Pilzinfektion der Haut: Ist ein Röntgenbild nötig?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Pilzinfektion der Haut ist eine häufige Erkrankung, die durch winzige Pilze verursacht wird. Sie befällt die oberste Hautschicht und führt oft zu Juckreiz, Rötung und Schuppen. Ein Röntgenbild ist eine Aufnahme mit Röntgenstrahlen, die Knochen und dichte Körperstrukturen sichtbar macht. Für eine Pilzinfektion der Haut ist ein Röntgenbild in der Regel nicht nötig und nicht aussagekräftig – Pilze lassen sich mit Röntgenstrahlen nicht darstellen. Die Diagnose wird mit anderen Untersuchungen gestellt.
Wichtige Fakten
- Ein Röntgenbild kann eine Pilzinfektion der Haut nicht sichtbar machen.
- Zur Diagnose entnimmt die Ärztin oder der Arzt eine kleine Hautprobe und untersucht sie unter dem Mikroskop oder in einer Pilzkultur.
- Hautpilzinfektionen sind gut behandelbar und heilen meist vollständig aus.
Ja, Pilzinfektionen der Haut sind sehr häufig. Pilze der Füße (Fußpilz) kommen besonders oft vor – viele Menschen erkranken mindestens einmal im Leben daran.
Pilzinfektionen der Haut können Menschen jeden Alters betreffen. Häufiger betroffen sind Sportler, Personen mit geschwächtem Immunsystem, Diabetiker und Menschen, die viel schwitzen oder enges Schuhwerk tragen.
Symptome
- ⚠Wenn sich die Rötung stark ausbreitet oder sehr schmerzhaft ist
- ⚠Wenn Fieber dazukommt
- ⚠Wenn sich Eiter oder nässende Stellen zeigen – dann suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe
Häufige Symptome
- Juckreiz
- Rötung
- Schuppung der Haut
- Bläschen oder Einrisse
- Weiße oder bräunliche Flecken
- Verdickte oder verfärbte Nägel (bei Befall der Nägel)
Symptome bei Kindern
- Hautrötungen und Schuppen oft im Gesicht oder am Kopf
- Haarausfall an einzelnen Stellen
- Bei Babys auch im Windelbereich
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Trockene, rissige Haut, besonders an den Füßen
- Hautverfärbungen
- Häufig wiederkehrende Fußpilzinfektionen
Ursachen
Hauptursachen
- Verschiedene Pilzarten wie Fadenpilze (Dermatophyten), Hefepilze und Schimmelpilze
- Die Pilze vermehren sich besonders in feuchter und warmer Umgebung
- Eine Ansteckung erfolgt oft durch direkten Hautkontakt oder über gemeinsam genutzte Handtücher, Schuhe oder Badezimmerböden
Risikofaktoren
- Feuchte Umgebung – zum Beispiel Schwimmbäder, Saunen oder Sportstudios
- Enge oder nicht atmungsaktive Schuhe
- Starkes Schwitzen
- Geschwächtes Immunsystem – zum Beispiel nach einer Krankheit oder durch Medikamente
- Durchblutungsstörungen oder Diabetes
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Hautveränderung stark schmerzt, sich ausbreitet oder eitert
- Wenn sich Allgemeinsymptome wie Fieber entwickeln
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie eine auffällige Hautstelle bemerken, die nicht von selbst abheilt oder sich ausbreitet
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt untersucht zuerst die betroffene Hautstelle mit dem bloßen Auge. Danach wird meist eine kleine Hautprobe entnommen und im Labor untersucht. Ein Röntgenbild gehört nicht zur Diagnostik von Hautpilzinfektionen.
Mögliche Untersuchungen
- Hautkratzprobe: Die obersten Hautschüppchen werden mit einem Skalpell abgeschabt und unter dem Mikroskop untersucht
- Pilzkultur: Die Hautprobe wird in ein Nährmedium gegeben, damit sich Pilze vermehren und bestimmen lassen
- Wood-Licht-Untersuchung: Eine spezielle Lampe lässt manche Pilzarten auf der Haut aufleuchten
- Gewebeprobe (Biopsie) nur in unklaren Fällen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schnell und meist schmerzlos. Sie sitzen oder liegen entspannt, die Ärztin oder der Arzt schabt eine winzige Hautprobe ab. Das Ergebnis der Pilzkultur kann ein bis zwei Wochen dauern. Ein Röntgenbild ist bei diesem Verdacht nicht Teil der Untersuchung.
Behandlung
Hautpilzinfektionen werden fast immer mit Arzneimitteln behandelt, die Pilze abtöten oder ihr Wachstum stoppen. Meist werden diese Mittel als Creme, Lotion oder Salbe direkt auf die Haut aufgetragen. Bei schweren oder ausgedehnten Infektionen kann eine Behandlung mit Tabletten sinnvoll sein. Welche Therapie für Sie geeignet ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Selbsthilfe zu Hause
- Die Haut trocken halten – besonders zwischen den Zehen
- Baumwollsocken tragen und täglich wechseln
- Handtücher und Waschlappen nicht mit anderen teilen
- Schuhe regelmäßig wechseln und lüften lassen
- Die verordneten Mittel über den empfohlenen Zeitraum anwenden – auch wenn die Symptome schon nachlassen
Medizinische Behandlungen
Antimykotische Cremes, Salben, Lösungen oder Tabletten werden von der Ärztin oder dem Arzt verordnet. Die Behandlung dauert je nach Befund mehrere Wochen. Eine Behandlung ohne ärztliche Beratung ist nicht empfehlenswert, da nicht jede Hautveränderung ein Pilz ist und falsche Mittel die Haut zusätzlich reizen können.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei einer Pilzinfektion der Haut nicht erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Hautpilzinfektion können Sie Ihren Alltag ganz normal weiterleben. Wichtig ist, die Behandlung konsequent durchzuführen und auf gute Hygiene zu achten. Ihre Haut braucht Luft und Trockenheit.
Tipps für den Alltag
- Nach dem Duschen oder Baden die Haut sorgfältig abtrocknen
- In öffentlichen Bädern, Saunen und Sportanlagen Badeschuhe tragen
- Nicht auf Hautstellen kratzen, um eine Ausbreitung zu vermeiden
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten stärkt das Immunsystem. Sport ist ausdrücklich erlaubt – duschen Sie aber danach und trocknen Sie die Haut gut ab.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Sichtbare Hautveränderungen können Schamgefühle auslösen. Das ist verständlich. Ein offenes Gespräch mit vertrauten Menschen kann helfen. Bedenken Sie: Eine Pilzinfektion ist keine Frage mangelnder Hygiene und in den meisten Fällen gut behandelbar.
Vorbeugung
Ja, Sie können das Risiko für eine Hautpilzinfektion senken, indem Sie Ihre Haut trocken halten, keine fremden Handtücher oder Schuhe verwenden und an öffentlichen Orten mit Feuchtigkeit Badeschuhe tragen.
Impfungen
Eine Impfung gegen Hautpilzinfektionen gibt es nicht
Früherkennungsprogramme
Eine spezielle Vorsorge-Untersuchung für Hautpilz ist nicht notwendig. Achten Sie aber auf neue oder sich verändernde Hautstellen und lassen Sie diese bei Bedarf abklären.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Pilzinfektion kann sich auf andere Körperstellen ausbreiten, zum Beispiel auf die Nägel, die Leistengegend oder den ganzen Körper
- Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann eine schwerwiegende, tiefer gehende Infektion entstehen
- Durch Aufkratzen der Haut können zusätzlich Bakterien eindringen und eine Entzündung verursachen
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung heilen Hautpilzinfektionen fast immer vollständig ab. Die Therapie erfordert etwas Geduld – meist dauert es mehrere Wochen, bis die Haut wieder gesund ist. Ein frühzeitiger Arztbesuch verbessert die Heilungschancen und beugt wiederholten Schüben vor.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.