen wieder ansteigt oder sehr hoch ist
- ⚠Zunehmende Atemnot oder Kurzatmigkeit bei Anstrengung
- ⚠Schwere Kopfschmerzen oder Nackensteifigkeit
- ⚠Anfallsartige Krampfanfälle
- ⚠Verwirrtheit oder auffällige Schläfrigkeit
Häufige Symptome
- Plötzlich auftretendes hohes Fieber
- Trockener oder produktiver Husten
- Schnupfen
- Starke Kopf- und Gliederschmerzen
- Abgeschlagenheit und Erschöpfung
Symptome bei Kindern
- Hohes Fieber
- Schnelle oder angestrengte Atmung
- Appetitlosigkeit
- Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
- Teilnahmslosigkeit oder auffällige Müdigkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Benommenheit
- Schwäche und Gangunsicherheit
- Fieber, auch ohne typische Atemwegssymptome
- Verminderte Flüssigkeitsaufnahme
- Verschlechterung bestehender Erkrankungen
Ursachen
Hauptursachen
- Influenza-A- und Influenza-B-Viren
- Schwere Verläufe können zu einer Lungenentzündung, Flüssigkeit in der Lunge oder einem akuten Lungenversagen führen.
- Eine Ultraschalluntersuchung wird angeordnet, um solche Komplikationen rechtzeitig zu erkennen.
Risikofaktoren
- Alter über 60 Jahre oder unter 2 Jahren
- Chronische Lungen-, Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen
- Diabetes mellitus
- Schwangerschaft
- Geschwächtes Immunsystem durch Medikamente oder Krankheiten
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Atemnot oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen
- Schmerzen oder Engegefühl im Brustkorb
- Anhaltend hohes Fieber, das nach einigen Tagen wieder ansteigt
- Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Grippesymptome, die nach einer Woche nicht besser werden
- Ungewöhnliche Schwäche oder Erschöpfung, die über Wochen anhält
- Wiederholtes Fieber nach einem scheinbar überstandenen Infekt
Diagnose
Der Arzt fragt zunächst nach Ihren Symptomen und hört Ihre Lunge ab. Wenn er eine Grippe vermutet, kann er einen Abstrich nehmen oder einen Bluttest machen. Falls er eine Beteiligung der Lunge befürchtet, ordnet er eine Ultraschalluntersuchung an.
Mögliche Untersuchungen
- Abstrich aus Nase oder Rachen (Grippetest)
- Blutuntersuchung
- Lungenultraschall (Sonografie)
- Bei Bedarf Röntgen oder Computertomografie der Lunge
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei der Ultraschalluntersuchung liegen Sie entspannt. Auf Ihre Haut wird etwas Gel aufgetragen. Dann führt der Arzt einen kleinen Stift (Schallkopf) über Brust und Rücken. Sie spüren dabei nichts. Nach etwa 10 bis 15 Minuten erhalten Sie das Ergebnis.
Behandlung
Eine Grippe wird in erster Linie mit Ruhe und Flüssigkeit behandelt. Der Körper braucht Zeit, um das Virus selbst zu bekämpfen. Die Ultraschalluntersuchung hilft dem Arzt, zu erkennen, ob eine Behandlung im Krankenhaus nötig ist.
Selbsthilfe zu Hause
- Bleiben Sie zu Hause und ruhen Sie sich aus
- Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee
- Lüften Sie regelmäßig
- Waschen Sie sich häufig die Hände
- Vorsicht mit fiebersenkenden Mitteln – nur nach Rücksprache mit dem Arzt
Medizinische Behandlungen
Bei schweren Verläufen können Medikamente eingesetzt werden, die die Vermehrung des Virus eindämmen. Diese gibt es nur auf Rezept und nur nach ärztlicher Entscheidung. Gegen Fieber und Schmerzen kann der Arzt Ihnen geeignete Medikamente empfehlen. Wenn zusätzlich eine bakterielle Infektion vorliegt, kann ein Antibiotikum nötig sein. Wichtig ist: Nehmen Sie keine Medikamente auf eigene Faust und beachten Sie die ärztliche Beratung.
Leben mit der Erkrankung
Solange die Grippe akut ist, sollten Sie sich körperlich stark schonen. Auch eine Ultraschallkontrolle kann beruhigen, weil Sie sehen, ob sich Ihre Lunge erholt. Gehen Sie den Weg der Erholung in kleinen Schritten an.
Tipps für den Alltag
- Ausreichend Schlaf und Ruhephasen einplanen
- Stress vermeiden
- Nicht rauchen
- Enge Kontakte in der akuten Phase vermeiden
- Trotz Schwäche kleine, regelmäßige Mahlzeiten zu sich nehmen
Ernährung und Bewegung
Gesunde, warme Speisen wie Suppen und viel Obst unterstützen den Körper. Nach der akuten Krankheitsphase sind leichte Spaziergänge erlaubt. Sportliche Höchstleistungen sollten Sie erst nach Absprache mit Ihrem Arzt wieder aufnehmen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine schwere Grippe kann Angst machen, besonders wenn zusätzliche Untersuchungen wie ein Ultraschall nötig sind. Das ist verständlich. Sprechen Sie über Ihre Sorgen mit Ihrer Familie oder Ihrem Hausarzt. Wenn die Niedergeschlagenheit anhält, kann eine psychologische Beratung helfen.
Vorbeugung
Eine Grippe lässt sich durch gute Händehygiene, Abstand zu Erkrankten und die jährliche Grippeimpfung weitgehend verhindern. Eine Ultraschalluntersuchung ist eine reine Untersuchungsmethode und dient nicht der Vorbeugung.
Impfungen
In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Grippeimpfung besonders für Menschen über 60, chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt darüber.
Komplikationen
Unbehandelt
- Lungenentzündung (Pneumonie)
- Verschlechterung chronischer Erkrankungen
- Akutes Atemnotsyndrom (ARDS)
- Entzündung des Herzmuskels oder des Gehirns
Langzeitprognose
Die meisten Menschen erholen sich von einer Grippe vollständig. Wenn Komplikationen wie eine Lungenentzündung früh erkannt und behandelt werden, sind die Aussichten sehr gut. Eine Ultraschalluntersuchung kann helfen, Probleme rechtzeitig zu erkennen und den Heilungsverlauf zu beobachten.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.