Röntgenuntersuchung des Ohrs: einfach erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Röntgenuntersuchung des Ohrs ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem mit Röntgenstrahlen die Knochen des Ohrs sichtbar gemacht werden. So können Ärztinnen und Ärzte Veränderungen wie Entzündungen, Knochenwucherungen oder Tumore erkennen. Oft wird statt eines einfachen Röntgens ein CT gemacht – das ist ein spezielles Röntgen, das drei-dimensionale Bilder erzeugt.
Wichtige Fakten
- Röntgenstrahlen durchdringen den Körper. Auf dem Bild erscheinen Knochen weiß.
- Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.
- Die Strahlenbelastung ist gering. In der Schwangerschaft wird eine Röntgenaufnahme nur in dringenden Fällen durchgeführt.
Eine Röntgenuntersuchung des Ohrs wird nicht bei jeder Ohrbeschwerde durchgeführt. Sie kommt zum Einsatz, wenn ein Verdacht auf eine tiefere Erkrankung besteht, zum Beispiel ein Cholesteatom (eine Hautwucherung im Mittelohr) oder eine Otosklerose (Knochenwachstum im Innenohr).
Betroffen sind Menschen aller Altersgruppen. Bei Kindern kann ein Röntgen nötig werden, wenn schwere Mittelohrentzündungen immer wiederkehren. Bei Erwachsenen wird es vor allem bei zunehmender Schwerhörigkeit, anhaltendem Schwindel oder unklaren Ohrschmerzen eingesetzt.
Symptome
- Plötzlicher Hörverlust auf einem Ohr – rufen Sie sofort den Notruf 112 an oder suchen Sie die nächste Notaufnahme auf.
- Starke Ohrschmerzen mit Blut oder Eiter aus dem Ohr und hohem Fieber
- Einseitige Lähmung im Gesicht (zum Beispiel hängender Mundwinkel)
- ⚠Starke Ohrenschmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Schwindel mit Erbrechen, der länger als ein paar Stunden anhält
- ⚠Schwellung hinter dem Ohr
Häufige Symptome
- Schwerhörigkeit – plötzlich oder schleichend
- Ohrschmerzen oder Druckgefühl im Ohr
- Schwindel mit Unsicherheit beim Gehen
- Ohrgeräusche (Tinnitus)
- Wiederkehrende Entzündungen mit Ausfluss aus dem Ohr
Symptome bei Kindern
- Kinder hören schlecht und reagieren nicht auf Ansprache
- Die Sprachentwicklung verzögert sich
- Oft Fieber bei Mittelohrentzündungen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nachlassendes Hörvermögen im Alltag
- Schwierigkeiten, Gesprächen in Gruppen zu folgen
- Schwindel und Stürze aus unerklärlichen Gründen
Ursachen
Hauptursachen
- Mittelohrentzündung (Otitis media) – oft nach einer Erkältung
- Cholesteatom – eine krankhafte Hautwucherung im Mittelohr
- Otosklerose – übermäßiges Knochenwachstum im Innenohr
- Verletzung des Schädels, die das Ohr betrifft
- Tumore im Bereich des Ohres (sehr selten)
Risikofaktoren
- Wiederholte Mittelohrentzündungen in der Kindheit
- Rauchen und häufige Atemwegserkrankungen
- Lärmbelastung im Beruf oder in der Freizeit
- Angeborene Veranlagung, zum Beispiel bei Otosklerose in der Familie
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichem Hörverlust – handeln Sie sofort
- Wenn das Ohr nässt, blutet oder sehr stark schmerzt
- Bei Schwindel mit Erbrechen oder starkem Krankheitsgefühl
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn das Hören seit Wochen oder Monaten schlechter wird
- Wenn Ohrgeräusche Sie im Alltag stören
- Wenn Ihr Kind häufig unter Ohrenentzündungen leidet
Diagnose
Die Diagnose startet immer mit einem Gespräch und einer Untersuchung der Ohren. Dazu benutzt die Ärztin oder der Arzt einen Ohrenspiegel, um in den Gehörgang zu schauen. Zusätzlich wird meist ein Hörtest gemacht. Erst wenn dort Auffälligkeiten auftauchen, folgt eine Röntgenaufnahme oder ein CT.
Mögliche Untersuchungen
- Otoskopie: Blick in den Gehörgang und auf das Trommelfell
- Audiometrie: Hörtest, der das Hörvermögen misst
- Röntgenaufnahme des Felsenbeins: Darstellung der Knochenstrukturen
- Computertomographie (CT): detaillierte Bilder des gesamten Schläfenbeins
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Röntgenuntersuchung dauert nur ein paar Minuten. Sie liegen bequem, der Kopf wird ruhig gelagert. Sie spüren dabei keine Schmerzen. Die Bilder werden von einer Radiologin oder einem Radiologen beurteilt. Den Befund erhält anschließend Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der gefundenen Ursache. Sie kann eine medikamentöse Therapie, eine Operation oder den Einsatz einer Hörhilfe umfassen. Ihr Behandlungsteam bespricht die Möglichkeiten gemeinsam mit Ihnen.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie das Ohr trocken und schützen Sie es vor Wasser, zum Beispiel mit einem Wattebausch beim Duschen.
- Vermeiden Sie laute Umgebungen, um das Ohr zu entlasten.
- Nehmen Sie verschriebene Medikamente genau so ein, wie es angeordnet wurde.
Medizinische Behandlungen
Medikamente können Entzündungen hemmen und Schleimhäute abschwellen lassen. Wenn eine bakterielle Infektion vorliegt, verschreibt die Ärztin oder der Arzt Antibiotika. Es ist wichtig, die Medikamente in der verordneten Dauer einzunehmen – auch wenn die Beschwerden nachlassen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein Cholesteatom muss operativ entfernt werden, um das Innenohr zu schützen. Bei Otosklerose kann eine Operation das Hörvermögen verbessern, indem der versteifte Steigbügel durch eine Prothese ersetzt wird. Auch Tumore werden in der Regel operiert.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Ohrerkrankung lässt sich gut leben, wenn Sie Unterstützung nutzen. Eine Hörhilfe kann das Verstehen in Gesprächen deutlich erleichtern. Auch ruhige Räume, Blickkontakt und Geduld der Gesprächspartner helfen Ihnen, trotzdem gut teilzuhaben.
Tipps für den Alltag
- Tragen Sie bei Lärm einen Gehörschutz.
- Reinigen Sie Ihre Ohren außen mit einem weichen Tuch – keine Wattestäbchen in den Gehörgang.
- Gehen Sie bei einer Ohrinfektion früh zur Ärztin oder zum Arzt.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung fördern die Durchblutung des Innenohrs. Verzichten Sie auf das Rauchen, denn Nikotin schadet der Durchblutung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Hörminderung kann sehr belasten. Es ist verständlich, wenn Sie sich zurückziehen oder unruhig werden. Sie sind damit nicht allein. Es gibt Gesprächsangebote und Selbsthilfegruppen, die genau diese Situation verstehen. Wenn Sie sich stark niedergeschlagen fühlen oder Gedanken an Selbstverletzung haben, wenden Sie sich sofort an eine vertraute Person, Ihre ärztliche Praxis oder den Notruf 112.
Vorbeugung
Nicht alle Ohrerkrankungen lassen sich verhindern. Aber Sie können das Risiko für Entzündungen und Hörschäden senken: Schützen Sie Ihre Ohren vor Lärm, halten Sie sie trocken und behandeln Sie Atemwegsinfekte rechtzeitig.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland wird bei Neugeborenen ein Hörscreening angeboten. Bei Erwachsenen gilt: Wenn Sie eine Verschlechterung Ihres Hörvermögens bemerken, lassen Sie dies frühzeitig abklären – je früher, desto besser für Ihre Lebensqualität.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine unbehandelte Mittelohrentzündung kann sich auf das Innenohr und das Felsenbein ausbreiten.
- Ein Cholesteatom kann die Gehörknöchelchen zerstören und zu Taubheit führen.
- Unbehandelte Otosklerose führt zu einer fortschreitenden Schwerhörigkeit.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Viele Ohrerkrankungen sind wirksam behandelbar. Je früher eine Ursache gefunden wird, desto besser stehen die Chancen, das Hörvermögen zu erhalten. Mit Medikamenten, Operation oder Hörhilfe können die meisten Menschen weiterhin aktiv am Leben teilnehmen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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